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Alkoholkrankheit (Alkoholismus)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. März 2014
Symptomat.deKrankheiten Alkoholkrankheit (Alkoholismus)

Untersuchungen über Alkoholkrankheit und Alkoholismus in Deutschland zeichnen eine bestimmte Altersgruppe ab, die der Gefahr des Alkoholmissbrauchs am meisten ausgesetzt ist. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen weisen eindeutig darauf hin, dass die Hauptkonsumenten von alkoholischen Getränken im Alter zwischen 18 und 40 Jahren zu finden sind. In dieser Altersgruppe sind die übermäßigen Trinker besonders häufig. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir in den nächsten Jahrzehnten mit einer zunehmenden Anzahl von Alkoholikern im krankhaften Sinne rechnen müssen, wenn wir heute bei dieser Altersgruppe nicht eine Änderung ihres Verhaltens dem Alkohol gegenüber erreichen.

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines über den Alkoholismus

Bei der weiteren Analyse unserer Untersuchungen war festzustellen, dass hauptsächlich die ledigen Personen (Singles) sowie die arbeitenden und arbeitslosen Frauen und Männer bedroht sind (bei Frauen ist das eine Gleichberechtigungstendenz, die wir uns bestimmt nicht wünschen). Wir müssen bei den Umfragen immer wieder feststellen, dass die Menschen wenig über Alkohol und Alkoholismus wissen. Das ist nicht verwunderlich, weiß die Mehrzahl der Ärzte doch selbst nur sehr wenig über die Ursachen des Alkoholismus.

Obwohl alkoholische Getränke schon Jahrhunderte hindurch genossen werden, hat man sich erst im 19. und 20. Jahrhundert mit der wissenschaftlichen Erforschung der Alkoholproblematik beschäftigt, ohne jedoch in genügendem Umfang die Ursachen des Alkoholismus zu klären. Die Feststellung des Blutalkoholgehalts - eine wichtige Voraussetzung für die quantitative Messung der qualitativen Veränderung des menschlichen Verhaltens — wurde hauptsächlich durch bestimmte Entdeckungen in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ermöglicht. Eine spezifische Methode jedoch, das heisst eine Methode, die nur Äthylalkohol (Ethylalkohol) bestimmt, haben deutsche und schwedische Wissenschaftler unabhängig voneinander erst im Jahre 1951 entwickelt.

Diese Tatsache bedeutet, dass wir - streng wissenschaftlich gesehen - bis zu den fünfziger Jahren dieses Jahrhunderts keine spezifische Methode für den Äthylalkoholnachweis hatten. Heute sind wir imstande, den physiologischen sowie erhöhten Blutalkoholgehalt mit absoluter Sicherheit nachzuweisen. Ja, wir können sogar durch Rückrechnung die Konzentration des Alkohols im Blut feststellen, die während der "Tatzeit" vorhanden war, und auf diese Weise indirekt den Grad der Beeinflussung bestimmen. Erst unsere heutigen Methoden, den Grad der Trunkenheit festzustellen, sind exakt und zuverlässig.

Diese erfreuliche Tatsache ist jedoch gleichzeitig ein Hinweis, wie stark wir in anderen Fragen des Alkoholismus noch in den Anfangsgründen stecken müssen - zum Beispiel bei der für unsere Gesellschaft prinzipiellen Frage: Weshalb entwickeln sich bestimmte Menschen zu Alkoholikern? Der exakte Alkoholnachweis kann zwar die augenblickliche Lage erfassen - nicht aber die Phase, in der sich jemand zum Alkoholiker entwickelt; und er kann auch keine Antwort darauf geben, wieweit dieser Zustand bei den betreffenden Personen bereits fortgeschritten ist. Wir möchten hier nicht die verschiedenen Theorien zu dieser Frage anführen - man betone Theorien -, denn wir wissen ja bis jetzt nicht, warum und wann ein Mensch zum Alkoholiker wird.

