Indometacin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Indometacin wird als entzündungshemmendes Medikament vor allem bei akuten Anfällen rheumatischer Beschwerden eingesetzt. Der Arzneistoff bekämpft wirksam Schmerzen und Entzündungen in Gelenken, Muskeln und Fasern. Daher verschreibt der Arzt bei Arthritis und Gicht besonders häufig Indometacin.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Indometacin ?

Indometacin zählt innerhalb der Arzneimittelkunde zu den sogenannten Nicht-Steroiden-Anti-Rheumatika (NSAR). Das sind speziell bei Rheuma, Gicht und artverwandten Beschwerden eingesetzte Medikamente, die Entzündungen hemmen und den rheumatischen Schmerz lindern.

Als Entzündungshemmer ist der Wirkstoff mit Essigsäure und demzufolge Acetylsalicylsäure (ASS) bzw. Aspirin weitläufig verwandt. Entdeckt wurde der Arzneistoff in den 1960er Jahren in den USA und ist seither offiziell zugelassen. In Form von Tabletten oder Zäpfchen, Lösung oder Spray und Gel als Ein-Wirkstoff-Präparat unter unterschiedlichen Handelsnamen erhältlich, wird der Arzneistoff in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie weltweit vertrieben. Insgesamt sind mehr als siebzig Indometacin-Präparate bekannt. Der Arzneistoff ist verschreibungspflichtig und der behandelnde Arzt entscheidet über Dosierung und Darreichungsform von Indometacin.

Pharmakologische Wirkung

Indometacin ist als spezieller Entzündungshemmer bei rheumatischen Beschwerden frei von Cortison und dämpft den Schmerz, ohne ihn radikal zu unterdrücken.

Gleichzeitig hat der Arzneistoff eine fiebersenkende und blutverdünnende Wirkung. Der Effekt als Arzneistoff besteht vor allem darin, zwei für die Auslösung rheumatischer Beschwerden, Schwellungen und Entzündungen verantwortliche Enzyme im Körper wirksam zu blockieren und auszuschalten. Diese Enzyme lösen die zum Beispiel bei einem Anfall von Gicht stark auftretenden Gelenkschmerzen aus. Bei Einnahme des Antirheumatikums wird die Entzündung schnell gestoppt und der Schmerz über Stunden wirksam gelindert.

Die dämpfende Wirkung des Medikaments setzt unmittelbar nach der Gabe ein und entfaltet ihren höchsten Effekt nach ungefähr ein bis zwei Stunden. Verabreicht wird es oral oder rektal, intravenös oder durch äußerliches Auftragen bzw. Einsprühen. Die schmerzlindernde Wirkung kann bis zu acht Stunden anhalten, wobei eine rektale Gabe in Form von Zäpfchen länger wirksam bleibt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Indometacin wird als entzündungshemmendes Medikament vor allem bei akuten Anfällen rheumatischer Beschwerden eingesetzt.

Indometacin kommt besonders häufig bei rheumatischen Beschwerden und starken Entzündungen und Schmerzen jeder Art zur Anwendung. Vor allem bei einem heftig auftretenden akuten Gichtanfall wird der Arzneistoff bevorzugt eingesetzt.

In einem solchen Fall verabreicht der behandelne Arzt 200 Milligramm, während bei regelmäßiger Einnahme 150 Milligramm pro Tag nicht überschritten werden sollten. Gut behandeln lassen sich zudem mit dem Arzneistoff entzündliche Gelenkbeschwerden wie Arthritis und Arthrose. Bewährt hat sich das Mittel zudem zur Verhinderung von Verknöcherung nach Hüftgelenksoperationen.

Neben den klassischen Einsatzgebieten im rheumatischen Bereich kommt der Arzneistoff bei einer Reihe weiterer Krankheitsbilder als Entzündungshemmer und schmerzlinderndes Mittel zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem akute heftige Regelschmerzen bei der Menstruation oder starke Augenentzündungen nach Operationen. Stark angeschwollene Weichteile nach Verletzungen und Operationen, verbunden mit Schmerzen und Fieber, lassen sich ebenfalls wirksam mit diesem Arzneistoff behandeln.

In der allgemeinen Schmerztherapie werden mit Hilfe des Medikaments auch nichtentzündliche Schmerzen vor allem mittlerer und starker bis sehr starker Art bekämpft. So gilt bei Fibromyalgien, einer chronisch schleichenden Schmerzkrankheit an Sehnen, Muskeln und Bändern, als einer der wirksamsten Therapieschritte die Behandlung mit Indometacin.

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Risiken & Nebenwirkungen

Indometacin gilt bei dauerhafter Einnahme als nicht unproblematisch, da es zu teilweise heftigen Nebenwirkungen kommen kann. Dazu gehören in schweren Fällen Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Magenbluten und Magengeschwüren.

Diese Beschwerden verringern sich, wenn von Tabletten auf Zäpfchen umgestellt wird. Zu beobachten sind zudem allgemeine Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Schlafstörungen sowie Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit. Bei Einnahme über einen längeren Zeitraum hinweg kann es zudem zu Depressionen, Wahrnehmungsstörungen und Verwirrtheitszuständen kommen. Eine Veränderung des zentralen Nervensystems ist nicht auszuschließen.

Belegt sind zudem allergische Reaktionen bis hin zu Schock und Herzstillstand sowie Schmerzmittel-Asthma. Kaum Nebenwirkungen hat die äußere Anwendung in Form von Gel oder Spray. Während Schwangerschaft und Stillzeit, bei Blutungsneigung und Bluthochdruck sollte das Arzneimittel nicht eingenommen werden. In jedem Fall ist eine regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Blutbild und Leberwerten zwingend angezeigt bei regelmäßiger Einnahme von Indometacin.

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