Morbus Gilbert-Meulengracht

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. August 2017
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Morbus Gilbert-Meulengracht oder auch Gilbert-Syndrom ist eine Stoffwechselstörung, welche sich durch einen erhöhten Bilirubin-Spiegel im Blut äußert. Die Störung ist genetisch bedingt, hat jedoch nur sehr selten dauerhafte Schädigungen zur Folge.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morbus Gilbert-Meulengracht?

Als Morbus Meulengracht bezeichnet man einen Effekt, der sich durch eine erhöhte Konzentration von indirektem Bilirubin im Blut auszeichnet. Dadurch kommt es zu verschiedenen Symptomen wie einer Gelbfärbung der Augen. Da indirektes Bilirubin nur schwer wasserlöslich ist, bindet es sich an Albumine, welche als Lösungsvermittler wirken.

Morbus Gilbert-Meulengracht ist also eine Stoffwechselstörung. Sie entsteht durch verzögerte biochemische Umwandlungsprozesse im Blut und ist vollkommen harmlos. Allerdings entstehen verschiedene Symptome, die sich behandeln lassen.

Ursachen

Morbus Meulengracht wird durch eine Minderaktivität des Enzyms UDP-Glucuronosyltransferase ausgelöst. Dieses Enzym ist dafür verantwortlich, fettlösliche Stoffwechselprodukte in wasserlösliche Endprodukte umzuwandeln.

Kommt es bei diesem Prozess zu einer Störung, können verschiedene Stoffwechselprodukte und körperfremde Stoffe wie etwa Medikamente nicht optimal für die Ausscheidung aus dem Körper vorbereitet werden. Dadurch treten die genannten Symptome auf. Gestört ist im Speziellen der rote Blutfarbstoff Häm.

Der Effekt, welche insbesondere durch eine verringerte Aktivität des Enzyms UDP-Glucuronosyltransferase ausgelöst wird, hat nur selten äußerliche Ursachen. Allerdings kann eine fettarme Ernährung die überschaubaren Beschwerden auslösen. Auch Fastenkuren gehen häufig mit der Morbus Gilbert-Meulengracht einher.

Typische Symptome & Anzeichen

  • im Allgemeinen asymptomatisch
  • leichte Erhöhung des indirekten Bilirubins im Blut
  • ggf. Müdigkeit, Gelbe Augen

Diagnose & Verlauf

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Morbus Gilbert-Meulengracht kann eindeutig diagnostiziert werden. Dazu muss im Gespräch mit dem Betroffenen ermittelt werden, welche Symptome auftreten. Stellt sich heraus, dass es zu einer gesteigerten Übelkeit in Verbindung mit gelben Augen kommt, kann zumindest ein Verdacht vorliegen. Weitere Symptome treten allenfalls im Zusammenhang mit Infektionen auf. So kann das Syndrom mit Beschwerden im Bereich der Leber, Übelkeit und Unwohlsein einhergehen. Insbesondere beim Fasten oder Stress kommt es zu einer Verstärkung der Symptome.

Darüber hinaus hat der Effekt jedoch keine nennenswerten Symptome und bleibt für die Betroffenen in der Regel ohne gesundheitliche Komplikationen. Deshalb ist es schwierig, Morbus Meulengracht durch eine äußere Untersuchung festzustellen. Eine Blutuntersuchung kann dagegen schnell Aufschluss über das Syndrom geben. Insbesondere die Bilirubin-Werte sind entscheidend. Sind nur diese Werte erhöht und alle anderen Blutwerte auf einem normalen Level, kann von Morbus Gilber-Meulengracht ausgegangen werden.

Zwar ist das Syndrom harmlos, doch die Diagnose ist dennoch von entscheidender Wichtigkeit. So können durch sie ernste Erkrankungen der Leber ausgeschlossen werden. Auch eine Hämolyse lässt sich durch die eindeutige Diagnose ausschließen. In manchen Fällen greifen Ärzte deshalb auf einen Gentest zurück, um hundertprozentige Sicherheit zu haben.

