Kalte Hände

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Oktober 2017
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Mit der kalten Jahreszeit kommen auch sie: die kalten Hände. Meistens klagen Frauen über Eishände, sobald die Temperaturen etwas nachlassen. Doch hinter dem Symptom, unter dem fast jeder einmal leidet, können auch ernsthafte Ursachen stehen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind kalte Hände?

Nicht umsonst bedeutet ein „warmer Händedruck“ eine freundliche und angenehme Begrüßung, ganz anders hingegen ist dies bei kalten Händen, sie werden allgemein als unangenehm empfunden. Von den Handflächen bis in die Fingerspitzen hinein sorgt Kälte für Kribbeln, Schmerzen und Taubheit.

Oft sind auch nur einzelne Partien der Hand betroffen, beispielsweise die kleinen Finger. Sichtbar äußern sich die kalten Hände in blauen Fingernägeln und manchmal in einer starken Rötung der Haut. Sind die Hände sehr stark unterkühlt, kann es sogar zu Taubheitsgefühlen kommen.

Ursachen

Kalte Hände sind ein Zeichen für schlecht durchblutete Muskeln. Hier liegt auch der Grund dafür, dass eher Frauen von kalten Händen betroffen sind, als Männer, sie besitzen weniger wärmende Muskeln als Männer.

Außerdem spielt der Blutdruck eine entscheidende Rolle: Wird der Körper nicht ausreichend durchblutet, kann sich dies unter anderem in kalten Händen äußern. Häufigste Ursache für einen niedrigen Blutdruck ist Kälte. Um die Herzregion auch bei Kälte ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen zu können, fährt der Körper seinen Energieverbrauch runter und in den weniger wichtigen Regionen des Körpers, also den Extremitäten, verengen sich die Gefäße.

Das hat zur Folge, dass nur noch wenige wärmendes Blut durch die Finger fließt – sie werden kalt. Dies ist eine natürliche Reaktion des Körpers und unter normalen Umständen ungefährlich. Sobald sich die Umgebungstemperatur wieder erhöht, weiten sich die Gefäße, Blut kann durchfließen und wärmt die Hände. Dieser Vorgang wird oft von einem Kribbeln begleitet, das je nach Intensität leicht schmerzhaft sein kann.

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Diagnose & Verlauf

Von den Handflächen bis in die Fingerspitzen hinein sorgt Kälte für Kribbeln, Schmerzen und Taubheit. Kalte Hände sind ein Zeichen für schlecht durchblutete Muskeln.

Werden jedoch häufig kalte Hände beobachtet, ohne das eine kalte Umgebungstemperatur die Ursache sein kann, sollten Betroffene dies unbedingt beobachten, denn häufige Durchblutungsstörungen im Bereich der Hände können ernste gesundheitliche Ursachen haben.

Zum einen hat die Lebensweise einen direkten Einfluss auf die Beschaffenheit der Blutgefäße und Arterien. Häufiger Alkoholkonsum, Rauchen, fettiges Essen, wenig Bewegung und Stress können dazu führen, dass die Gefäße und Arterien in den Händen und Armen verengen. Gerade bei Rauchern kann es zudem zu Blutgerinnsel an Gefäßwänden kommen, den sogenannten Thrombosen, die im schlimmsten Fall zu einem Gefäßverschluss, von Medizinern auch Embolie bezeichnet, führen können.

Liegen keine Gerinnsel vor, können die Durchblutungsstörungen auch durch gequetschte Nerven oder Blutgefäße verursacht werden. Ist dies der Fall, leiden die Patienten neben kalten Fingern auch oft unter Schmerzen, die von der Schulter über die Arme bis hin in die Fingerspitzen reichen können.

Weitere Ursachen können ein allgemein niedriger Blutdruck sein, der die Hände nicht ausreichend mit Blut versorgt, kleine Tumore, eine Herzmuskelschwäche, die Verwendung von blutdrucksenkenden Mitteln, eine Schilddrüsenunterfunktion oder auch Diabetes. In jedem Fall sollte bei regelmäßig auftretenden kalten Händen ein Arzt aufgesucht werden, um die genaue Ursache feststellen zu lassen.

