Herzverfettung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. Mai 2017
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Der Begriff Herzverfettung, auch Fettherz oder Lipomatosis genannt, bezeichnet verschiedene Erkrankungen der Herzregion. Dabei kommt es dazu, dass sich Bindegewebe in Fettzellen umwandelt. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie etwa Schäden des Herzmuskelgewebes oder Adipositas.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Herzverfettung?

Bei einer Herzverfettung handelt es sich entweder um eine Begleiterscheinung von Fettsucht oder eine selbstständige Entartung des Herzmuskels. Bei der Verfettung aufgrund von Adipositas ist besonders die rechte Herzkammer betroffen, was zu einer Rechtherzinsuffizienz führen kann. Jedoch können zum Beispiel als Folge von chronischem Alkoholmissbrauch auch Myokardschäden auftreten.

Dabei betrifft die Herzverfettung auch die linke Herzkammer und geht zudem gelegentlich mit einer dilatativen Kardiomyopathie einher. Abzugrenzen ist der Begriff von der sogenannten Fettigen Myokarddegeneration, die unter anderem bei der Arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie vorkommt.

Desweiteren gilt es, die Herzverfettung von der Koronaren Herzkrankheit („Verkalkung“ beziehungsweise „Verfettung“ der Herzkranzgefäße) abzugrenzen, für welche der Begriff fälschlicherweise gelegentlich als Synonym verwendet wird.

Ursachen

Als Begleiterscheinung der allgemeinen Fettsucht ist bei der Herzverfettung das Herz von einer dicken Fettschicht umgeben. Tritt die Erkrankung als selbstständige Entartung des Herzmuskels auf, ist dies die Folge der allmählichen Umwandlung des Muskelgewebes in Fettgewebe. Die Hauptursachen für die Verfettung des Herzens sind eine fett- und kalorienreiche Ernährung sowie Alkoholmissbrauch.

Aber auch eine anhaltende Überanstrengung des Herzens und Erkrankungen der Herzblutgefäße können das Syndrom hervorrufen. Lang anhaltendes hohes Fieber ist ein weiterer Risikofaktor für die Herzverfettung. Dieses tritt beispielsweise bei Typhus, Pocken oder Pyämie in Erscheinung. Zu den Erkrankungen, welche die Krankheitsentwicklung hervorrufen können, gehören Blutarmut, Lungentuberkulose, Skorbut sowie langwierige Eiterungen und Blutungen. Besonders Frauen und ältere Menschen sind von der Herzverfettung betroffen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu den Begleiterscheinungen der Herzverfettung gehören koronare Symptome wie Herzklopfen und Herzschwäche. Aber auch allgemeine Beschwerden wie Kurzatmigkeit, schnelles Ermüden, Asthma, Atemnot, Beklemmungen, Ohnmachtsanfälle und Schwindel können Anzeichen für die Krankheit sein.

Die Herzverfettung als Folge von Adipositas beginnt mit einer Rechtsherzinsuffizienz. Diese ruft unterschiedliche Symptome hervor, wie zum Beispiel gestaute und erweiterte Halsvenen, Ödeme, Stauungsnieren oder Stauungsgastritis. Ist die linke Herzkammer betroffen, kann dies zu einer dilatativen Kardiomyopathie führen. Diese bewirkt unter anderem eine progressive Linksherzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Embolien und die Cheyne-Stokes-Atmung als schlafbezogene Atemstörung.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine Herzverfettung führt meistens zunächst zu einer Rechtsherzinsuffizienz, welche sich mit fortschreitender Zeit auf das gesamte Herz ausbreitet. Als Langzeitfolge entwickelt sich häufig eine dilatative Kardiomyopathie. Eine Rechtsherzinsuffizienz lässt sich klinisch diagnostizieren.

