Schleimhautschwellung im Mund und Rachen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. November 2017
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Die Schleimhautschwellung im Mund und Rachen, med. Mukosa, tritt meist in Folge von Erkrankungen oder Nebenwirkungen bei Medikamenten auf. Hierbei schwellen die Schleimhäute an, was zu Halsschmerzen, Schluckbeschwerden als auch zu Atemproblemen führen kann. Die Schleimhautschwellung lässt sich gut behandeln und heilt in der Regel folgenlos aus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schleimhautschwellung?

Die Schleimhautschwellung ist der Definition nach keine Krankheit. Sie ist ein Symptom, das in Folge von Erkrankungen, Nebenwirkungen bei Arzneimitteln oder Allergien auftreten kann. Die Schleimhaut - auch Mukosa genannt - ist eine Schutzschicht im Inneren von Organen, im Mund-, Nasen- und Rachenraum, im Auge als auch im Genitalbereich.

Die Schleimhaut verfügt über keine Hornschicht und keine Behaarung. Wie der Name schon andeutet, produziert die Schleimhaut Schleimstoffe, die Mucine genannt werden. Die Schleimhaut hat eine wichtige Schutzfunktion, da sie sog. Immunglobuline (spezifische Abwehrstoffe) absondern kann. Eine Schleimhautschwellung kann eine vermehrte als auch eine verminderte Schleimproduktion zur Folge haben. Oftmals ist die Schleimhautschwellung nicht auf Mund und Rachenraum beschränkt. In der Regel sind auch die Nasenschleimhäute als auch die unteren Atemwege betroffen.

Die Schleimhautschwellung kann je nach Ausprägung starke Schluckbeschwerden und Schmerzen hervorrufen. Bei einer vermehrten Schleimproduktion, sowie bei einer ausgeprägten Schleimhautschwellung, kann die Atmung beeinträchtigt werden, sodass es vor allem nachts zu Einschlaf- und Durchschlafstörungen kommen kann. Vor allem bei Allergien können die Schleimhäute im Rachenraum so stark anschwellen, dass die Atmung massiv behindert wird. Eine Folge der Schleimhautschwellung kann im Extremfall Ersticken sein.

Ursachen

Eine Schleimhautschwellung im Mund und Rachen kann verschiedene Ursachen haben. Viele Medikamente beziehungsweise deren Wirkstoffe, können als Nebenwirkung eine Schleimhautschwellung hervorrufen. Je nach Arzneimittel kann neben der Schwellung auch eine vermehrte oder verminderte Schleimbildung auftreten.

Blütenpollen und Gräser können als Folge einer allergischen Reaktion eine Schleimhautschwellung auslösen. Hierbei schwellen die Schleimhäute binnen weniger Minuten an, nachdem man Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff hatte. Wesentlich schneller schwellen die Schleimhäute nach Insektenstichen (Wespen, Bienen, usw.) an. Schon nach wenigen Sekunden können die Schleimhäute im Mund und Rachenraum so stark anschwellen, dass die Atemwege komplett verschlossen werden.

Weitere Ursachen einer Schleimhautschwellung können Krankheiten sein. Mumps, Sinusitis, Asthma, Bronchitis, Tumore und Entzündungen im Mund-, Nasen- und Rachenbereich sind nur einige der Krankheiten, die als Symptom eine Schleimhautschwellung aufweisen. Auch Viren und Bakterien können eine Schleimhautschwellung auslösen. Vor allem sog. Erkältungs- oder Grippeviren siedeln sich bevorzugt in den Schleimhäuten an.

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Diagnose & Verlauf

Vor allem bei Allergien können die Schleimhäute im Rachenraum so stark anschwellen, dass die Atmung massiv behindert wird.

Diagnostiziert wird die Schleimhautschwellung durch den Allgemeinmediziner oder den Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Eine ausführliche Anamnese (Krankengeschichte) ist richtungsweisend, berichten die Patienten doch meistens über Schluckbeschwerden oder einem Engegefühl im Hals.

Zur Diagnosesicherung reicht in der Regel schon ein Sichtbefund aus. Die gesunde Schleimhaut ist gut durchblutet und weist eine hell- bis dunkelrosa Färbung auf. Schwellen die Schleimhäute an, erkennt man dies zuerst an der z. T. dunkelroten Färbung. Des Weiteren produzieren die Schleimhäute vermehrt Schleim. Wenn der Erreger bestimmt werden soll, um das richtige Medikament für die Therapie auszuwählen, kann ein Schleimabstrich vorgenommen werden. Zusätzlich wird meist eine Blutuntersuchung durchgeführt.

Der Verlauf einer Schleimhautschwellung ist von deren Ursache abhängig. Bei allergischen Reaktionen kann die Schleimhautschwellung innerhalb einer Minute auftreten und sich in kürzester Zeit verschlechtern, so dass ein Erstickungstod die Folge sein kann. Wird die Schleimhautschwellung rechtzeitig und adäquat behandelt, heilt sie in der Regel folgenlos aus.

