Kratzen im Hals

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Oktober 2017
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In den meisten Fällen deutet ein Kratzen im Hals eine beginnende Erkältung an. Es kann aber auch um eine allergische Reaktion, eine Überreizung oder eine stecken gebliebene Fischgräte gehen. Sänger wissen, dass man den Hals-Rachen-Raum befeuchten und pflegen muss, damit die Stimme bei einem Auftritt nicht versagt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kratzen im Hals?

Kratzen im Hals ist ein unangenehm raues Gefühl im Hals. Ihm folgen oft schmerzhafte Schluckbeschwerden bzw. Halsschmerzen. Man räuspert sich häufig oder verspürt einen Hustenreiz. Manchmal äußert sich das Kratzen im Hals auch als leises Kitzeln, bevor es in das zweite Stadium übergeht.

Ursachen

Als Ursachen für Kratzen im Hals können eine Überhitzung mit anschließendem Auskühlen, zu hohe Lufttrockenheit, aber auch allergisches Geschehen oder Reizungen durch Rauch genannt werden.

So klagen Sänger bei Trockeneisnebel über ein ständiges Kratzen im Hals. Manche Menschen reagieren mit einem Kratzen im Hals, wenn sie ein bestimmtes Parfüm riechen. Hier kann eine Unverträglichkeits- oder Allergieneigung vorhanden sein. Es kann sich um sensibilisierende Inhaltsstoffe handeln, die man in Nase und Kehle als unangenehm wahrnimmt. Die Inhalation löst ein Kratzen im Hals aus.

Exzessiv malende Künstler, die ein Kratzen im Hals durch Inhaltsstoffe in Malfarben ignorieren, werden später nicht selten auf Farben allergisch. Ein Kratzen im Hals kann auch nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel auftreten.

Verspürt man nach dem Verzehr von histaminhaltigem Käse, Schalentieren oder Erdbeeren ein Kratzen im Hals, sollte man einen Allergietest in Erwägung ziehen. Außerdem können Lufttrockenheit und Schnarchen ein ständiges Kratzen im Hals auslösen.

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Diagnose & Verlauf

Als Ursachen für Kratzen im Hals können eine Überhitzung mit anschließendem Auskühlen, zu hohe Lufttrockenheit, aber auch allergisches Geschehen oder Reizungen durch Rauch genannt werden.

Diagnose und Verlauf von Kratzen im Hals richten sich nach dem Allgemeinbefinden. Einen Arzt muss man bei Kratzen im Hals nicht immer hinzuziehen. Kann man feststellen, was das Kratzen im Hals verursacht hat, behandelt man auch selbst.

Unerklärliches, anhaltendes oder spürbar von einem Fremdkörper stammendes Kratzen im Hals muss ärztlich untersucht werden. Eine Diagnose braucht man auch, wenn man nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel ein Schwellungen und Kratzen im Hals feststellt. Meist genügt es nicht, das entsprechende Lebensmittel zu meiden.

Unverträglichen Inhaltsstoffe können zudem in Fertiggerichten verarbeitet sein. Zusätzlich kann es zu Kreuz-Allergien oder weiteren Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen.

Komplikationen

Als Vorboten eines grippalen Infekts zieht Kratzen im Hals ohne Gegenmaßnahmen weitere Erkältungssymptome wie Schnupfen und Husten nach sich. Wird das Halskratzen von gereizten Stimmbändern verursacht, droht bei weiterer stimmlicher Belastung oder uneingeschränktem Nikotinkonsum vorübergehend vollkommener Stimmverlust – werden die Stimmbänder weiterhin überstrapaziert, können sie dauerhaft geschädigt werden.

Auch eine durch Viren oder Bakterien bedingte Kehlkopfentzündung macht sich häufig als erstes durch Kratzen im Hals bemerkbar, in der Folge kann die Schleimhaut stark anschwellen und zu einer massiven Atemnot führen. Hinter einer über Wochen andauernden Heiserkeit in Verbindung mit dem kratzenden Gefühl im Hals kann sich ein bösartiger Tumor des Kehlkopfes verbergen.

Ein Fremdkörpergefühl im Hals tritt in manchen Fällen bei einer Entzündung der Schilddrüse auf, die unbehandelt zur deutlichen Funktionseinschränkung des lebenswichtigen Organs führen kann. Gelegentlich verursachen chronisch entzündete Mandeln das kratzende Gefühl im Hals, in der Folge können sich Bakterien im Körper verbreiten und Schäden an Herz, Nieren oder Gelenken verursachen. Weiterhin kann Kratzen im Hals eine allergische Reaktion auf bestimmte Lebensmittel oder einen Insektenstich ankündigen, die ohne ärztliche Behandlung im schlimmsten Fall einen lebensbedrohlichen Schockzustand auslöst.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Das Kratzen im Hals hat meist harmlose Ursachen. Trotzdem sollte bei einem längeren Problem ein Arzt aufgesucht werden. Auch bei einer Schwellung im Hals ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Hat der Betroffene weitere gesundheitliche Probleme wie Kopfschmerzen, Schwindel, Fieber und Unwohlsein ist es wichtig, zeitnah den Hausarzt aufzusuchen. Auch ein Internist kann zur Diagnosestellung und Behandlung kontaktiert werden.

Bei besonders komplexen und schweren Fällen ist es notwendig, sich an einen Hals-Nasen-Ohrenarzt zu wenden. Der HNO ist der Spezialist für Erkrankungen im Hals, der Nase und den Ohren. Meist stehen bei einem Besuch beim Hals-Nasen-Ohrenarzt andere Behandlungsoptionen zur Verfügung als beim Hausarzt. Außerdem hat der spezialisierte Arzt einen größeren Wissensschatz, um eine Erkrankung im Hals richtig zu beurteilen.

