Blutdruckschwankungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Blutdruckschwankungen im Tagesverlauf sind normal und wichtig, um Muskeln und Organe ausreichend mit Blut zu versorgen. Erst wenn sich im Langzeitblutdruck auffällige Werte zeigen, ist eine ärztliche Abklärung nötig. Denn ein dauerhaft zu niedriger oder zu hoher Blutdruck ist kann Symptom einer anderen Erkrankung sein und stellt ein gesundheitliches Risiko für den Betroffenen sein dar.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Blutdruckschwankungen?

Der Blutdruck ist abhängig von Alter, Ernährungsweise und Körpergewicht des Menschen und daher ein individuell schwankender Wert. Es gibt dennoch grobe Normwerte für jedes Lebensalter. Beispielsweise sollte der systolische Blutdruck Erwachsener zwischen 120 und 129 mmHg, der diastolische zwischen 80 und 84 mmHg liegen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass diese Werte mit zunehmendem Lebensalter steigen, ohne sofort bedenklich zu sein. Die regelmäßige Selbstmessung ist dennoch anzuraten.

Pathologische Blutdruckschwankungen werden als Hypertonie, dem dauerhaft zu hohen Blutdruck, oder Hypotonie, dem dauerhaft niedrigen Blutdruck, diagnostiziert. Definiert werden diese Blutdruckschwankungen anhand des sytsolischen Wertes, denn von ihm hängt die Versorgung der Organe ab, während ein zu niedriger diastolischer Blutdruck weniger gefährlich ist. Liegt der systolische Wert unter 100, so wird eine Hypotonie diagnostiziert, eine Hypertonie ist ab Werten von 140 zu 90 mmHg definiert.

Ursachen

Die Ursachen der Blutdruckschwankungen können körperliche und seelische Belastung, Kaffee- und Koffeinkonsum und natürliche Schwankungen im Tagesverlauf sein.

So ist der Blutdruck am frühen Vormittag und späten Nachmittag um 10 bis 15% höher als nachts, abhängig natürlich auch vom individuellen Tagesablauf. Die so verursachten Schwankungen sind normal und unproblematisch, da sie sich schnell normalisieren.

Die Auslöser manifester Blutdruckschwankungen müssen nach der konkrekten Störung unterschieden werden: Eine Hypertonie kann erblich bedingt sein, sie kann jedoch auch durch Übergewicht, eine zu hohe Kochsalzeinnahme und Stress ausgelöst werden. Die möglichen Ursachen der Hypotonie sind Grunderkrankungen, beispielsweise natürlich Herz-Kreislauf-Schwächen, endokrine Störungen, die Einnahme von Medikamenten oder fehlende Bewegung.

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Diagnose & Verlauf

Pathologische Blutdruckschwankungen werden als Hypertonie, dem dauerhaft zu hohen Blutdruck, oder Hypotonie, dem dauerhaft niedrigen Blutdruck, diagnostiziert.

Insbesondere Angehörige einer Risikogruppe sollten regelmäßig ihren Blutdruck messen und ein Blutdruck-Tagebuch führen. Kommt es dabei zu länger anhaltenden Auffälligkeiten, so sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Zunächst erfolgt die Messung des Blutdrucks. Mehrere Blutdruck- und Pulsmessungen im Stehen und Liegen und an verschiedenen Körperstellen ermöglichen eine genaue Beurteilung der vorliegenden Werte. In einer ausführlichen Anamnese wird der Allgemeinmediziner anschließend die vorliegenden Symptome reflektieren, sich über Essgewohnheiten, Medikamenteneinnahme und Risikofaktoren informieren und familiäre Vorbelastungen sowie psychische Ursachen erörtern.

Eine Langzeitmessung über 24 Stunden kann ebenso nötig werden wie ein Belastungs-EKG und der Besuch bei einem Kardiologen. Der Verlauf von Blutdruckschwankungen ist kritisch zu sehen, wenn die rechtzeitige Behandlung ausbleibt. Dann kann es zu Organunterversorgung, Organschädigungen und auch dem Tod kommen.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: I10-I15 Hypertonie (Hochdruckkrankheit)) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Blutdruckschwankungen im Verlauf des Tages sind vollkommen normal, sie sind sogar wichtig, um Muskeln und Organe ausreichend mit Blut zu versorgen. Erst wenn der Blutdruck dauerhaft zu hoch oder zu niedrig ist, ist ärztliche Hilfe nötig. Der Blutdruck ist kein beständiger Wert, er ist von der Ernährung, dem Alter und dem Körpergewicht abhängig. Es gibt aber grobe Norm-Werte, so sollte bei einem gesunden Erwachsenen ein Blutdruck von 120/80 mmHg gemessen werden. In höherem Alter steigen diese Werte natürlich, ohne eine Bedrohung für den Menschen darzustellen. Der Blutdruck kann auch regelmäßig selbst gemessen werden.