Bei anderen Ursachen wie z. B. einer Krankheit, kann es zwischen mehreren Stunden bis hin zu mehreren Tagen dauern, bis eine Schleimhautschwellung auftritt. Hierbei ist genügend Zeit vorhanden, um diese von Beginn an zu behandeln, so dass keinerlei Gefahr für das Leben besteht. Bei Schleimhautschwellungen im Rahmen von Erkältungskrankheiten, heilt diese meist sogar ohne Behandlung folgenlos aus.

Komplikationen

Komplikationen von Schwellungen im Bereich des Mundes und des Rachens können in Abhängigkeit von der Ursache der Erkrankung auftreten. Örtlich begrenzte Schwellungen der Schleimhaut im Mund und Rachen, die durch Infektionen verursacht werden, können zur Ausbildung von Abszessen führen. Kleine Schleimhautverletzungen werden mit Keimen infiziert und es entstehen abgekapselte, mit Eiter gefüllte Entzündungsherde.

Diese können Schmerzen, Druckgefühl, Schluckbeschwerden und Fieber verursachen. Die Nahrungsaufnahme kann erschwert werden. Ist die Schwellung anhaltend, ist eine Mangelernährung eine mögliche Folge. Unklare örtlich begrenzte Schwellungen sollten histologisch untersucht werden, da eine Entartung möglich ist. Eine akute, starke Schwellung der gesamten Schleimhaut des Mund- und Rachenbereiches kann durch eine allergische Reaktion hervorgerufen werden.

Dieser Zustand ist potentiell lebensbedrohlich. Die Atemwege können durch die Schwellung verlegt werden und es droht der Tod durch Ersticken. In einer solchen Notfallsituation ist aufgrund der Schwellung die Sicherung der Atemwege durch Intubation häufig nicht mehr möglich. Durch den behandelnden Arzt muss ein Luftröhrenschnitt durchgeführt werden um eine Beatmung zu ermöglichen. Wird eine allergische Reaktion sofort und konsequent behandelt, kann diese lebensbedrohliche Komplikation häufig verhindert werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei der Schleimhautschwellung im Mund und Rachen handelt es sich um ein Symptom einer Erkrankung. Dabei kommen mehrere Erkrankungen in Betracht. Handelt es sich bei der Schleimhautschwellung im Mund und Rachen um ein Symptom einer Allergie, muss schnellstens ein Arzt hinzugezogen werden, um die Ursache der Allergie zu ermitteln.

Es kann sich dabei um eine Allergie gegen ein Nahrungsmittel oder auch um eine Allergie gegen ein Medikament handeln, das der Patient aufgrund einer anderen Erkrankung einnehmen muss. Zusätzlich kann es sich auch um eine Allergie gegen einen Insektenstich handeln. Die Ursache muss dringend von einem Arzt analysiert und identifiziert werden. Bei einer bekannten Allergie und dem Auftreten einer Schleimhautschwellung im Mund und Rachen, kann sich der Patient mit dem jeweiligen Medikament, welches von einem Arzt im Vorfeld verordnet wurde, selbst behandeln.

Eine Nachsorgeuntersuchung durch einen Arzt sollte trotzdem durchgeführt werden, vor allem, wenn die Schwellungen trotz der Medikamente nicht zurückgehen. Zusätzlich ist es wichtig, direkt einen Arzt zu verständigen, wenn eine Schleimhautschwellung im Mund und Rachen auftritt, da es zu weiteren Komplikationen wie Atembeschwerden kommen kann. Am besten kann ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt diese Art von Schleimhautschwellungen behandeln. Kommt es plötzlich zu einer starken Schleimhautschwellung mit Atemproblemen, sollte ein Notarzt verständigt werden.

Behandlung & Therapie

Je nach Ursache muss eine Schleimhautschwellung anders behandelt werden. Ist eine allergische Reaktion die Ursache, ist die Zeit der wichtigste Faktor. Die Behandlung muss sofort beginnen. Weiterhin muss hierbei stets ein Arzt bzw. Notarzt hinzugezogen werden. Mithilfe von Kortisonpräparaten wird die Schleimhautschwellung behandelt, so dass die Atemwege frei bleiben.

Sind Medikamente die Ursache für die Schleimhautschwellung, so muss überlegt werden, ob die Medikamente tatsächlich notwendig sind oder ob man sie besser absetzt bzw. durch ein anderes Präparat austauscht.

Bei Erkrankungen als Ursache für eine Schleimhautschwellung muss die Krankheit selbst behandelt werden. Die Schleimhautschwellung wird zwar parallel dazu behandelt, jedoch gilt es die Krankheit erfolgreich zu therapieren, so dass als Folge das Anschwellen der Schleimhäute vermieden werden kann.

Eine Schleimhautschwellung sollte zu Beginn gekühlt werden. Am besten eignen sich Eiswürfel, die langsam gelutscht werden. Im Anschluss gilt es die Ursache für das Anschwellen zu beseitigen. Insbesondere bei Schleimhautschwellungen in Folge einer allergischen Reaktion, ist eine mehrtägige Kontrolle notwendig. Blütenpollen können sich z. B. in der Nase oder an der Kleidung festsetzen.

