Spondylarthrose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. Oktober 2017
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Die Spondylarthrose ist eine der häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule, die in aller Regel auf degenerative Prozesse zurückgeführt werden kann. Vor allem ältere Personen sind von einer Spondylarthrose betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Spondylarthrose?

Als Spondylarthrose (auch Facettengelenkarthrose) werden degenerative (verschleißbedingte) Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) bezeichnet, die als Sekundärerkrankung weiterer Beeinträchtigungen der Wirbelsäule (Bandscheibenschäden, erosive Osteochondrose) oder als Primärerkrankung auftreten können.

Generell kann jeder Abschnitt der Wirbelsäule betroffen sein, allerdings tritt eine Spondylarthrose in den meisten Fällen im Bereich der Lendenwirbel auf und manifestiert sich anhand eines tief sitzenden axialen Rückenschmerzes. Mit zunehmendem Verschleiß verliert die Wirbelsäure ihre Fähigkeit zur mechanischen Stabilisierung und Kompensation von Be- und Überlastungen der Wirbelgelenke.

Infolge einer dauerhaften Fehlbelastung kommt es zudem zu anormalen Bewegungsabläufen, die Beeinträchtigungen der benachbarten Wirbelsäulenabschnitte nach sich ziehen. Oftmals geht eine Spondylarthrose mit Sklerose (Verkalkung), einer Randzackenbildung in den betroffenen Wirbelgelenken sowie einer zunehmenden Reduzierung des Gelenkspalts einher. Weitere typische Begleiterkrankungen einer Spondylarthrose stellen die Spinalkanalstenose sowie das Wurzelkompressionssyndrom dar.

Ursachen

Eine Spondylarthrose kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Unterschiedliche Schädigungen der Wirbelsäule wie Verletzungen infolge von Traumata oder andere Erkrankungen können degenerativen Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke bedingen und zu einer Spondylarthrose führen.

Insbesondere Beeinträchtigungen der Bandscheibenfunktionalität (Bandscheibenvorfälle, -vorwölbungen) oder der stabilisierenden Haltebänder sowie Haltungsstörungen (Hyperlordose) können Instabilitäten und Fehlbelastungen der Wirbelsäule hervorrufen, die wiederum eine Erniedrigung der Wirbelgelenke und somit einen Stabilitätsverlust nach sich ziehen.

Zur Kompensierung der Überbelastung bilden sich Verknöcherungen an den Wirbelgelenken, die zusätzlich die Flexibilität der Wirbelsäule stark einschränken. Zudem können Tumoren, Entzündungserkrankungen, generalisiert auftretende Skeletterkrankungen (Osteoporose), chronische Veränderungen der Wirbelsäule (Skoliose), rheumatische Erkrankungen und/oder Missbildungen der Wirbelsäule die Manifestierung einer Spondylarthrose begünstigen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ein Erstverdacht auf eine Spondylarthrose resultiert in aller Regel aus der Schmerzsymptomatik. Da die lokal auftretenden Schmerzen, die unter Belastung zunehmen und bis in das Gesäß und/oder die Beine ausstrahlen können (pseudoradikuläres Syndrom), nicht krankheitsspezifisch sind, sind weitere Untersuchungen zur Diagnosestellung erforderlich.

Röntgenologische Verfahren geben Aufschluss über die für Spondylarthrose charakteristischen Verdichtungen der betroffenen Knochenareale. Abgesichert wird die Diagnose durch weitere bildgebende Diagnoseverfahren wie eine Computertomographie, im Rahmen derer die knöchernen Veränderungen genauer dargestellt werden können. Differenzialdiagnostisch sollte eine Spondylarthrose von bestimmten Entzündungserkrankungen (Spondylodiszitis, Spondylitis), Spinalkanalstenosen sowie einer Spondylolisthesis abgegrenzt werden.

Eine Spondylarthrose geht nicht in jedem Fall mit Schmerzen einher und sowohl Prognose als auch Verlauf können individuell unterschiedlich sein. Die Erkrankung ist nicht heilbar und kann lediglich symptomatisch therapiert werden. Allerdings können in vielen Fällen die Symptome einer Spondylarthrose im Rahmen einer konservativen Therapie, insbesondere bei konsequentem Aufbau der Rückenmuskulatur, reduziert werden.

