Ebola

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. März 2016
Symptomat.deKrankheiten Ebola

Ebola bzw. das Ebolafieber ist eine Infektionskrankheit, die hohes Fieber verursacht und zu inneren Blutungen führen kann. Die Infektion wird durch das Ebola-Virus ausgelöst und ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ebola?

Ebola wurde erstmals in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Zentralafrika dokumentiert. Im Fall der hämorraghischen Form von Ebola ist die Mortalitätsrate besonders hoch: drei von vier Patienten sterben aufgrund der inneren Blutungen.

Die Tropenkrankheit wurde nach den gleichnamigen afrikanischen Fluss benannt, an dem die Krankheit erstmals auftrat. Das Vorkommen von Ebola ist auf Zentralafrika beschränkt. Es gab jedoch auch vereinzelte Fälle von Ebola außerhalb von Afrika, die aber alle auf einen vorherigen Aufenthalt der betreffenden Personen in den entsprechenden Gebieten Afrikas zurückzuführen waren.

Ebola tritt immer mal wieder in lokal begrenzten Epidemien auf, bei denen es mehrere Hundert Infizierte gibt, von denen etwa die Hälfte die Krankheit überlebt.

Ursachen

Der Auslöser der Krankheit Ebola gehört zur Gruppe der Viren, die hämorraghisches Fieber auslösen, zu denen u.a. auch die Gelbfieber- und Dengue-Viren gehören. Zur Gruppe des Ebola-Virus gehört auch das Marburg-Virus, das 1967 in Marbug für den Tod mehrerer Wissenschaftler verantwortlich war, die sich im Labor an afrikanischen Affen mit dem ebola-ähnlichen Virus angesteckt hatten.

Daher wird vermutet, dass vorwiegend Affen, aber auch Nagetiere, Fledermäuse und Insekten Überträger der gefährlichen Ebola-Viren sind. Die Viren können auch durch den Verzehr erkrankter Tiere auf den Menschen übertragen werden. Die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Körpersekrete oder einfache Schmier- und Tröpfcheninfektion.

Es wurde beobachtet, dass nur Patienten in der akuten Krankheitsphase ansteckend sind. In der Inkubationszeit vor dem Ausbruch der Krankheit und nach der Genesung übertragen die Patienten das Ebola-Virus nicht.

Kreislauf der Ansteckung mit dem Ebolavirus.
Schematische Darstellung der Ansteckung mit dem Ebolavirus in Afrika. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Typische Symptome & Anzeichen

Ebola Symptome
Schematische Darstellung von typischen Ebola-Fieber Symptomen beim Menschen.

Diagnose & Verlauf

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch von Ebola kann zwischen 5 und 20 Tagen betragen. Plötzlich auftretendes hohes Fieber, Schüttelfrost, starke Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sind die ersten Symptome von Ebola. Die grippeähnlichen Symptome lassen oftmals nicht sofort auf Ebola schließen.

Später kommen Magenkrämpfe, Erbrechen und Durchfall hinzu. Bei der schweren hämorraghischen Verlaufsform kommt es zu Gerinnungsstörungen des Blutes und infolgedessen zu inneren und äußeren Blutungen. Ebola-Erkrankte bluten sichtbar an allen Schleimhäuten wie Augen, Mund und im Genitalbereich. Dazu kommen die gefährlichen inneren Blutungen, vor allem im Magen- und Darmtrakt.

Durch den Blutverlust kommt es zu einem Schock, Kreislaufzusammenbruch und multiplem Organversagen, an denen der Patient in den meisten Fällen verstirbt.

Bei der Diagnose von Ebola wird das Virus im Blut, Urin, Speichel oder in Gewebeproben des Patienten nachgewiesen. Meist gibt schon die territoriale Herkunft der Patienten bzw. eine vorangegangene Reise in die betreffenden Gebiete Afrikas einen ersten Hinweis auf das Vorliegen der Ebola-Krankheit.

Besteht eine Gefahr für Deutschland, Österreich und die Schweiz?

Ebola Epidemie Ausbreitung als Diagramm
Der exponentielle Verlauf der insgesamt gemeldeten Erkrankungen (rot) und Todesfälle (schwarz) seit dem Ausbruch der Ebolafieber-Epidemie 2014 bis zum 1. Oktober 2014.

Pauschal kann man die Frage nicht mit Ja oder Nein beantworten. Theoretisch besteht eine geringe Gefahr, dass auch in Mitteleuropa Reisende und Flüchtlinge aus Afrika die Ebola-Erkrankung einführen.

Der Hamburger Virusexperte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin sagte diesbezüglich: "Durch den internationalen Flugverkehr sei es möglich, dass mal so ein Fall nach Deutschland importiert wird. Es wird aber niemals bei uns zu so einem Ausbruch kommen wie in Westafrika. Unser Gesundheitssystem und unsere kulturellen Voraussetzungen sind ganz andere."

Eine Sicherheitsprozedur ist bereits in den Risikoländern das sogenannte "Exit-Screening". Dabei werden Passagiere, die nach Europa fliegen wollen auf Seuchen, Ebola-Fieber und andere Symptome untersucht. Besteht der Verdacht, dass sich der Reisende infiziert hat, wird ein Weiterflug verweigert.

Ohnehin fliegen derzeit, bis auf Brussels Airlines, keine Fluggesellschaften der Europäischen Union in die Ebola-Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone. Auch dies minimiert die unmittelbare Gefahr für Deutschland, Österreich und die Schweiz (Stand: Oktober 2014). Allerdings gelangen immer mehr Flüchtlinge aus Afrika über den Landweg oder über das Mittelmeer nach Europa. Hier ist das Risiko einer Einschleppung der Erkrankung größer und unberechenbarer.