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Alkoholikertypen nach Jellinek

Wir halten es aber für notwendig, die am meisten anerkannte Theorie der Entwicklungsphasen des Alkoholismus - ausgearbeitet von E. M. Jellinek - an dieser Stelle kurz zu skizzieren. Wir sind überzeugt, dass diese Theorie der Wirklichkeit am meisten entspricht und für jeden Alkoholiker in irgendeiner Beziehung typisch ist.

Problemtrinker (Alpha-Trinker)

Das Trinken hat bei uns ein gesellschaftliches Motiv. Die Leute trinken bei verschiedenen gesellschaftlichen Gelegenheiten. Nicht nur der zukünftige Alkoholiker bemerkt nach einer bestimmten Zeitspanne, dass ihm das Trinken eine Erleichterung, eine Entspannung verschafft.

Anfangs ist er ganz richtig der Meinung, dies komme durch die frohe Stimmung in der Gesellschaft, also durch die Begleitumstände und das Ritual des Trinkens, weniger durch den Genuss des alkoholischen Getränks selbst zustande. (Dies ist mit der Herausbildung bedingter Reflexe erklärbar, bei denen alle zeitlich mit einem positiven Reaktionsablauf zusammenfallenden Faktoren nach regelmäßiger Wiederholung bereits allein den ganzen Verhaltens- und Empfindungsablauf hervorrufen.

So kann - nachdem jemand wiederholt Entspannung während des Alkoholgenusses in Gesellschaft empfunden hat - auch der Alkohol allein die Entspannung bei ihm auslösen.)

Gelegenheitstrinker (Beta-Trinker)

Bald spürt der Gelegenheitstrinker den Zusammenhang zwischen dem Getränk und der Erleichterung. Er trinkt größere Mengen als die anderen, denn er benötigt, um das Gefühl der Entspannung herbeizuführen — das ja anfangs tatsächlich durch die Gesellschaft mitbedingt war -, immer mehr Alkohol; das heißt, sein Trinken wird regelmäßig. Das ist die Anfangsphase des Alkoholismus, die fließend in die zweite, die Warnungsphase, übergeht. Jetzt wird sich der Mensch der Tatsache bewusst, dass er anders trinkt als seine Mitbürger und größere Mengen Alkohol braucht, um die Entspannung herbeizuführen. Er hat die Feststellung gemacht, dass das Trinken für ihn keine gesellschaftliche Angelegenheit ist, sondern ein Bedürfnis - er bekommt Schuldgefühle.

Suchttrinker (Gamma-Trinker)

Ein charakteristisches Symptom für die Warnungsphase (Suchttrinker) sollen die sogenannten Gedächtnislücken sein; der Mensch kann sich an bestimmte Vorgänge, die in der Trunkenkeit passiert sind, nicht mehr erinnern. Er fürchtet Kritik, schämt sich auch und beginnt deshalb, sich aus seinem Gesellschaftskreis zurückzuziehen. In dieser Phase übersieht er seine Situation noch und könnte sich daraus befreien, wenn er wüßte, dass er sich in diesem Entwicklungsstadium befindet. Leider ahnen die meisten Menschen nicht, die glauben, durch das Trinken, die sie belastenden Probleme lösen zu können, dass dieses Stadium nach einigen Jahren fließend in die kritische Phase des Alkoholismus übergeht.

Für diese Phase ist der Verlust der Kontrolle über das Trinken charakteristisch. Nimmt der Betreffende schon einmal ein alkoholisches Getränk zu sich, dann spürt er das Bedürfnis, immer weiter zu trinken - bis er volltrunken ist. Er kann sich nach dem ersten Glas die weiteren Gläser nicht versagen; er kann jetzt aber noch entscheiden, ob er den ersten Schluck überhaupt macht. Er ist also in diesem Stadium in der Lage, wochenlang oder sogar über Monate ohne Alkohol zu leben.

