Hörsturz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. September 2017
Startseite » Krankheiten » Hörsturz

Ein Hörsturz tritt zumeist plötzlich und unverhofft ein. Meistens ist dann ein Ohr vom Hörsturz betroffen. Die Anzeichen für diese Erkrankung sind Schwerhörigkeit oder gar Taubheit, Schwindel und Ohrengeräusche (Tinnitus). Die Ursachen sind Durchblutungsstörungen, die vor allem durch Stress und Rauchen ausgelöst werden können.

Inhaltsverzeichnis

Definition Hörsturz

Als Hörsturz wird eine Krankheit bezeichnet, bei welcher der Betroffene plötzlich entweder nichts mehr oder nur noch sehr wenig hört. Die Ausmaße können dabei recht unterschiedlich sein und von einem nur geringfügig verminderten Hörvermögen bis hin zur völligen Taubheit reichen. Meistens ist dabei nur ein Ohr betroffen; selten hört man auf beiden Ohren nichts mehr.

Begleiterscheinungen wie Ohrgeräusche oder ein dumpfes Gefühl im Ohr sind bei dieser Erkrankung keine Seltenheit. Bei etwa 30 Prozent der Patienten tritt zusätzlich ein Schwindelgefühl auf. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 16.000 Menschen an einem Hörsturz; damit zählt diese Erkrankung zu einer der häufigsten Ohrenerkrankungen. Am häufigsten betroffen sind übrigens Menschen zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Bei Kindern wiederum ist diese Krankheit eher selten.

In den meisten Fällen jedoch kehrt das Hörvermögen innerhalb von 24 Stunden von selbst wieder zurück.

Ursachen

Als häufigste Ursache für einen Hörsturz nimmt man eine Durchblutungsstörung des Innenohres an. In diesem Innenohr befinden sich die sogenannten Haarzellen, welche für das Hörvermögen zuständig sind. Diese senden über den Hörnerv Geräusche an das Hörzentrum im menschlichen Gehirn. Für die Sauer- und Nährstoffversorgung in diesen Haarzellen wiederum sind kleine Blutgefäße verantwortlich.

Werden diese aber nicht ausreichend durchblutet, sind auch die Haarzellen in ihrer Funktion beeinträchtigt und ein Hörsturz kann die Folge sein. Häufig sind kleine Blutgerinnsel verantwortlich für diese Krankheit. Da diese ähnlich den Blutgerinnseln bei einem Herzinfarkt sind, spricht man auch von einem Innenohrinfarkt. Zu solchen Blutgerinnseln können unter anderem erhöhte Blutfettwerte führen und auch übermäßiger Genuss von Nikotin kann natürlich so zu einem Hörsturz führen.

Selbst Blutdruckschwankungen oder bestimmte Erkrankungen des menschlichen Herzens führen nicht selten zu einem Hörsturz. In seltenen Fällen lösen Tumoren diese Erkrankung aus.

Symptome

Krankheitsverlauf

Ein Hörsturz tritt in der Regel plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Bei den meisten Patienten sind die Symptome jedoch fast genauso schnell wieder verschwunden, wie sie aufgetaucht sind. Trotzdem sollte bei den ersten Anzeichen ein Arzt aufgesucht werden, da die Heilungschancen bei dieser Erkrankung umso besser sind, je früher mit der Behandlung begonnen wird. Erfolgt die geeignete Therapie bereits einige Stunden nach Auftreten der ersten Symptome, betragen die Heilungschancen immerhin 80 bis 90 Prozent.

Komplikationen

Durch einen Hörsturz leidet der Patient an sehr starken Einschränkungen der Lebensqualität. Es kommt dabei zu einem sehr plötzlichen Verlust des Hörvermögens, sodass eine Schwerhörigkeit oder im schlimmsten Falle eine direkte Taubheit eintritt. Bei vielen Menschen kommt es durch das plötzliche Auftreten zu einer Panikattacke. Weiterhin kommt es auch zu verschiedenen Geräuschen im Ohr, die zu Schlafstörungen und einer allgemeinen Reizbarkeit führen können.