Komplikationen

Kalte Hände führen unbehandelt zu einem Gefühl der Taubheit. Das Greifen oder Festhalten von Gegenständen ist erschwert oder nicht möglich. Oft besteht ein Gefühl von Kälte und Unwohlsein im gesamten Körper. Die Beschwerden können zu einem Rückzugsverhalten oder Scham führen, da es vielen Menschen unangenehm ist, bei der Begrüßung einer anderen Person die Hand zu reichen. Zu der Taubheit in den Händen können die Hände ein blasses Aussehen haben oder schmerzen.

Sind die kalten Hände nicht durch eine frostige Umgebung verursacht, kann sich eine ernsthafte Erkrankung dahinter verbergen. Das Raynoud-Syndrom oder weitere Gefäßerkrankungen sind mögliche Krankheiten. In einigen Fällen sind Autoimmunkrankheiten, ein Thrombus, Geschwulste oder ein Tumor weitere Komplikationen, die auftreten können.

Bei einer Behandlung der kalten Hände ist darauf zu achten, dass die kalten Hände psychosomatische Ursachen haben können, die häufig übersehen werden. Neben den körperlichen Symptomen sind Zustände der Belastung durch Stress, Angst oder eine Depression zu beachten. Eine Behandlung der kalten Hände kann dazu führen, dass eine vorhandene Essstörung oder Schmerzkrankheit nicht weiter beachtet werden.

Das Verschreiben von Salben oder Medikamenten zur Förderung der Durchblutung, kann Nebenwirkungen auslösen. Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sind möglich. Bei Störungen des Hormonhaushaltes müssen weitere Komplikationen, wie die Verhütung berücksichtigt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Kalte Hände sind meistens harmlos und müssen nicht unbedingt medizinisch abgeklärt werden. Kommen zu den kalten Gliedern allerdings Begleitsymptome hinzu, liegt womöglich ein ernstes Grundleiden vor. Ein Arztbesuch empfiehlt sich, wenn die Hände nicht nur kalt sind, sondern auch eine auffallende Blässe aufweisen. Bläulich oder rot verfärbte Finger deuten auf eine behandlungsbedürftige Gefäßstörung hin.

Schwellungen, Taubheitsgefühle und Schmerzen können verschiedene Ursachen haben und müssen ebenfalls abgeklärt werden. Ein rascher Arztbesuch bietet sich bei Schwindelgefühlen und Lähmungserscheinungen an, da diese Symptome auf eine neurologische Erkrankung oder gar einen Schlaganfall hindeuten können. Hautveränderungen an anderen Körperstellen deuten auf eine Kälteallergie hin. Mitunter liegt allerdings auch eine Angststörung vor, die sich durch kalte Hände und Schweißausbrüche äußert.

Eine rasche medizinische Diagnose ist in jedem Fall erforderlich. Sollten zu plötzlich auftretenden kalten Händen Brustschmerzen, Atemnot oder Schweißausbrüche hinzukommen, muss umgehend der Notarzt gerufen werden. Möglicherweise handelt es sich um einen Herzinfarkt oder ein anderes schweres Leiden, das einer schnellen Behandlung bedarf.

Behandlung & Therapie

Je nachdem was die eigentlich Ursache für die kalten Hände ist, wird der Arzt in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Spezialisten eine geeignete Therapiemöglichkeit entwickeln und umsetzen.

Handelt es sich lediglich um einen niedrigen Kreislauf, können schon kleine, kreislaufanregende Maßnahmen wie Wechselduschen, Massagen und viel Bewegung an der frischen Luft helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen und kalte Hände zu vermeiden. Sind die Hände doch einmal kalt geworden, helfen warme Getränke und eine warme Umgebung, die Finger wieder aufzutauen.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen kommt es aufgrund von niedrigen Temperaturen zu den kalten Händen. Hierbei handelt es sich um ein gewöhnliches Symptom, welches nicht durch einen Arzt behandelt werden muss. Bei Wärmezufuhr werden die Hände wieder warm und es kommt zu keinen weiteren Beschwerden.

