Beinschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Beinschmerzen können die verschiedensten Ursachen haben - von harmlosen wie Muskelkater bis zu Erkrankungen, die mit dem Tode enden können. Diagnose und Behandlung von Beinschmerzen richten sich nach der Ursache der Beinschmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Beinschmerzen?

Beinschmerzen sind per landläufiger Definition von Fußschmerzen oder Hüftschmerzen abzugrenzen. Sie betreffen also das, was zwischen Fuß und Hüfte liegt. Beinschmerzen können folglich an Ober- und Unterschenkel auftreten. Sie können sowohl die Muskeln, als auch die Sehnen, das Bindegewebe, die Blutgefäße oder den Knochen betreffen.

Besonders das Kniegelenk ist eine empfindliche Stelle am Bein. Treten hier Schäden oder Verletzungen auf, ist meist das ganze Bein von den Auswirkungen betroffen. Schäden in den Sehnen und Gelenken können zu Beinschmerzen führen.

Am oberen Ende des Beines ist es das Hüftgelenk, am unteren der Knöchel, der ähnliches verursachen kann. Ausstrahlende oder lokal begrenzte Beinschmerzen müssen zunächst in ihren Ursachen erforscht werden.

Ursachen

Als Ursachen für Beinschmerzen kommen zahlreiche Umstände in Frage. Muskeln, Bänder, Sehnen, Nerven, Gelenke und Blutgefäße können über stumpfe oder blutende Verletzungen zu Beinschmerzen führen. Insbesondere Gelenkbeschwerden können ausstrahlende Schmerzen nach sich ziehen.

Ob man diese in Ruhestellung oder bei Bewegung bemerkt, ist unterschiedlich. Außerdem können Brüche und Durchblutungsbeschwerden zu Beinschmerzen beitragen. Beinschmerzen können stechend, pulsierend und hitzig, lokal oder ausstrahlend auftreten. Bei Beinschmerzen ist oft die Beweglichkeit des Beins behindert. Man kann auch an Empfindungsstörungen, Schwellungen oder Knoten leiden.

Brüche, Zerrungen, Gelenkprobleme, Muskelkater und Durchblutungsstörungen führen zu häufig auftretenden Schmerzen. Gefährlich wird es, wenn ein Blutpfropf zu Beinschmerzen führt. Hier kann eine tödliche Embolie entstehen. Der Arzt muss bei solchen Beinschmerzen sofort hinzu gezogen werden.

Bandscheibenvorfälle, Sehnenscheidenentzündungen, Verschleiß, Osteoporose, Tumore oder Rheuma, Krampfadern oder Gelenkentzündungen verursachen ebenfalls Beinschmerzen.

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Diagnose & Verlauf

Infogramm zu den Schmerzregionen, Verlauf und Entstehung von Schmerzen sowie die Intensitätsgrade beim Schmerzempfinden. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Diagnose und Verlauf unterscheiden sich je nach der ermittelten Ursache der Beinschmerzen erheblich. Zwischen einem Tag und mehreren Monaten kann die Behandlung und Rekonvaleszenzzeit liegen. In manchen Fällen sind die Beinschmerzen auf einen Tumor oder einen Thrombus zurückzuführen und können unbehandelt zum Tode führen.

Zu diagnostischen Zwecken geht man zunächst zum Hausarzt, es sei denn, man vermutet bereits eine konkrete Ursache der Schmerzen. Auch bereits bekannte Abnutzungserscheinungen, Knochenerkrankungen oder Gelenkschäden können zu den akuten oder chronischen Beinschmerzen geführt haben.

Zu diagnostischen Zwecken oder einer Weiterbehandlung kann der Arzt einen an einen Facharzt überweisen. Dann kommen möglicherweise Röntgenaufnahmen, Blutuntersuchungen, neurologische und Ultraschalluntersuchung, Angiograhien, Spieglungen oder Gelenkpunktionen zur Anwendung. Die Diagnose der Beinschmerzen kann gelegentlich trotzdem schwierig sein.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: M79.6 Schmerzen in den Extremitäten) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Die Komplikationen bei Beinschmerzen können sehr vielseitig sein. Unabhängig von Intensität oder Art ihres Auftretens sollte man die Ursachen für Beinschmerzen abklären lassen. Beinschmerzen können abebben und dann nach Wochen oder Monaten wieder auftreten. Die Schmerzintensität kann dabei gleich oder auch verändert, stärker oder schwächer, sein. Klingen die Schmerzen über einen langen Zeitraum gar nicht ab, ist von einem chronifizierten Schmerzzustand die Rede. In Fachkreisen wird dann von einem eigenständigen Krankheitsbild gesprochen.