Komplikationen

In den meisten Fällen leiden vor allem ältere Menschen an den Beschwerden der Spondylarthrose. Es kommt dabei zu sehr starken Rückenschmerzen. Diese Schmerzen breiten sich in vielen Fällen auch in die benachbarten Regionen aus, sodass es auch im Nacken oder in den Flanken zu Schmerzen kommen kann.

Weiterhin werden auch die Nerven im Rücken geschädigt, sodass es eventuell zu Lähmungen oder zu anderen Gefühlsstörungen kommt. In den meisten Fällen treten die Rückenschmerzen dabei nicht nur als Belastungsschmerzen, sondern auch in Form von Ruheschmerzen in der Nacht auf und können damit zu einer Schlaflosigkeit führen. Desweiteren können sich psychische Beschwerden oder Depressionen bemerkbar machen.

Die Patienten selbst leiden dabei an deutlichen Einschränkungen in der Bewegung und damit auch im Alltag. Auch sportliche Betätigungen sind in vielen Fällen kaum mehr möglich. Eine direkte Behandlung der Spondylarthrose ist leider nicht möglich. Die Betroffenen sind dabei auf verschiedene Therapien angewiesen, die die Beschwerden lindern können. Allerdings kommt es in den meisten Fällen nicht zu einer vollständigen Heilung. Die Spondylarthrose wirkt sich in der Regel nicht auf die Lebenserwartung des Betroffenen aus.

Behandlung & Therapie

Die therapeutischen Maßnahmen hängen bei einer Spondylarthrose im starken Maße vom Ausmaß des Verschleißes und der korrespondierenden Schmerzsymptomatik ab. Anfänglich kommen physiotherapeutische (Massagen, gymnastische Übungen zum Aufbau und zur Stärkung der Rückenmuskulatur), elektrotherapeutische (Stimulierung der Muskeltätigkeit) sowie hydrotherapeutische (u.a. Kneippsche Bäder) Maßnahmen und Entspannungsübungen zum Einsatz.

In Abhängigkeit von der spezifisch vorliegenden Schmerzsymptomatik kann eine zusätzliche medikamentöse Therapie mit Schmerzpflastern, nicht-steroidalen Antiphlogistika oder Muskelrelaxantien erforderlich sein. Daneben kann eine Akupunktur, die mit bedeutend weniger Nebenwirkungen einhergeht, zur Therapie der Schmerzen angewandt werden. Bei ausgeprägteren Schmerzen kann zur Reduzierung der Schmerzen eine lokale Infiltration oder Facetteninfiltration, bei welcher kristallines Cortison in die Gelenkräume injiziert wird, in Frage kommen.

Darüber hinaus können mit einer Kryosonde die die Facettengelenke versorgenden Nerven minimal-invasiv zur temporären Schmerzfreiheit vereist werden (Facettendenervierung). Die Indikation für einen chirurgischen Engriff wird generell vorsichtig gestellt und erst dann in Betracht gezogen, wenn alle anderen Maßnahmen keine Wirkung zeigen. Hierbei stehen abhängig von der Ausprägung der Erkrankung verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung.

So kann beispielweise der Spinalkanal erweitert werden, um eine Kompression auf die im betroffenen Bereich befindlichen Nerven und somit die Schmerzen zu reduzieren. Eine Spondylodese, bei welcher die betroffenen Wirbelsegmente versteift werden, stellt ein weiteres Operationsverfahren bei einer Spondylarthrose dar.

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Vorbeugung

Einer Spondylarthrose kann wie jeder anderen Arthroseform durch regelmäßige Bewegung und Ausgleichsportarten wie Laufen oder Schwimmen vorgebeugt werden, wobei hier eine Überlastung der Wirbelsäule vermieden werden sollte. Übergewicht stellt einen weiteren Risikofaktor für Spondylarthrose dar, weshalb eine vorliegende Adipositas entsprechend im Rahmen einer Therapie (Bewegung, Ernährungsumstellung) behandelt werden sollte.

Bücher über Rückenschmerzen

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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