Steroide

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Bei dem Begriff Steroide taucht heutzutage oft die Assoziation Doping auf, ausgelöst durch den in den Medien vieldiskutierten Missbrauch künstlicher Steroide im Leistungssport. Vielfach unbekannt ist dagegen, dass diese Stoffe auch völlig natürlich im Körper vorkommen, wobei das bekannteste Steroid das Cholesterin ist.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Steroide?

Natürliche Steroide sind außer im menschlichen Organismus auch in Tieren, Pflanzen und Pilzen zu finden. Sie erfüllen viele unterschiedliche biochemische Aufgaben wie Vitamine, Sexualhormone wie Estrogene bei der Frau und Androgene beim Mann, Gallensäure oder Gifte. Bei Menschen und Tieren stellt der Körper aus dem Steroid Cholesterin wichtige Eiweißstoffe und Steroidhormone her. Ein weiteres körpereigenes Steroid ist das Cortisol, welches zu der Gruppe der Glucocorticoiden gehört.

Neben den natürlichen gibt es die künstlich hergestellten Steroide. Dazu zählen die Anabolika oder anabolen Steroide, die dem Muskelaufbau dienen und dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähneln. Diese Steroide sind als unerlaubtes Dopingmittel bekannt geworden. Andere künstliche Steroide werden in Form von synthetischen Hormonen zu medizinischen Zwecken eingesetzt, wie etwa das Hydrocortison oder das Progesteron.

Pharmakologische Wirkung

Ohne den Einsatz von künstlichen Steroiden, insbesondere der Glucocorticoide (d. h. Cortison-Präparate), könnten heutzutage viele Krankheiten nicht wirksam behandelt odergeheilt werden. Jedes synthetisch hergestellte Steroid übt eine unterschiedliche Wirkung auf Körper und Organe aus, die dank der vielfach höheren Dosis wesentlich stärker als die des entsprechenden natürlichen Steroids ist.

Cortison-Präparate werden z. B. zur Entzündungshemmung eingesetzt. Sie führen bei allergischem Schnupfen oder Asthma zur Abschwellung der Schleimhäute und wirken krampflösend. Sie kommen auch bei drohender Frühgeburt zum Einsatz, um die Reifung der Lungen des Babies zu fördern.

Auf die Haut aufgetragen entwickeln diese Steroide ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung bei Ekzemen oder allergischen Reaktionen. Mit "intelligenten" Steroiden wird versucht, nur die Hautoberfläche zu behandeln, ohne tiefere Schichten in Mitleidenschaft zu ziehen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Ohne den Einsatz von künstlichen Steroiden, insbesondere Cortison-Präparate, könnten heutzutage viele Krankheiten nicht wirksam behandelt odergeheilt werden.

Synthetisch hergestellte Glucocorticoide werden zu medizinischen Zwecken bei einer Vielzahl von Immunerkrankungen und in akuten Notfällen eingesetzt. Mit ihnen lassen sich Krankheiten wie Asthma, Epilepsie], Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Ekzeme, Multiple Sklerose, Morbus Crohn, rheumatische Erkrankungen oder manche Arten von Krebs wie Leukämien und Multiples Myelom behandeln.

Steroide werden auch eingesetzt, wenn der Körper selbst nicht genügend lebenswichtige Glucocorticoide produziert. Auch nach Organtransplantationen sind Steroide von großer Bedeutung. Verabreicht werden diese Präparate sowohl als Injektion, in Form von Tabletten und Inhalation als auch zur örtlichen Anwendung in Form von Salbe. Um eine zu hohe und damit gefährliche Dosierung zu vermeiden, muss die jeweils richtige Dosis individuell ermittelt werden. Ausschlaggebend dafür sind die Schwere der Erkrankung, das Ansprechen des Patienten auf das Steroid sowie die geplante Dauer der Behandlung.

Während eine hoch dosierte Kurztherapie mit Steroiden in Tablettenform auch abrupt beendet werden kann, muss bei einer Langzeitbehandlung die Therapie sehr allmählich "ausschleichend" und unter ständiger ärztlicher Aufsicht beendet werden, um schwere Nebenwirkungen zu vermeiden. Ziel ist, die körpereigene Glucocorticoid-Produktion so wenig wie möglich zu stören. Hier hat sich besonders eine "alternierende" Therapie als erfolgreich erwiesen, bei der das Steroid in doppelter Dosis nur jeden 2. Tag eingenommen wird.

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Risiken & Nebenwirkungen

Steroide in Form von Glucocorticoiden können eine Vielzahl von Nebenwirkungen haben. Je nach Stärke und Ort der Anwendung kann es bei langfristiger Anwendung über Wochen oder Monate von auf der Haut aufgetragenem Cortison zu Hautabbau (Atrophie)und zu verzögerter Wundheilung kommen.

Bei langfristiger "systemischer" (also nicht örtlicher) Anwendung können weitere Risiken auftreten. Hierbei kann es zur Erhöhung des Blutzuckers sowie zu Wasserspeicherung im Gewebe kommen, was wiederum eine Gewichtszunahme bedeutet. Die Immunabwehr kann geschwächt werden, und es können Magengeschwüre entstehen. Es besteht auch das Risiko, dass Diabetes mellitus oder Osteoporose entsteht oder, falls bereits vorhanden, diese Erkrankungen durch Steroide verstärkt werden.

Die Präparate können weiterhin das Thromboserisiko erhöhen. Daher sollten Steroide als Langzeittherapie unbedingt nur unter strenger ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden.

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