Blutdruckschwankungen können auch durch körperliche Aktivitäten ausgelöst werden, viel Koffein lässt zum Beispiel den Blutdruck ansteigen. Es kann aber auch seelischer Stress die Ursache sein, Blutdruckschwankungen hängen mit dem Lebensstil unmittelbar zusammen. Am Tag ist der Blutdruck meist höher als nachts, die Schwankungen sind unproblematisch und normalisieren sich von selbst wieder. Erst wenn sich Auffälligkeiten zeigen, ist ärztlicher Rat einzuholen. Hoher Blutdruck kann auch erblich bedingt sein, aber meist fehlt es einfach an der richtigen Ernährung oder an Bewegung.

Hoher und niedriger Blutdruck wird mit Tabletten behandelt und ist schnell in den Griff zu bekommen, was natürlich nicht heißt, dass jetzt die Essgewohnheiten und die Risikofaktoren beizubehalten sind. Manchmal wird auch ein Besuch beim Kardiologen notwendig, denn auch das Herz kann betroffen sein. Eine Blutdruckerkrankung muss behandelt werden, sonst können Organe geschädigt werden und es kann sogar zum Tod kommen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wann liegt eine Blutdruckschwankung noch im Toleranzbereich, und ab wann sind Blutdruckschwankungen ein Anlass, zum Arzt zu gehen? Hierzu ist zu wissen, dass der Blutdruck ständig Schwankungen unterliegt, die sich aus körperlichen und psychischen Ursachen ergeben. Außerdem nimmt der Blutdruck im Alter etwas zu. Bekannt ist außerdem die Blutdruckerhöhung nach Kaffeekonsum, welche erwünscht als belebend empfunden wird. Die Blutdruckmessung zählt zum Routinecheck beim Arztbesuch. Ein etwas erniedrigter oder erhöhter Blutdruck kann anlagebedingt sein. Treten jedoch Blutdruckschwankungen über einen längerfristigen Zeitraum auf, sollte nach einer Ursache hierfür gesucht werden.

Blutdruckschwankungen nach oben oder unten deuten auf eine gestörte Blutdruckregulation hin. Als körperliche Erkrankungen kommen für einen raschen Blutdruckanstieg zum Beispiel Nierenerkrankungen oder eine falsche Medikamenteneinstellung infrage. Sackt der Blutdruck plötzlich ab, beruht dies fast immer auf eine Erkrankung innerhalb des Herz-Kreislauf-Systems sowie der Einnahme bestimmter Medikamente.

Schilddrüsenfunktionsstörungen können ebenfalls zu Blutdruckabweichungen führen: bei Schilddrüsenüberfunktion zum Blutdruckanstieg, bei Schilddrüsenunterfunktion zum Blutdruckabfall. Nicht selten kommt es auch beim schnellen Wechsel vom Liegen zum Stehen zu einem vorübergehenden Blutdruckabfall. Blutdruckschwankungen können allerdings auch von einer beeinträchtigten Selbstregulation ausgelöst werden. Bedenkenswert sind ferner psychische Ursachen.

Als behandelnder Arzt von Blutdruckschwankungen kommt neben dem Hausarzt noch der Internist, Kardiologe, Endokrinologe, Neurologe, Psychologe oder Psychotherapeut in Betracht.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Blutdruckschwankungen richtet sich nach Schweregrad und Ursachen und muss ebenfalls nach Hypertonie und Hypotonie unterschieden werden.

Ein zu niedriger Blutdruck muss nicht in jedem Falle behandelt werden, da er keine Bedrohung für den Organismus darstellt. Die regelmäßige Kontrolle ist aber nötig, um weitere Schwankungen rechtzeitig zu erkennen und diesen entgegen zu wirken. Entscheiden Arzt und Patient sich für eine Therapie, so werden zunächst allgemeine Maßnahmen wie die Vermeidung körperlicher Erschöpfung, Entspannungstechniken und eine ausgewogene Ernährung genutzt. Erst wenn diese nicht helfen, kommen Medikamente zur Ankurbelung des Kreislaufes zum Einsatz.

