Herzfehler
Ein Herzfehler oder Herzvitium ist eine allgemeine Bezeichnung für Störungen des Aufbaus und der Struktur des Herzens. Dabei unterscheidet man Herzfehler in erworbene Herzfehler (z.B. durch Infektionen oder Herzerkrankungen) und angeborene Herzfehler. Bei den angeborenen Herzfehlern liegen meist Herzfehlbildungen vor, die bereits im Mutterleib oder beim Neugeborenen entdeckt und behandelt werden können. Dennoch sind Herzfehler meist ein Leben lang zu therapieren.
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Definition Herzfehler
Der häufigste azynotische Herzfehler ist die Pulmonalstenose und den zweiten Platz teilen sich die Aortenklappenstenose (Verengungen) und die Aortenisthmusstenose. Eher selten treten Fehlbildungen des Aortenbogens auf. Zu den primär azynotischen Herzfehlern gehören Defekte der Vorhof- und/oder Ventrikelsepten sowie der Ductus arteriosus apertus. Zu den primär zyanotischen Herzfehlern zählen die Fallot-Tetralogie, Hypoplasien der rechten oder linken Kammern, Lungenvenenfehlmündungen u. a. Die Häufigkeit angeborener Herzfehler beträgt 6 – 10 Neugeborene auf 1000 Lebendgeburten.
Ursachen für Herzfehler
Eine Medikamentengabe während der Schwangerschaft sollte stets abgewogen werden, da auch vielzählige Herzfehler entstehen können. Bestimmte Antiepileptika können eine Pulmonal- und/oder Aortenstenose verursachen. Bestehen bestimmte Krankheiten der Mutter während der Schwangerschaft – wie z.B. ]]Diabetes mellitus]] – besteht ein erhöhtes Risiko für Ventrikelseptumdefekte, v. a. dann, wenn eine schlechte Stoffwechsellage vorherrscht. Einige Infektionskrankheiten während der Schwangerschaft sind ebenfalls gefährlich und können einen Herzfehler bedingen - beispielsweise die Rötelnembryopathie, die zu einem persistierenden Ductus arteriosus führen kann.
Herzfehler treten gehäuft bei bestimmten genetischen Syndromen und Chromosomenfehlverteilungen auf (innerer oder endogener Faktor). Typisch bei einer Trisomie 21 oder Down-Syndrom sind Ventrikel- und/oder Vorhofseptumdefekte unterschiedlicher Schweregrade. Bei dem Marfan-Syndrom treten Mitral- und Trikuspidalklappenprolapse oder Aortenerweiterungen auf, da hier ein Substanzdefekt des Bindegewebes vorliegt.
Erworbene Herzfehler treten im Verlauf des Lebens auf. Infektiöse Entzündungen führen in der Regel zu Klappendefekten, die größtenteils operativ korrigiert werden müssen. Häufiger treten degenerative Klappenveränderungen auf, die vorerst beobachtet und ab einem gewissen Schweregrad operiert werden können.
Behandlung von Herzfehlern
Die Behandlung von angeborenen oder erworbenen Herzfehlern bedarf einer lebenslangen speziellen kardiologischen Betreuung. Trotz nötiger operativer Korrekturen bestehen meist Rest- und Folgezustände.
Diese treten in der Regel dann auf, wenn Herzfehler in frühen Kindheitstagen korrigiert wurden. Diese Herzchirurgie unterscheidet zwischen palliativen und korrigierenden Operationen zur Beseitigung von Herzfehlern.
Durch eine korrigierende Operation soll der normale Funktionszustand wiederhergestellt werden. Dadurch kann sich die Lebenserwartung normalisieren. Palliativoperationen von Herzfehlern werden bei schwerwiegenden Anomalien durchgeführt.
Hierzu gehören aber auch Herz- oder Herz-Lungen-Transplantationen. Heutzutage werden am häufigsten Klappenoperationen durchgeführt. Dabei werden biologische Klappen (vom Schwein, Rind oder Pferd) oder mechanische Kunst-Prothesen eingesetzt.
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Vorbeugung gegen Herzfehler
Jeder Patient mit Herzfehlern sollte stets einen Herzpass bei sich tragen und bei jedem Arztbesuch vorlegen. Ebenso sollte man während einer Schwangerschaft auf einen Alkoholkonsum verzichten und auf einen ausreichenden Impfstatus vor Beginn der Schwangerschaft achten, um Herzfehler des neugeborenen Kindes zu vermeiden.
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