Lassa-Fieber

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Das Lassa-Fieber ist eine Viruserkrankung, die bevorzugt in nur einigen Teilen Westafrikas auftritt. Betroffen sind unter anderem die Länder Nigeria, die Elfenbeinküste und Guinea. In Deutschland traten bisher nur vereinzelte Erkrankungen auf. Wird Lassa-Fieber festgestellt, so besteht Meldepflicht.

Inhaltsverzeichnis

Definition Lassa-Fieber

Das Lassa-Fieber zählt zu den viralen hämorrhagischen Fiebern (mit inneren Blutungen verbunden), zu denen auch Ebola, Gelbfieber und die Marburg-Virus-Infektion gehören. Benannt wurde das Fieber laut Internationaler Vereinbarung nach dem Ort Lassa, in dem es zuerst nachgewiesen wurde.

Es wird durch Viren hervorgerufen und verläuft zunächst wie eine Grippe. Der Betroffene leidet unter Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, später kommen Halsschmerzen, ein trockener Husten, Schmerzen in der Brust und Krämpfe im Bauch hinzu. Erste Symptome treten nach 6 bis 21 Tagen Inkubationszeit auf.

In vielen Fällen leiden die Erkrankten nur an leichten Symptomen und nicht in jedem einzelnen Fall kommt es zu inneren Blutungen. Trotzdem liegt die Rate für den tödlichen Verlauf der Erkrankung bei etwa 10 bis 20%, bei schwangeren Frauen sogar bei 50 Prozent.

Ursachen

Die Ursache des Lassa-Fiebers ist der Lassa-Virus, der durch die afrikanische Vielzitzenratte übertragen wird. Der Virus gelangt über die Ausscheidungen der Ratten (Kot oder Urin) auf Lebensmittel und von dort in den menschlichen Organismus.

In manchen Gegenden werden die Ratten selbst verzehrt und übertragen den Virus direkt. Die Ratte selbst zeigt keinerlei Symptome der Krankheit. Durch Tröpfcheninfektion ist eine Übertragung von Lassa-Fieber auch von Mensch zu Mensch möglich.

Ebenfalls kommen der Kontakt mit dem Blut, Speichel, Sperma, Erbrochenem, Urin oder Kot eines Erkrankten als Infektionsursache infrage.

Lassa-Fieber tritt dort auf, wo mangelnde hygienische Bedingungen einen idealen Nährboden für die Verunreinigung von Lebensmitteln oder die Übertragung des Vitus von Mensch zu Mensch erleichtern.

Typische Symptome

Diagnose & Verlauf

Das Lassa-Fieber kann durch den Nachweis des verursachenden Virus im Blut, im Urin, im Rachen oder in Gewebeproben des Erkrankten eindeutig diagnostiziert werden. Die spezifischen Antikörper gegen den Virus lassen sich etwa eine Woche nach Beginn des Lassa-Fiebers im Blut nachweisen.

Um eine gute Prognose zu erzielen und Spätsymptome so weit wie möglich auszuschließen, sollte bei Vorliegen eines Verdachtes so schnell wie möglich eine Blutuntersuchung veranlasst werden. Wegen der Symptomatik wird vor allem im Anfangsstadium häufig auf andere Erkrankungen geschlossen. Das Lassa-Fieber zeigt zunächst grippeähnliche Symptome, so dass möglicherweise von einer schweren Grippeinfektion ausgegangen wird.

Verwechslungen mit Malaria oder anderen hämorrhagischen Fiebererkrankungen sind ebenfalls möglich. Zu den typischen Beschwerden des Lassa-Fiebers gehören unter anderem Ödeme des Gesichts, Bindehautentzündung, Eiweißausscheidung im Urin, Rachenentzündung und Schmerzen hinter dem Brustbein.

Bei schwerem Krankheitsverlauf treten letztendlich Blutungen der inneren Organe, der Schleimhäute und der Haut auf, deren Folge ein Versagen des Herz-Kreislauf-Systems sein kann.

Komplikationen

Aufgrund des Lassa-Fiebers leiden die Betroffenen an den gewöhnlichen Beschwerden einer Grippe. Es kommt dabei zu einem starken und hohen Fieber und weiterhin auch zu Gliederschmerzen. Auch die Belastbarkeit der Patienten nimmt aufgrund der Erkrankung deutlich ab, sodass es zu einer Müdigkeit und zu einer Abgeschlagenheit kommt. Ebenso führt diese Krankheit zu Halsschmerzen und zu Kopfschmerzen.