Die Betroffenen leiden an Störungen der Durchblutung, Schwindel und Stress. Im weiteren Verlauf der Krankheit kann der Patient auch in Ohnmacht fallen und sich dabei verletzen. Sollte es zu einer kompletten Schwerhörigkeit beim Patienten kommen, so können sich auch depressive Verstimmungen und andere psychische Beschwerden ausbilden. Vor allem junge Menschen leiden sehr stark an den Beschwerden des Hörsturzes.

Die Behandlung findet dabei mit Hilfe von Infusionen statt, die die Durchblutung anregen. Dabei treten keine weiteren Komplikationen auf. Allerdings kann nicht vorausgesagt werden, ob die Behandlung zu einer Besserung der Beschwerden führt. In den meisten Fällen kommt es allerdings zu einem positiven Krankheitsverlauf ohne Komplikationen. Sollte es zu einer Entzündung im Ohr gekommen sein, so werden in der Regel Antibiotika dagegen eingesetzt.

Behandlung & Therapie

Alle Symptome, welche auf einen Hörsturz hindeuten, sollten sofort von einem Arzt behandelt werden, denn je schneller diese Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Ignoriert man hingegen Symptome wie plötzlichen Hörverlust, Ohrengeräusche oder Schwindel, kann im schlimmsten Fall eine Taubheit entstehen, die nicht mehr behandelt werden kann.

Der behandelnde Arzt wird zunächst eine Ohrenspiegelung, die sogenannte Otoskopie, durchführen, um Verletzungen des Trommelfells auszuschließen. Mit speziellen Hörtests wird anschließend das Ausmaß der Schwerhörigkeit festgestellt.

In der weiteren Therapie bei der Diagnose Hörsturz gilt es nun, das Innenohr wieder ausreichend zu durchbluten - meist kommt hier eine Infusionstherapie zum Einsatz. Für die Dauer von etwa 14 Tagen erhält der Patient einmal täglich bei dieser über die Venen ein Mittel verabreicht, welches das Blut verdünnt. Auch Medikamente zur Erweiterung der Blutgefäße werden bei einem Hörsturz gerne verabreicht. Kortisonpräparate wiederum helfen gegen die bei einem Hörsturz auftretenden Entzündungen im Ohr.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Das können Sie selbst tun

Bei Verdacht auf einen Hörsturz sollte umgehend ein HNO-Arzt aufgesucht werden, um so dauerhafte Schädigungen zu vermeiden. Einige Faktoren begünstigen diese Erkrankungsform, welche von den Betroffenen selbst ausgeschalten oder zumindest reduziert werden können. Hierzu zählen das Rauchen und jede Form von Stress.

Mit Hilfe einer ärztlich begleiteten Therapie kann eine Raucherentwöhnung vollzogen werden, sollte der Patient dazu bereit sein. Die Reduzierung von Stress gestaltet sich oft schwieriger, weil mehrere Faktoren zusammenspielen. In erster Linie sollte überprüft werden, ob Stress durch eine starke Lärmbelästigung besteht. Betroffene müssten nun im nächsten Schritt überlegen ob und wie dieser zu mindern ist.

Um den Körper auch nach der Behandlung des Hörstutzes vor einem Rückfall zu bewahren, gilt es das Immunsystem zu stärken. Dies sollte über eine gesunde Lebensweise (Alkohol- und Nikotinverzicht) sowie eine ausgewogene Ernährung erfolgen. Ist der Körper ausreichend mit Mineralstoffen und Vitaminen versorgt, kann er Entzündungen selbst heilen. Betroffene sollten sich zudem Möglichkeiten für einen aktiven Stressabbau auswählen. Hierfür eignen sich Übungen wie Yoga oder Chi Gong sowie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen. Kurse werden in Sportzentren oder Physiotherapien angeboten. Die erlernten Übungen lassen sich anschließend sehr gut in den Alltag einbauen.

Im akuten Stadium bietet sich als Ersatz für ein Kortison-Präparat Kokosöl an. Dieses wirkt ebenso antientzündlich, verursacht jedoch keine unerwünschten Nebenwirkungen.

Bücher über Hörsturz

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: