Angiographie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Die Angiographie ist ein radiologisches Verfahren zur Darstellung der Gefäße des menschlichen Organismus. Im Rahmen einer angiographischen Untersuchung lassen sich die venösen und arteriellen Blutbahnen sowie die Lymphgefäße mit Hilfe von Röntgen, Magnetresonanz- bzw. Computertomographie abbilden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Angiographie?

Angiographie ist die Darstellung von Gefäßen, meist Blutgefäßen mittels diagnostischer Bildgebungsverfahren, beispielsweise Röntgen oder Magnetresonanztomografie (MRT). Hierzu wird häufig ein Kontrastmittel in das Blutgefäß injiziert.

Als Angiographie wird ein minimal-invasives bildgebendes Verfahren zur Darstellung der menschlichen Gefäße und deren Veränderungen (u.a. Engstellen) unter Anwendung von Kathetern und/oder Kontrastmitteln bezeichnet.

Standardmäßig wird eine Angiographie als sogenannte Digitale Subtraktionsangiographie durchgeführt. Daneben stehen die CT-Angiographie, Magnetresonanzangiographie oder zur bildgebenden Darstellung des Augenhintergrunds die Indocyanin-Angiographie zur Verfügung.

Im Rahmen der unterschiedlichen angiographischen Untersuchungsverfahren können die venösen und arteriellen Blutgefäße (Phlebographie), die Lymphgefäße (Lymphographie), Herzkranzgefäße (Koronarangiographie), Krampfadern (Varikographie) sowie Gefäßprothesen dargestellt werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Zur Darstellung der Gefäße wird bei der konventionellen Angiographie eine zumeist in C-Bogen-Anordnung angebrachte Röntgenröhre mit Bildverstärker eingesetzt. Während der Angiographie wird der C-Bogen am bzw. um den Patienten geführt, um eine Aufnahme der Gefäße aus verschiedenen Perspektiven zu gewährleisten.

Im Vorfeld der Untersuchung wird dem Betroffenen ein Lokalanästhetikum verabreicht, um anschließend eine Punktionsnadel schmerzfrei in die zu untersuchende Arterie bzw. Vene einführen zu können. Über die Punktionsnadel wird zunächst ein flexibler, schmaler Führungsdraht mit weicher Spitze eingebracht, um dann mit Hilfe des Drahtes einen Katheder an die zu untersuchende Stelle im Gefäß zu platzieren. Ein über den Katheder injiziertes Kontrastmittel dient der Visualisierung und Beurteilbarkeit des Blutgefäßes.

Während der Injektion des Kontrastmittels werden mit der Röntgenröhre in kurzen Intervallen elektronische Aufnahmen der zu beurteilenden Region angefertigt, die im Anschluss mit dem Computer so nachbearbeitet werden, dass lediglich die interessierenden Blutgefäße dargestellt werden (Digitale Subtraktionsangiographie). Demgegenüber wird das Kontrastmittel bei einer CT-Angiographie nicht direkt in den zu untersuchenden Gefäßbereich, sondern in die Armvene injiziert.

Die Angiographie ist ein radiologisches Verfahren zur Darstellung der Gefäße des menschlichen Organismus.

Die MR-Angiographie liefert dreidimensionale Bilder und kann mit oder ohne Kontrastmittel durchgeführt werden. Ein Vorteil gegenüber der konventionellen röntgenologischen Gefäßdarstellung ist, dass diese ohne Katheter auskommt. Eine Angiographie dienst als wichtiges Instrument der Diagnoseabsicherung bei Gefäßerkrankungen. So kommt eine Angiographie bei Veränderungen der arteriellen Gefäße wie Arteriosklerose und deren Sekundärerkrankungen (Stenosen, periphere arterielle Verschlusskrankheit), bei akuten Verschlüssen (u.a. Herzinfarkt), Aneurysmen (Gefäßaussackung), Fehlbildungen sowie Verletzungen von Gefäßen zum Einsatz.

Thrombosen und Krampfadern sind typische Veränderungen der venösen Gefäße und können ebenfalls angiographisch dargestellt werden. Zudem kann eine Angiographie im Vorfeld von chirurgischen Eingriffen bei peripheren vaskulären Verschlusskrankheiten, insbesondere bei stark restringierter Gehstrecke (unter 200 Metern), bei einer ausgeprägten Verengung der hirnversorgenden Gefäße oder zur Abbildung der Gefäße des zu operierenden Organs (u.a. Leber) durchgeführt werden.

Darüber hinaus kann eine Angiographie dem Ausschluss oder Nachweis einer Nierenarterienstenose (Verengung der Arteria renalis) bei unkontrollierbarer Hypertonie (Bluthochdruck) dienen.

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Risiken & Gefahren

Da eine Angiographie ein minimal-invasives Verfahren darstellt, sind bei regelrechter Durchführung in aller Regel keine Komplikationen zu erwarten. Im Anschluss an die Untersuchung kann sich in seltenen Fällen an der Punktionsstelle ein Bluterguss manifestieren.

Beeinträchtigungen der Gefäßwände (u.a. Aneurysma) treten ebenfalls sehr selten auf. Äußerst selten können bei ausgeprägten Veränderungen und/oder Verkalkungen in Kombination mit Stenosen, Blutgerinnseln oder Verschlüssen und Verletzungen der Gefäße durch den Katheter oder Führungsdraht beobachtet werden. Darüber hinaus können bei einer im Vorfeld nicht festgestellten Empfindlichkeit gegenüber Jod als Reaktion auf das Kontrastmittel Niesen, Pruritus (Juckreiz), Hautausschlag oder Übelkeit sowie im ungünstigsten Fall schwere Reaktionen des Herz-Kreislaufsystems (anaphylaktischer Schock) auftreten.

Ferner sollte eine Angiographie nicht zum Einsatz kommen, wenn eine hämorrhagische Diathese (erhöhte Blutungsneigung) oder eine generalisierte Entzündung (u.a. Sepsis) vorliegt. Während eine Angiographie mit jodhaltigen Kontrastmitteln bei einer ausgeprägten Überempfindlichkeit wegen des erhöhten Risikos für einen anaphylaktischen Schock kontraindiziert ist, kann bei einer Kontrastmittelreaktion leichter Ausprägung medikamentös gegengesteuert werden, um eine nebenwirkungsfreie Angiographie zu gewährleisten.

Bei Fehlfunktionen der Schilddrüse ist eine Kontrolle der Stoffwechsellage des Organs im Vorfeld der angiographischen Untersuchung angezeigt, um ein Entgleisen zu vermeiden. Liegt eine Funktionsstörung der Nieren mit erhöhtem Kreatinin-Wert vor, sollten zur Reduzierung des Risikos für zusätzliche Funktionsbeeinträchtigungen (Kontrastmittelnephropathie) alternative Untersuchungsverfahren wie Doppler-Sonographie oder Kernspintomographie gegen eine Angiographie abgewogen werden.

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Quellen

  • Bücheler, E., et al.: Einführung in die Radiologie: Diagnostik und Interventionen. Thieme, Stuttgart 2006
  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Wetzke, M. et. al.: Bildgebende Verfahren. Urban & Fischer, München 2012

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