Solange die abschwellenden Medikamente verabreicht werden, wird die Reaktion auf das Allergen unterdrückt. Lässt die Wirkung der Medikamente jedoch nach, kann es mitunter vorkommen, dass die Schleimhautschwellung wieder auftritt. Deshalb sollte bei allen Schleimhautschwellungen, die mit einer Atemnot verbunden sind, stets ein Arzt oder ein Krankenhaus aufgesucht werden.

Aussicht & Prognose

Die Schleimhaut (Mukosa) schwillt häufig als Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel an. In diesen Fällen halten die Symptome meist so lange vor, bis das Medikament abgesetzt wird. Anschließend bilden sich die Schwellungen zeitnah zurück.

Auch Heuschnupfen oder andere allergische Reaktionen können für das Anschwellen der Schleimhaut verantwortlich sein. Allergische Reaktionen können sehr gut mit Antihistaminen behandelt werden. Die Symptome der Allergie lassen dann schnell nach Behandlungsbeginn nach. Manchmal kann es in Folge einer allergischen Reaktion zu starken Schluckbeschwerden und Schmerzen kommen. Darüber hinaus kann die Schleimproduktion deutlich zunehmen. Die Kombination aus Schleimhautschwellung und starker Schleimproduktion kann die Atmung massiv beeinträchtigen. Patienten leiden dann Nachts unter Einschlaf- und Durchschlafstörungen. In seltenen Fällen kann die Schleimhaut im Rachenraum so stark anschwellen, dass Erstickungsgefahr droht.

Ist die Schleimhaut aufgrund bakterieller oder viraler Infektionen geschwollen, klingt dieses Symptom gemeinsam mit der Grunderkrankung ab. Bei bakteriellen Infekten können die Reizungen im Mund- und Rachenraum sehr gut mit antibakteriellen Lutschtabletten oder Gurgellösungen behandelt werden. Bei schwereren Infektionen werden in der Regel Antibiotika verordnet. Sobald diese anfangen zu wirken, lassen auch die Schleimhautschwellungen nach. Bei grippalen Infekten hilft dagegen nur Bettruhe und Wärme. Eine medikamentöse Behandlung ist hier in der Regel nicht angezeigt. Antibakterielle Mundspülungen können aber eine Sekundärinfektion verhindern.

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Vorbeugung

Bei einer Schleimhautschwellung können vorbeugende Maßnahmen meist nur indirekt getroffen werden. Bei Schwellungen in Folge von Allergien, gilt es die allergieauslösenden Stoffe zu meiden. So weit es möglich ist, sollte man auf Medikamente verzichten, die die Schleimhäute anschwellen lassen. Eine ausgewogene und gesunde Ernährung als auch sportliche Bewegung sind sehr gute Maßnahmen, um sein Immunsystem zu stärken. Auf diese Weise ist man weniger anfällig für Infektionen, die eine Schleimhautschwellung zur Folge haben können.

Das können Sie selbst tun

Schleimhautschwellungen in Mund- und Rachenraum gehen oft mit Atemnot einher. In diesem Falle ist umgehend ein Arzt zu konsultieren. Bleibt diese aus, kann der Betroffene versuchen die Schwellung durch Kühlung zu reduzieren. Im Bereich der Mundhöhle bietet sich das Lutschen von Eis an. Auch eine Kühlung durch kalte Umschläge oder Kühlpacks ist örtlich empfehlenswert.

Je nachdem, welche Ursache der Schwellung zugrunde liegt – ob als allergische Reaktion auf Medikamente oder Insektenstiche bzw. in Folge einer Infektion – sind weitere Maßnahmen möglich. Medikamente, welche ein Anschwellen der Mundschleimhaut zur Folge haben, sollten umgehend abgesetzt und der behandelnde Arzt konsultiert werden. Sollte Insektengift der Auslöser für eine Schwellung darstellen, kann das homöopathische Präparat Apis als Akutmittel helfen. Die Volksmedizin empfiehlt das Auflegen von Zwiebelhälften, um so das Gift aus der Haut zu ziehen. Dennoch ist auch Kühlen das Mittel erster Wahl. In Nase, Augen und Mund geratene Blütenpollen können ebenso Auslöser einer Schleimhautschwellung sein. Noch über Tage setzen sich Pollen in Kleidung und Nase fest. Ratsam sind das Wechseln der Kleidung und die Benutzung einer Nasendusche.

Vorbeugend sollte man bei Kenntnis um eine Allergie, jene auslösenden Substanzen meiden bzw. Notfallmedikamente bei sich führen. Mit Hilfe von Sport und einer gesunden Ernährung können die körpereigenen Abwehrmechanismen gestärkt werden. Infektionen, welche mit einer Anschwellung der Mundschleimhaut einhergehen, kann der Körper somit besser bekämpfen.

Bücher über Schluckbeschwerden

Quellen

  • Dirschka, T., et al.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München, 2010
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Plewig, G., et al.: Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Berlin Heidelberg 2012

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