Adalimumab

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Adalimumab ist ein Arzneimittelwirkstoff, der an den Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha), einen Botenstoff des Immunsystems, bindet. Unter dem Handelsnamen Humira® kommt Adalimumab bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zur Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Adalimumab?

Adalimumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der spezifisch an TNF-alpha bindet und zur Gruppe der sogenannten TNF-Blocker gehört. Durch die Bindung an TNF-alpha verhindert es die Funktion des Botenstoffs. Adalimumab gehört zu den sogenannten Biologika.

Hierunter werden Medikamente zusammengefasst, die mit biotechnologischen Methoden hergestellt werden. Die Herstellung von Adalimumab erfolgt in sogenannten CHO-Zellen, einer Zelllinie aus Ovarien des chinesischen Hamsters. Trotzdem besteht Adalimumab im Gegensatz zu anderen als Arzneimittel verwendeten Antikörpern ausschließlich aus humanen Bestandteilen.

Pharmakologische Wirkung

TNF-alpha ist im Körper als Botenstoff des Immunsystems an Entzündungsreaktionen beteiligt. Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen liegt es in der Gelenkflüssigkeit in erhöhter Konzentration vor und ist entscheidend in die Entstehung der Entzündungsprozesse involviert.

Durch eine Blockierung von TNF-alpha durch Adalimumab können Entzündungen und weitere Symptome bei diesen Krankheitsbildern reduziert werden. Adalimumab bindet dabei an TNF-alpha, so dass dies seine Funktion als Botenstoff nicht ausführen kann. Entzündungsparameter wie das C-reaktive Protein und Interleukin-6 gehen zurück. Ebenso sinken die Spiegel spezifischer Enzyme, die an der Knorpelzerstörung bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen beteiligt sind.

Schmerzen und Schwellungen verbessern sich. Adalimumab wirkt schnell und hemmt das Fortschreiten der Erkrankung. Da TNF-alpha jedoch eine wichtige Rolle im Immunsystem des Körpers spielt, hemmt Adalimumab auch erwünschte Prozesse des Botenstoffs im menschlichen Körper. So wird das Immunsystem geschwächt, was zu einem erhöhten Infektionsrisiko führt. Es besteht die Möglichkeit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Tumorentstehungen wie die Bildung maligner Lymphome. Adalimumab hat im Körper eine Halbwertszeit von 14 bis 19 Tagen. Dies bedeutet, dass nach diesem Zeitraum im Blut nur noch die Hälfte des Wirkstoffs nachgewiesen werden kann.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Unter dem Handelsnamen Humira® kommt Adalimumab bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zur Anwendung.

Adalimumab kann bei Patienten mit verschiedenen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen angewendet werden, bei denen eine andere Therapie nicht erfolgreich war oder keine andere Therapie verabreicht werden kann. Hierzu zählen bei erwachsenen Patienten eine mäßige bis schwere aktive rheumatoide Arthritis, eine aktive und progressive Psoriasis-Arthritis, eine axiale Spondyloarthritis, mittelschwerer bis schwerer Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie Psoriasis.

Für Kinder kann Adalimumab bei schwerem aktiven Morbus Crohn, einer aktiven polyartikulären juvenilen idiopathischen Arthritis sowie bei aktiver Enthesitis-assoziierter Arthritis angewendet werden. In jedem Fall ist eine Verschreibung durch einen Arzt sowie eine ärztliche Überwachung während der Behandlung erforderlich. Adalimumab ist als Injektionslösung erhältlich. Es wird als Fertigspritze oder Fertigpen verabreicht. Für Kinder ist es außerdem in einer Durchstechflasche erhältlich.

Erwachsene erhalten üblicherweise eine Dosis von 40 mg Adalimumab alle zwei Wochen, die unter die Haut gespritzt wird. Nach Einweisung durch den Arzt können Patienten dies selbst durchführen. Je nach Krankheitsbild kann eine höhere Anfangsdosis erforderlich sein. Bei Kindern bis zu vier Jahren liegt die Höchstdosis bei 20 mg alle zwei Wochen und berechnet sich nach Körpergröße und Gewicht. Die Wirkung von Adalimumab tritt sehr schnell und teilweise bereits am ersten Tag ein.

Meist verspüren Patienten nach zwei bis drei Wochen eine Linderung der Symptome. Die maximale Wirkung des Medikaments wird jedoch häufig erst nach zwei bis drei Monaten erreicht. Entscheiden sich Arzt und Patient für eine Behandlung mit Adalimumab, muss diese langfristig erfolgen, da sich ansonsten die Symptome wieder verschlimmern.

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Risiken & Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen von Adalimumab sind Infektionen der Atemwege, eine niedrige Zahl weißer oder roter Blutkörperchen, hohe Fettspiegel im Blut, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Hautausschlag, Gelenk- und Muskelschmerzen, Reaktionen wie Rötungen an der Injektionsstelle und erhöhte Werte der Leberenzyme.

Bei Patienten mit einer aktiven Tuberkulose, schweren Infektionen oder einer Herzinsuffizienz darf Adalimumab nicht angewendet werden. Außerdem sollten während einer Behandlung mit Adalimumab bestimmte Impfungen nicht durchgeführt werden. Da es durch Adalimumab zu einer Reaktivierung einer Tuberkulose kommen kann, untersucht der behandelnde Arzt Patienten vor Behandlungsbeginn auf Anzeichen und Symptome einer Tuberkulose.

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