Der Verlauf des Gilbert-Syndroms ist unproblematisch. Meist verschwinden die Beschwerden wie gelbe Augen und Übelkeit nach wenigen Tagen wieder. Auch bei längeren Fastenkuren führt das Syndrom nur selten zu gesundheitlichen Einschränkungen. Oft wird Morbus Meulengracht von den Betroffenen überhaupt nicht bemerkt. Dennoch sollte man die Symptome nicht unterschätzen. Es könnte sich um eine ernsthafte Erkrankung der Leber handeln, die in jedem Fall therapiert werden muss.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es durch den Morbus Gilbert-Meulengracht nicht zu besonderen Einschränkungen oder Komplikationen. Die meisten Patienten leben mit der Krankheit ihr gesamtes Leben und es kommt dabei nicht zu einer Verringerung der Lebenserwartung. Daher muss die Krankheit auch nicht behandelt werden, wenn es nicht zu Beschwerden kommt.

Sollten allerdings Beschwerden auftreten, äußern sich diese in der Regel durch eine Müdigkeit und eine Abgeschlagenheit des Patienten. Auch die Belastbarkeit des Betroffenen sinkt durch den Morbus Gilbert-Meulengracht deutlich ab und es kann zu Beeinträchtigungen im Alltag kommen. Weiterhin leiden einige Betroffene an einer Übelkeit und an gelben Augen. Sind die Beschwerden an der Leber stark ausgeprägt, kann es zu einem starken Unwohlsein kommen.

Komplikationen können durch den Morbus Gilbert-Meulengracht dann auftreten, wenn der Betroffene fastet, da die Beschwerden in diesem Falle noch weiter verstärkt werden. In der Regel muss der Morbus Gilbert-Meulengracht nicht behandelt werden. Nur bei schweren Beschwerden können die Symptome eingeschränkt werden. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Krankheit nicht verringert und es kommt nicht zu weiteren Komplikationen.

Behandlung & Therapie

Morbus Meulengracht ist eine harmlose Stoffwechselstörung und muss dementsprechend nicht zwingend behandelt werden. Allerdings besteht die Möglichkeit, die Symptome zu beheben und Aufklärung zu betreiben. Das ist vor allem dann notwendig, wenn die Betroffenen durch gelbe Augen oder wiederholte Übelkeit verunsichert sind und dadurch eine verringerte Lebensqualität verspüren.

Deshalb ist der wichtigste Pfeiler der Behandlung ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen. In diesem können die einzelnen Symptome besprochen und auf die hohen Bilirubin-Werte zurückgeführt werden.

Ein weiterer Pfeiler der Behandlung ist die Untersuchung auf unverträgliche Medikamente. Gerade bestimmte Medikamente wie etwa Paracetamol können die Symptome verstärken und sollten unter Umständen abgesetzt werden.

Es lässt sich also sagen, dass Morbus Meulengracht im Normalfall keinerlei Probleme verursacht. Allenfalls die Unsicherheit der Betroffenen gilt es durch Aufklärung zu zerstreuen. Generell ist es fraglich, ob Morbus Meulengracht überhaupt eine Erkrankung ist. So haben neuere Untersuchungen ergeben, dass das Gilber-Syndrom vorbeugend gegen Darmkrebs, Arteriosklerose und Lungenkrankheiten wirken kann.

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Vorbeugung

Morbus Gilbert-Meulengracht besitzt keinen Krankheitswert und muss deshalb nicht vorbeugend behandelt werden. Möchte man die charakteristische Gelbfärbung der Augen vermeiden, empfiehlt es sich, auf Fastenkuren und fettarme Ernährung weitestgehend zu verzichten.

Die Bilirubin-Werte sollten dadurch auf einem normalen Stand bleiben. Darüber hinaus ist es bei dem Syndrom wichtig, Aufklärung zu betreiben. Leiden andere Personen an den Symptomen, sollte auf die Morbus Gilbert-Meulengracht als Ursache hingewiesen werden.

Medikamente sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Trotz der harmlosen Symptome sollte bei gelben Augen eine umfassende Diagnose gestellt werden. Nicht selten handelt es sich um eine anderweitige Erkrankung.

Bücher über Übelkeit

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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