Ein anderer Verlauf ist gekennzeichnet von Gefühlsstörungen in Form von Kribbeln und Taubheitsgefühl. Auch eine Muskelschwäche bzw. Lähmungserscheinungen am Fuß oder im Zehenbereich können auftreten. Dies deutet darauf hin, dass die Beinvenen aufgrund einer spezifischen Erkrankung mit einbezogen sind.

Nicht selten tritt ein Venenversagen, eine Venenentzündung, eine Thrombose oder eine Geschwürbildung auf. Bei einer Venenentzündung kann die entzündete Veneninnenwand Verursacher für ein Blutgerinnsel sein, das zum Gefäßverschluss führen kann. Unterschieden wird zwischen einer Thrombophlebitis und einer Varikophlebitis bzw. Varikothrombose. Besonders bei Frauen kann es auch zu einer Phlebothrombose kommen. Zu den schweren Komplikationen zählen schlaffe Lähmungen und Missempfindungen in beiden Beinen sowie ein Taubheitsgefühl im Analbereich und den Innenseiten der Oberschenkel (Reithosenanästhesie). Ebenso eine Störung der Blasen-, Darm und Sexualfunktion.

Weitere Komplikationen könnten sein:

  • eine Corona phlebectatica von Besenreisern am Knöchel
  • eine “Weiße Atrophie“ (Schädigung der kleinen Hautgefäße in der Knöchelgegend)
  • ein Ulcus cruris varicosum (Beingeschwür) bzw. - venosum (offenes Bein)
  • eine Lipodermatofibrose durch chronisches Venenversagen
  • eine Varizenblutung (Verletzung der Krampfader)

Im schlimmsten Fall kann es zu einer chronisch-venösen Insuffizienz (postthrombotisches Syndrom) kommen. Hierbei handelt es sich um ein chronisches Venenversagen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Beinschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben und sind häufig harmlos. Zum Arzt sollten Patienten allerdings gehen, wenn die Schmerzen im Bein lang anhaltend, sehr stark ausgeprägt oder mit weiteren Beschwerden verbunden sind. Eine ernstzunehmende Erkrankung kann vorliegen, wenn die Beinschmerzen gemeinsam mit Schwellungen der Gelenke im Bein auftreten. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Gelenke erhitzt sind.

Da hier eine entzündliche Erkrankung vorliegen kann, ist das Problem schnellstmöglich dem Hausarzt vorzustellen. Wenn die Schmerzen am Bein unmittelbar nach einem Unfall oder einer Verletzung auftreten, ist dies ebenfalls eine Indikation, einen Arzt aufzusuchen. Der erste Ansprechpartner ist in diesem Fall der Hausarzt, der den Patienten gegebenenfalls an einen Facharzt überweisen wird.

Wenn Beinschmerzen mit einem Schweregefühl, Hitze, Schwellungen oder Verhärtungen an einem Bein auftreten, könnte es sich dabei um eine Thrombose handeln. Da diese eine lebensbedrohliche Erkrankung darstellt, sollte in diesem Fall unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Sind bereits Krampfadern zu sehen oder ist eine Venenerkrankung bekannt, sollte eine Untersuchung durch einen Phlebologen stattfinden. Dieser kann das Bein außerdem auf Durchblutungsstörungen testen.

Handelt es sich um Wadenschmerzen, die beim Gehen auftreten und sich beim Stehenbleiben bessern, könnte es sich um eine Arteriosklerose handeln, die unbehandelt zum Herzinfarkt führen kann. Daher wird der Besuch zunächst eines Hausarztes dringend empfohlen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Beinschmerzen richtet sich nach der Ursache. Bei Muskelkater helfen Magnesium, Ruhe und Zeit, bei Rheuma Wärme und schmerzstillende Therapien. Beinschmerzen durch Brüche müssen medizinisch ruhig gestellt oder operiert werden, Verletzungen oder Gelenkschäden oft ebenso.

In anderen Fällen hilft aber eher moderate Bewegungstherapie gegen die Schmerzen. Man kennt auch so genannte Phantomschmerzen, deren Behandlung unmöglich ist. Das Glied, das zu Beinschmerzen führt, ist nämlich bereits amputiert worden. Durchblutungsstörungen können mit Bewegungstherapien und Medikamenten, aber auch mit Ernährungsumstellungen behandelt werden.

