Jodunverträglichkeit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Jodunverträglichkeit bezeichnet eine Unverträglichkeit oder Allergie gegenüber jodhaltigen Produkten. Sie führt unter anderem zu schweren Erkältungssymptomen, ist allerdings sehr gut therapierbar. Auch vorbeugen lässt sich der wenig erforschten Jodallergie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Jodunverträglichkeit?

Unter Jodunverträglichkeit wird eine Allergie gegenüber jodhaltigen Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Produkten wie etwa Röntgenkontrastmitteln und Arzneimitteln verstanden. Beim Kontakt mit jodhaltigen Produkten kommt es zu verschieden, bisweilen schwerwiegenden Krankheitssymptomen wie Atemnot, Herzrasen oder Juckreiz.

Im weiteren Verlauf können sich auch diesen Symptomen weitere Erkrankungen und Allergien entwickeln, weshalb eine frühzeitige Behandlung durch einen Arzt zu empfehlen ist. Bei einer Jodunverträglichkeit ist Vorbeugung das Mittel der Wahl. Allein durch den bewussten Verzicht auf jodhaltige Lebensmittel können sich die meisten Beschwerden vermeiden lassen.

Kommt es dennoch zu einem Kontakt mit jodhaltigen Lebensmitteln und damit einhergehend zu Beschwerden, ist eine Therapie mit Antihistaminen und anderen leichten Medikamenten möglich.

Ursachen

Die genauen Ursachen einer Jodunverträglichkeit sind noch immer unbekannt. Es wird angenommen, dass erbliche Einflüsse zum einen und die zunehmende Umweltverschmutzung zum anderen die Entwicklung entsprechender Allergien fördert. Ebenso kann der zu geringe Keimkontakt in jungen Jahren die Entstehung einer Jodunverträglichkeit begünstigen.

Die Allergie soll auch durch eine zu hohe oder zu geringe Zufuhr von Jod gefördert werden. Auch ein Zusammenhang zwischen Erkrankungen der Schilddrüse wie etwa Morbus Basedow und einer Jodunverträglichkeit ist denkbar. Belegt ist, dass eine starke Jodzufuhr den Krankheitsverlauf beschleunigen und verschärfen kann.

Generell wird vermutet, dass Jodsalz selbst zu einer Jodunverträglichkeit führt, wobei es hierzu bislang noch keine wissenschaftlichen Belege gibt. Im Detail verursacht die Jodunverträglichkeit eine Fehlregulation im Immunsystem, welche dann zu typischen Erkältungssymptomen und darüber hinaus zu weiteren Symptomen wie Juckreiz und Atemnot führen kann.

Obwohl Jod selbst kein Krankheitserreger ist, reagiert der Körper dementsprechend und versucht, den Stoff auszuscheiden – Schnupfen und Durchfall sind die Folge. Der erwartbare Gewöhnungseffekt tritt hierbei nicht auf, weshalb Betroffene oft erst nach Jahren über Beschwerden klagen und mit der Zeit unter stärker werdenden Symptomen leiden.

Symptome, Beschwerden und Anzeichen

Eine Jodunverträglichkeit kann sich durch unterschiedlichste Symptome äußern, deren Schwere stark variieren kann. Zu den typischen Anzeichen zählen Juckreiz und Hautausschlag sowie Nesselsucht. Auch gerötete und tränende Augen und andere Erkältungssymptome wie eine laufende Nase zählen zu den Symptomen.

Ebenso können Jodakne und Ekzeme vorwiegend am Hals auftreten, sich aber auch auf den gesamten Körper ausbreiten können. Bei einer Jodunverträglichkeit kann es zudem zu Halsschwellungen und damit einhergehend zu Atembeschwerden kommen. Auch an anderen Stellen im Gesicht und Mundraum wie Mund, Lippen, Zunge und Rachen kann es zu Schwellungen und Angiödem kommen.

In schweren Fällen kann dies zu einem anaphylaktischem Schock oder einem Asthmaanfall führen. Dem gehen Symptome wie Atemnot, ein gesteigerter Herzschlag und ein starkes Gefühl der Enge im Hals voraus. Weitere Symptome können Müdigkeit und Benommenheit bis zu Fieber sowie Durchfall, Schwindel und Blutdruckabfall sein.

Auch Husten und ein allgemeines Unwohlsein können zu den Symptomen einer Jodunverträglichkeit zählen. Weiterhin kann es zu schweren Kopf- und Gelenkschmerzen und Lethargie kommen, einhergehend mit physischen und psychischen Folgeerkrankungen. Durch eine Umstellung der Ernährung verschwinden die meisten Symptome nach wenigen Tagen bis Wochen wieder.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Jodunverträglichkeit kann von den Betroffenen anhand der Symptome in der Regel selbst diagnostiziert werden. Zur genauen Abklärung muss ein Arzt hinzugezogen werden, welcher die Allergie anhand verschiedener Verfahren wie etwa dem Select-181-Test diagnostizieren kann. Hierbei wird zunächst eine Blutprobe entnommen, welche im Anschluss auf das entsprechende Antigen untersucht wird.

Je nach Vermutung des Arztes werden im Anschluss weitere Blut- oder Antikörpertests durchgeführt, um die Ursachen der Allergie eingrenzen zu können. Eine genaue Diagnose ist erst nach einem Allergietest und einer umfassenden Anamnese möglich. Ein Blick in die bisherige Krankenakte verschafft ebenfalls Aufschluss über mögliche Allergien und erlaubt so eine abschließende Diagnose.

