Hepatose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. November 2017
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Eine Hepatose ist eine Schädigung der Leber, die durch einen Rückstau von Gallensaft entsteht. Dabei verquellen die Gallenwege und führen zu weiteren Symptomen wie Gelbsucht. Die Ursachen können vielfältig sein. Oftmals schlägt eine medikamentöse Behandlung gut an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hepatose?

Unter einer Hepatose verstehen Mediziner eine allergisch-toxische Reaktion der Galle, die zu einer anschließenden Schädigung der Leber führt.

Hierbei werden die Gallengänge verstopft, und der Gallensaft staut sich. Es kommt in der Folge zu degenerativen Veränderungen des Lebergewebes. Diese werden von Symptomen wie Fettsucht, Gelbsucht, Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl begleitet. In vielen Fällen wird die Hepatose durch die Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst.

Alternativ kann aber auch Alkoholmissbrauch oder eine dauerhafte Fehlernährung verantwortlich sein. Wird die Hepatose rechtzeitig erkannt, lässt sie sich in den meisten Fällen gut behandeln. Unbehandelt kann sie allerdings die Leber schwer schädigen und so etwa zu einer Leberzirrhose und schlimmstenfalls sogar zum Tod führen.

Ursachen

Eine Hepatose wird in den meisten Fällen durch die Einnahme bestimmter Medikamente verursacht. Besonders Medikamente, die den Gemütszustand des Patienten beeinflussen, fallen diesbezüglich ins Gewicht.

Dazu zählen unter anderem Psychopharmaka, Neuroleptika und Antidepressiva. Aber auch einige Antibiotika können der Grund für die Entstehung einer Hepatose sein, ebenso wie Antidiabetika oder Diuretika. Früher waren es auch oftmals Arsenverbindungen, die eine Hepatose auslösten; dies kommt in der heutigen Zeit aber deutlich seltener vor.

Östrogene, die erblich vorbelasteten Frauen verabreicht werden, können eine Hepatose verursachen. Nicht zuletzt kann auch Alkoholmissbrauch oder eine dauerhafte Fehlernährung für die Schädigung der Leber verantwortlich sein. Stoffwechselstörungen, besonders sogenannte Speichererkrankungen, können ebenfalls die Entstehung einer Hepatose begünstigen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Besteht der Verdacht auf eine Hepatose, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Dieser kann anhand der Symptome und eines ausführlichen Gesprächs unter Berücksichtigung der Krankengeschichte und der Lebensumstände bereits eine erste Diagnose erstellen. Diese wird mithilfe einer Blutuntersuchung untermauert.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass die regulären Leberwerte bei einer Hepatose oftmals im normalen Bereich bleiben. Stattdessen sind die Werte der alkalischen Phosphatase, eines Enzyms, und auch des Gallenfarbstoffs Bilirubin deutlich erhöht, was eindeutig das Vorliegen einer Hepatose beweist.

Bleibt die Leberschädigung unbehandelt, kann sie weiter fortschreiten und im späteren Verlauf zu einer Leberzirrhose führen. Dieses Endstadium einer Lebererkrankung schränkt die Funktion der Leber bis hin zum völligen Versagen nach und nach ein. Eine Leberzirrhose ist potenziell tödlich.

Komplikationen

Durch die Hepatose kommt es zu einer starken Schädigung der Leber. Die Komplikationen und Beschwerden können allerdings nicht allgemein vorausgesagt werden. In den meisten Fällen leidet der Patient an einer Gelbsucht. Diese wirkt sich extrem negativ auf die Lebensqualität und auf den Alltag des Patienten aus.

Weiterhin kommt es auch zu einem sogenannten Gallenstau und zur Ausbildung von Juckreizen am gesamten Körper. Die Haut ist dadurch gerötet und der Patient selbst leidet ebenfalls an einer Reizbarkeit. Nicht selten kommt es auch zur Fettsucht und damit zu einer relativ starken Gewichtszunahme. Die Betroffenen zeigen auch hohes Fieber und leiden an einem allgemeinen Krankheitsgefühl und an einer Abgeschlagenheit.

Auch die Belastbarkeit des Patienten sinkt durch die Hepatose enorm ab und es ist für den Patienten nicht mehr möglich, körperliche Tätigkeiten oder sportliche Betätigungen durchzuführen. Bei der Behandlung der Hepatose kommt es in der Regel nicht zu Komplikationen. Diese findet mit Hilfe von Medikamenten statt und führt relativ schnell zu einem positiven Krankheitsverlauf. Sollte die Hepatose durch eine Alkoholsucht entstanden sein, so muss in der Regel ein Entzug durchgeführt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Schon bei ersten Anzeichen einer Hepatose sollte ein Arzt konsultiert werden. Wenn plötzlich Symptome wie Juckreiz, Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl bemerkt werden, muss damit in den nächsten Tagen zu einem Arzt gegangen werden. Sollten Anzeichen einer Gelbsucht hinzukommen, muss sofort ein Fachmann aufgesucht werden. Hohes Fieber oder ein zunehmendes Krankheitsgefühl sind ebenfalls deutliche Warnzeichen, die umgehend abzuklären sind. Nehmen die genannten Beschwerden rasch an Intensität zu, ist eine sofortige Abklärung durch den Arzt angezeigt. Die Patienten sollten das nächste Krankenhaus aufsuchen bzw. muss der Betroffene in die Klinik gebracht werden. Personen, die aufgrund einer anderen Erkrankung medikamentös versorgt werden, sind besonders anfällig für eine Hepatose.

