Katzenallergie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Die Katzenallergie ist die häufigste Form der weitverbreiteten Tierhaarallergie. Ihre Symptome sind tränende Augen, Niesreiz und allergische Hautreaktionen, es können jedoch auch schwere Asthmaanfälle auftreten. Der wichtigste Schritt einer Therapie ist die sofortige Erleichterung für den Patienten. Diese besteht in der Vermeidung jeglichen Kontakts zu Allergen, beispielsweise den Katzen bei einer Katzenallergie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Katzenallergie?

Die Katzenhaarallergie und andere Tierhaarallergien bilden gemeinsam die dritthäufigste Allergieform in Deutschland, nach Pollen- und Hausstaubmilbenallergien.

Betroffen sind circa zehn Prozent der Bevölkerung. Wer unter einer Katzenallergie leidet, reagiert auf die tierischen Eiweiße, die sich in den Haaren der Tiere befinden. Allergene können sich zudem in der Haut, dem Speichel, dem Schweiß oder dem Kot aufhalten, bei Katze auch in den erbrochenen Haarballen.

Wichtig ist das Wissen, dass Tierhaare selbst keine Allergien auslösen, lediglich die sich in ihnen festsetzenden Eiweiße. Grundsätzlich können alle Speichel produzierenden Tiere eine Allergie verursachen, weshalb Betroffene keine Haustiere halten und den Kontakt zu Wildtieren vermeiden sollten. Die genaue Ursache für die Häufigkeit der Katzenallergien wurde noch nicht gefunden, vermutet wird der vergleichsweise starke Putzdrang von Katzen.

Ursachen

Die Ursache der Katzenallergie ist ein fehlreguliertes Immunsystem. Es leitet, wie bei allen Allergien, die sogenannten überschießenden Abwehrreaktionen ein, wenn der Körper mit Tierhaaren oder anderen Stoffen in Kontakt kommt.

Die Stoffe, die diese Reaktion auslösen, werden Allergene genannt. Die Katzenallergie stellt eine Sofortallergie dar, die durch Immunglobulin E in die Wege geleitet wird und unmittelbar in Zusammenhang mit dem Kontakt zu Allergenen steht. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen die Immunglobuline, die sich an die Mastzellen binden und den Körper zum Freisetzen von Entzündungsbotenstoffen animieren. Diese Botenstoffe, darunter Histamine, lösen akute Entzündungsreaktionen aus.

Die Frage nach der Vererbbarkeit der Allergieneigung konnte bislang nicht geklärt werden. Fest steht, dass einige Betroffene der Katzenallergie unter einer genetisch verankerten Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen dieses Allergietyps leiden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Katzenallergie kann von Kindheit auf vorliegen, kann aber auch erst in späteren Lebensjahren bemerkt werden. Ohne Behandlung verschlimmert sich die Katzenhaarallergie bis hin zu lebensbedrohlichen Asthmaanfällen.

Dies macht die Diagnose und spätere Behandlung problematisch, denn viele Betroffene sehen ihre eigenen Haustiere nicht als Ursache oder wollen sie nicht abgeben. Umso wichtiger für die Diagnose der Tierhaarallergie ist eine genaue Beobachtung der Symptome und ihres Auftrittszeitpunkts. Der behandelnde Allergiemediziner muss wissen, wann und wo die allergischen Reaktionen bemerkt werden, daher sollten die Betroffenen ein Allergietagebuch führen.

Nur bei einem hinreichenden Verdacht auf eine Katzenallergie können diese Allergene bei einem Pricktest berücksichtigt werden. Um das Ergebnis des Hauttests zu bestätigen, wird vor der Behandlung der Katzenallergie eine ausführliche Blutuntersuchung auf Antikörper vorgenommen.

Komplikationen

In der Regel führt eine Katzenallergie nicht zu besonderen Komplikationen oder Beschwerden, solange der Kontakt mit Katzen vermieden wird. Eventuell kann dadurch der Alltag des Betroffenen eingeschränkt werden. Im schlimmsten Falle kommt es durch die Katzenallergie bei Kontakt mit Katzen zu Asthmaanfällen oder zu einem starken Niesreiz.

