Warme Extremitäten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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In der Regel sind heiße und warme Füße, Beine, Hände und Arme kein Symptom für eine ernste Krankheit. Dennoch können diese heißen und warmen Extremitäten auch bei diversen Entzündungserkrankungen und Syndromen auftreten. Anders als bei kalten Extremitäten, empfinden die Betroffenen hierbei zumeist ein Hitzegefühl oder gar brennende Schmerzen in den vorbezeichneten Arealen.

Inhaltsverzeichnis

Definition für Warme Extremitäten

Warme Extremitäten sind Körperregionen, die ohne äußere Einflüsse plötzlich warm bzw. heiß werden. Betroffen sind in der Regel beide Arme und/oder beide Beine, wobei auch nur eine einzelne Extremität betroffen sein kann. Die warmen Extremitäten treten anfallartig vor allem in Ruhe auf bzw. kurz nach dem Zubettgehen. Die Patienten berichten über eine kurzfristige Linderung, wenn die warmen Extremitäten abgekühlt werden.

Jedoch kehren die Symptome sofort wieder zurück. Dieser Prozess zieht sich oftmals über mehrere Stunden hin. Die warmen Extremitäten weisen i.d.R. eine rote bis tiefrote Farbe auf. Manche Patienten klagen auch über Schwellungen in den betroffenen Arealen. Die warmen Extremitäten gehen oft mit starken Schmerzen sowie neurologischen Ausfällen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen einher. Warme Extremitäten sind insbesondere beim Burning Feet Syndrom als auch beim Restless Legs Syndrom bekannt.

Ursachen

Für die warmen Extremitäten gibt es verschiedene Ursachen. Zum Einen gibt es verschiedene Krankheiten wie z.B. das Burning Feet Syndrom (BFS), das Restless Legs Syndrom (RLS), Multiple Sklerose, Rheumatoide Arthritis, Polyneuropathien oder auch Gefäßentzündungen, die die warmen Extremitäten hervorrufen können.

Auch Erkrankungen des Stoffwechsels als auch des Rückenmarks können die Ursache für die warmen Extremitäten sein. Als Ursache wird auch eine verstärke bzw. erhöhte Durchblutung der betroffenen Regionen angenommen. Des Weiteren kann auch die Einnahme von Medikamenten die sog. warmen Extremitäten hervorrufen. Dies geschieht vor allem dann, wenn diese Medikamente als Wirkung eine Erweiterung der Gefäße aufweisen, was u.U. eine stärkere Durchblutung der Extremitäten zur Folge haben kann.

Eine weitere Ursache für die warmen Extremitäten ist die genetische Veranlagung. Das Restless Legs Syndrom als auch das Burning Feet Syndrom können vererbt werden, wobei die Krankheiten nicht in jeder Generation auftreten müssen.

Krankheiten

Komplikationen

Warme Extremitäten treten vor allem bei entzündlichen Prozessen auf. So können sie beispielsweise bei Venenentzündungen (Phlebitis) vorliegen, welche schwere Komplikationen haben kann. Die Venen können im Verlauf der Entzündung geschädigt werden und können das Blut nicht mehr ausreichend gut transportieren. Dadurch können Krampfadern entstehen.

Außerdem wird vermehrt Flüssigkeit aus den Gefäßen gepresst, so dass Ödeme entstehen. Daneben wird das Risiko aufgrund des entzündlichen Prozesses erhöht, dass sich Blutgerinnsel an der Gefäßwand bilden. Diese können sich im Verlaufe lösen und mit dem Blutstrom weiter transportiert werden. Dadurch kann der Thrombus in die Lunge gelangen und eine Embolie verursachen.

Der Betroffene klagt über Atemnot und Brustschmerzen. Wird der Thrombus noch weiter verschleppt kann er durchaus auch einen Schlaganfall (Apoplex) auslösen. Dabei weist der Betroffene Lähmungen und eine je nach Lokalisation spezifische Ausfallsymptomatik vor. Des Weiteren können sich die Extremitäten auch bei entzündlichen Gelenkerkrankungen erwärmen. Bei der Arthrose oder Arthritis wird der Gelenkknorpel stark abgenutzt.

Dadurch entstehen Einrisse und Spalten, die bis hin zum Knochen gehen können. Das Gelenk kann sich dabei stark deformieren und die Bewegung des Patienten wird dadurch stark eingeschränkt. Auch der Knochen kann dabei trümmern und es entstehen starke Schmerzen, die Lebensqualität wird dadurch sehr stark eingeschränkt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Warme Extremitäten sollten in jedem Fall medizinisch abgeklärt werden. Meist deuten heiße Füße, Beine, Hände und Arme auf ein ernstes Grundleiden hin, das sich unbehandelt noch verstärken kann. Es empfiehlt sich deshalb, bereits bei ersten Symptomen einen Arzt zu konsultieren. Besonders dringlich ist die medizinische Abklärung, wenn Schmerzen, Juckreiz oder Fieber hinzukommen. So deuten Schmerzen auf eine Gicht oder Thrombose hin, während bei Fieber womöglich eine Entzündung der Venen vorliegt.

Generell gilt also: warme Extremitäten, die ohne erkennbare Ursache auftreten und länger als üblich bestehen bleiben, müssen medizinisch untersucht und behandelt werden. Wer bereits unter einer Erkrankung der Venen leidet, sollte mit warmen Extremitäten zum zuständigen Arzt. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Grundleiden mit ähnlichen Symptomen verbunden ist. Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten bei heißen Gliedern zum Arzt gehen und nach Möglichkeit auf ein anderes Medikament wechseln. Kinder, Schwangere und andere Risikogruppen sollten warme Extremitäten ebenfalls abklären lassen. Treten die Beschwerden ganz plötzlich auf und nehmen im Verlauf rasch zu, empfiehlt sich der Gang in die Notfallambulanz.

