Hirninfarkt

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
Symptomat.deKrankheiten Hirninfarkt

Unter einem Hirninfarkt, zerebrale Ischämie oder ischämischer Schlaganfall ist die häufigste Form eines Schlaganfalls. Sie geht einer Ischämie – also einer plötzlichen Minderdurchblutung des Gehirns - zu Grunde, die ein Absterben von Nerven- und Gehirnzellen zur Folge haben kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hirninfarkt?

Die Bezeichnung Hirninfarkt wird vor allem dann gebraucht, wenn es sich um einen ischämischen Schlaganfall handelt. Dabei tritt eine verminderte Durchblutung des Gehirns auf, wodurch es zu einer verringerten Versorgung des Organs mit Glukose und Sauerstoff kommt.

In der Medizin wird ein solcher Durchblutungsausfall Ischämie genannt. Verantwortlich für die Minderdurchblutung sind Verschlüsse oder Verengungen der hirnversorgenden Arterien. Ist die Ischämie nicht reversibel, führt dies zum Absterben von Hirn- und Nervenzellen, was wiederum einen Hirninfarkt auslöst.

Von der Medizin wird der Hirninfarkt als dringender Notfall eingestuft. In den Industrieländern zählt der ischämische Schlaganfall zu den führenden Todesursachen. Besonders betroffen sind Menschen, die älter als 70 Jahre sind. Bei Männern tritt ein Hirnschlag deutlich häufiger auf als bei Frauen.

Ursachen

Verursacht wird ein Hirninfarkt in den meisten Fällen durch eine Arteriosklerose, auch Arterienverkalkung genannt. Diese entsteht bei den meisten Menschen durch zu hohen Blutdruck (Hypertonie), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder den Konsum von Tabak. Hauptgrund für den Verschluss von Blutgefäßen ist die Arterienverkalkung.

Dabei reichern sich an den inneren Wänden der Blutgefäße mit der Zeit Plaques an. Gemeint sind damit Ablagerungen aus Fett und Zellen. Je größer der Umfang der Plaques ist, umso mehr verengt sich das betroffene Blutgefäß. Als besonders anfällig für die Bildung von Plaques gelten Menschen, die unter Diabetes, hohen Cholesterinwerten oder Bluthochdruck leiden.

Wird eine Arterie durch die Plaques zunehmend verengt, kann nicht mehr ausreichend sauerstoffreiches Blut zum Gewebe gelangen. Außerdem besteht das Risiko eines Einrisses der Plaques. Durch diesen Riss kann es zur Entstehung eines Thrombus (Blutgerinnsels) kommen.

Infolgedessen droht sogar ein vollständiger Verschluss des Gefäßes. Dies führt wiederum zu einer Ischämie, in deren Verlauf die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff unterbrochen wird. Der Patient erleidet dann einen Schlaganfall. Als weitere mögliche Ursache für einen Hirninfarkt gilt eine Embolie. Der dabei entstehende Embolus ist frei beweglich und in der Lage, dem Blutstrom des Körpers zu folgen.

Im schlimmsten Fall verstopft er ein Blutgefäß des Gehirns und ruft einen Schlaganfall hervor. Verantwortlich für eine Embolie sind zumeist entzündete Hirngefäße, Fehlbildungen des Herzens oder Herzrhythmusstörungen. Zu den Risikofaktoren für einen Hirninfarkt zählen neben einem hohen Lebensalter Störungen des Fettstoffwechsels, ein Mangel an Bewegung, Alkoholismus und Rauchen.

Symptome, Beschwerden und Anzeichen

Typisch für einen ischämischen Schlaganfall ist das abrupte Auftreten von unterschiedlichen Symptomen. Dabei leiden die betroffenen Personen unter einer Bewusstseinstrübung. Diese kann sich durch Müdigkeit über Bewusstlosigkeit bis hin zu einem tiefen Koma äußern.

