Knorpelschaden

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Ein Knorpelschaden ist eine Gelenkerkrankung, die in unterschiedlichen Gelenken im Körper vorkommen. Je nachdem, wie stark die jeweiligen Knorpel geschädigt sind und um welche Knorpel es sich handelt, kann durch eine geeignete Therapie eine schmerzfreie Wiederherstellung der Knorpelfunktion erreicht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Knorpelschaden?

Unter einem Knorpelschaden verstehen Mediziner, wie der Name bereits andeutet, eine Schädigung der Knorpel. In den Gelenken treffen die Knochen aufeinander.

Damit es nicht zu einer unangenehmen Reibung derselben kommt, sind die Knochenenden mit dem sogenannten Knorpelgewebe überzogen. Dies kann Stöße beim Gehen abfedern und so die Knochen bzw. das Gelenk schützen. Kommt es zu einer Abtragung dieser Schicht, etwa durch Erkrankungen oder Verschleiß, ist das reibungslose Bewegen des Gelenks eingeschränkt.

Ebenso kommt es zu Schmerzen, die allerdings erst dann auftreten, wenn das Knorpelgewebe vollständig zerstört ist. Besonders häufig sind Knie- und Hüftgelenke betroffen. Frühzeitig erkannt kann der Knorpel durch medizinische Maßnahmen regeneriert werden. Nach einer vollständigen Abtragung der Schicht ist ein Wiederherstellen derselben nicht mehr möglich.

Ursachen

Die Ursachen für einen Knorpelschaden können vielfältig sein. Experten unterscheiden dabei zwischen mechanischen und biochemischen Ursachen. Bei Ersteren kann es sich beispielsweise um die Folge eines Unfalls oder einer anderweitigen Verletzung handeln.

Auch eine schwere Verstauchung kann zu einem Knorpelschaden führen. Fehlhaltungen wie sogenannten O-Beine oder X-Beine können aufgrund der dauerhaften Fehlbelastungen dazu führen, dass die Knorpelschicht beschädigt wird. Dasselbe gilt auch für starkes Übergewicht, das die Gelenke beim Gehen übermäßig belastet.

Zu den biochemischen Ursachen für einen Knorpelschaden zählen unter anderem Stoffwechselerkrankungen. Krankheiten wie Gicht, Rheuma oder auch Durchblutungsstörungen können die Knorpelschicht nachhaltig schädigen. Letztendlich kann auch altersbedingte Verkalkung dazu führen, dass der Knorpel nach und nach abgebaut wird.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Besteht der Verdacht auf einen Knorpelschaden, wird dieser vom behandelnden Arzt meist anhand einer Röntgenuntersuchung diagnostiziert. Diese kann bereits Auskunft über eine degenerative Veränderung des Knorpelgewebes geben. Unterstützend kann ein MRT, eine Magnetresonanztomografie, stattfinden, mit der genau festgestellt werden kann, inwieweit der Knorpel bereit beschädigt ist und welche Heilungschancen bestehen.

Grundsätzlich können Knorpelschäden gut medizinisch behandelt werden; allerdings kommt es hier auf das Stadium der Schädigung an. Wird die Erkrankung bereits frühzeitig erkannt, stehen die Chancen gut, dass die Knorpelschicht fast vollständig regenerieren kann. Ist es jedoch erst einmal zu einem vollständigen Abbau derselben gekommen, gibt es keine Möglichkeit, sie wiederherzustellen.

Komplikationen

Bei einem Knorpelschaden hängt der weitere Verlauf der Krankheit in den meisten Fällen sehr stark von der betroffenen Region des Körpers ab, sodass keine allgemeine Vorhersage möglich ist. Die meisten Patienten leiden dabei durch den Knorpelschaden an starken Gelenkschmerzen. Diese Schmerzen können dabei den Alltag des Patienten deutlich einschränken und die Lebensqualität verringern.

Weiterhin kommt es auch zu Bewegungseinschränkungen und zu allgemeinen Einschränkungen im Alltag. Nicht selten treten dabei auch Schwellungen oder Blutergüsse auf. Sollte beim Knorpelschaden keine Behandlung eintreten, so entwickelt sich daraus in den meisten Fällen eine Arthrose. Dabei kann es zu irreversiblen Folgeschäden kommen.

