Rauschen im Ohr

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. November 2017
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Ein Rauschen im Ohr kann absolut plötzlich auftreten und ist für den Betroffenen häufig sehr unangenehm und störend. Dieses Symptom sollte in jedem Fall ernst genommen werden, da es ein Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung bzw. Schädigung des Ohres hindeuten kann. Je früher eine Behandlung beginnt, umso einfach ist die Therapie und je besser sind die Erfolgsaussichten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Rauschen im Ohr?

Das Rauschen im Ohr kann ganz unerwartet und ohne zunächst erkennbaren Grund auftreten. Neben dem Rauschen kann es auch zu weiteren Ohrgeräuschen kommen, wie einem Klingeln oder Pfeifen.

Häufig werden solche Ohrgeräusche als Tinnitus bezeichnet. Es müssen nicht beide Ohren gleichermaßen betroffen sein, es ist auch möglich, dass nur in einem Ohr diese Geräusche auftreten. Die Dauern und Intensität der Ohrgeräusche fallen sehr unterschiedlich aus. Zusätzlich zum Rauschen im Ohr kann eine Verminderung des Hörvermögens und auch Schwindelgefühl durch einen gestörten Gleichgewichtssinn auftreten.

Dieser Zustand wird von Betroffenen häufig als sehr störend und belastend empfunden. Die ständigen Geräusche im Ohr belasten enorm und sorgen manchmal auch für Schlafstörungen. Auch Konzentrationsstörungen können auftreten, weil die Ohrgeräusche sehr ablenken. Bei langanhaltenden Beschwerden kann ein Rauschen im Ohr sogar Depressionen und Angstzustände auslösen.

Ursachen

Rauschen im Ohr und begleitende Ohrgeräusche können viele verschiedene Ursachen haben. Diese können von ernsthaften Erkrankungen herrühren oder auch nur durch eher harmlose Umstände entstanden sein.

Eine der harmlosen Ursachen wäre die Entstehung von einem Rauschen im Ohr durch stärkere Lärmeinwirkungen. Nach einem Besuch in einer Diskothek oder eines Konzertes, können durchaus kurzzeitige Geräusche in den Ohren auftreten. Durch die laute Musik sind das Trommelfell und manchmal auch das gesamte Ohr gereizt, es reagiert mit Geräuschen als Symptom. Man spricht hier von einem Lärmtrauma. Daneben kann eine Mittelohrentzündung für das Rauschen im Ohr verantwortlich sein oder auch Kiefer- und Zahnprobleme.

Häufig ist aber auch ein Hörsturz der Auslöser für Rauschen in den Ohren. Bedingt durch Stress und andere psychische Belastungen kann dieser Entstehen. Andere Ursachen können Tumore, Gefäßprobleme und Durchblutungsstörungen sein.

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Diagnose & Verlauf

Zusätzlich zum Rauschen im Ohr kann eine Verminderung des Hörvermögens und auch Schwindelgefühl durch einen gestörten Gleichgewichtssinn auftreten.

Zur Diagnosestellung sollte ein Facharzt, der sog. Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO) aufgesucht werden. Dieser besitzt die nötigen Fachkenntnisse, sowie die speziellen Untersuchungsapparaturen um eine gründliche Diagnose stellen zu können.

Zunächst wird der Arzt in einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten die genauen Umstände der Symptome klären, wie das Rauschen im Ohr wahrgenommen wird und ob es daneben noch weitere Geräusche gibt.

Mittels eines Audiometers können anschließend die Ohrgeräusche genauer analysiert und die Frequenz bestimmt werden, unter der die Beschwerden am stärksten auftreten. Ein Hörtest, eine ausführliche Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung, die Messung des Ohrdrucks und ein Test der Funktion der Gehörknochen, helfen ebenso bei der Diagnosestellung.

Unter Umständen wird eine Blutprobe entnommen um Entzündungswerte und Antikörper zu bestimmen. Tritt das Rauschen im Ohr langanhaltend auf, können innere Ursachen mittels einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) erkannt werden. Besteht der Verdacht, dass Probleme an den Zähnen oder dem Kiefer bestehen, sollte der Besuch bei einem Zahnarzt erfolgen.

