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Karotisstenose (Halsschlagaderverengung)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. März 2014
Symptomat.deKrankheiten Karotisstenose (Halsschlagaderverengung)

Eine Karotisstenose ist die Verengung der Halsschlagader, welche das Gehirn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Erkrankung wird durch Ablagerungen in der Arterie verursacht. Die Karotisstenose ist eine der häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Karotisstenose?

Die Karotisstenose ist eine Verengung der Halsschlagader. Stenose bedeutet »Enge« und Karotis steht für Arteria carotis . Dies ist die Schlagader, welche zu beiden Seiten des Halses verläuft und sich in Arteria carotis interna (innere Halsschlagader) und Arteria carotis externa (äußere Halsschlagader) verzweigt.

Die innere Arterie verläuft zum Gehirn und versorgt es mit Sauerstoff und Nährstoffen; die äußere dagegen ist für die Versorgung des Gesichts zuständig. Spricht man von einer Karotisstenose, so ist die innere Schlagader gemeint. Die Verengung entsteht durch Ablagerungen im Gefäß, sie behindern den Blutfluss und vermindern so die Blutversorgung des Gehirns.

Bei einer Karotisstenose besteht immer die Gefahr eines Schlaganfalles, da sich Ablagerungen lösen können, die dann ins Gehirn transportiert werden und dort einen Hirninfarkt verursachen. Man geht davon aus, dass ungefähr 60% aller Schlaganfälle durch Karotisstenosen verursacht werden.

Ursachen für Karotisstenose

Die Ursache der Karotisstenose ist meist die Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäße). Hierbei lagern sich in den Gefäßen Substanzen ab, die man als arteriosklerotische Plaques bezeichnet. Sie verstopfen die Arterien, sodass das Blut nicht mehr ungehindert durchfließen kann.

Durch den verminderten Blutfluss werden zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe transportiert, was zu einer Unterversorgung am entsprechenden Organ führt. Ist die Halsschlagader davon betroffen, so führt dies zu einer Minderversorgung des Gehirns. Die Ursache für die Arteriosklerose wiederum ist meist Bluthochdruck, ungesunde fettreiche Nahrung, wenig Bewegung und Rauchen.

Am häufigsten entwickeln Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK) eine Karotisstenose. Bei dieser Erkrankung verkalken besonders die Gefäße der Extremitäten, das heißt der Arme und Beine. Auch bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK), bei welcher die Gefäße am Herzen verkalken, entstehen Karotisstenosen, allerdings im Vergleich weniger häufig.

Typische Symptome und Anzeichen bei Karotisstenose

Diagnose und Verlauf bei Karotisstenose

Schlaganfall im Gehirn
Rauchen und wenig Sport begünstigen einen Schlaganfall enorm.

Im Anfangsstadium zeigt die Karotisstenose meist keine Symptome. Besonders bei älteren Menschen liegt häufig eine Karotisstenose vor, die nicht bemerkt wird. Man spricht hier von einer asymptomatischen Karotisstenose oder von einer Stenose im Stadium I.

Erst im Stadium II treten Symptome auf, da nun die Arterie bereits stärker verengt ist. Dabei kann zu Sehstörungen kommen, zu kurzzeitigen Lähmungserscheinungen, zu Schwindelanfällen oder Sprachstörungen. Die Beschwerden sind im Stadium II vorübergehend, das heißt, sie bilden sich wieder zurück, meist innerhalb von 24 Stunden. Dauert es länger als einen Tag, bis die Ausfallerscheinungen wieder verschwinden, so spricht man bereits von einem »kleinen Schlaganfall« (little stroke).

Als Stadium III bezeichnet man eine Karotisstenose mit frischem diagnostiziertem Schlaganfall. Stadium IV nennt der Mediziner den Zustand nach einem abgelaufenen Schlaganfall mit bleibenden Schäden. Der Verdacht auf die Diagnose Karotisstenose kommt zunächst durch die Ausfallerscheinungen auf. Allerdings ist in diesem Zustand die Stenose bereits fortgeschritten. Mittels Ultraschall können Ablagerungen in der Schlagader sichtbar gemacht werden.

Heute wird für die Diagnostik die spezielle Duplexultrasonografie angewendet, mit welcher auch die Ausprägung der Karotisstenose erkannt werden kann. Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Angiografie, bei welcher, nach vorherigem Einspritzen eines Kontrastmittels, die Arterien mittels Röntgenaufnahme oder Computertomografie (CT) bildlich dargestellt werden und die Karotisstenose erkannt werden kann.

Behandlung und Therapie von Karotisstenose

Die Behandlung bzw. Therapie von Schlaganfall sollte so schnell wie möglich eingeleitet werden. Je länger das Gehirn ohne Sauerstoff ist, desto mehr Nervenzellen sterben ab und das Gehirn kann nicht mehr geheilt werden. Tritt ein Schlaganfall auf, ist dieses sofort einem Notarzt zu melden.

Eine Karotisstenose wird ab Stadium II in aller Regel operativ behandelt. Patienten mit einer Verengung, die sich erst im Stadium I befindet, erhalten Medikamente zur Hemmung der Bildung von Blutplättchen und zur Senkung der Blutfette und des Blutdrucks.

Weiterhin werden Statine verabreicht, welche der Bildung von Ablagerungen entgegenwirken und dadurch die Entstehung der Arteriosklerose verlangsamen. Die operative Therapie besteht in der Regel in einer Thrombendarteriektomie (TEA). Bei dieser Methode wird die betroffene Arterie an der verengten Stelle der Länge nach geöffnet und das Ablagerungsmaterial herausgeschält. Dieser Eingriff kann unter Vollnarkose, aber auch mit lokaler Betäubung stattfinden.

Eine Variante der TEA ist die Eversions-TEA, bei welcher der verkalkte Teil der Schlagader herausgetrennt, durch ein spezielles Verfahren von Kalkablagerungen befreit und danach wieder eingesetzt wird. Ein weiteres mögliches Operationsverfahren ist die Karotisangioplastie, bei der die Engstelle mittels eines eingeführten Ballons geweitet und ein Stent (Gefäßstütze) eingesetzt wird, der die Arterie offen hält. Diese Methode wird allerdings noch nicht routinemäßig bei einer Karotisstenose angewendet, das klassische Verfahren ist die TEA.

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Vorbeugung von Karotisstenose

Man kann einer Karotisstenose vorbeugen, indem man die Risikofaktoren für eine Arteriosklerose vermeidet. Mit gesunder ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung, Alkohol nur in Maßen und dem Verzicht auf Nikotin ist es möglich, wirksam einer Karotisstenose vorzubeugen.

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