Zuckungen an der Hand

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Zuckungen an der Hand sind ein Symptom, das vielen Menschen bereits bekannt ist. In den meisten Fällen ist die zugrunde liegende Ursache eine harmlose. Dennoch sollte bei regelmäßigen Zuckungen ein Arzt aufgesucht werden, um das Phänomen abklären zu lassen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Zuckungen an der Hand?

Zuckungen an der Hand können sich mit einer Bewegung bemerkbar machen oder verlaufen bewegungslos. Ziehen sich einige Muskelfasern zusammen, ohne dass Betroffenen dies bewusst auffällt, so wird von einer Fibrillation gesprochen. Kommt es hingegen zum Zucken von mehreren Nervenbündeln, in denen sich die Muskelfasern vereinen, handelt es sich um eine Faszikulation.

Diese zeichnet sich ebenfalls nicht durch eine äußerliche Bewegung aus. Zusammengefasst wird das Zucken der Hand als Myoklonie bezeichnet, unabhängig davon, ob sich diese bei dem Vorgang bewegt oder nicht. Davon zu differenzieren ist der Tremor. Ein Tremor sorgt dafür, dass unterschiedliche Muskelareale von den Zuckungen betroffen sind. Daraus resultiert ein konstantes Zittern. Die Ursachen für Zuckungen an der Hand können physischer als auch psychischer Natur sein. Bei vielen Personen treten sie in Stresssituationen auf. Abseits von psychischen Komponenten können jedoch auch schwerwiegendere Gründe hinter dem Zittern stecken.

Ursachen

Bei den Ursachen wird in pathologische Begebenheiten sowie Muskelzuckungen differenziert. In den Bereich der harmlosen Muskelzuckung gehört zum Beispiel die Faszikulation. Auffällig bei dieser ist die enge Verbindung zu psychischen Komponenten. Häufig macht sie sich dann bemerkbar, wenn dem Betroffenen viel Stress widerfährt. Das Phänomen wird in einer solchen Situation oft als unangenehm empfunden. Gleichzeitig handelt es sich jedoch um eine harmlose Ursache, die nicht zwingend behandelt werden muss.

Im Rahmen eines Ticks zieht sich die Muskulatur teilweise unwillkürlich zusammen. Betroffene können die Kontraktion des Muskels nicht steuern. Wissenschaftler vermuten, dass eine Störung innerhalb des Nervensystems an dem Auftreten von Ticks schuld ist. Auch bei Epilepsie kann die Hand zu Zuckungen neigen. Insgesamt kommt es bei dieser Krankheit zu unkontrollierten Muskelzuckungen. Verantwortlich für das Auftreten sind von der Muskulatur falsch interpretierte Informationen. Hohes Fieber, Drogenkonsum, Lebererkrankungen, Multiple Sklerose und Unterzuckerung bei Diabetes sind einige Faktoren, die zu gelegentlichen Epilepsieanfällen führen können. Zudem kommen ernsthafte Erkrankungen wie Morbus Parkinson und ALS in Frage. Beide können einen schwerwiegenden Verlauf annehmen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Ursachen für Zuckungen an der Hand können physischer als auch psychischer Natur sein. Bei vielen Personen treten sie in Stresssituationen auf.

Die Diagnose wird im Rahmen eines Arztbesuches gestellt. Zunächst findet ein ausführliches Gespräch statt, indem der Patient die Zuckungen genau erklären sollte. Besonders wichtig sind hier die Art der Beschwerden sowie der Zeitraum, in welchem sie sich bemerkbar machen. Des Weiteren sollten dem Arzt Informationen über zuvor erfolgte Erkrankungen und bestimmte Medikamente vermittelt werden, die eventuell Toxine aufweisen und auf diese Weise ein Teilschuld an den Zuckungen der Hand haben könnten.

Um das Zucken unter medizinische Beobachtung zu stellen, werden komplexe Verfahren und Prozesse angewendet. So werden Reflexe, Koordination, Gleichgewicht, Sensibilität und Reizübertragung gemessen. Darüber hinaus kann die Untersuchung des Bluts das Vorliegen von Stoffwechselerkrankungen aufspüren, Tests, die sich auf die Muskelkraft beziehen ergeben weitere Resultate.

