Kreislaufstillstand (Herz-Kreislauf-Versagen)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 23. Oktober 2016
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Ein Kreislaufstillstand beziehungsweise Herz-Kreislauf-Versagen kann verschiedene Ursachen haben. Maßgeblich für eine gute Prognose bei Kreislaufstillstand ist vor allem rasches Eingreifen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kreislaufstillstand?

In der Medizin wird der Ausfall des Herz-Kreislauf-Systems bei einem Betroffenen als Kreislaufstillstand bezeichnet. Kommt es zu einem solchen Herz-Kreislauf-Versagen, wird dies häufig auch als klinischer Tod definiert.

Ein Kreislaufstillstand kann verschiedene Formen annehmen. So kann bei einem Kreislaufstillstand etwa ein sogenanntes Kammerflimmern vorliegen; hierbei arbeiten die verschiedenen Herzmuskelzellen nicht koordiniert, sodass es nicht zu einer Kontraktion des Herzens kommen kann.

Möglich ist ein Herz-Kreislauf-Versagen außerdem in der Form, dass das Herz zu schnell schlägt, um sich zwischen den Herzschlägen ausreichend mit Blut füllen zu können. Außerdem kann ein Kreislaufstillstand dadurch gekennzeichnet sein, dass zwar elektrische Nervenimpulse am Herzen messbar sind, diese aber nicht zu einem Arbeiten des Herzens führen können.

Anzeichen, die mit großer Sicherheit auf einen Kreislaufstillstand hinweisen können, sind beispielsweise ein Atemstillstand, eine Schnappatmung oder auch ein fehlender Puls von Hauptarterien.

Ursachen

Die häufigste Ursache für einen Kreislaufstillstand ist bei Menschen in Industrienationen der plötzliche Herztod. Ein solch plötzlicher Herztod als Grund für ein Herz-Kreislauf-Versagen kann beispielsweise infolge eines Herzinfarktes auftreten.

In selteneren Fällen kann ein Kreislaufstillstand auch durch sogenannte nicht-kardiale Ursachen (also Ursachen, die nicht mit dem Herzen in Verbindung stehen) bedingt sein: Zu solchen Ursachen von Herz-Kreislauf-Versagen zählen beispielsweise ein Atemstillstand oder ein Lungenödem (also vom Atemtrakt ausgehende Ursachen).

Auch verschiedene Beeinträchtigungen, die das Gehirn betreffen, können zu einem Kreislaufstillstand führen; so können etwa ein erlittener Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma einen Kreislaufstillstand nach sich ziehen. Nicht zuletzt können auch weitere Vorfälle zu einem Herz-Kreislauf-Versagen führen; so etwa Stromunfälle oder erlittene Schocks.

Typische Symptome & Anzeichen

  • kein vorhander Puls
  • plötzlicher Blutdruckabfall (Hypertensive Krise (Hypertensiver Notfall))
  • Bewusstlosigkeit
  • Blasse Haut
  • Nulllinie im EKG

Diagnose & Verlauf

Mit recht großer Sicherheit kann ein Kreislaufstillstand diagnostiziert werden, wenn bei einem Betroffenen Symptome vorliegen wie Atemstillstand oder eine Pulslosigkeit, die die großen Arterien betrifft. Zu den Symptomen, die zwar auf einen Kreislaufstillstand hindeuten können, aber möglicherweise auch die Folge anderer Erkrankungen sind, zählen unter anderem eine Bewusstlosigkeit, auftretende Krämpfe oder geweitete, lichtstarre Pupillen.

Welchen Verlauf ein Herz-Kreislauf-Versagen im Einzelfall nimmt, hängt zunächst in großem Maße davon ab, wie schnell entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Grundsätzlich ist ein Herz-Kreislauf-Versagen reversibel; das bedeutet, dass ein Betroffener reanimiert werden kann. Ob eine solche Reanimation erfolgreich ist und welche Folgeschäden (wie beispielsweise Gehirnschäden aufgrund von Sauerstoffmangel) entstehen können, kann besonders von erfolgenden Sofortmaßnahmen abhängen wie einer Beatmung oder einer Herzdruckmassage durch Laien bis zum Eintreffen eines Notarztes.

Bei nicht rechtzeitig erfolgender medizinischer Intervention kann ein Herz-Kreislauf-Versagen tödlich verlaufen.

Behandlung & Therapie

Ein Kreislaufstillstand gilt immer als medizinischer Notfall. Eine wichtige Sofortmaßnahme bei Herz-Kreislauf-Versagen ist zunächst eine umgehende Herz-Lungen-Wiederbelebung, um das Leben eines Betroffenen zu retten. Zwar können bei einem Kreislaufstillstand kurzfristig Erste-Hilfe-Maßnahmen wie die Herzdruckmassage erfolgreich sein; häufig sind darüber hinaus aber auch rasche, weiterführende medizinische Maßnahmen notwendig wie beispielsweise eine Defibrillation oder eine Medikamentengabe.

Die Defibrillation beschreibt eine Behandlungsmethode, bei der ein Betroffener Stromstöße erhält, um die Herztätigkeit zu animieren. Anwendung finden kann die Defibrillation etwa bei Herz-Kreislauf-Versagen, das durch Kammerflimmern oder Kammerflattern bedingt ist - also bei verschiedenen Formen des kardial bedingten Herz-Kreislauf-Versagens.

Eine Medikamentengabe bei einem erlittenen Herz-Kreislauf-Versagen kann beispielsweise notwendig werden, wenn ein Herz-Kreislauf-Versagen bedingt ist durch einen beschleunigten Herzschlag, einen beeinträchtigten Herzschrittmacher oder durch weitere Gründe, die nicht vom Herzen ausgehen. Eine Defibrillation ist in zuletzt genannten Fällen in der Regel eine nicht wirkungsvolle Maßnahme zur medizinischen Behandlung von Herz-Kreislauf-Versagen.




Vorbeugung

Um einem Kreislaufstillstand vorzubeugen, ist es in der Regel vor allem wichtig, die verschiedenen möglichen Ursachen eines Kreislaufstillstands zu verhindern. So werden etwa Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall als Ursachen für einen Kreislaufstillstand vor allem begünstigt durch Übergewicht und hohen Blutdruck. Letzteren Faktoren kann beispielsweise durch regelmäßige Bewegung, ausgewogenes Essen sowie einen bewussten Umgang mit Nikotin und Alkohol vorgebeugt werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Adele kommentierte am 10.08.2015 um 15:14 Uhr

Guten Tag,
ich hatte kürzlich einen Kreislaufkollaps beim Bergsteigen, ohne besondere vorhergehende Belastung. Die Wärme machte mir zu schaffen. Ich hatte schon den 2. Tag Augenflimmern. Plötzlich war ich weg, erst beim Hubschraubergeräusch wurde ich wach. Dazu muss ich sagen, dass ich seit Jahren viel in die Berge gehe, trainiere, also keinen Bewegungsmangel habe. Befundmäßig ergaben sich Herzrhythmusstörungen bei Belastung und eine undichte Herzklappe bzw. Versagen des kleinen Kreislaufs.

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