Rotavirus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2016
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Eine Ansteckung mit Rotaviren führt zu schweren Magen-Darm-Problemen. Sie betrifft vor allem Kleinkinder sowie Säuglinge und ist hoch ansteckend. Die Übertragung erfolgt in Form einer Schmierinfektion.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Rotaviren?

Rotaviren sind nicht auf einzelne Regionen begrenzt. Sie kommen weltweit vor. 9 von 10 Kindern leiden im Laufe ihres Lebens unter der Erkrankung. Die Ansteckung mit den Viren erfolgt über die Schmierinfektion. Die Ansteckung resultiert somit auch aus der Berührung mit Oberflächen und Lebensmitteln, die durch die Viren kontaminiert sind. Der direkte Kontakt mit einer erkrankten Person ist daher nicht notwendige Voraussetzung.

Den Rotaviren gelingt das Überleben ohne einen Wirt über einen längeren Zeitraum hinweg. Bei einer indirekten Kontaktinfektion berühren gesunde Menschen einen kontaminierten Gegenstand und erkranken auf diese Weise. Eine direkte Kontaktinfektion besteht zum Beispiel durch Händeschütteln. Die Keime werden dabei mit dem Stuhl ausgeschieden und gelangen so auf die Körperoberfläche. Ausschlaggebend für eine Ansteckung ist meist eine mangelnde Hygiene, bei der es den Erregern gelingt, Oberflächen und Hände zu kontaminieren und die Erkrankung auf diese Weise weiterzugeben.

Die Größe des Rota-Virus liegt bei 76 nm. Es verfügt über keine Hülle. Erstmalig entdeckt wurde das Virus in den 1950er Jahren bei einer Maus. Menschen können sich mit drei Rotavirenspezies anstecken sowie deren Subtypen. Die relevanten Rotaviren werden unter dem Begriff Humane Rotaviren zusammengefasst. Ihr rundes Aussehen hat den Rotaviren ihren Namen verliehen. Dieser lehnt an dem lateinischen Wort "rota" an, welches mit Rad übersetzt werden kann.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Durchschnittlich verursachen Rotaviren in 7 von 10 Fällen Durchfallerscheinungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Dabei existieren verschiedene Arten der Erreger. Insgesamt wird zwischen sieben Serogruppen differenziert.

Die Serogruppe A resultiert weltweit am häufigsten in einer Darmerkrankung. In vielen Ländern mit geringer medizinischer Versorgung kann die Infektion tödlich verlaufen. Schätzungsweise infizieren sich weltweit jedes Jahr rund 100 Millionen Kinder an einem Rotavirus. Etwa 350.000 bis 600.000 betroffene Kinder unter 5 Jahren überleben den Krankheitsverlauf dabei nicht.

In Deutschland handelt es sich bei dem größten Teil der Patienten um Heranwachsende zwischen 6 Monaten und 2 Jahren. Dabei ist es auch bei Erwachsenen möglich, an einem Rotavirus zu erkranken. Die Infektion findet dann meist über ein infiziertes Kind statt.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen mit einem Alter ab etwa 60 Jahren, da mit der Alterung die Abwehrkräfte schwächer werden. Hierzulande besteht die Meldepflicht bei einer Erkrankung durch Rotaviren. Im Jahr 2013 litten offiziell 48.000 Personen unter den Erscheinungen. Die wirkliche Zahl wird jedoch wesentlich höher eingeschätzt.

Bedeutung & Funktion

Nach der Erstinfektion bildet der Organismus Antikörper, so dass die Ansteckung mit demselben Erreger nicht mehr möglich ist. Bei Erwachsenen macht sich ein Rotavirus zum Beispiel im Rahmen einer Reisediarrhoe bemerkbar. Etwa 20 Prozent aller Fälle von Reisedurchfall können auf Rotaviren zurückgeführt werden.

Rotaviren lösen im menschlichen Körper verschiedene Symptome und Beschwerden aus. Infizierte leiden unter wässrigen Durchfällen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und Fieber. Der Verlauf kann nicht verallgemeinert werden. Während sich bei einigen nur ein leichter Durchfall bemerkbar macht, können sich vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Auswirkungen entwickeln.

Ausschlaggebend für den schwereren Verlauf bei jungen Patienten ist ihr Immunsystem, welches noch nicht voll ausgebildet ist. Wie gefährlich das Virus für Kinder sein kann, zeigen die Todesfälle in Ländern mit einer schlechteren medizinischen Versorgung. Halten Symptome wie Durchfall und Erbrechen an, sollten Kinder immer zum Arzt gebracht werden.

Die spezifischen Beschwerden können bereits auf ein Rotavirus hinweisen. Um den Verdacht zu verifizieren, wird in der Regel eine Stuhluntersuchung angeordnet. Im Labor lassen sich die Keime in den menschlichen Ausscheidungen nachweisen. Die Inkubationszeit schwankt zwischen einem und drei Tagen. Danach machen sich Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen bemerkbar. Nach etwa sechs Tagen ist die Erkrankung normalerweise überstanden. Dennoch scheiden Betroffene die Viren weiterhin über den Stuhl aus, wodurch die Ansteckungsgefahr einige Tage länger besteht. Eine spezielle Therapie zur Behandlung des Rotavirus ist nicht notwendig.

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Krankheiten & Beschwerden

Eine Infektion mit einem Rotavirus wird dann gefährlich, wenn durch Erbrechen und Durchfall ein Flüssigkeitsverlust entsteht. Dieser kann vor allem bei Kindern und älteren Menschen in weiteren gesundheitlichen Gefährdungen resultieren. Ohne einen ausreichenden Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes können Erkrankte austrocknen. Erste Anzeichen sind Durst, Unruhe und Reizbarkeit, eine trockene Zunge und Schleimhäute, Verwirrtheit, eingesunkene Augen sowie eine geringe Urinausscheidung. Um den drohenden Komplikationen entgegenzuwirken, sollte die erkrankte Person regelmäßig zum Trinken animiert werden.

Bei starkem Durchfall und Erbrechen gelingt es manchmal nicht, die Flüssigkeit bei sich zu behalten. In einem solchen Fall kann es notwendig sein, eine Infusion zu legen. Diese wird im Krankenhaus angewendet und betrifft vor allem Kinder.

Weiterhin sollte auf die Aufnahme von Elektrolyten geachtet werden, die zu großen Teilen über Erbrechen und Durchfall vom Körper ausgeschieden werden. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern ist jedoch auf die Gabe von Cola (bei einigen ein beliebtes Mittel bei Durchfall) zu verzichten. Der enthaltene Zucker erhöht die Wasserabgabe im Organismus. Darüber hinaus begünstigt Cola den Verlust von Kalium.

Bei einer ausreichenden Aufnahme von Flüssigkeit und Elektrolyten ist mit keinen weiteren Komplikationen aufgrund einer Rotavirus-Infektion zu rechnen. Obwohl diese unangenehme Ausmaße annehmen kann, resultiert sie aufgrund der guten Versorgung mit sauberem Wasser und Medikamenten hierzulande nur sehr selten im Tod des Betroffenen.

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