Behandlung

Warme Extremitäten sind Körperregionen, die ohne äußere Einflüsse plötzlich warm bzw. heiß werden.

Bevor man effektiv mit einer Behandlung beginnen kann, müssen zuvor die Ursachen der warmen Extremitäten gefunden werden. Denn je nach Ursache werden die Symptome der warmen Extremitäten unterschiedlich behandelt. Deshalb müssen zuvor verschiedene Krankheiten wie z.B. Lyme Borreliose, Erythromelalgie oder auch Morbus Raynaud ausgeschlossen werden.

Werden die Symptome z.B. durch ein Medikament hervorgerufen, so lindern sich die Beschwerden nach dem Absetzen des Medikaments. Mitunter reicht auch schon die Änderung bzw. die Verringerung des Wirkstoffs aus, um die warmen Extremitäten wieder „abzukühlen“.

Werden die warmen Extremitäten durch eine Krankheit wie das BFS oder RLS hervorgerufen, so muss zu Beginn die Krankheit an sich behandelt werden. Mittels Medikamente können die Beschwerden gelindert werden. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit der warmen Extremitäten ist eine Schmerztherapie. Des Weiteren hat auch Akupunktur in Kombination mit anderen Therapien wie z.B. Schmerztherapie, Physio- und Ergotherapie, gute Erfolge erzielt.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen können zu warme Extremitäten relativ gut behandelt oder gar vermieden werden. Nur in schwerwiegenden Fällen handelt es sich bei den warmen Extremitäten und eine Krankheit, die durch den Arzt behandelt werden muss. In der Regel tritt das Symptom durch die Einnahme bestimmter Medikamente auf, die die Durchblutung fördern. In diesem Falle sollte das Medikament gewechselt werden, allerdings muss dabei immer Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Sollte es sich um eine Entzündung an den Venen oder um das Burning-Feet-Syndrom handeln, so können diese Krankheiten ebenfalls zu warmen Extremitäten führen.

Die Ursache für das Symptom kann relativ gut durch einen Bluttest bestimmt werden. Die Behandlung selbst hängt dabei von der Ursache ab. Bei der Änderung oder dem kompletten Absetzen von Medikamenten kommt es in der Regel zu einer sofortigen Besserung.

Sollte es bei den warmen Extremitäten auch zu Schmerzen kommen, so kann eine Schmerztherapie verordnet werden. Bei älteren Personen sind Physiotherapien sinnvoll, um das Symptom langfristig zu bekämpfen. In den meisten Fällen können die warmen Extremitäten jedenfalls gut behandelt werden, sodass es zu keinen weiteren Erkrankungen oder Beschwerden kommt.

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Vorbeugung

Um den warmen Extremitäten vorzubeugen gibt es verschiedene Mittel. Falls die Ursache bei den Medikamenten liegt, so sollte man diese absetzen bzw. nach einem Ausweichpräparat Ausschau halten.

Des Weiteren sind heilpraktische Methoden hilfreich. Es hilft wenn man die betroffenen Körperpartien mehrmals täglich kalt abduscht.

Da viele Patienten berichten, dass die Beschwerden vor allem nachts und in Ruhe auftreten, ist es hier hilfreich, wenn man kurz vor dem Schlafen die warmen Extremitäten abkühlt bzw. die betroffenen Areale über der Bettdecke belässt.

Wichtig sind vor allem auch ausreichende Bewegung sowie eine gesunde Ernährung, da sie den Stoffwechsel positiv beeinflussen.

Das können Sie selbst tun

Warme Extremitäten deuten auf eine ernste Erkrankung hin und sollten medizinisch abgeklärt werden. Abhängig von der Ursache können heiße Hände und Füße mit einigen Hausmitteln und Maßnahmen selbst behandelt werden. Zunächst empfiehlt es sich, die warmen Glieder hochzulagern und zu schonen. Ätherische Öle aus Minze oder Rosmarin kühlen die Extremitäten und fördern die Durchblutung. Bei heißen Füßen kann ein lauwarmes Fußbad mit basischen Zusätzen helfen. Nachts oder bei der Arbeit können die Beine mit feuchten Wickeln gekühlt werden.

Wirksame Naturheilmittel sind unter anderem Knoblauch und Weißdorn. Sie regulieren den Blutkreislauf und beugen Durchblutungsstörungen zuverlässig vor. Zu diesem Zweck sollte auch auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme geachtet werden. Verzichtet werden muss auf Genussmittel wie Alkohol, Koffein und Nikotin, da diese die Beschwerden mitunter noch verstärken können.

Neben diesen Allgemeinmaßnahmen versprechen auch Akupunktur und andere Therapie wie etwa die Physio- und Ergotherapie oder die Schmerztherapie Linderung. Womöglich sind die warmen Extremitäten auch auf ein Medikament zurückzuführen. Im Gespräch mit dem behandelnden Arzt kann die Ursache der Beschwerden meistens geklärt und eine geeignete Gegenmaßnahme ergriffen werden.

Bücher über Warme Extremitäten

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012
  • Pongratz, D., Zierz, S.: Neuromuskuläre Erkrankungen: Diagnostik, interdisziplinäre Therapie und Selbsthilfe. Deutscher Ärzteverlag, Köln 2003

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