Sollten die kalten Hände langfristig anhalten, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dabei kann es sich um Störungen der Durchblutung und des Kreislaufs handeln, welche in der Regel nicht von alleine verschwinden werden. Vor allem Raucher und Alkoholabhängige sind von diesem Symptom stark betroffen und müssen ihren Konsum auf jeden Fall einschränken.

Durch die kalten Hände kommt es in der Regel auch zu kalten Fingern. Dabei können die Extremitäten auf lange Sicht geschädigt werden, sodass Bewegungseinschränkungen vorliegen können. Auch Diabetes kann eine Ursache für die kalten Hände sein.

Die Behandlung richtet sich immer nach der Grunderkrankung und führt in den meisten Fällen zu einem Erfolg. Dabei werden vor allem Massagen und Wechselduschen verwendet, um die Durchblutung zu fördern. Ebenso hilft eine gesunde Lebensweise, um dem Symptom vorzubeugen und die kalten Hände zu vermeiden.

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Vorbeugung

Als allgemeine Vorbeugung gegen kalte Hände ist ein gesunder Lebensstil empfehlenswert: viel Bewegung, gesundes Essen und der Verzicht auf Rauchen und Alkohol. Gerade in der kalten Jahreszeit sollten Handschuhe immer parat sein, um die Hände vor zu kalter Luft zu schützen. Bei ruhigen Arbeiten am Schreibtisch helfen auch Gelenkwärmer an den Handgelenken, die Finger schön warmzuhalten.

Das können Sie selbst tun

Im Regelfall entstehen kalte Hände aufgrund von Eisenmangel. Eine Unterversorgung an Vitamin B beeinträchtigt die Durchblutung der Extremitäten. Dementsprechend sollten Betroffene eisenreiche sowie Vitamin B-reiche Nahrungsmittel verzehren. Entstehen kalte Hände aufgrund von Stress oder Angespanntheit, schaffen diverse Entspannungsübungen Abhilfe. Hierbei ist Yoga besonders erwähnenswert. Sporadisch hilft bereits ein warmes sowie entspannendes Bad. Das fördert den Blutfluss der Hände.

Darüber hinaus lassen sich kalte Hände mit Gewürzen aufwärmen. Frischer Ingwer sollte auf keinem Speiseplan fehlen. Ingwer ist nicht nur gesund, sondern verleiht neue Energie. Um kalten Händen entgegenzuwirken, sind täglich zwei Tassen Ingwertee ideal. Dieselbe Wirkung bietet Zimt und Chili. Chilipulver verleiht dem Essen eine gewisse Schärfe, was die Blutgefäße erweitert. Alternativ können Betroffene ein wenig Chili in heißes Wasser geben und verzehren. Die Haut erwärmt sich sofort.

Es stehen zahlreiche Maßnahmen zur Auswahl, die rasch gegen kalte Hände helfen. Hier ist das Aneinanderreiben der Hände nennenswert. So erwärmen sich die Hände umgehend. Um die Hände zügig aufzuwärmen, ist es empfehlenswert, sich auf die Hände zu setzen oder sie in den Achselhöhlen zu platzieren. Mit Übungen und Massagen lassen sich kalte Hände flott erwärmen. Hierbei eignet sich die Bewegung von Armen sowie Schultern. Das fördert den Blutfluss ebenso. Dabei müssen die Schultern ausgiebig gerollt werden. Anschließend lassen Betroffene ihre Arme wie eine Windmühle schlagen.

Bücher über kalte Füße & Hände

Quellen

  • Baenkler, H.-W. et al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2012
  • Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2012
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 264. Auflage. De Gruyter, Berlin 2012

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