Morgensteifigkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 30. Oktober 2016
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Von der Morgensteifigkeit sind häufig Arthrose-Patienten betroffen, aber auch bei anderen Krankheiten ist sie ein Begleitsymptom. Die Beschwerden äußern sich durch steife Gelenke, also eine eingeschränkte Beweglichkeit und Anlaufschmerzen. Letzteres bedeutet, dass die ersten Bewegungen am Morgen schwer fallen. Dies alles ist ein Zeichen, dass mit den Gelenken etwas nicht stimmt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morgensteifigkeit?

Die Morgensteifigkeit beschreibt ein Symptom, das bei zahlreichen unterschiedlichen Erkrankungen auftreten kann. Insbesondere Gelenkerkrankungen stehen mit einer stark ausgeprägten Morgensteifigkeit in Verbindung, vor allem Arthrose und Rheuma. Was meist schleichend beginnt, ist letztendlich das erste spürbare Anzeichen einer beeinträchtigten Gesundheit.

Die Gelenke sind bei den Betroffenen nach einer längeren Ruhephase, beispielsweise am Morgen nach dem Aufstehen, weniger beweglich als sonst. Das Ausmaß der Symptome nimmt im Laufe des Tages, aber auch bei einer vermehrten Bewegung der Gelenke wieder ab. Rund fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland unter der Verschleißerkrankung der Gelenke und somit ebenso unter einer Morgensteifigkeit.

Die Alarmsignale sollten ernst genommen werden. Wenn nicht frühzeitig genug etwas dagegen unternommen wird, muss mit einer gravierenden Verschlimmerung der Erkrankung gerechnet werden. Die Symptome können bis zu einer Unbeweglichkeit reichen. Daher sollte bei einer Morgensteifigkeit reagiert werden.

Ursachen

Die Gelenke werden vor allem durch nächtliche Entzündungsprozesse belastet, was zur Morgensteifigkeit und der eingeschränkten Beweglichkeit führt. Im Normalfall dient die nächtliche Ruhephase der Regeneration. Es erfolgt eine Erneuerung des Gewebes und eine Beseitigung der Zelltrümmer. Daher sinkt der Cortisol-Spiegel nachts ab, sodass das Immunsystem gehemmt wird.

Dies kann jedoch in arthritisch veränderten Gelenken zum Problem werden. Die Abwehr des Körpers ist sehr stark damit beschäftigt, die Knorpeltrümmer, die aus dem Verschleiß resultieren, in den Gelenken zu entfernen. Bei einer überschießenden Immunantwort werden jedoch auch gesunde Zellstrukturen angegriffen, sodass es zu Entzündungen und der Verschlechterung der Erkrankung kommt.

Ein Knorpel kann lebenslang gut funktionieren, jedoch nur, wenn er nicht überbeansprucht wird. Dazu gehört beispielsweise die Fehlbelastung, aber auch zu viel Ruhe kann eine Ursache sein. Für einen gewissen Zeitraum können Überbeanspruchungen ausgeglichen werden, nach längeren Phasen ist eine Arthrose jedoch vorprogrammiert.

Wenn eine Morgensteifigkeit auftritt, kann dies allerdings zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben. Diese sind nur durch eine ausführliche Untersuchung und Tests zu ermitteln. Daher ist es bei der Wahrnehmung der Symptome wichtig, einen Arzt aufzusuchen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die sorgfältige Diagnose ist bei einer Morgensteifigkeit sehr wichtig, denn diese ermöglicht es, eine passende Behandlung einzuleiten. Zu Beginn erfolgt stets die Anamnese durch den Arzt. Hierbei fragt er den Patienten nach der Vorgeschichte. Danach kommt es zur Betrachtung und Betastung.

Zudem stehen dem Arzt spezielle Funktions- und Schmerztests zur Verfügung, die es ihm ermöglichen, die Stabilität der Bänder und Muskeln sowie die Gelenkbeweglichkeit zu überprüfen. Besteht der Verdacht, dass eine Arthrose vorliegt, wird der Mediziner auf eine apparative Diagnostik zurückgreifen, zum Beispiel Ultraschall-, Röntgen- oder MRT-Untersuchungen.

Dies gibt einen guten Aufschluss über den Zustand des Gelenks und der Knochen. Bei Rötungen und starken Schwellungen erfolgt zudem häufig eine Gelenkpunktion, um die Gelenkflüssigkeit im Labor zu analysieren. Die Blutuntersuchung ist eine weitere Untersuchungsmethode.

Damit können die Anzahl der Immunzellen in der Gelenkflüssigkeit, die Viskosität der Synovialflüssigkeit und das Vorhandensein der Rheumafaktoren untersucht werden. Dies hilft dabei, festzustellen, ob es sich um eine Arthrose, rheumatoide Arthritis oder Gicht handelt, aufgrund derer die Morgensteifigkeit verursacht wird.

Für Meniskusschäden oder Veränderungen des Knochenstoffwechsels stehen die Szintigraphie und die Magnetresonanztomographie zur Verfügung. Es ist stets wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, der die Ursache ermittelt und eine geeignete Therapie einleitet. Die Erkrankung kann sonst zu einer fortschreitenden Gelenkzerstörung führen.

Behandlung & Therapie

Bei einer Morgensteifigkeit richtet sich die Behandlung stets nach der ermittelten Ursache. Liegt eine Arthrose vor, genügt es meist nicht, lediglich den durch den Arzt verordneten Therapie-Plan zu besprechen. Oftmals müssen auch die Lebensgewohnheiten verändert werden. Dazu gehören beispielsweise gelenkschonende Bewegungsarten oder eine andere Ernährung.

Eine Morgensteifigkeit kann durch physiotherapeutische Maßnahmen bekämpft werden, die jedoch unter professioneller Anleitung erfolgen sollten. Sonst könnte eine Verschlimmerung des Krankheitsbildes und der Beschwerden eintreten. Zudem kommen häufig medikamentöse Therapien zum Einsatz, um Entzündungen innerhalb des Gelenks zu minimieren und somit einen weiteren oder schlimmeren Krankheitsverlauf zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.

Entzündungshemmende Medikamente sind die so genannten NSAIDS, beispielsweise Ibuprofen und Diclofenac. Diese stellen die Basismedikation bei Erkrankungen wie Rheuma und Arthrose dar, die sehr oft der Grund für die Morgensteifigkeit sind. Liegt eine Autoimmunerkrankung vor, vor allem bei der rheumatoiden Arthritis, sind zudem das Immunsystem unterdrückende Medikamente oftmals eine gute Unterstützung. Das Kortisol stellt bei Rheuma einen sehr wichtigen Bestandteil der Behandlung dar.




Vorbeugung

Da Überlastungen, aber ebenso ein Mangel an Bewegung der Grund für die Morgensteifigkeit sein können, sollten diesbezüglich Veränderungen eingeleitet werden. Falsche Belastungen bei der Arbeit und ein Mangel an Beweglichkeit, auch bei übergewichtigen Menschen, begünstigen die Arthrose und lösen somit die Morgensteifigkeit aus. Eine gute Vorbeugung ist daher ausreichend Bewegung ohne eine Überforderung.

Wichtig ist auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung, bei der industriell verarbeitete Nahrungsmittel möglichst vermieden werden sollten, um Stoffwechselkrankheiten zu vermeiden. Im Falle einer genetischen Vorbelastung sind neben den genannten Maßnahmen regelmäßige Laborkontrollen empfehlenswert. Zudem empfiehlt es sich, den Körper nicht zu sehr einer Kälte auszusetzen, denn dadurch wird die Morgensteifigkeit verschlimmert.

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