Wetterfühligkeit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Viele Menschen klagen über Beschwerden, wenn wetterbedingt starke Temperaturschwankungen auftreten. Etwa ein Drittel aller Deutschen hat mit Umwelteinflüssen und Klimabedingungen zu kämpfen. Wetterfühligkeit ist die Bezeichnung für Krankheiten und Beschwerden, die durch starke Temperaturschwankungen und entsprechende klimatische Verhältnisse verursacht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Wetterfühligkeit?

Wetterfühligkeit macht sich teilweise durch körperliche Beschwerden wie Kopf-, Gelenk- und Gliederschmerzen bemerkbar. Der Kreislauf schwankt und der Blutdruck verändert sich stark. Im Prinzip handelt es sich dabei um Anpassungsschwierigkeiten der jeweiligen Person nach einem Wetterumschwung.

Der Körper kann sich nur langsam an die geänderte Wetterlage gewöhnen. Die daraus entstehenden Beschwerden sind unterschiedlicher Natur. Kopfschmerzen und –druck, Migräneanfälle, Schlafstörungen, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie eine gereizte oder herab gesetzte Stimmung treten auf. Den Symptomen liegt keine direkte Erkrankung zugrunde.

Wetterfühligkeit ist nicht zu verwechseln mit Wetterempfindlichkeit. Bei dieser Veranlagung wiederum hat die betroffene Person eine chronische Erkrankung. Die Symptome verschlimmern sich bis zu zwei Tagen vor einer Wetteränderung und bessern sich zwei bis drei Tage nach den veränderten Wetterverhältnissen wieder. Hier können Beschwerden auftreten, die auch typisch für Wetterfühligkeit sind.

Ursachen

Die Ursachen für die manchmal schmerzhafte Reaktion auf veränderte Klimabedingungen kann durch verschiedene Wetterlagen verursacht werden. Dazu zählen alle extremen Witterungsverhältnisse mit erhöhter Luftfeuchtigkeit.

Das ist schwül-warme Luft im Sommer und Frühjahr sowie nasskalte Bedingungen im Herbst und Winter. Maßgebend ist dabei der hohe Grad der Luftfeuchtigkeit. Hingegen führen extreme Hitze von mehr als dreißig Grad oder starke Kälte unter der Null-Grad-Grenze nicht unbedingt zu Beschwerden, wenn die Luftfeuchtigkeit niedrig ist. Zum einen sind individuelle genetische Veranlagungen und einzelne Grunderkrankungen mit ein Grund für Wetterfühligkeit.

Daneben ist auch die Tatsache nicht unbedeutend, dass zahlreiche Menschen in klimatisierten Räumen arbeiten. Eine zügige natürliche Anpassung an die Wetterreize ist so gar nicht möglich. Erwiesen ist, dass Menschen, die den ganzen Tag an der frischen Luft verbringen, wie Bau-, Garten- und Waldarbeiter, Straßenkehrer oder Personen mit ähnlichen Berufen sehr viel weniger heftig auf Wetterveränderungen reagieren.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Kühle Regenschauer wechseln sich mit warmen und schwülen Temperaturen ab und das innerhalb kürzester Zeit. Viele Menschen reagieren auf diese unterschiedlichen Klimabedingungen mit Kopf- und Gliederschmerzen, einem Kreislauf, der verrückt spielt oder ähnlichen Beschwerden.

Unser Nervensystem und Gehirn reagieren damit direkt auf die Umwelteinflüsse. Vor allem die Feuchtigkeit macht dem menschlichen Körper zu schaffen. Die Laune wechselt, die Nerven liegen blank und die ganze Lebensqualität kann sich vermindern. Die Symptome der Wetterfühligkeit treten zwischen 24 und 48 Stunden vor einer Wetteränderung auf. Der Betroffene „spürt“ die aufkommende Witterung und reagiert entsprechend.

Dies kann sich in Föhn-Kopfschmerzen bei Kaltluft oder Föhnwetter, Angina pectoris bei anhaltendem Schlechtwetter oder atlantischer Kaltluft, verändertem Blutdruck bei feucht-warmem Wetter sowie hoch reichender Kaltluft, Herz-Kreislauf-Beschwerden im Zentrum eines Tiefdruckgebietes, Krämpfe oder Koliken bei atlantischer Kaltluft, Gereiztheit, Aggressionen und Konzentrationsstörungen bei Kaltluft sowie Föhn zeigen.

