X-Beine

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. November 2017
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X-Beine sind eine Folge einer angeborenen Fehlstellung der Füße, die in Maßen korrigiert werden kann. Unbehandelt können X-Beine zu Beschwerden führen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind X-Beine?

Unter dem Begriff der X-Beine versteht man eine bestimmte Art der Abwinklung der Beine im Vergleich zu einer normalen geraden Stelllung. Man unterscheidet zwei Formen von Abwinkelungen, nämlich die Vagus-Stellung, damit sind O-Beine gemeint, und die Valgus-Stellung, die man auch als X-Beine bezeichnet. Bei letzterer Stellung stehen Ober- und Unterschenkel vom Kniegelenk aus betrachtet in einem Winkel, der größer als 186 ° ist.

Ursachen

Die Ursachen der X-Beine gelten als nicht angeboren, sondern sie sollen indirekt aus einer Fehlstellung der Füße erwachsen, die jedoch angeboren ist. Bei Kindern sind X-Beine häufig und "verwachsen" sich wieder.

Es gibt jedoch auch Formen der X-Beine, die durch eine angeborene Schwäche des Bindegewebes zustande kommen. Eine Verformung der Knochen kann jedoch auch - im Gegensatz zur oben genannten Meinung - durchaus angeboren sein.

Es handelt sich bei solchen Fehlstellungen um den so genannten Knick- Senkfuß, bei dem, wie der Name schon sagt, sich der Fuß in einer Stellung befindet, die seitlich leicht nach außen geknickt ist. Außerdem ist der Fuß bei einer solchen Fehlstellung gesenkt, das heißt, er liegt flach auf dem Boden auf, da die natürliche Polsterung des Fußes bei der Fehlstellung nicht zum Tragen kommt.

Die Folge davon ist, dass die Beine in einer ungünstigen Position zum Knie stehen. Durch die "hebelähnliche" Wirkung des Unterschenkels auf das Knie wird das Wachstum des Beines beeinträchtigt, später kann es dann auch noch zu Knieproblemen und Hüftproblemen kommen.

Eine Ursache kann in einer unbehandelten Rachitis in der Kindheit liegen. Bei einer Rachitis härten die Knochen nicht richtig aus und verformen sich, da sie das Körpergewicht nicht vollständig tragen können. Die Ursache einer Rachitis wiederum kann in einem Mangel an dem fettlöslichen Vitamin D liegen. Früher hat man deshalb den Kindern den unbeliebten Lebertran gegeben. Eine Rachitis kann aber auch durch einen Mangel an Phosphatase ausgelöst werden. Man spricht dann von einer Hypophosphatasie.

Einmünden kann das Ganze in einer Arthrose des Kniegelenks, einer so genannte Gonarthrose. Hinzu kommt, dass bei X-Beinen das Oberschenkelknochengelenk stärker beansprucht wird und damit auch der Außenmeniskus. Dabei kann es dann auch zu einer seitlichen Arthrose kommen.

Als weitere Ursachen der X-Beine kommen Knochenbrüche, hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren und auch Übergewicht in Betracht.

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose stellt man anhand des Erscheinungsbildes und mit Hilfe eines so genannten Laufbands. Bei Arthrosen bedient man sich zudem der Röntgentechnik. Letzteres gilt auch für die leichten Formen der X-Beine, die von außen schwer zu erkennen sind.

Doch eine Diagnose kann auch anhand von verschiedenen Beschwerden gestellt werden, die bei X-Beinen häufig vorkommen. Hier werden sich am wahrscheinlichsten Beschwerden am Kniegelenk zeigen. Dieser Prozess kann sich schleichend entwickeln und wird Beschwerden des arthritischen Formenkreises hervorbringen.

Außerdem können Hüftgelenksprobleme auf eine X-Stellung der Beine hinweisen. Der Orthopäde kann auch anhand einer Fehlstellung der Füße erkennen, ob eine Neigung zu X-Beinen besteht. Wird die Diagnose in jungen Jahren gestellt, lässt sich der Verlauf noch am besten beeinflussen.

Komplikationen

In der Regel wirken sich X-Beine sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen aus. Die Patienten leiden dabei an sehr starken Bewegungseinschränkungen und damit an starken Einschränkungen in ihrem Alltag. Weiterhin kann es dabei vor allem bei Kindern oder bei jungen Menschen zu Hänseleien oder zu Mobbing kommen.

Dadurch leiden viele Patienten auch an Depressionen oder an psychischen Verstimmungen. Das Ausführen von anstrengenden Tätigkeiten oder von sportlichen Betätigungen ist für die Patienten ebenso nicht ohne Weiteres möglich. Dadurch wird auch die kindliche Entwicklung erheblich eingeschränkt. Durch die X-Beine werden auch die Gelenke in den Knien erheblich beschädigt, sodass es zu einer Arthrose kommen kann.

Auch Knochenbrüche treten dabei häufiger auf, sodass sich die Betroffenen stärker vor Unfällen und anderen Gefahren schützen müssen. In der Regel können X-Beine relativ gut mit Hilfe von operativen Eingriffen behandelt werden. Je früher der Eingriff dabei stattfindet, desto höher sind die Chancen auf eine vollständige Heilung. Komplikationen treten dabei nicht auf. Weiterhin sind die Patienten allerdings häufig auf Untersuchungen und auf das Tragen von Einlagen angewiesen. Die X-Beine wirken sich nicht negativ auf die Lebenserwartung des Patienten aus.

Behandlung & Therapie

Wenn sich in der Wachstumsphase X-Beine zeigen, ist selten eine Therapie nötig. Wenn jedoch in der Pubertät noch eine Achsenabweichung von über 20 ° besteht, kann eine Operation notwendig werden.

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Man entfernt operativ ein kleines Stück Knochen, um die Fehlstellung zu beheben.
  • Man versteift vorübergehend die Wachstumsfuge, damit das Bein nicht mehr weiter wächst.
  • Man versteift dauerhaft die Wachstumsfuge, auch dann kann das Bein nicht weiter wachsen.

Eine X-Beinstellung, die durch eine Rachitis verursacht wurde, kann sich von allein wieder zurückbilden, wenn die Fehlstellung nicht zu ausgeprägt ist. In letzterem Fall wird sich durch die Muskulatur der Winkel nach außen noch verstärken.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht darin, sich Einlagen für die Schuhe erstellen zu lassen, um die Fußstellung ein wenig zu korrigieren. Bei X-Beinen wird man dazu die Innenseite unter dem jeweiligen Fuß verstärken. Das Kniegelenk wird dann mehr in die Außenrichtung belastet.

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Vorbeugung

Zur Prophylaxe von X-Beinen wäre im Grunde nur eine Operation gegen die Fehlstellung möglich. Des Weiteren kann bei noch nicht abgeschlossenem Wachstum die Wachstumsfuge verödet werden. Hierzu muss dann das Knochenalter bestimmt werden.

Bücher über X-Beine

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethardt, F.U.: Kinderorthopädie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Zilles, K. et al.: Anatomie. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2010

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