Mit Hilfe einer Echokardiographie und einem Röntgen-Thorax kann die Vergrößerung des Herzens dargestellt werden. Bei der Diagnosestellung lässt sich eine Verbreiterung der Vena azygos und der Vena cava superior einschließlich des rechten Vorhofs beobachten. Es kommt zu einer Linksverlagerung des Herzens mit Anhebung der Herzspitze wenn das rechte Herz vergrößert ist.

Auch bei der dilatativen Kardiomyopathie lässt sich durch eine Echokardiographie eine Diagnose stellen. Dabei lassen sich die Dilatation der Ventrikel und des linken Vorhofs, eine Hypokinesie sowie Wandbewegungsstörungen feststellen. Bei einem MRT werden Anatomie, Herzfunktion und Klappenfunktion geprüft. Eventuell werden eine Biopsie und Pathohistologie herangezogen, um ischämische Ursachen auszuschließen.

Während die Herzverfettung in frühen Stadien gut zu behandeln ist, kann ein schwerer Verlauf mit plötzlich einsetzender Herzlähmung tödlich enden. Daher sollte bereits bei ersten Anzeichen frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden. Nur so lässt sich verhindern, dass die Verfettung irreparable Schäden am Herzen hervorruft.

Behandlung & Therapie

In den Anfangsstadien der Herzverfettung ist das schnelle Ergreifen von Gegenmaßnahmen wichtig, um den Krankheitsverlauf zu stoppen. Hierzu sollten emotionaler sowie psychischer Stress und übermäßige körperliche Anstrengungen vermieden werden. Um den Herzmuskel zu stärken und die Bildung von weiterem Fettgewebe zu verhindern, sind tägliche Spaziergänge mit langsam steigendem Belastungsgrad zu empfehlen.

Unter ärztlicher Aufsicht kann auch systematische Heilgymnastik den Genesungsprozess antreiben. Ein langer Aufenthalt an frischer Wald- oder Gebirgsluft ist ebenso förderlich wie das strikte Einhalten einer Diät. Starke alkoholische Getränke, Kaffee, Tee oder übermäßiger Wassergenuss sind zu vermeiden, da diese das Herz- Kreislauf-System belasten.

Während Zucker, Mehlspeisen und Kartoffeln vom Speiseplan gestrichen werden sollten, ist der Genuss von Gemüse und Obst empfehlenswert. In jedem Fall sollte die Behandlung von einem Arzt überwacht werden, anstatt selbstständig einen Therapieplan aufzustellen. Vor rapiden Entfettungskuren ist abzuraten. Durch diese wird das Fettgewebe rund um das Herz zu schnell eliminiert, wodurch das Herz seine Stütze verliert.

Mögliche Folgen sind eine Herzerweiterung und Herzschwäche. In nicht zu weit fortgeschrittenen Fällen kann eine behutsame Entfettungskur unter ärztlicher Begleitung zur vollständigen Heilung des Patienten führen. Die Behandlung in späteren Stadien gestaltet sich schwieriger und verspricht zumeist lediglich eine Abschwächung der Symptome.

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Vorbeugung

Um der Herzverfettung in Folge von Fettsucht vorzubeugen, sollte eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise an erster Stelle stehen. Dazu gehören der weitgehende Verzicht auf fettreiche Nahrung, beziehungsweise deren gemäßigter Konsum. Obst und Gemüse sollten den Großteil der Mahlzeiten bilden, um eine übermäßige Anlagerung von Fettzellen zu vermeiden.

Das im Zuge des Alkoholmissbrauchs entstehende Fettherz lässt sich durch einen gemäßigten Alkoholkonsum verhindern. In jedem Fall sollte Stress möglichst vermieden und Bewegung an frischer Luft gefördert werden. Krankheiten, die das Herz-Kreislauf-System belasten, sollten schnellstmöglich ärztlich behandelt werden, um Langzeitfolgen auszuschließen.

Bücher über Herzschmerzen

Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Lehnert, H., Werdan, K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2006
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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