Nicht selten leiden die Patienten aufgrund des Lassa-Fiebers an Schmerzen im Bauch oder an Erbrechen. Ebenso kann die Krankheit in vielen Fällen mit Malaria verwechselt werden, sodass es zu einer verspäteten Behandlung dieser Beschwerden kommt. Sollte es nicht zu einer Behandlung des Lassa-Fiebers kommen, so kann es zum Herztode des Patienten kommen. Die Behandlung selbst wird dabei mit Hilfe von Medikamenten durchgeführt und führt in der Regel schnell zu einem Erfolg.

Besondere Komplikationen treten dabei nicht ein, so dass ein positiver Krankheitsverlauf verzeichnet werden kann. Die Lebenserwartung des Patienten wird nicht verringert, wenn es zu einem frühzeitigen Behandlungsbeginn kommt. Weiterhin treten keine besonderen Komplikationen oder Beschwerden ein. Die Betroffenen dürfen allerdings den Kontakt mit anderen Menschen nicht pflegen, da das Lassa-Fieber eine hohe Ansteckungsgefahr besitzt.

Behandlung & Therapie

Lassa-Fieber wird therapiert, in dem man die Vermehrung des Virus möglichst weitestgehend hemmt und die Symptome des Patienten lindert. Außerdem muss dem Betroffenen ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden. Wegen der Möglichkeit einer plötzlichen Hypotonie (niedriger Blutdruck) wird häufig eine intensivmedizinische Betreuung angewiesen.

Die Patienten erhalten den Wirkstoff Ribavirin, um den Virus einzudämmen. Bei Lassa-Fieber ist eine schnelle Diagnose und der der Beginn der Behandlung in den ersten sechs Tagen nach Auftreten der ersten Symptome ein wichtiger Faktor für die Prognose.

Außerdem spielt die Art der Verabreichung der Medikation eine entscheidende Rolle. Die Sterblichkeitsrate sinkt bei frühzeitigem Behandlungsbeginn und oraler (durch den Mund) Verabreichung von Ribavirin um den Faktor drei, bei intravenöser Verabreichung sogar um den Faktor 10.

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Vorbeugung

Einer Ansteckung mit dem Lassa-Fieber kann vorgebeugt werden, indem man den Kontakt mit Ratten sowie bereits erkrankten Personen möglichst vermeidet und auf ausreichende Hygiene achtet. Lassa-Viren können im Urin noch bis zu neun Wochen und in der Samenflüssigkeit bis drei Monate nach Beginn der Erkrankung ausgeschieden werden und zur Ansteckung führen. Gegen das Lassa-Fieber werden Antikörper gebildet, die eine erneute Erkrankung ausschließen.

Das können Sie selbst tun

Lassa-Fieber ist eine hoch ansteckende und deshalb auch meldepflichtige Erkrankung. Zudem ist die Störung sehr gefährlich und kann tödlich enden. Besonders groß ist das Risiko für schwangere Frauen, bei dieser Gruppe liegt die Morbidität sogar bei 50 Prozent, wenn die Krankheit nicht sofort professionell behandelt wird.

Die besten Selbsthilfemaßnahmen, die der Patient ergreifen kann, sind deshalb Vorbeugung und die sofortige Konsultation eines Arztes, sofern der Verdacht auf eine Infektion besteht. Lassa-Fieber tritt nahezu ausschließlich in Westafrika auf. Das Virus, das die Krankheit auslöst, wird von Ratten übertragen. Keinesfalls sollte deshalb Rattenfleisch gegessen werden. Da die Tiere das Virus auch über andere Wege, zum Beispiel ihren Kot, verbreiten, sollten auch keine rohen Lebensmittel verzehrt werden. Bei Obst ist Schalenobst zu bevorzugen. Die Übertragung kann auch von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion erfolgen. Besonders gefährlich ist der Kontakt mit Speichel oder Sperma infizierter Personen.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen wenigen Tagen und bis zu drei Wochen. Wer während eines Aufenthalts oder kurz nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet Symptome einer Grippe zeigt, sollte unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen und auf die mögliche Infektion mit Lassa-Fieber explizit hinweisen, damit der Verdacht unverzüglich abgeklärt und zeitnah mit einer adäquaten Behandlung begonnen werden kann.

Bücher über Lassa-Fieber

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004
  • Suttorp et al.: Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln. Thieme, Stuttgart 2003

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