Komplikationen

Unangenehmes und mehr oder weniger dauerhaftes Rauschen im Ohr ist ein typisches Symptom eines Tinnitus. In 99 Prozent der Fälle wird er nicht durch einen organischen Fehler im Ohr, sondern durch Fehlverschaltungen in Hirnarealen, die für die Weiterverarbeitung der ankommenden Signale des Hörnervs verantwortlich sind. Je nach Schweregrad kann das Rauschen im Ohr unbehandelt ein weites Feld von Beeinträchtigungen hervorrufen.

Die Beeinträchtigungen reichen von kaum wahrnehmbar bis zu einer dauerhaften schweren Belastung aufgrund des ständig wahrgenommenen lauten Rauschens. Auch wenn das starke Rauschen zu keinerlei direkter körperlicher Beeinträchtigung führt, kommt es zu sekundären seelischen Problemen. Sie beinhalten beispielsweise Erschöpfungszustände, depressive Verstimmungen, Schmerzen, Angststörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Es kann sich daraus eine soziale Vereinsamung entwickeln, die weitere seelische und somatische Störungen begünstigen. Falls das auftretende Rauschen von Beginn an medikamentös und durch spezielle Physiotherapie behandelt wird, ist nicht immer eine Heilung möglich. Allerdings berücksichtigt ein Gesamttherapiekonzept auch mentales und akustisches Training, das dazu dient, das Rauschen so weit als möglich auszublenden.

Das kann in einer Kombination von akustischem mit mentalem Training erreicht werden. Es wird dadurch vor allem erreicht, dass der oder die Betroffene auch bei einem schwerwiegenden Tinnitus von sozialer Isolation verschont bleibt, und der Tinnitus nicht zwangsläufig zu einer starken Beeinträchtigung des Alltagslebens führt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einem Rauschen im Ohr muss nicht zwingend ein Arzt aufgesucht werden. In den meisten Fällen kommt es dann zu einem Rauschen im Ohr, wenn das Ohr über einen längeren Zeitraum zu stark belastet wird. Dabei kann es sich um einen starken Windzug oder um laute Musik und allgemein laute Geräusche handeln. In der Regel verschwindet das Rauschen im Ohr dann nach einigen Stunden oder höchstens einigen Tagen und führt zu keinen weiteren Beschwerden. Daher sollte ein Arzt dann aufgesucht werden, wenn die Geräusche im Ohr über einen längeren Zeitraum auftreten und nicht von alleine verschwinden.

Der Besuch ist ebenfalls notwendig, wenn es durch das Rauschen im Ohr zu einer verringerten Lebensqualität kommt. Dazu gehören zum Beispiel Schlafstörungen, starke Schmerzen oder Konzentrationsstörungen. Bei diesen Beschwerden ist ebenso eine ärztliche Untersuchung notwendig. Der Arzt sollte auch dann aufgesucht werden, wenn die Beschwerden am Ohr nach einem Unfall auftreten. Dabei kann es sich um eine ernsthafte Verletzung handeln, die von einem Arzt behandelt werden muss. In den meisten Fällen verschwindet das Rauschen im Ohr allerdings von alleine, wenn der Patient seine Ohren schont.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Rauschen im Ohr richtet sich selbstverständlich vollkommen nach der gestellten Diagnose.

Häufig sind psychische Ursachen der Grund für die Beschwerden. Deshalb sollten die Stressfaktoren gefunden und vermieden werden. Bei schwerwiegenden psychischen Problemen, kann eine Psychotherapie nötig sein. Betroffene sollte in jedem Fall auf einen ausgeglichenen Lebensstil mit ausreichenden Erholungsphasen achten. Sportliche Aktivität kann einen guten Ausgleich schaffen.

Wurde ein Hörsturz diagnostiziert, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es gibt jedoch keine Behandlungsmöglichkeit, welche die Beschwerden garantiert verschwinden lässt. Eine mögliche Behandlung von Rauschen im Ohr, das durch einen Hörsturz verursacht wurde, ist eine Infusionstherapie. Dabei wird mittels einer Infusion Kortison verabreicht und soll Entzündungen und Schwellungen bekämpfen. Die Kortison-Therapie kann auch mit Tabletten oder durch direktes Spritzen in das Ohr erfolgen.