Nach dieser Zeit glaubt er aber, sich jetzt mit nur einem Schluck befriedigen zu können, und ahnt nicht, dass der mit Notwendigkeit eintretende Verlust der Kontrolle über sein Trinken nicht seiner Willensschwäche entspringt, sondern das Ergebnis des Missbrauchs an seinem Körper ist, eines komplizierten krankhaften Mechanismus krankhafter Reflexionen, den er nicht mehr beherrschen kann. Um aus dieser Situation herauszukommen, versucht er, sein Betrinken immer mehr unter irgendeinem Vorwand zu rechtfertigen. Er sucht glaubhafte Begründungen, weshalb er sich gerade in diesem oder jenem konkreten Fall betrinken musste. Diese Begründung braucht er in erster Linie für sich selbst, dann mehr und mehr für seine Umgebung.

Spiegeltrinker (Delta-Trinker)

Sein Trinken ist allgemein aufgefallen - die Gesellschaft beginnt, sich für sein Trinken zu interessieren. Deshalb weicht er dem Gesellschaftskreis und seiner Familie aus und isoliert sich. Diesen Menschen müssen wir schon als Alkoholiker bezeichnen. Er beginnt den Tag jetzt schon mit dem Morgentrunk, tagsüber braucht er einige Erhaltungstrunke, und erst am Abend trinkt er sich voll. Es ist ganz klar, dass diese Lebensweise keine normale Arbeitsleistung ermöglicht, dass er in finanzielle und gesellschaftliche Schwierigkeiten gerät und eines Tages keinen Ausweg mehr sieht. Und damit beginnt die Endphase des Alkoholismüs: Jetzt betrinkt er sich während der Arbeit, wozu schon ganz kleine Mengen genügen, die er früher ohne weiteres vertragen hat.

Als typisches Zeichen dieser Phase ist also das Sinken der Alkoholverträglichkeit zu betrachten. Seine Lügen, das Selbstbeschwindeln brechen zusammen; er wird von der Familie und den Freunden verlassen und steht hilflos allein. Eine Heilung im wahrsten Sinne des Wortes ist hier nur dann möglich, wenn der Betreffende sein Leben lang kein alkoholisches Getränk mehr anrührt, denn er kann das mäßige gesellschaftliche Trinken nie mehr erlernen. Wie E. M. Jellinek und nach ihm andere Wissenschaftler nachgewiesen haben, dauern die einzelnen Phasen immer Jahre.

Ursachen für Alkoholismus

Weshalb aber der eine zum Alkoholiker wird und der andere nicht, ist bis heute nicht bekannt. Bisher ist es uns nicht gelungen, in der Anfangsphase festzustellen, ob sich dieser Mensch zum Alkoholiker entwickeln wird oder nicht. Eine Tatsache aber ist einwandfrei bewiesen: Ohne Alkohol kann kein Alkoholismus entstehen. Deshalb unsere Forderung, alle Menschen, so spät wie möglich mit dem Alkohol in Berührung kommen zu lassen - deshalb die gesetzlichen Bestimmungen, die Kindern und Jugendlichen den Alkoholgenuss unmöglich machen beziehungsweise erschweren sollen.

Doch ärztliche Forderungen und gesetzliche Bestimmungen allein werden nie ausreichen, den Alkoholmissbrauch entscheidend einzudämmen. Die Bekämpfung des Alkoholismus ist ein gesellschaftliches Problem, an dem alle mitwirken müssen. Das beginnt bereits in der Familie, im Arbeitskreis usw. Vielleicht mag dieser oder jener der Meinung sein, das Trinken sei doch gar nicht so schlimm. Wie falsch dieses Bagatellisieren ist, hat uns die Darstellung der Entwicklungsphasen des Alkoholismus gezeigt. Wenn wir heute schätzen müssen, dass ein Prozent der Bevölkerung chronisch alkoholgeschädigt ist, also der letzten geschilderten Phase zugehört, dann ist das für alle gesellschaftlichen Ebenen bis zu den kleinsten familiären Kreisen Grund genug, ihre Bräuche zu überprüfen und zu überlegen, ob es angebracht ist, jede sich bietende Gelegenheit mit "Alkohol zu begießen".

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