Konnten keine physischen Gründe entdeckt werden, folgt eine psychologische Untersuchung. Der Verlauf der Zuckungen hängt erheblich von der zugrunde liegenden Ursache ab. Während durch Stress ausgelöste Zuckungen harmlos sind, handelt es sich bei ALS und Parkinson um nicht heilbare Krankheiten. Es existieren zwar Medikamente und Verfahren, mit denen die Lebenserwartung verbessert werden kann. Eine Wiederherstellung der Gesundheit ist jedoch nicht möglich.

Komplikationen

Die Zuckungen an der Hand können den Alltag des Patienten relativ stark beeinträchtigen. Somit ist da Arbeiten mit den Händen nicht mehr ohne Weiteres möglich. Auch können dadurch soziale Ängste oder Phobien entstehen, die gleichzeitig auch zu Stress und anderen psychischen Problemen führen.

Auch ist die Sicherheit des Patienten stark beeinträchtigt, da die Hände nicht mehr wie gewohnt genutzt werden können. Falls die Zuckungen an der Hand nach einer Epilepsie auftreten, kann das Symptom relativ gut geheilt werden. Allerdings kann die Epilepsie selbst nochmals auftreten und zu erneuten Zuckungen an der Hand führen.

Bei Krankheiten wie Parkinson ist leider keine Heilung möglich. In diesen Fällen ist der Patient auf die Hilfe von anderen Menschen angewiesen, um den Alltag zu meistern. Nicht selten treten die Zuckungen an der Hand aufgrund der Einnahme von verschiedenen Medikamenten ein.

Diese sollten nicht mehr eingenommen oder umgestellt werden. Meist kommt es hier zu keinen weiteren Komplikationen. Sollte das Symptom auftreten, so muss ein Arzt konsultiert werden. Die Möglichkeiten zur Heilung und die möglichen Komplikationen hängen allerdings stark von der Ursache des Symptoms ab.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen werden Zuckungen an der Hand durch eine erhebliche Unterkühlung verursacht. Wird der Hand daraufhin wieder ausreichend Wärme zugeführt, sollten die Zuckungen innerhalb weniger Minuten verschwinden. Eine ärztliche Behandlung ist in so einem Fall nicht notwendig. Es kann außerdem auch bei einer ungewohnten Überbeanspruchung zu Zuckungen an der Hand kommen.

Allerdings sollten die besagten Zuckungen nach einer Ruhepause vollständig verschwinden. Wenn Zuckungen an der Hand jedoch ohne ersichtlichen Grund auftreten und dauerhaft, dann ist ein Besuch beim Arzt zwingend notwendig Ein Arzt kann eine explizite Diagnose und den entsprechenden Grund für die Zuckungen an der Hand ausfindig machen. Häufig ist ein bestimmter Nährstoffmangel dafür verantwortlich, der jedoch durch die Einnahme entsprechender Präparate beseitigt werden kann.

Wird an dieser Stelle auf einen frühzeitigen Besuch beim Arzt verzichtet, dann geht die betroffene Person ein sehr großes Risiko ein. Unter Umständen kann sich hinter Zuckungen an der Hand eine ernsthafte Grunderkrankung verstecken, die zwingend eine ärztliche Behandlung erfordert. Nicht selten verbirgt sich hinter solchen Zuckungen an der Hand eine Durchblutungsstörung, die im schlimmsten Fall für ein Absterben einzelner Gliedmaßen verantwortlich sein kann. Um solche Komplikationen frühzeitig erkennen bzw. entsprechend behandeln zu können, sollte so früh wie möglich ein Arzt aufgesucht werden.

Therapie & Behandlung

Bevor die Therapie eingeleitet werden kann, muss sich der anfängliche Verdacht des Arztes erwiesen haben. Nur auf diese Weise ist die Anwendung der richtigen Behandlung zur Reduktion der Beschwerden möglich. Dabei kann es sich als kompliziert erweisen, die korrekten Ansätze anzubieten. Liegen psychosomatische Zuckungen vor, wird den Patienten meistens dazu geraten, Stress zu vermeiden.

Dabei helfen beispielsweise Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder pflanzliche Beruhigungsmittel, zum Beispiel Baldrian. Bei Morbus Parkinson und Epilepsie konzentriert sich die Behandlung darauf, das Auftreten der Beschwerden so weit wie möglich zu minimieren. Eine Heilung der Krankheiten hingegen ist nicht möglich. Neben der medikamentösen Therapie besteht die Behandlung bei Parkinson zudem aus Krankengymnastik, Bewegungsübungen, Sprachübungen und einer psychosozialen Betreuung.

