Regelblutung hört nicht auf

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. November 2017
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Die Menstruation beschäftigt Frauen im gebärfähigen Alter regelmäßig. Stellt sie einen vollkommen natürlichen Vorgang dar, kann es dennoch zu Beschwerden kommen, zum Beispiel, wenn die Regelblutung nicht aufhört.

Inhaltsverzeichnis

Was passiert, wenn die Regelblutung nicht aufhört?

Das Einsetzen der Menstruation sowie der Zyklus wird über verschiedene Hormone geregelt und ist individuell. Dabei gilt eine Spanne von etwa 28 Tagen zwischen den Blutungen als normal. Die Periode selbst hält in der Regel etwa vier bis sieben Tage an. Dabei kann es jedoch sein, dass die Zyklusintervalle kürzer werden und die Menstruation länger anhält. Ab dem 7. Tag wird von einer Menorrhagie gesprochen.

Nach zwei Wochen handelt es sich um eine Dauerblutung – sprich: die Regelblutung hört nicht auf. Zyklusschwankungen weisen die meisten Frauen auf. Oftmals beeinflussen alltägliche Faktoren die Periode, wie zum Beispiel Stress und Ernährung. Hält der Zustand jedoch dauerhaft an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hinter der verlängerten Blutung ernsthafte Erkrankungen stecken, die einer Behandlung bedürfen.

Ursachen

Die Ursachen für eine verlängerte Blutung sind oftmals physischer Natur. So werden bei zahlreichen Patientinnen Myome diagnostiziert. Bei diesen handelt es sich um gutartige Veränderungen der Gebärmutter. Myomen lassen sich vermehrt im Bereich der Muskeln finden. Dabei können aber auch Polypen die Beschwerden verursachen. Polypen betreffen insbesondere die Gebärmutterschleimhaut.

Während Myome und Polypen gutartig sind und nicht mit weiteren gesundheitlichen Risiken zu rechnen ist, kann auch das Vorliegen eines bösartigen Tumors nicht ausgeschlossen werden. Des Weiteren kann die Gebärmutterschleimhaut verdickt sein oder die Eierstöcke Zysten aufweisen. Neben den lokalen physischen Ursachen für eine verlängerte Menstruation kommen auch generelle Erkrankungen in Frage. Zu diesen gehören beispielsweise Bluthochdruck sowie Herz- und Nierenbeschwerden.

Insbesondere im Rahmen der Wechseljahre, bei Diabetes und Fettleibigkeit kann eine Störung im Hormonhaushalt vorliegen. Dabei gerät die Balance zwischen Östrogen und Progesteron aus dem Gleichgewicht, es können verlängerte Menstruationen entstehen. Sind hormonelle Veränderungen an der abweichenden Blutung schuld, weist die Gebärmutter in der Regel einen gesunden Zustand auf.

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Diagnose & Krankheitsverlauf

Oftmals beeinflussen alltägliche Faktoren die Periode, wie zum Beispiel Stress und Ernährung. Hält der Zustand jedoch dauerhaft an, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Die Diagnose wird in der Regeln von einem Gynäkologen erstellt. Vor der Untersuchung erfolgt ein ausführliches Gespräch. Die Patientin sollte ihre Beschwerden genau schildern und einen Überblick über ihren Zyklus haben. Neben der Dauer der Blutung ist auch das eventuelle Auftreten von Schmerzen oder anderen Unregelmäßigkeiten zu erwähnen.

Einen weiteren Hinweis darauf, welche Erkrankung die verlängerte Periode verursacht haben könnte, liefert die Stärke der Blutung. Letztendlich ist aber vor allem die physische Untersuchung von Bedeutung. Die Geschlechtsorgane werden abgetastet und Veränderungen durch einen Ultraschall sichtbar gemacht. Auf diesem lassen sich normalerweise Polypen und Geschwülste bereits einwandfrei erkennen. Eine weitere Möglichkeit stellt die Gebärmutterspiegelung dar.

Bei einer Veränderung wird eine Gewebeprobe entnommen, um herauszufinden, ob es sich um gutartige oder bösartige Zellen handelt. Der Verlauf hängt vor allem von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Gutartige Veränderungen können in der Regel problemlos behandelt werden. Ein Tumor hingegen erfordert weitere Aufmerksamkeit und kann die Prognose verschlechtern.

Komplikationen

Die Regelblutung kann sich aus den unterschiedlichsten Gründen verlängern. Die häufigste Ursache ist eine Umstellung der Hormone. Die längerfristige wie auch kurzfristige Zufuhr von der Antibabypille kann im ersten Monat dazu führen, dass sich die Periode verlängert. Gleiches gilt beim Absetzen der Pille. Stress sollte in dieser Zeit so gut vermieden werden.

So kann eine neue Arbeitsumgebung oder auch schon eine Fernreise ausreichen, um die Periode durcheinander zu bringen. Wenn man selber Abhilfe beschaffen will, so kann man das am besten tun, indem man sich um seinen eigenen Körper wie auch die eigene emotionale Lage kümmert. Eine Ernährungsumstellung kann auch dazu führen, dass sich die Regelblutung verlängert.

Hier empfiehlt es sich, seinem Körper Zeit geben und abwarten. Es kann sein, dass die neue Ernährungsform auch vom eigenen Körper nicht mehr so gut ausgenommen wird. Eine vegane Ernährung führt in der Anfangsphase zum Beispiel dazu, dass sich die Hormone wieder neu sortieren müssen. Ein bisschen Zeit kann auch helfen, damit sich der Körper an die neuen Situationen gewöhnen kann.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Das Einsetzen und das Ende einer Regelblutung werden durch die Hormone im Körper der Frau gesteuert. Kleine Abweichungen von Frau zu Frau sind normal - gefährlich wird es, wenn die Regelblutung nicht mehr aufhört. Entscheidend für die Erkennung von Abweichungen ist die normale Dauer einer Regelblutung bei der Frau, denn was für die eine Frau schon übermäßig lang ist, ist für eine andere völlig normal.

Dauert eine Regelblutung Tage länger als normalerweise an, sollte die betroffene Frau rechtzeitig einen Gynäkologen aufsuchen. Handelt es sich nur um schwache, aber vorhandene Blutungen, könnten ein hormonelles Ungleichgewicht oder eine Unverträglichkeit eines hormonellen Verhütungsmittels vorliegen. Ernst ist der Fall, wenn die Regelblutung nicht nur kein Ende mehr findet, sondern gleichzeitig starke Blutungen auftreten. In diesen Fällen liegt vermutlich eine übermäßig stark ausgebildete Schleimhaut der Gebärmutter vor, die aufgrund des Blutverlustes gefährlich werden kann.

Bei einer normalen Regelblutung verkraftet die Frau den Blutverlust problemlos; dauert sie hingegen in dieser Intensität an, kann das in der Folge zu Kreislaufkomplikationen führen. Ein Arzt wird die Regelblutung entweder medikamentös stoppen oder eine Ausschabung der Gebärmutter vornehmen, um zu untersuchen, wo das Problem liegt. Anschließend kann er die richtige Behandlung in die Wege leiten, denn oft sind nicht endende Regelblutungen nur ein Symptom einer Grunderkrankung.

Behandlung & Therapie

Um die passende Behandlung einleiten zu können, muss zunächst die Diagnose vorliegen. Nur, wenn die exakte Ursache sich durch einen Test verifizieren konnte, ist es möglich, die passenden Maßnahmen einzuleiten. Diese richten sich darüber hinaus nach dem eventuellen Kinderwunsch der Patientin. Die Entfernung der Gebärmutter oder Gabe von bestimmten Hormonen kann eine Empfängnis eingeschränkt oder dauerhaft verhindern.

Dementsprechend ist es wichtig, dass Betroffene vor der Behandlung mit ihrem Arzt sprechen. Haben sich im Rahmen der Diagnose Polypen oder Myome herausgestellt, so können diese bereits durch die Einnahme von Medikamenten behandelt werden. Auf diese Weise nehmen die Gewebsveränderungen normalerweise in ihrem Umfang ab. Reagieren die Geschwülste nicht auf die medikamentöse Therapie, können sie durch eine Operation entfernt werden.

Dasselbe gilt für Myome und Polypen, die eine bestimmte Größe erreicht haben. Nicht immer ist die Operation allerdings die günstigste Wahl. Eine Grundvoraussetzung für einen chirurgischen Einsatz ist insbesondere die Lage der Wucherung. Wurde bei der Untersuchung der Zellen bereits festgestellt, dass das Gewebe der Veränderung bösartig ist, kommt es unverzüglich zu einer Operation, meistens kombiniert mit einer Chemotherapie.

Blutuntersuchungen geben Aufschluss darüber, ob sich die verlängerte Blutung aufgrund eines hormonellen Ungleichgewichts entwickelt hat. In diesem Fall verschaffen Hormonpräparate Abhilfe. Mit diesen soll die Balance zwischen Östrogen und Progesteron wiederhergestellt werden. Die Medikamente müssen den gesamten Zyklus über eingenommen werden. Bei Diabetes und starkem Übergewicht, sind diese Faktoren zunächst zu behandeln.

So sollten Patientinnen einen Diabetologen aufsuchen und ihr Körpergewicht reduzieren. In den meisten Fällen reguliert der Zyklus sich bereits durch das Eintreten des Normalgewichts. Hilft keine der unterschiedlichen Therapieansätze, kann eine Gebärmutterentfernung in Erwägung gezogen werden. Diese ist jedoch mit einer hormonellen Umstellung verbunden und lässt sich nicht rückgängig machen.

Aussicht & Prognose

Die Prognose einer anhaltenden Regelblutung hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Gute Aussichten bestehen, wenn sich die Regel außerplanmäßig um einen oder zwei Tage verlängert, ohne dass dafür besondere Gründe vorliegen. Hält die Blutung jedoch länger an, sinken die Aussichten auf ein eigenständiges Blutungsende. Es liegt der Verdacht nahe, dass eine irreguläre Blutung vorliegt. Eine ärztliche Abklärung ist unumgänglich. Andernfalls kann der erhöhte Blutverlust schwere Folgen haben.

Beim Vorliegen einer Endometriose, bei blutenden Myomen oder Polypen sind nicht selten operative Eingriffe notwendig. Dabei werden die auslösenden Verursacher der anhaltenden Blutung gegebenenfalls entfernt. Ergeben die Untersuchungen jedoch, dass eine Gerinnungsstörung wie das erbliche Von-Willebrand-Syndrom vorliegt, muss dieses behandelt werden. Die Prognose ist aller Wahrscheinlichkeit nach gut.

Wenn es vorher nie zu Gerinnungsproblemen gekommen ist, besteht die Aussicht auf eine medikamentös behebbare Störung. Eine Gerinnungsstörung kann jedoch Folgen für eventuelle Operationen zu einem späteren Zeitpunkt haben. Daher sollte der Patient über den verantwortungsvollen Umgang mit dem verursachenden Problem aufgeklärt werden.

Hinter anhaltenden Regelblutungen können sich auch blutende Karzinome verbergen. In diesem Fall hängt die Prognose davon ab, wo der Krebsherd sitzt und wie groß er bereits ist. Auch das Vorliegen einer Nieren- oder Leberinsuffizienz sowie Bluthochdruck müssen als Verursacher der Blutungen ausgeschlossen werden.

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Vorbeugung

Eine verlängerte Blutung kann nur eingeschränkt vorgebeugt werden. Tumore, Myome und Polypen sowie hormonelle Beschwerden sind oft vererbt. Dementsprechend ist eine Beeinflussung dieser Faktoren nicht möglich. Trotzdem ist ein angemessener BMI auch für einen regelmäßigen Zyklus von Bedeutung. So sollten übergewichtige Frauen ein geringeres Gewicht anstreben. In diesem Rahmen wirkt sich eine gesunde Ernährung mit frischen Lebensmitteln und ausreichend Bewegung positiv aus.

Das können Sie selbst tun

Wenn die Regelblutung nicht aufhört, können verschiedene Tricks und Hausmittel helfen. Akut helfen Eispackungen oder wärmende Umschläge, die auf den Unterleib oder das Brustbein aufgelegt werden. Auch eine sanfte Massage kann die Durchblutung fördern und Krämpfe reduzieren. Soll die Periode sofort gestoppt werden, helfen Ibuprofen-Tabletten. Die Anwendung von Medikamenten sollte aufgrund möglicher Nebenwirkungen jedoch zunächst mit dem Hausarzt abgesprochen werden.

Natürliche Hilfe verschaffen Kräuter wie Frauenmantel oder Hirtentäschel, die unter anderem den Blutfluss verringern und das Wohlbefinden steigern. Einen ähnlichen Effekt hat Mönchspfeffer, der das hormonelle Gleichgewicht wiederherstellt und starken Blutungen vorbeugt. Längerfristig gilt es, auf eine gesunde und ausgeglichene Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse zu achten. Wirkungsvoll gegen andauernde Blutungen sind vor allem Lebensmittel mit reichlich Vitamin B, denn der Stoff reduziert abnormale Blutgerinnungen und fördert zudem die Östrogenproduktion in der Leber.

Zuletzt kann auch Akupunktur oder Akupressur helfen. Bei dieser Methode werden Chemikalien in Gehirn und Muskeln freigesetzt, die den Zyklus regulieren, den Hormonhaushalt ausgleichen und die Durchblutung fördern. Besonders wirksam sind Akupunktur und Akupressur bei starken Schmerzen und hormonellen Beschwerden im Rahmen der Regelblutung.

Bücher über Menstruationsbeschwerden

Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A. (Hrsg.): Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2015
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013
  • Weyerstrahl, T., Stauber, M.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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