Diese sog intratympanale Therapie hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und wird immer häufiger eingesetzt. Wird das Kortison direkt in das Ohr gespritzt, beeinflusst der Wirkstoff nicht in den Stoffwechsel des Körpers ein und es tauchen dadurch weniger Nebenwirkungen auf. Auch Ginkgo (z.B. Tebonin®) kann bei einem Hörsturz angewandt werden, dies kann auch unterstützend zu anderen Behandlungen erfolgen.

Aussicht & Prognose

Bei einem Rauschen im Ohr ist in der Regel keine Behandlung durch einen Arzt oder eine Selbsthilfe möglich. Das Symptom verschwindet in den meisten Fällen von alleine und führt nicht zu weiteren Beschwerden oder Problemen. In der Regel entsteht das Rauschen im Ohr durch zu laute Musik oder ein anderes sehr lautes Geräusch. Wurde das Ohr dieser Belastung über einen längeren Zeitraum ausgesetzt, so kann das Rauschen entstehen. Das Ohr muss auf jeden Fall geschont werden. Der Patient sollte auf laute Geräusche und Musik komplett verzichten. Durch starke Belastungen kann im schlimmsten Fall das Gehör eingeschränkt werden.

Sollte das Rauschen im Ohr nicht von alleine aufhören oder nach einem Unfall auftreten, so muss auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Das Symptom führt oft zu Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit, der Betroffene kann sich ebenso nur noch schlecht konzentrieren, was oft zu einem aggressiven Verhalten führt. Somit wirkt sich ein Rauschen im Ohr sehr negativ auf die Lebensqualität aus.

Eine Behandlung durch den Arzt ist nicht möglich, da das Trommelfell nicht gezielt behandle werden kann. In den meisten Fällen ergibt sich allerdings ein positiver Krankheitsverlauf, wenn die Ohren geschont werden.

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Vorbeugung

Um Rauschen im Ohr vorzubeugen gibt es keine hundertprozentige Vorbeugung. Starke Lärmquellen sollten gemieden werden oder ein Schutz für die Ihren getragen werden.

Eine gesunde Lebensweise mit ausreichenden Ruhephasen vermeidet Stress und somit das Risiko für Rauschen im Ohr, das durch einen Hörsturz hervorgerufen werden kann.

Das können Sie selbst tun

Ein Rauschen im Ohr tritt in den meisten Fällen nach einer Überbelastung der Ohren durch laute Geräusche oder laute Musik auf. In diesem Fall sollte das Ohr geschont werden. Auf laute und unnötige Geräusche sollte auf jeden Fall verzichtet werden. Falls dies bei der Arbeit nicht zu vermeiden ist, muss ein Gehörschutz getragen werden, um weitere Schäden am Ohr zu verhindern.

In vielen Fällen tritt das Rauschen im Ohr als Begleitsymptom bei einer Erkältung oder einer Grippe auf. Hier muss sich der Patient ausruhen und die Ohren schonen. Es ist wichtig, das Ohr zu wärmen und es keinen kalten Luftzügen auszusetzen. Meistens verschwindet das Rauschen im Ohr wieder, wenn die Krankheit überwunden ist.

Oft ist auch Stress der Auslöser für das unangenehme Rauschen. Hier lohnen sich Stresstherapien und Entspannungstherapien. Oft hilft auch die Aufnahme einer entspannenden sportlichen Aktivität wie Yoga gegen das unangenehme Rauschen. Sollte das Geräusch im Ohr allerdings nach einigen Tagen nicht von alleine verschwinden, so muss ein Arzt aufgesucht werden. Dabei können weitere Schäden am Gehörgang vermieden werden.

Bücher über Rauschen im Ohr & Tinnitus

Quellen

  • Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Marek, A.: Psychosomatik in der HNO-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2009
  • Strutz, J., Mann, W.: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Thieme, Stuttgart 2010

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