Herzfehler

Ein Herzfehler oder Herzvitium ist eine allgemeine Bezeichnung für Störungen des Aufbaus und der Struktur des Herzens. Dabei unterscheidet man Herzfehler in erworbene Herzfehler (z.B. durch Infektionen oder Herzerkrankungen) und angeborene Herzfehler. Bei den angeborenen Herzfehlern liegen meist Herzfehlbildungen vor, die bereits im Mutterleib oder beim Neugeborenen entdeckt und behandelt werden können. Dennoch sind Herzfehler meist ein Leben lang zu therapieren.

Inhaltsverzeichnis

Definition Herzfehler

Das Wort Herzfehler ist der Oberbegriff sowohl für angeborene Fehlbildungen des Herzens als auch für angeborene oder erworbene Herzklappenfehler. Im Weiteren gliedern sich die angeborenen Herzfehler in azynotische oder zyanotische Herzfehler. Als Zyanose bezeichnet man die blaurote Verfärbung der Haut und Schleimhäute infolge einer Abnahme des Sauerstoffgehaltes im Blut (zentrale Zyanose).

Der häufigste azynotische Herzfehler ist die Pulmonalstenose und den zweiten Platz teilen sich die Aortenklappenstenose (Verengungen) und die Aortenisthmusstenose. Eher selten treten Fehlbildungen des Aortenbogens auf. Zu den primär azynotischen Herzfehlern gehören Defekte der Vorhof- und/oder Ventrikelsepten sowie der Ductus arteriosus apertus. Zu den primär zyanotischen Herzfehlern zählen die Fallot-Tetralogie, Hypoplasien der rechten oder linken Kammern, Lungenvenenfehlmündungen u. a. Die Häufigkeit angeborener Herzfehler beträgt 6 – 10 Neugeborene auf 1000 Lebendgeburten.

Ursachen für Herzfehler

Die embryonale Herz- und Gefäßentwicklung erfolgt zwischen dem 14. und 60. Tag der Schwangerschaft. Während dieser Entwicklungsphase reagiert das Herz- und Kreislauf-System sensibel auf äußere und genetische Faktoren. Häufig erzeugen bestimmte exogene, also äußere, Einflüsse bestimmte Herzfehler. So führt ein übermäßiger Alkoholkonsum während der Schwangerschaft häufig zu Septumdefekten und zur Fallot’schen Tetralogie (Pulmonalstenose, Vorhofseptumdefekt, Rechtherzhypertrophie und verlagerte Aorta).

Eine Medikamentengabe während der Schwangerschaft sollte stets abgewogen werden, da auch vielzählige Herzfehler entstehen können. Bestimmte Antiepileptika können eine Pulmonal- und/oder Aortenstenose verursachen. Bestehen bestimmte Krankheiten der Mutter während der Schwangerschaft – wie z.B. ]]Diabetes mellitus]] – besteht ein erhöhtes Risiko für Ventrikelseptumdefekte, v. a. dann, wenn eine schlechte Stoffwechsellage vorherrscht. Einige Infektionskrankheiten während der Schwangerschaft sind ebenfalls gefährlich und können einen Herzfehler bedingen - beispielsweise die Rötelnembryopathie, die zu einem persistierenden Ductus arteriosus führen kann.

Herzfehler treten gehäuft bei bestimmten genetischen Syndromen und Chromosomenfehlverteilungen auf (innerer oder endogener Faktor). Typisch bei einer Trisomie 21 oder Down-Syndrom sind Ventrikel- und/oder Vorhofseptumdefekte unterschiedlicher Schweregrade. Bei dem Marfan-Syndrom treten Mitral- und Trikuspidalklappenprolapse oder Aortenerweiterungen auf, da hier ein Substanzdefekt des Bindegewebes vorliegt.

Erworbene Herzfehler treten im Verlauf des Lebens auf. Infektiöse Entzündungen führen in der Regel zu Klappendefekten, die größtenteils operativ korrigiert werden müssen. Häufiger treten degenerative Klappenveränderungen auf, die vorerst beobachtet und ab einem gewissen Schweregrad operiert werden können.

Behandlung von Herzfehlern

Herzfehler

Die Behandlung von angeborenen oder erworbenen Herzfehlern bedarf einer lebenslangen speziellen kardiologischen Betreuung. Trotz nötiger operativer Korrekturen bestehen meist Rest- und Folgezustände.

Diese treten in der Regel dann auf, wenn Herzfehler in frühen Kindheitstagen korrigiert wurden. Diese Herzchirurgie unterscheidet zwischen palliativen und korrigierenden Operationen zur Beseitigung von Herzfehlern.

Durch eine korrigierende Operation soll der normale Funktionszustand wiederhergestellt werden. Dadurch kann sich die Lebenserwartung normalisieren. Palliativoperationen von Herzfehlern werden bei schwerwiegenden Anomalien durchgeführt.

Hierzu gehören aber auch Herz- oder Herz-Lungen-Transplantationen. Heutzutage werden am häufigsten Klappenoperationen durchgeführt. Dabei werden biologische Klappen (vom Schwein, Rind oder Pferd) oder mechanische Kunst-Prothesen eingesetzt.

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Vorbeugung gegen Herzfehler

Eine wichtige vorbeugende Maßnahme bei korrigierten oder bestehenden angeborenen oder erworbenen Herzfehlern ist die Endokarditisprophylaxe bei Eingriffen mit möglicher Infektionsgefahr, z. B. bei zahnärztlichen Eingriffen. Dadurch können Entzündungen und folgende Defekte der Herzklappen verhindert werden, v. a. bei vorbestehenden Herzfehlern.

Jeder Patient mit Herzfehlern sollte stets einen Herzpass bei sich tragen und bei jedem Arztbesuch vorlegen. Ebenso sollte man während einer Schwangerschaft auf einen Alkoholkonsum verzichten und auf einen ausreichenden Impfstatus vor Beginn der Schwangerschaft achten, um Herzfehler des neugeborenen Kindes zu vermeiden.

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