Komplikationen

In der Regel stellt die Jodunverträglichkeit keine besonders schwerwiegende Krankheit dar, weshalb auch keine besonderen Komplikationen zu erwarten sind. In den meisten Fällen kann diese Alleinige relativ gut eingeschränkt werden. Sollte es zu Kontakt oder zur Einnahme von Jod kommen, so leiden die Betroffenen an den Beschwerden einer Erkältung.

Es tritt dabei ebenso ein rötlicher Ausschlag auf der Haut auf, der mit einem Juckreiz verbunden sein kann. Nicht selten kommt es auch zu Schwellungen an verschiedenen Regionen des Körpers, wobei auch der Mundraum von den Schwellungen betroffen sein kann. Weiterhin tritt auch eine Müdigkeit oder eine Benommenheit auf. Die Patienten leiden auch an Durchfall und Erbrechen.

Die Lebensqualität wird durch die Symptome der Jodunverträglichkeit relativ stark eingeschränkt. Es kommt im Allgemeinen zu Schmerzen in verschiedenen Regionen des Körpers. Nicht selten leiden die Patienten auch an psychischen Beschwerden oder an Depressionen.

Die Jodunverträglichkeit kann mit Hilfe von Medikamenten eingeschränkt werden. Ebenso muss der Betroffene den Konsum von jodhaltigen Lebensmitteln einschränken, damit die Beschwerden nicht auftreten. Weitere Komplikationen treten in der Regel nicht auf.

Behandlung & Therapie

Wird trotz einer Jodunverträglichkeit Jod eingenommen, ist eine umfassende Behandlung der jeweiligen Symptome nötig. So werden Juckreiz, Hautausschlag und andere Hautreaktionen, die typischerweise als Folge einer Jodallergie auftreten, mit rezeptfreien Antihistaminika behandelt.

Hierbei werden vorwiegend Medikamente verschrieben, welche die Atemwege erweitern und die Lungenwege entlasten. In akuten Fällen kann das Stresshormon Epinephrin injiziert werden, wodurch die Allergie-Reaktion zumeist zu stoppen ist.

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Vorbeugung

Einer Jodunverträglichkeit lässt sich am ehesten durch den maßvollen Konsum von jodhaltigen Lebensmitteln entgegenwirken. Wird bewusst auf Produkte mit Jod verzichtet, treten meist keine Beschwerden mehr auf. Der Ausbruch einer Unverträglichkeit kann durch einige einfache Maßnahmen, die das generelle Allergierisiko senken, vermieden werden.

So sollten natürlich alle empfohlenen Impfungen der Ständigen Impfkommission durchgeführt werden. Außerdem hilft regelmäßiges Händewaschen und die Nutzung spezieller Pflegeprodukte für Menschen mit Jodunverträglichkeit. Generell sollten alle Allergieauslöser gemieden werden, wobei sich dies bei Jod aufgrund der schwankenden Angaben zum Jodgehalt in Lebensmitteln als schwierig gestaltetet.

Telefonische Informationsdienste und das Internet sowie mittlerweile auch viele Zeitschriften, liefern aktuelle Informationen zu jodhaltigen Produkten und Möglichkeiten, den Kontakt mit diesen zu vermeiden. Bei einer bestehenden Unverträglichkeit ist der komplette Verzicht auf Jod zu empfehlen. Kommt es dennoch zum Kontakt mit Jod, sei es durch die Ernährung, durch Röntgenstrahlen oder durch Medikamente, sollte frühestmöglich ein Arzt konsultiert werden.

Das können Sie selbst tun

Die Behandlung einer Jodunverträglichkeit beschränkt sich in erster Linie darauf, auf Jod und jodhaltige Lebensmittel zu verzichten. Betroffenen wird empfohlen, gemeinsam mit dem Hausarzt oder einem Ernährungsmediziner einen Ernährungsplan zu erstellen. Eine Diät erleichtert die Vermeidung entsprechender Produkte und trägt zudem zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung bei. Dadurch wird auch das Immunsystem gestärkt und die allergischen Reaktionen sind im Zweifelsfall weniger intensiv.

Langfristig hilft gegen eine Jodunverträglichkeit nur eine Impfung beim Hausarzt. Selten kann eine Darmsanierung die Unverträglichkeit beheben oder zumindest abschwächen. Entsprechende Maßnahmen werden am besten in Rücksprache mit einem Mediziner durchgeführt, damit es später nicht zu Komplikationen kommt. Das wirksamste Mittel gegen allergische Reaktionen ist allerdings die vollständige Vermeidung von Jod. Wird trotzdem einmal Jod eingenommen, ist eine Behandlung der einzelnen Symptome nötig. Juckreiz, Hautausschlag und andere Hautreaktionen werden mit rezeptfreien Antihistaminika aus der Apotheke behandelt.

Eine gute Alternative aus der Natur ist Ringelblumenöl. Gegen Müdigkeit und Benommenheit helfen Bewegung oder eine kühle Dusche. Kurzes Abduschen wirkt auch Husten, Lethargie und einigen anderen Symptomen der Jodallergie vor.

Bücher über Jod (Iod)

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Saloga, J. et al.: Allergologie-Handbuch. Schattauer, Stuttgart 2011
  • Störiko, A.: Allergien. Falken, Niedernhausen 2001

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