In den meisten Fällen wird ein Knorpelschaden mit Hilfe von Medikamenten behandelt. Dabei kommt es nicht zu weiteren Komplikationen. In einigen Fällen ist allerdings ein operativer Eingriff notwendig, um die Beschwerden zu beheben. Gegebenenfalls muss der Patient nach dem Eingriff Antibiotika einnehmen, damit es nicht zu einer Entzündung kommt.

In den meisten Fällen wird die Lebenserwartung durch diese Krankheit nicht verringert oder eingeschränkt. Nach der Behandlung kann der Betroffene die Gelenke in der Regel wieder gewöhnlich nutzen.

Behandlung & Therapie

Wurde eindeutig ein Knorpelschaden diagnostiziert, wird der behandelnde Arzt eine angemessene Therapie einleiten. Diese richtet sich insbesondere nach der Schwere der Schädigung und auch nach der Lage des Gelenks im Körper. Die konservative Therapieform umfasst meist eine medikamentöse Behandlung, bei der zunächst vorhandene Schmerzen gelindert werden.

Gleichzeitig werden Antirheumatika verabreicht, die eventuelle Entzündungsprozesse im Gelenk beseitigen bzw. verringern. Die Gabe von Medikamenten, welche den Stoffwechsel im Knorpel anregen sollen, können dabei helfen, die Beweglichkeit des Gelenks zu erhöhen. Hier kann beispielsweise Hyaluronsäure verabreicht werden, die sich auch in der natürlichen Gelenkschmiere findet. Ist der Knorpelschaden zu weit fortgeschritten oder schlägt die medikamentöse Therapie nicht an, kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein.

Bei diesem kann der Knorpel chirurgisch geglättet werden. Dies führt zu einem Abklingen eventueller Entzündungen und zu einem reibungs- und weitgehend schmerzlosen Bewegen des Gelenks. Ist der Knorpel noch nicht zu weit geschädigt, kann auch nur ein Abtragen einer dünnen Schicht erfolgen, woraufhin sich das Knorpelgewebe von selbst regeneriert und zu einem Abklingen der Beschwerden führt.

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Vorbeugung

Einem Knorpelschaden kann auf mehrfache Weise vorgebeugt werden. Das Verhindern bzw. Abbauen von Übergewicht entlastet die Gelenke und verhindert mögliche Schädigungen der Knorpel. Fehlhaltungen wie X- oder O-Beine sollten wenn möglich korrigiert werden, damit es zu keinem späteren Knorpelschaden kommt. Knorpelschäden, die durch Stoffwechselkrankheiten oder Verletzungen entstehen, kann nicht vorgebeugt werden. Besteht der erste Verdacht auf eine entsprechende Schädigung der Gelenke, ist es ratsam, einen Arzt (i.d.R. Orthopäde aufzusuchen.

Das können Sie selbst tun

Bei einem bestehenden Knorpelschaden gibt es viele Möglichkeiten, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Selbsthilfemaßnahmen können einen operativen Eingriff zwar nicht gänzlich vermeiden, jedoch häufig um viele Jahre aufschieben.

Besonders wichtig ist ausreichend Bewegung – und zwar am besten in Form von gelenkschonenden Sportarten wie beispielsweise Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking. Welche Sportart am ehesten infrage kommt, entscheidet der Patient in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Wer nicht aktiv Sport treiben möchte, sollte zumindest mehr Bewegung in den Alltag integrieren. Bereits der Verzicht auf Aufzüge und Rolltreppen wirkt sich positiv auf die gesamte Gesundheit aus und kann die weitere Ausbreitung eines Knorpelschadens verzögern.

Um die Belastung für die Gelenke zu verringern, ist es zudem ratsam, Übergewicht zu vermeiden beziehungsweise zu reduzieren. Auch hier nimmt Bewegung einen großen Stellenwert ein, ebenso wie eine gesunde, ausgewogene und fettarme Ernährung. Bei akuten Schmerzen haben sich Schmerzsalben, die kortisonfreie Antirheumatika (Ketoprofen, Indometacin) enthalten, besonders bewährt, aber auch wärmende Salben mit den Wirkstoffen Nicoboxil und Nonivamid werden von vielen Betroffenen als wohltuend empfunden.

Liegt eine akute Gelenkentzündung vor, sind hingegen vor allem kühlende Umschläge und Salben empfehlenswert. Therapiebegleitend können auch pflanzliche Medikamente, die Weihrauch oder Teufelskralle enthalten, zum Einsatz kommen.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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