Das wichtigste Ziel der Bluthochdruck-Therapie ist es, den Ruhewert schnellstmöglich und dauerhaft unter 140 zu 90 zu senken. Dies erfolgt stets durch eine medikamentöse Therapie mit Betablockern oder Diuretika, selten kommen Medikamente zum Einsatz, die sich hemmend auf den Kalziumspiegel oder das Protein ACE auswirken. Unterstützend wird versucht, vorliegende Risikofaktoren zu minimieren, indem die Zufuhr von Kochsalz reduziert, ein normales Körpergewicht angestrebt, der Alkoholkonsum reduziert und der Stresslevel verringert wird.

Aussicht & Prognose

Bei Blutdruckschwankungen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Es handelt sich dabei um ein schwerwiegendes Symptom, welches unbedingt behandelt werden muss. Falls es nicht zu einer umgehenden Behandlung kommt, kann es im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt und schließlich zum Tode kommen.

Geringe Schwankungen sind während des Tagesverlaufes gewöhnlich. Sollten allerdings größere Schwankungen auftreten, müssen diese örtlich behandelt werden. In der Regel sind diese Blutdruckschwankungen spürbar und führen zu Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen oder zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl.

Die Behandlung der Blutdruckschwankungen erfolgt durch den Kardiologen. Dieser kann häufig die Ursache feststellen, wobei es sich in den meisten Fällen um Stress handelt. Hier können Entspannungstechniken und eine gesunde Ernährung helfen, die Schwankungen zu reduzieren. Sollte der Blutdruck generell zu hoch sein, muss dieser auf jeden Fall gesenkt werden. Dies geschieht vor allem durch den Verzicht auf Alkohol, ungesundes Essen und unnötigen Stress.

Bei einem zu niedrigen Blutdruck wird in der Regel keine Therapie durchgeführt, falls dieser für den Körper keine Bedrohung darstellt. In den meisten Fällen können Blutdruckschwankungen relativ gut behandelt werden und führen daher nicht zu weiteren Komplikationen oder Schwierigkeiten.

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Vorbeugung

Aufgrund der zahlreichen möglichen Ursachen von Blutdruckschwankungen ist die Prävention nicht immer möglich. Hilfreich sind eine ausgewogene, nicht zu salzhaltige, Ernährung und regelmäßiger Ausdauersport zur Erreichung eines sinnvollen Blutdrucklevels.

Das können Sie selbst tun

Blutdruckschwankungen können durch eine Reihe von Hausmitteln und Eigenmaßnahmen selbst behandelt werden. Zunächst sollten Stress und körperliche Anstrengungen möglichst reduziert werden, um Bluthochdruck und ein anschließendes Abfallen des Pulses zu vermeiden. Außerdem sollte auf Koffein, Alkohol und andere Genussmittel, aber auch auf fette und schwere Speisen verzichtet werden.

Stabilisieren lässt sich der Blutdruck oftmals auch durch regelmäßigen Sport und einen generell gesunden Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Schlaf und viel Bewegung. Natürliche Blutdruckschwankungen können durch verschiedene Maßnahmen zum Stressabbau wie Autogenes Training oder Yoga reduziert werden. Wirksame Hausmittel sind etwa Baldrian, Mistelkraut oder Knoblauch. Außerdem empfehlen sich beruhigende Tätigkeiten wie Malen oder Basteln, um den Stresspegel zu senken und dadurch den Blutdruck zu normalisieren. Betroffene sollten durch das Führen eines Tagebuchs allerdings zunächst die möglichen Ursachen für die Schwankungen eingrenzen und die Wirksamkeit erwähnter Maßnahmen festhalten.

Blutdruckschwankungen, die mit größeren Beschwerden einhergehen oder gar das allgemeine Wohlbefinden negativ beeinflussen, müssen zur Abklärung der Ursache mit dem Hausarzt besprochen werden. Ist die Ursache bekannt, kann gegen den schwankenden Puls im Regelfall gezielt und rasch vorgegangen werden.

Bücher über Bluthochdruck

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin Heidelberg 2013
  • Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. De Gruyter, Berlin 2014

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