Gelenkschmerzen und Rheuma sowie alte Knochenbruchstellen machen sich bei nass-kaltem Schlechtwetter bemerkbar. Schlafstörungen zeigen sich oftmals bei windigem Wetter oder bei generellem Wechsel der Großwetterlage.

Komplikationen

Eine ausgeprägte Wetterfühligkeit kann verschiedene körperliche und seelische Beschwerden hervorrufen. Typisch für eine Wetterfühligkeit sind Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen – Symptome, die sich bei häufigen oder besonders intensiven Wetterwechseln negativ auf das Wohlbefinden auswirken und manchmal auch bleibende Folgen haben.

Bestehende rheumatische Erkrankungen und Gelenkerkrankungen verstärken sich bei einem plötzlichen Wetterumschwung häufig und rufen dann starke Schmerzen hervor, die oft über mehrere Tage bestehen bleiben. Ernsthafte Komplikationen können auftreten, wenn der Betroffene plötzlich Schwindel verspürt und stürzt. Auch Krämpfe, Konzentrationsstörungen und plötzlich auftretende Kopfschmerzen erhöhen die Unfallgefahr im Alltag und Beruf.

Personen mit Wetterfühligkeit entwickeln manchmal auch seelische Leiden. Es kann zu depressiven Verstimmungen kommen, aber auch zu ausgeprägten Depressionen und Angststörungen. Die Behandlung einer Wetterfühligkeit erfolgt durch natürliche Maßnahmen und birgt deshalb keine größeren Risiken.

Bestimmte Anwendungen wie Akupunktur oder Mittel aus der Homöopathie können allerdings Beschwerden hervorrufen. So kann es bei der Akupunktur zu Infektionen und selten auch zu Verletzungen größerer Blutgefäße kommen. Naturheilmittel können bei falscher Anwendung Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden auslösen, gelegentlich treten auch ernste allergische Reaktionen auf.

Behandlung & Therapie

Gesunde Ernährung, viel Trinken, Bewegung an der frischen Luft, regelmäßiger Saunabesuch, Kneippsche Anwendungen oder Sport im Freien sind Mittel, die helfen, gegen Wetterfühligkeit vorzubeugen. Diese Maßnahmen können sehr hilfreich sein, das Immunsystem wird trainiert, gestärkt und der Körper übt die Anpassung an die wechselnden Klimabedingungen.

Machen sich die Schmerzen trotz allem bemerkbar, bieten sich zahlreiche Hausmittel an. Wechselbäder mit Rosmarinöl oder Wechselduschen helfen gegen Schlaffheit. Viel Trinken ist unerlässlich, Obst, Gemüse und gesunde Nahrungsmittel gehören auf den Speiseplan. Wetterfühlige sollten auf Genussmittel größtenteils verzichten. Alkohol, Nikotin und Kaffee sind oft Mitverursacher von Kopfschmerzen und können die Beschwerden verstärken.

Wichtig ist ein regelmäßiger Tagesablauf, Schlafengehen, Aufstehen und die Mahlzeiten sollten möglichst zur gleichen Zeit eingenommen werden. Ist die Beeinträchtigung durch die Wetterfühligkeit zu stark und beeinträchtigt das tägliche Leben, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Homöopathische Mittel oder Akupunktur sind hilfreiche Anwendungen. In Studien wurde nachgewiesen, dass diese chinesische Heilkunst Beschwerden reduzieren kann.

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Vorbeugung

Wer vorbeugen möchte gegen die Wetterfühligkeit, bewegt sich regelmäßig an der frischen Luft. Spazieren gehen, Walken, Joggen, gymnastische Übungen im Freien und Fahrradfahren sind Möglichkeiten, die sich im Alltag unterbringen lassen.

Neben der sportlichen Betätigung gibt es Empfehlungen, sich nicht zu dick anzuziehen, aber auch beim Sport nicht zu frieren. Die Bekleidung sollte immer der Witterung der jeweiligen Jahreszeit angepasst sein. Ausreichender Schlaf sowie viel Gemüse und Obst auf dem Speiseplan können helfen, die Wetterfühligkeit unter Kontrolle zu bekommen.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012

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