Antiepileptiker sind dazu in der Lage, die Überempfindlichkeit der Neuronen zu reduzieren. Auf diese Weise können erneute Anfälle vorgebeugt werden. Konnten bei der Blutuntersuchung Mangelerscheinungen festgestellt werden, so muss der fehlende Stoff ergänzt werden. Häufig handelt es sich bei diesem um Magnesium. Liegen bereits Zuckungen vor, empfiehlt sich die Ergänzung über Medikamente statt über Nahrungsmittel.

Tickstörungen können durch eine Verhaltenstherapie gemildert werden. Hier kommen vor allem psychotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz. In einigen Fällen lösen Medikamente die Zuckungen an der Hand aus. Wenn möglich, sollten diese abgesetzt oder durch Alternativen ersetzt werden.

Aussicht & Prognose

In der Regel hängt der Verlauf des Symptoms immer von der Ursache der Zuckungen ab. Aus diesem Grund kann hier keine universelle Prognose gestellt werden. Allerdings sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Zuckungen an der Hand länger anhalten und nicht wieder von alleine verschwinden.

In den meisten Fällen treten die Zuckungen im höheren Alter auf und können den Alltag des Patienten stark einschränken. Nicht selten sind auch Erkrankungen des Stoffwechsels für die Zuckungen an der Hand verantwortlich und können diese begünstigen. Ebenso können stressige Situationen oder ein Schlafmangel für die Zuckungen an der Hand verantwortlich sein und dadurch dem Patienten den Alltag erschweren. Im Falle von Parkinson ist es leider nicht möglich, die Zuckungen komplett einzuschränken.

Sollte Stress die Ursache für die Zuckungen sein, so können verschiedene Therapien zur Entspannung angewendet werden. Diese werden in der Regel auch mit Medikamenten oder pflanzlichen Mitteln begleitet. Psychische Verhaltensstörungen werden durch einen Psychologen oder Therapeuten behandelt und können oft relativ gut eingeschränkt werden. Die Zuckungen an der Hand selbst führen nicht zu einer verringerten Lebenserwartung. Allerdings kann die Grunderkrankung diese einschränken.

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Vorbeugen

Zuckungen an der Hand lassen sich nur eingeschränkt vorbeugen. Als unterstützend kann sich ein gesunder Lebensstil erweisen. In diesen sollten eine abwechslungsreiche Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Sport integriert werden. Soweit wie möglich empfiehlt sich eine Reduktion von Stress. Dies gilt vor allem für Personen, die insgesamt auf Stresssituationen empfindlich reagieren. Das Erlernen von Entspannungstechniken kann dabei helfen, Stress besser zu überwinden. Eine allgemein angewandte Prävention bei Epilepsie existiert nicht. Kopfverletzungen fördern die Entstehung der Erkrankung jedoch.

Das können Sie selbst tun

Zuckungen an der Hand können nur bedingt vorgebeugt werden. Ein gesunder Lebensstil kann sich hierbei als unterstützend erweisen. Auf möglichst viel Bewegung und ausreichend Sport, sowie eine abwechslungsreiche und regelmäßige Ernährung sollte geachtet werden. Da für eine ausgeglichene Reizweiterleitung zwischen Nerven und Muskeln im Wesentlichen Magnesium verantwortlich ist, erweisen sich vor allem magnesiumreiche Lebensmittel, wie Brokkoli, Bananen oder Spinat, aber auch Nüsse, Haferflocken und Sonnenblumenkerne, als hilfreich. Auch die Einnahme von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln wie z.B. Magnesiumtabletten kann zu einer Minderung der Beschwerden führen.

Ebenfalls zu empfehlen sind ausreichend viel Schlaf und eine Reduktion von Stress. Dies gilt insbesondere für Menschen, die allgemein sensibel auf stressige Situationen reagieren. Verschiedene Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training, Meditation oder progressive Muskelentspannung können dabei helfen, Stress im Alltag besser zu verarbeiten. Pflanzliche Beruhigungsmittel, wie z.B. Baldrian, können genauso zur Entspannung beitragen. Außerdem empfiehlt es sich den Konsum von Drogen und Alkohol zu vermeiden.

Sollten die Zuckungen in der Hand während einer medikamentösen Therapie auftreten, kann unter Umständen ein Wechsel des Medikamentes zum Abklingen der Symptome führen.

Bücher über Zittern

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013

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