O-Beine

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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O-Beine werden vor allem deutschlandweit gerne auch als Fußballerbeine bezeichnet. Sicherlich nicht gänzlich grundlos, denn der Fußballsport kann die sichtliche Fehlstellung der Beine begünstigen – das hat aber keinesfalls etwas mit dem Ball zu tun. Daher leiden eindeutig nicht nur Fußballer unter O-Beinen.

Inhaltsverzeichnis

Definition O-Beine

Unter O-Beinen versteht man grundlegend nichts anderes, als eine von der körperlichen Achsennorm abweichende Beinstellung und Beinform. Deshalb zählen O-Beine in der Medizin und im Fachjargon auch zu den sogenannten Achsenfehlstellungen.

Aber was bedeutet das? Das bedeutet nichts weiter, als dass die Beine jeweils in einem mehr oder weniger drastischen Winkel nach außen verlaufen. Normalerweise sollten die Beine sehr gradlinig zueinander verlaufen. Eine sehr ähnliche Abweichung sind die X-Beine. Ihren Namen tragen die O-Beine dadurch, dass zwischen den Beinen eine – je nachdem wie stark die Fehlstellung ausgeprägt ist – ovale oder gar runde Aussparung entsteht.

Ursachen

Ursachen können O-Beine sehr viele vorweisen. Zum einen kann die Deformation der Beine angeboren sein. Das macht sich meistens schon im frühen Kindesalter bemerkbar. Das Problem ist hier jedoch, dass anfängliche Verformungen der Beine im Wachstum absolut nichts Ungewöhnliches sind.

Ein Großteil der Kinder leidet in sehr jungen Jahren unter O-Beinen oder auch X-Beinen. Bei etwa 70 Prozent der Fälle korrigieren sich die Fehlstellungen im weiteren Verlauf des Wachstums von selbst.

Weitere Gründe könnten aber auch Knochenbrüche, Lähmungsfolgen, Krankheiten wie Rachitis und Osteoporose, oder starkes Übergewicht und auch durch Sport entstehende Überlastungen der Beine sein.

Diagnose & Verlauf

Je nachdem wie stark die Verformungen und Fehlstellungen sind, lassen sich O-Beine bereits auf einen ersten prüfenden Blick erkennen. Nicht immer müssen aber die typischen Symptome, wie Schmerzen und Bewegungsstörungen, allerdings mit der Diagnose einhergehen. Viele Menschen leben ein ganzes Leben lang mit leichten O-Beinen, ohne jemals ernsthafte Beschwerden zu spüren.

Trotzdem sollte man die Risiken von O-Beinen nicht komplett unterschätzen. Denn da sich der Gelenkknorpel hier unter Umständen schneller abnutzt, kann es im Alter zu einem erhöhten Arthroserisiko kommen. Treten Beschwerden auf, was vor allem dann der Fall ist, wenn die Fehlstellungen sehr stark oder nicht angeboren sind, sondern „plötzlich“ entstehen, können verschiedene Untersuchungen über den Grad und über die Ursache der Fehlstellung bestimmen. Beste Beispiele hierfür sind Röntgenaufnahmen und spezielle Laufanalysen.

Komplikationen

Aufgrund der O-Beine leiden die Betroffenen mitunter an starken Schmerzen. Dabei kann es auch im Beruf oder im Alltag zu deutlichen Einschränkungen kommen, sodass der Patient seine Tätigkeit möglicherweise nicht mehr ausführen kann. Allerdings müssen die O-Beine nicht in jedem Falle zu Komplikationen führen.

Nicht selten leben die Patienten ein Leben lang mit den O-Beinen und verspüren dabei keine besonderen Beschwerden. Aufgrund der O-Beine kann allerdings das Risiko einer Arthrose in den Gelenken deutlich erhöht sein, sodass die Betroffenen in der Regel auf regelmäßige Untersuchungen angewiesen sind, um diese Komplikation zu vermeiden. Auch eine Fehlstellung der Beine kann dabei auftreten und sich sehr negativ auf den Alltag des Patienten auswirken.

In der Regel ist bei Kindern keine direkte Behandlung der O-Beine notwendig. Diese Fehlstellung verschwindet mit dem Erwachsenenalter in den meisten Fällen wieder von allein. In schwerwiegenden Fällen sind allerdings operative Eingriffe notwendig, um die Beschwerden zu lindern. Dabei kann die Behandlung selbst auch mehrere Jahre lang andauern. Die Lebenserwartung des Patienten wird von den O-Beinen allerdings nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Wie die Behandlung von O-Beinen aussehen könnte, hängt in erster Linie von der Schwere der Verformung und auch vom Alter des Patienten ab. Bei Kindern ist in den meisten Fällen keine spezielle Therapie von Nöten, da sich die Fehlstellung oftmals mit den Jahren von selbst verwächst.

Zur Sicherheit kann man aber jetzt schon eventuellen Fehlhaltungen auf den Grund gehen. Denn liegen diese vor, kann das eine weitere und dauerhafte Verformung der Beine zur Folge haben. Treten O-Beine im Alter auf, geht man ähnlich vor. Ist die Fehlstellung nicht von allzu drastischer Form, kann man dieser mit speziellen Schuhsohlen, orthopädischen Schuhen langsam und behutsam entgegenwirken.

Natürlich kann die Behandlung so jedoch schnell mehrere Monate oder sogar Jahre dauern. Schneller und effektiver sind operative Eingriffe. Diese finden aber eigentlich nur bei stärkeren und stark krankhaften Fehlstellungen Verwendung. Und: Liegt eine Krankheit zugrunde, muss diese unbedingt an erster Stelle behandelt werden.

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Vorbeugung

O-Beinen lässt sich nur sehr bedingt vorbeugen. Bei Kindern sollte man stets darauf achten, dass diese keine Haltungsstörungen entwickeln. Ebenso sollte man immer darauf achten, dass Kinder nicht bereits in zu jungen Jahren mit zu starkem Übergewicht zu kämpfen haben. Das Gleiche gilt natürlich auch für Betroffene im Erwachsenenalter. Ansonsten kann man nur auf die eigene Haltung achten und so schnell wie möglich tätig werden, wenn sich die ersten Anzeichen von O-Beinen zeigen.

Bücher über O-Beine

Quellen

  • Benninghoff/Drenckhahn: Anatomie Band 2. Urban & Fischer, München 2008
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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