Oftmals tritt das Kratzen im Hals im Zusammenhang mit einem viralen Infekt auf, weshalb es nach ein bis zwei Wochen wieder von alleine abklingt. In diesem Fall ist es nicht notwendig, zum Arzt zu gehen.

Behandlung & Therapie

Bei entzündungs- oder erkältungsbedingtem Kratzen im Hals greift man zu bewährten Hausmitteln. Bei nächtlichem Kratzen im Hals durch Schnarchen ist Luftbefeuchtung hilfreich. Außerdem sollte man über den Tag verteilt viel trinken. Raucht man oder muss aus beruflichen Gründen viel telefonieren, ist dies ein weiterer Faktor, der zu einem Kratzen im Hals führen kann.

Hat man den Hals-Rachenraum überstrapaziert, kann man lindernde Tees trinken oder Salbeibonbons lutschen. Fakt ist: Ein trockener Hals ist das Einfallstor für Bakterien und Viren. Er muss daher möglichst schnell befeuchtet werden. Wer bei kaltem Wetter mit offenem Mantel und tiefem Ausschnitt spazieren geht, muss sich über ein Kratzen im Hals nicht wundern. Vielredner und an der frischen Luft arbeitende Menschen müssen sich besonders vor Kratzen im Hals schützen.

Letztere härten mit der Zeit ab. Aber wenn man es nicht gewohnt ist, draußen zu arbeiten, verkühlt man sich schnell. Das Kratzen im Hals ist das erste Signal, dass man nicht so gesund ist, wie es sein sollte. Udo Jürgens, der seine Stimme vor einem Kratzen im Hals schützen muss, ist nicht umsonst durch seinen Kamillentee berühmt geworden. Viele Rocksänger allerdings machen das Kratzen im Hals zu ihrem stimmlichen Markenzeichen.

Aussicht & Prognose

Beim Kratzen im Hals handelt es sich in den meisten Fällen nur um ein temporäres Symptom, welches von alleine verschwindet und nicht durch einen Arzt behandelt werden muss. Das Kratzen im Hals tritt vor allem bei Erkältungen, Grippen und Infekten des Magen-Darm-Traktes auf. Hier könnten Tees und Halsbonbons das Kratzen im Hals lindern und den Alltag erträglicher machen.

Das Symptom tritt auch dann auf, wenn ein Patient seine Stimme sehr lange beansprucht hat. Danach muss die Stimme ruhen und darf nicht zu stark beansprucht werden. Eine Behandlung findet in der Regel nicht statt, wenn das Symptom nicht über einen längeren Zeitraum auftritt.

Sollte das Kratzen im Hals mehrere Wochen lang vorhanden sein, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Hier besteht der Verdacht einer Entzündung, die umgehend behandelt werden muss. Die Behandlung selbst findet bei einer bakteriellen Entzündung mit Antibiotika statt und führt zu einem Erfolg innerhalb weniger Tage. Ein operativer Eingriff ist nur sehr selten notwendig.

Falls die Stimme stark beansprucht wird, sollte der Patient immer viel Flüssigkeit trinken, um dem Kratzen im Hals direkt vorzubeugen.

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Vorbeugung

Maßnahmen der Vorbeugung können bei Kratzen im Hals je nach Diagnose verschieden aussehen. Kratzen im Hals durch Schnarchen und zu trockene Luft kann man mit befeuchteter Luft vorbeugen. Trockeneisnebel auf einer Bühne kann so geleitet werden, dass er den Sänger nicht einhüllt. Gegen erkältungsbedingtes Kratzen im Hals kann man sich durch warme Kleidung, Abhärtungsmaßnahmen, viel Schlaf und eine vitalstoffreiche Kost wappnen. Gurgeln, viel trinken und Inhalieren kann den Hals-Rachenraum feucht halten.

Das können Sie selbst tun

Ein Kratzen im Hals lässt sich mit verschiedenen Hausmitteln lindern. Zunächst gilt es, mögliche Auslöser (kalte oder trockene Raumluft, Allergien u.a.) zu finden und zu beheben. Wirksam ist neben viel Ruhe vor allem viel trinken. Speziell Kräutertees aus Salbei, Thymian oder Kamille beruhigen die Atemwege und lindern die Schmerzen. Auch das Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser oder Kamillen- und Salbeitee wirkt gegen unangenehmes Kratzen im Hals. Ebenso Halswickel, die entweder mit Wasser oder mit Zitronensaft, Öl oder Quark angewendet werden können.

Bei starkem Kratzen hilft eine Schwitzkur, die je nach Art der Beschwerden um homöopathische Mittel ergänzt werden kann. Geschwollene Mandeln und brennende Halsschmerzen werden mit Belladonna behandelt, während sich einseitige Halsschmerzen mit Lycopodium lindern lassen. Strahlen die Beschwerden in die Ohren aus, hilft Phytolacca.

Daneben helfen typische Hausmittel gegen Kratzen im Hals: heiße Milch mit Honig, warme Milch, heiße Zitrone, Orangensaft oder warmes Bier. Wein und Schnaps können durch ihre desinfizierende Wirkung ebenfalls helfen – allerdings nur bei Halsschmerzen ohne Fieber. Gewürze wie Chili, Nelken oder Ingwer versprechen bei leichtem Kratzen im Hals eine lindernde Wirkung.

Bücher über Halsschmerzen

Quellen

  • Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2007
  • Ferlinz, R. (Hrsg.): Internistische Differentialdiagnostik. Thieme, Stuttgart 1999
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

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