Weitere mögliche Beschwerden sind Kopfschmerzen, Drehschwindel, das Wahrnehmen von Doppelbildern, Übelkeit, Erbrechen, Schluck- und Sprachstörungen, Ausfälle des Gesichtsfelds, eine Halbseitenlähmung oder gelähmte einzelne Gliedmaßen sowie Gedächtnisverlust.

Außerdem treten neuropsychologische Ausfallerscheinungen wie Apraxie, Aufmerksamkeitsstörungen und kognitive Dysphasien auf. Welche Symptome tatsächlich zu verzeichnen sind, richtet sich nach dem betroffenen Gefäß oder Hirnareal. Des Weiteren bestehen bei Männern und Frauen verschiedene Beschwerden.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Zeigen sich beim Patienten Frühwarnzeichen wie zeitweilige Missempfindungen, kurze Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Gedächtnisprobleme, gilt es, sofort einen Arzt aufzusuchen. Der Arzt befasst sich zunächst ausführlich mit der Krankengeschichte des Patienten, an die sich eine neurologische Untersuchung anschließt.

Eine wichtige Rolle spielen bildgebende Diagnoseverfahren wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT). Durch deren Einsatz lässt sich rasch zwischen einem Hirninfarkt und einer Hirnblutung unterscheiden, was wichtig für die weitere Behandlung ist.

Ebenfalls zu den möglichen Untersuchungsmethoden zählen eine Angiographie, eine Doppler-Sonographie, ein EEG zum Überprüfen der Hirnströme, ein EKG zur Diagnose von Herzrhythmusstörungen sowie eine Lumbalpunktion, bei der das Hirnwasser (Liquor) überprüft wird. Der Verlauf eines Hirninfarktes hängt davon ab, welche Hirnregion in welchem Ausmaß geschädigt wurde.

Für eine günstige Prognose ist eine frühzeitige Therapie überaus wichtig. Während bei manchen Patienten nur leichte Auswirkungen bestehen, benötigen andere dauerhafte Pflege und sind bettlägerig. Nicht selten liegen chronische Schädigungen wie Sehstörungen, Sprachstörungen oder Lähmungen vor. Im schlimmsten Fall verstirbt der Patient an dem Hirnschlag.

Behandlung und Therapie

Bei einem Hirninfarkt ist eine sofortige Behandlung erforderlich. Diese sollte im Krankenhaus in einer sogenannten Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) stattfinden. Dort erhält der Erkrankte eine optimale Diagnostik und Therapie. Außerdem wird er intensiv überwacht. Dabei erfolgt die Kontrolle von Körpertemperatur, Puls, Blutdruck, Atmung und Blutzucker.

Des Weiteren arbeiten mehrere medizinische Disziplinen wie zum Beispiel die Neurologie, Neurochirurgie, Radiologie und innere Medizin eng zusammen. Eine mögliche Behandlungsoption bei einem Hirninfarkt stellt die Lyse-Therapie dar, die zu einer Auflösung des Blutgerinnsels führen soll.

In einem frühen Stadium des ischämischen Schlaganfalls lassen sich außerdem blutverdünnende Medikamente verabreichen. Dazu gehört in erster Linie Acetylsalicylsäure (ASS). Diese darf allerdings nicht bei einer Lyse-Therapie eingenommen werden. Wichtig sind außerdem eine ausreichende Sättigung des Blutes mit Sauerstoff sowie eine Thromboseprophylaxe.




Vorbeugung

Damit ein Hirninfarkt gar nicht erst auftritt, sollten die Risikofaktoren für eine Arterienverkalkung reduziert werden. Dazu gehören eine regelmäßige Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker sowie eine Lebensweise, die eine fett- und zuckerarme Ernährung sowie genügend Bewegung beinhaltet. Außerdem sollte auf den Konsum von Tabakwaren verzichtet werden, weil sich das Hirninfarkt-Risiko dadurch erheblich vergrößert.

Bücher über Schlaganfälle

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Hirninfarkt?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: