Rechtsherzinsuffizienz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Das Herz muss viel mitmachen und ist rund um die Uhr im Einsatz. Doch leider gehören Funktionsschwächen des Herzens in Deutschland zu den häufigsten Erkrankungen, wobei Männer ein leicht höheres Risiko haben als Frauen. Im Alter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Ein spezieller Fall einer Herzschwäche ist die Rechtsherzinsuffizienz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rechtsherzinsuffizienz?

Eine Rechtsherzinsuffizienz ist eine Unterform von einer Herzinsuffizienz. Eine Herzinsuffizienz bezeichnet eine Fehlfunktion bzw. Schwäche des Herzens. Dieses ist dabei nicht mehr in der Lage, seine Aufgaben korrekt zu erfüllen. Es kann also nicht mehr genügend Blut in den Körper pumpen, um alle Organe ausreichend zu durchbluten.

Auch der Kreislauf wird dabei angegriffen und geschwächt. Eine Rechtsherzinsuffizienz betrifft nur die rechte Herzhälfte bzw. die Pumpleistung des rechten Herzventrikels. Die rechte Herzhälfte hat die Aufgabe, das sauerstoffarme Blut in die Lunge weiterzuleiten, damit es dort mit neuem Sauerstoff angereichert werden kann. Liegt aber eine Rechtsherzinsuffizienz vor, tritt ein Rückstau des Blutes zurück in die Körpervenen auf. Dadurch erhöht sich der Venendruck, wodurch sich vermehrt Wasser im Gewebe ansammelt.

Ursache

Die häufigste Ursache für das Auftreten einer Rechtsherzinsuffizienz ist eine chronische Linksherzinsuffizienz. Denn diese führt zu einer Rückstauung des Blutes in die Lungengefäße. Ein erhöhter Druck in der Lunge ist dann die Folge.

Zum Ausgleich muss die rechte Herzhälfte mehr Kraft aufwenden, um das Blut in die Lunge zu pumpen. Durch die Überbelastung wird die Muskelschicht in der rechten Herzkammerwand immer dicker. In weiteren Verlauf versagt auch die rechte Herzhälfte, weil die Überbelastung zu groß wird.

Weitere Ursachen für die Entstehung einer Rechtsherzinsuffizienz sind Erkrankungen der Lunge wie z.B. eine pulmonale Hypertonie, also eine krankhafte Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf. Auch ein Herzklappenfehler, der sich z.B. in der Verminderung des Blutflusses aus dem rechten Herzventrikel äußern kann, stellt eine mögliche Ursache dar.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Zur Diagnostizierung einer Rechtsherzinsuffizienz werden in der Regel eine Echokardiographie sowie ein Röntgen-Thorax vorgenommen. Bei der Echokardiographie wird das Herz mithilfe von Ultraschall dargestellt. Durch die Analyse sowohl der Röntgen- als auch der Ultraschallaufnahmen kann ein Kardiologe die Rechtsherzinsuffizienz anhand der Vergrößerung der rechten Herzhälfte schnell erkennen.

Der Krankheitsverlauf bei einer Rechtsherzinsuffizienz ist schleichend, da es das Herz relativ lange schafft Fehlfunktionen auszugleichen und sich Symptome dadurch erst relativ spät bemerkbar machen. Erste wahrnehmbare Symptome sind nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit, etwa beim Sport, sowie häufige Müdigkeit und Antriebslosigkeit.

Im weiteren Verlauf kann es dann zu vermehrter Luftnot kommen. Durch die Entstehung von Ödemen können zudem Beine und Füße anschwellen. Im schlimmsten Fall kann das Herz seinen Dienst auch ganz verweigern und ein Herzinfarkt auftreten.

Komplikationen

Eine Rechtsherzinsuffizienz kann verschiedene schwerwiegende Auswirkungen haben. Weitet sie sich zu einer akuten dekompensierten Herzinsuffizienz aus, drohen sogar lebensgefährliche Folgen. Zu den typischen Erscheinungen einer Rechtsherzinsuffizienz gehören Ödeme (Wasseransammlungen), die sich in erster Linie an den Unterschenkeln sowie am Fußrücken zeigen. Dabei gehen sie meist mit einer Gewichtszunahme einher.

In den Nachtstunden kommt es zum Abbau der Wasseransammlungen aus dem Körper. Aus diesem Grund muss der Patient seine Nachtruhe mehrmals unterbrechen, um auf die Toilette zu gehen, was wiederum Schlafstörungen nach sich zieht. Tritt ein Anstau des Blutes auch an Organen wie Milz und Leber auf, gewinnen diese an Größe. Mitunter entwickelt sich schmerzhafter Druck auf den Bauchraum und es bildet sich an dieser Stelle Gewebswasser, was Ärzte als Aszites (Bauchwassersucht) bezeichnen.

Eine Rechtsherzinsuffizienz kann außerdem verschiedene Folgeerkrankungen auslösen, die das Herzleiden noch verschlimmern. Davon betroffen ist unter anderem das Atmungssystem, in dem sich ein Lungenödem bildet oder eine Stauungsbronchitis auftritt, die sich an permanentem Husten bemerkbar macht.

Eine weitere mögliche Auswirkung der Herzinsuffizienz ist die deutliche Abnahme von Gewicht, die bei einer chronischen Form auftritt. Dabei leiden die Betroffenen oftmals an Untergewicht. Als schwerste Komplikation der Rechtsherzinsuffizienz gilt der plötzliche Herztod. Das Risiko steigt mit dem Schweregrad der Herzschwäche an. Andere Folgeerscheinungen sind Herzrhythmusstörungen, Erkrankungen der Schilddrüse, Blutarmut, Schlafapnoe oder eine Lungenentzündung.

Behandlung & Therapie

Die Therapie einer Rechtsherzinsuffizienz hängt in erster Linie von der Schwere der Erkrankung ab. Bei ersten Anzeichen einer Rechtsherzinsuffizienz kann es unter Umständen schon ausreichen, die Lebensumstände der Erkrankung anzupassen.

Rauchen und Trinken sollten dann eingeschränkt oder ganz eingestellt, ein normales Körpergewicht angestrebt sowie Stress vermieden werden. Weiter fortgeschrittene Stadien einer Herzinsuffizienz können mit Medikamenten behandelt werden. Diese sollen möglichen Komplikationen vorbeugen sowie die Symptome der Erkrankung bekämpfen. Diuretika wirken beispielsweise harntreibend und entlasten so das Herz und die Gefäße, in denen sich Wasser eingelagert hat.

Des Weiteren werden häufig ]]Betablocker]], die Herzrhythmusstörungen vorbeugen, und ACE-Hemmer, die die Blutgefäße erweitern und so das Herz entlasten, eingesetzt. In ernsteren Fällen ist dagegen die Implantierung eines Herzschrittmachers oder eines implantierbaren Defibrillators vonnöten. Diese können auf schwere Herzrhythmusstörungen reagieren bzw. ihnen vorbeugen.

Falls sich trotz aller dieser Methoden die Herzinsuffizienz immer weiter verschlimmert, kann in manchen Fällen nur noch eine Herztransplantation helfen. Dabei wird dem Betroffenen entweder ein Spender-Herz oder ein künstliches Herz eingesetzt. Da eine solche Transplantation aber enorm hohe Risiken wie etwa eine Abstoßungsreaktion von Seiten des Körpers birgt, wird sie nur im absoluten Ernstfall in Erwägung gezogen.

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Vorbeugung

Das beste Mittel, um einer Rechtsherzinsuffizienz vorzubeugen, ist eine gesunde und bewusste Lebensweise. Der Verzicht auf Nikotin und der maßvolle Konsum von Alkohol fördern die Gesundheit des Herzens ebenso wie eine ausgewogene, salzarme Ernährung. Auch viel Bewegung an der frischen Luft, Sport und die Vermeidung von zu viel Stress im Alltag und im Beruf können einer Rechtsherzinsuffizienz vorbeugen.

Auch wenn Herzinsuffizienzen heutzutage aufgrund von verbesserten medizinischen Möglichkeiten sehr gut behandelbar sind und die Lebensqualität der Betroffenen stark gestiegen ist, gehören sie nach wie vor zu den häufigsten Todesarten und sollten daher nicht unterschätzt werden. Da sie schleichend entstehen, sollten vor allem ältere Menschen regelmäßig einen Check-up bei einem Kardiologen durchführen lassen.

Bücher über Herzinsuffizienz

Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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