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Krankenhäusern und Klinken mit Sonderisolierstationen für Patienten mit hochansteckenden Krankheiten wie Ebola. So zum Beispiel in Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Leipzig, Stuttgart, Würzburg und München.

Im Fall der Fälle wären zunächst größere Städte gefährdet, da sie durch ihre Flughäfen ein Drehkreuz für Reisende und Flüchtlinge aus Afrika sind. Auch in U- und S-Bahnen könnte dann eine Ansteckung durch Tröpfchen- und Schmierinfektion möglich sein. Dünn besiedelte Gebiete, wie Mecklenburg-Vorpommern, Bayrischer Wald, Hunsrück, Eifel, Emsland und die Hochalpen, hätten ein äußerst geringes Risiko auf eine Ebola-Ausbreitung.

Sollte es in Deutschland dennoch zu einer Kettenansteckung kommen, könnte die Bundesregierung mit Hilfe des Infektionsschutzgesetz (IfSG) den Notstand ausrufen und infizierte Menschen zwangsweise und zum Schutz vor der restlichen Bevölkerung isolieren und behandeln.

Durch die moderne medizinische Ausbildung von Ärzten und die ausgezeichnete medizinische Infrastruktur in Europa besteht, im Gegensatz zu vielen armen Ländern in Afrika, ein sehr geringes Risiko auf eine Massenepidemie mit dem Ebola-Virus. Weltbank-Präsident Jim Yong Kim drückte dies kürzlich sehr radikal aus: "Tausende von Menschen sterben in Afrika an Ebola, weil sie unglücklicherweise am falschen Platz in der Welt geboren seien."

Fazit: Selbst wenn sich einige Menschen in Deutschland mit dem Ebola-Virus anstecken sollten, sind die Überlebenschancen gut.

Diagnosedaten & Häufigkeit von sonstigen hämorrhagischen Viruskrankheiten

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: A98 Sonstige hämorrhagische Viruskrankheiten) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung & Therapie

Es gibt bislang keine ebola-spezifische Behandlung. Behandelt werden nur die Symptome der Krankheit, vor allem die Blutgerinnungsstörungen bei der hämorraghischen Form von Ebola, um die inneren und äußeren Blutungen zu stoppen.

Eine wichtige Maßnahme ist auch die stationäre Behandlung auf der Isolierstation, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.Da in afrikanischen Krankenhäusern zumeist schlechte hygienische Bedingungen vorherrschen, kommt es oftmals zu lokal begrenzten epidemieartigen Ausbrüchen.

Die hohe Mortalitätsrate der Ebola-Erkrankten in Afrika ist vor allem auf die späte Diagnose und Beginn der Behandlung sowie auf unzureichende Behandlungsmöglichkeiten zurückzuführen.

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Vorbeugung

Eine wirksame Methode wie Medikamente oder Imfpungen zur Vorbeugung von Ebola gibt es noch nicht. Erste experimentelle Ebola-Impfstoffe sollen 2015 in Afrika getestet werden. Wissenschaftler arbeiten jedoch intensiv daran, den Hauptüberträger des Ebola-Virus ausfindig zu machen. Erst dann kann mit gezielten Maßnahmen eine wirksame Vorbeugung erfolgen, indem der Kontakt mit diesem speziellen Überträger vermieden wird.

Seit 1976 wurden ca. 2500 Ebola-Erkrankungen gezählt, von denen etwa die Hälfte der Patienten die Krankheit überlebt haben. Da die Hauptverbreitungsgebiete im zentralafrikanischen Kongo, der Elfenbeinküste, Uganda und Gabun keine touristischen Zielgebiete sind, war mit einer Verbreitung außerhalb Afrikas bis zum Sommer 2014 nicht zu rechnen.

Im Zusammenhang mit der Ebolafieber-Epidemie 2014 wurden jedoch zwei infizierte Amerikaner in die Vereinigten Staaten ausgflogen und weiter behandelt. Auch ein Spanier wurde nach Spanien zur näheren Untersuchung und Therapie ausgeflogen. Am 19. August 2014 wurde eine Frau in Berlin mit dem Verdacht auf Ebola in die Isolierstation der Berliner Charité unter Quarantäne gestellt. Statt an Ebola, litt die Frau jedoch an Malaria, wie sich am nächsten Tag heraustellte.

Von Reisen nach Westafrika rät das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland seit dem 1. August 2014 daher ab. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte zudem die Ebola-Epidemie zum internationalen Notfall.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Daniela kommentierte am 07.10.2014 um 08:20 Uhr

Könnte man nicht mit dem Blut der Überlebenden ein Medikament entwickeln?

TrafalgarLaw kommentierte am 15.10.2014 um 13:47 Uhr

Könnte man das Blut von den Überlebenden nicht nehmen und in andere kranke Menschen spritzen? Eine passive Immunisierung wäre dies doch. Das haben wir in Biologie gelernt. Geht das nicht?

Roman kommentierte am 25.10.2014 um 00:47 Uhr

Ich kann nur sagen, was mir durch den kopf geht. Irgendwie hören sich die Symptome an, wie nach einen Spinnen- oder Schlangenbiss. Kann es nicht sein, dass jemand von so einem Tier gebissen wurde und dies aber dann übertragbar ist?

joy kommentierte am 15.12.2014 um 12:10 Uhr

Ich finde das Thema Ebola sehr interessant, auch wenn es im Moment nicht mehr von Bedeutung ist. Dennoch ist es wichtig, dass die Menschheit weiß, was diese Epedemie in sich hat und wie sie sich verhalten müssen. Auch die Kinder dieser Generation sollten über solche Krankheiten Bescheid wissen. Deshalb finde ich die Internetseite sehr gut gestaltet und recht informativ.

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