Ebenso Menschen, die an einer genetischen Erkrankung leiden, und Frauen, die regelmäßig Hormone einnehmen. Alkoholkranke Personen und Menschen, die generell ungesunde Lebensgewohnheiten haben, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen und sollten bei genannten Beschwerden rasch einen Arzt aufsuchen. Spätestens, wenn Komplikationen wie Schmerzen im Bereich der Leber, hohes Fieber und Herz-Kreislauf-Beschwerden bemerkt werden, ist eine sofortige Diagnose und Behandlung durch einen Facharzt angezeigt. Neben dem Hausarzt kann bei einer Hepatose ein Facharzt für innere Medizin hinzugezogen werden.

Behandlung & Therapie

Wurde nach umfassenden Untersuchungen eindeutig eine Hepatose diagnostiziert, kann der behandelnde Arzt eine angemessene Therapie einleiten.

Grundsätzlich ist die Hepatose eine gut zu behandelnde Erkrankung, die bei entsprechender Behandlung binnen weniger Wochen abklingt. Wurde sie durch die Einnahme von Medikamenten ausgelöst, sind die jeweiligen Medikamente so schnell wie möglich abzusetzen. Auf eine erneute Einnahme sollte wenn möglich in der Zukunft verzichtet werden, damit es nicht ein weiteres Mal zu einer Hepatose kommt.

Vorübergehend können auch kortisonhaltige Medikamente verabreicht werden, um das Abheilen des Lebergewebes zu erleichtern. Ist die Hepatose durch Alkoholmissbrauch entstanden, ist eine Alkoholtherapie dringend anzuraten, denn eine Regeneration der Leber kann nur durch eine dauerhafte Abstinenz erreicht werden.

Eine Fehlernährung, die zu einer Hepatose führt, sollte unbedingt – wenn nötig unter ärztlicher Aufsicht – eine Änderung der Essgewohnheiten und Lebensweise erfolgen. Auf diese Weise kann sich das Lebergewebe regenerieren und ein Fortschreiten der Schädigung verhindert werden.

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Vorbeugung

Einer Hepatose kann in einigen Fällen durch eine entsprechende Anpassung der Lebensgewohnheiten vorgebeugt werden. Der maßvolle Genuss von Alkohol und eine gesunde Lebensführung mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung kann dabei hilfreich sein, die Lebergesundheit zu erhalten und die optimale Funktion des Organs zu gewährleisten.

Zeigen sich die ersten Anzeichen einer Hepatose, ist es ratsam, unverzüglich einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann nach erfolgter Diagnose eine Therapie einleiten und so dafür sorgen, dass die Erkrankung schnell und ohne Folgeschäden für den Betroffenen abklingt.

Das können Sie selbst tun

Eine Hepatose kann von den Betroffenen oftmals selbst behandelt werden. Liegt den Beschwerden eine falsche Ernährung zugrunde, sollte unter ärztlicher Kontrolle eine Umstellung der Essgewohnheiten angestrebt werden. Dadurch und durch einen generell gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung und der Vermeidung von Stress kann sich das Lebergewebe gut regenerieren und ein Fortschreiten der Hepatose verhindert werden.

Ist die Leberschädigung Folge einer Alkoholkrankheit, muss der Alkoholkonsum eingestellt werden. Darüber hinaus ist eine Therapie anzuraten. Nur durch eine dauerhafte Abstinenz kann langfristig eine Regeneration der Leber erreicht werden. Ergänzend dazu wird der Arzt verschiedene Arzneimittel wie etwa Prednison verschreiben, welche zu einem raschen Abschwellen der Leber führen sollten.

Je nachdem, wie schwer die Hepatose ausfällt, bieten sich zur unterstützenden Behandlung auch verschiedene Mittel aus der Homöopathie an. Welche Präparate in Frage kommen, sollte mit dem zuständigen Arzt besprochen werden. Sollte ein Medikament ursächlich sein, muss dieses schnellstmöglich abgesetzt werden. Anschließend kann dem Fortschreiten der Hepatose durch konservative Behandlungsmethoden und eine gesunde Lebensweise entgegengewirkt werden.

In schweren Fällen kann eine unerkannte Hepatose zum Kreislaufzusammenbruch und schließlich zum Tod führen. Ersthelfer sollten umgehend den Notarzt informieren und den Betroffenen währenddessen ruhigstellen und gegebenenfalls reanimieren.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Lehnert, H., Werdan, K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2006

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