Manchmal sind Operationen an Gelenken des Beines nötig. Venenbedingte Schmerzen können mit Stützstrümpfen oder der Verödung behandelt werden. Ist ein Bein kürzer, kann der Schuh orthopädisch angepasst werden. Schmerzmittel oder Kortison können bei verschiedenen Arten von Beinschmerzen ergänzend eingesetzt werden.

Ansonsten sind Krankengymnastik, Bädertherapien, orthopädische Gehhilfen, Wärmebehandlungen, Muskeltraining oder Schonung die probaten Mittel gegen Beinschmerzen.

Aussicht & Prognose

Beinschmerzen müssen nicht zwingend zu einer medizinischen Komplikation führen und können bei bestimmten Tätigkeiten oder bei Überlastungen der Beine auftreten. In diesen Fällen sind die Beinschmerzen relativ gewöhnlich und verschwinden mit der Zeit auch wieder, wenn sich die Beine ausruhen können.

Sollten die Beinschmerzen länger andauern und nicht von alleine verschwinden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. In diesem Fall können die Beinschmerzen mit einem anderen Problem verbunden sein. Sehr häufig treten die Beinschmerzen auch bei Diabetes auf und sind ein Hinweis auf diese Krankheit. Bei andauernden Schmerzen, welche auch ohne sportliche Betätigung auftreten, sollte daher immer ein Arzt konsultieren werden.

Falls die Beinschmerzen nicht behandelt werden, können sich Entzündungen und Krämpfe in den Muskeln ausbilden. Dies führt in der Regel zu noch stärkeren Schmerzen, die weiterhin operativ behandelt werden müssen. Bei einer zu hohen Belastung müssen sich die Beine ausruhen und die Muskeln entspannen. Falls die Beine diese Ruhe nicht erhalten, werden die Beinschmerzen ebenso stärker und können in weitere Komplikationen übergehen.

Der genaue Krankheitsverlauf hängt stark von der physischen Kondition der betroffenen Person ab.

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Vorbeugung

Besonders das Kniegelenk ist eine empfindliche Stelle am Bein. Treten hier Schäden oder Verletzungen auf, ist meist das ganze Bein von den Auswirkungen betroffen.

Zur Vorbeugung gegen Beinschmerzen kann man oft nicht viel tun. Gutes Schuhwerk, gesunde Sitzmöbel oder moderat betriebener Sport tun aber schon viel. Gegen Brüche und Abnutzungserscheinungen kann man durch viel Bewegung etwas tun. Schonhaltungen sind meist eher schädlich.

Wer sportlich ist, nimmt bei Unfällen meist weniger Schaden und kann nach Beinschmerzen das Bein auch schneller wieder belasten. Er erholt sich nach Operationen schneller. Für manchen Gelähmten sind Beinschmerzen ein wahrer Segen, denn wer seine Beine spürt, kann mit Besserung rechnen.

Das können Sie selbst tun

Bei Beinschmerzen muss nur in wenigen Fällen ein Arzt aufgesucht werden, in der Regel verschwindet diese Beschwerde von allein und muss nicht extra behandelt werden. Wer Beinschmerzen hat, sollte das entsprechende Bein nicht mehr stark oder besser überhaupt nicht mehr belasten. Dazu gehört in erster Linie auch der Verzicht auf Sport. Somit kann sich das Bein erholen und das Problem selbst bekämpfen und der Beinschmerz verschwindet in der Regel nach wenigen Tagen oder Wochen.

Sollte der Beinschmerz immer bei einer bestimmten Bewegung oder einer bestimmten Sportart auftreten, so sollte ein Arzt konsultiert werden, der sich diese Bewegung genauer ansieht. Hier kann es der Fall sein, dass es sich beim Beinschmerz um eine Erkrankung der inneren Gefäße handelt, welche anders behandelt werden müssen.

Sollten die Beinschmerzen immer wieder auftauchen, so können diese auch zu Hause behandelt werden. Schmerzmittel sollten hier nicht genommen werden. Ideal ist eine Salbe oder eine Creme, welche auf die betroffene Stelle aufgetragen wird. Diese Creme beruhigt das Bein an der Stelle, kühlt es und lindert dadurch den Schmerz. Eine solche Creme oder Salbe sollte aber nicht über einen zu langen Zeitraum benutzt werden. Wenn die Beinschmerzen bestehen, ist der Hausarzt oder ein Orthopäde zu konsultieren.

Bücher über Beinschmerzen

Quellen

  • Benninghoff: Anatomie Band 1., Urban und Fischer, München 2008
  • Faller, A.: Der Körper des Menschen, Thieme, Stuttgart 2012
  • Niethard, U. N., Pfeil, J.: Orthopädie, Stuttgart 2005

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