Die Betroffenen leiden dann weiterhin an tränenden Augen und an einer Atemnot. Außerdem kann sich die Haut rot färben und es kommt zu einem starken Husten. Im weiteren Verlauf kann die Katzenallergie auch zu verschiedenen Entzündungen am Auge führen. Die Diagnose der Katzenallergie erfolgt in den meisten Fällen durch den Patienten selbst. In vielen Fällen kann diese Allergie nicht kausal behandelt werden, sodass der Betroffene jeglichen Kontakt mit Katzen vermeiden muss.

Dabei kommt es nicht zu weiteren Komplikationen oder Beschwerden und die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Allergie nicht verringert. In einigen Fällen können die Symptome mit Hilfe von Spray und anderen Allergiemitteln eingeschränkt werden. Ebenso kann eine sogenannte Desensibilisierung durchgeführt werden, falls der Kontakt mit Katzen gewünscht ist oder nicht vermieden werden kann.

Behandlung & Therapie

Die wichtigste Therapie einer Tierhaar- und Katzenallergie besteht in der Vermeidung von Allergenkontakten. Für Katzenallergiker bedeutet dies in der Regel, dass sie keine Katzen halten können und sie sich von ihren Haustieren trennen müssen.

Als weiterer Schritt nach der Trennung muss die gründliche Reinigung aller Möbel und Kleidungsstücke erfolgen. Dieser schwere Schritt ist die einzige Versicherung gegen den schweren, lebensdrohlichen Verlauf der Allergie. Treffen Allergiker nur selten auf die auslösenden Tiere oder ist die Allergie sehr schwach, so verschreibt der Arzt eine medikamentöse Therapie gegen die Symptome der Katzenallergie. Antihistaminika, Adrenalinsprays und Glukokortikoide linden die akuten Allergiesymptome, weshalb sie insbesondere vor dem Besuch bei Katzenhaltern empfohlen werden.

Treten Hautirritationen auf, so können spezielle antiallergische Pflegeprodukte Linderung verschaffen. Einige Patienten berichten von einer erfolgreichen Desensibilisierung gegen die Katzenhaarallergie. Der Versuch der Desensibilisierung ist jedoch mit dem Risiko einer verstärkten Allergiereaktion verbunden.

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Vorbeugung

Da die Ursachen der Katzenallergie nicht ausreichend geklärt sind, kann der Allergie nicht vorgebeugt werden. Mit einigen Maßnahmen kann jedoch der Entstehung von Symptomen präventiv entgegengewirkt werden. Dazu gehören die Vermeidung von Kontakt zum Tier, die gründliche Wohnungsreinigung und die Einnahme von Antihistaminika vor Besuchen von Tierhaltern.

Das können Sie selbst tun

Katzenhalter, die an einer Katzenallergie leiden, müssen ihren Vierbeiner nicht unbedingt abgeben. Je nach Ausprägung der Allergie genügt es oft bereits, im Haushalt verstärkt auf Hygiene und Sauberkeit zu achten.

Katzenhaare und sonstige Rückstände sollten regelmäßig entfernt werden – tägliches Saugen und wöchentliches Waschen der Kissen- und Bettbezüge ist Pflicht. Katzenbesitzer sollten sich außerdem einen Rückzugsort einrichten, den das Haustier nicht betreten darf. Idealerweise wird der Kontakt mit der Katze etwas reduziert, um die allergischen Reaktionen zu vermindern. Bei ausgeprägten Abwehrreaktionen kann es dennoch nötig sein, medizinische Maßnahmen wie eine Hyposensibilisierung zu ergreifen. Eine bewährte Alternative aus der Naturheilkunde ist die Darmsanierung, bei welcher die Abwehr der Darmflora gestärkt wird. Auch eine klassische Entschlackung kann die Allergie abschwächen. Ein weit verbreitetes Verfahren ist auch die Eigenbluttherapie, welche die allgemeine Allergiebereitschaft im Körper verbessert.

Mitunter liegen einer Katzenallergie auch psychosomatische Ursachen zugrunde. Gespräche mit entsprechenden Fachmärzten helfen dabei, die Auslöser für die Abwehrreaktion zu ermitteln und zu beheben. Entsprechende Maßnahmen sollten in jedem Fall zunächst mit einem Arzt besprochen werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Bücher über Allergien & Katzenallergie

Quellen

  • Saloga, J. et al.: Allergologie-Handbuch. Schattauer, Stuttgart 2011
  • Störiko, A.: Allergien. Falken, Niedernhausen 2001
  • Trautmann, A., Kleine-Trebbe, J.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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