Septischer Schock

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Oktober 2017
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Ein septischer Schock ist eine sog. inflammatorische Reaktion des Organismus. Der Körper reagiert auf das Eindringen von Viren, Bakterien, Pilzen und Toxinen mit einem Multiorganversagen. Erfolgt keine rechtzeitige und adäquate Behandlung, verläuft der septische Schock meist tödlich. Ein septischer Schock ist abzugrenzen von einem Anaphylaktischer Schock (allergischer Schock) und Kreislaufschock.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein septischer Schock?

Ein septischer Schock liegt vor, wenn die Symptome des SIRS (systemisches inflammatorisches Response-Syndrom) auftreten. Des Weiteren muss eine infektiöse Ursache (Bakterien, Viren, Pilze oder Toxine) als auch ein systolischer Blutdruck von unter 90 mmHg vorliegen.

Der niedrige Blutdruck (Hypotonie) muss trotz Volumensubstitution mind. eine Stunde lang andauern. Neben Fieber und einem beschleunigten Herzschlag, ist die Atemfrequenz erhöht und es liegen Störungen im Blutbild vor.

Dem septischen Schock liegt eine Sepsis (Blutvergiftung) zugrunde. Tritt ein Organ- oder Multiorganversagen ein, verbunden mit einem Abfall des Blutdrucks, so wird dies als septischer Schock definiert.

Ein septischer Schock kann in drei Stadien eingeteilt werden:

Stadium 1: der beginnende septische Schock - ist gekennzeichnet durch: Körpertemperatur über 38,4 °C, stabile Tachykardie (beschleunigter Herzschlag), Hyperventilation, Thrombozytenzahl im Blut liegt im Normbereich, Intensivüberwachung erforderlich.

Stadium 2: septischer Schock: Verminderung der Thrombozytenzahl, hyperdynamer oder hypodynamer Schock, Nachweis einer Bakteriämie und Endotoxinämie, Beatmung des Betroffenen dringend erforderlich.

Stadium 3a: Remission: deutliche Besserung.

Oder Stadium 3b: therapierefraktärer Zustand: keine Besserung der Symptomatik, Zustand des Patienten ist selbst durch eine aggressive Therapie nicht beeinflussbar, so dass der septische Schock letztendlich zum Tod führt.

Ursachen

Ein septischer Schock wird durch Bakterien, Viren, Pilzen oder Toxinen verursacht, die in den Blutkreislauf gelangt sind. Die Einschleppung von Bakterien wird oftmals durch ärztliche Maßnahmen verursacht, wie z. B. Punktionen, Operationen, Katheterinfektionen oder auch durch Einnahme bestimmter Medikamente.

Meist ist ein septischer Schock die Folge einer Sepsis (Blutvergiftung). Aber auch andere Erkrankungen wie z. B. Krebs, Nierenkrankheiten im Endstadium, Lemierre-Syndrom, Gangrän, Peritonitis, als auch Entzündungen der Lunge, der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase, können eine Ursache für einen septischen Schock sein.

Eine Sepsis und ein anschließender septischer Schock, kann auch Folge von Verbrennungen der Haut oder anderen offenen Wunden sein.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Blutvergiftung Sepsis
Eine Blutvergiftung bzw. Sepsis kann zu einem septischen Schock führen.

Diagnostiziert wird ein septischer Schock durch eine Blutuntersuchung. Hierbei wird nach dem Erreger gesucht, der die entzündliche Kettenreaktion ausgelöst hat.

Des Weiteren lässt sich ein septischer Schock anhand des Krankheitsverlaufes bei einer Sepsis erkennen. Erste Anzeichen sind rote oder blaue Striche an Armen und Beinen, geschwollene Lymphknoten, hohes Fieber, Tachykardie, Hyperventilation, Bewusstseinsstörungen, Hypotonie und Organversagen.

Eine Sepsis geht meist einher mit Durchblutungsstörungen, dem Abfall des Blutdrucks und Organversagen. Wird eine Sepsis nicht rechtzeitig und adäquat behandelt, kommt es infolge dessen zu einem septischen Schock. Werden keine wirksamen Gegenmaßnahmen getroffen oder schlägt die Therapie nicht an, so endet ein septischer Schock meist tödlich. Die Sterblichkeitsrate liegt bei einer Sepsis bzw. einem septischen Schock bei ca. 50 - 60 Prozent.

Komplikationen

Beim septischen Schock kommt es zum Kreislaufzusammenbruch bedingt durch einen Blutdruckabfall, der aufgrund einer, meist bakteriellen, Vergiftung basiert. Ein septischer Schock ist deshalb stets hochgradig lebensbedrohlich. Der niedrige Blutdruck und kleine Blutgerinnsel können zu einer Reihe von schweren Komplikationen führen.

So kann die Blutversorgung lebenswichtiger Organe wie Gehirn, Herz, Lunge oder Nieren beeinträchtigt sein. Wenn das Körpergewebe nicht genügend Blut erhält, setzt es überschüssige Milchsäure frei, so dass eine metabolische Azidose droht. Des Weiteren kann sich eine Thrombozytopenie einstellen, weil die Thrombozyten-Überlebenszeit aufgrund der fortschreitenden Vergiftungsprozesse sinkt. Darüber hinaus ist mit einer Schockniere, also einem akuten Nierenversagen zu rechnen, wenn das Harnvolumen zu stark abnimmt.

Ist die Lunge betroffen, kann es zunächst zu Symptomen wie Hyperventilation aufgrund von Sauerstoffmangel sowie Atemnot kommen. In diesen Fällen droht eine Schocklunge, also ein akutes Lungenversagen. Eine zu geringe Durchblutung der Magenschleimhaut in Verbindung mit einer erhöhten Bildung von Magensaft kann zu einem Stressulkus führen, also einem stressbedingten Schaden an der Magenschleimhaut. Kann die Sepsis nicht eingedämmt werden, droht als schlimmste Komplikation ein akutes Multiorganversagens, das regelmäßig zum Tod führt.

Behandlung & Therapie

Ein septischer Schock ist ein medizinischer Notfall und bedarf umgehender ärztlicher Behandlung. Je nachdem, welcher Erreger als Ursache für den septischen Schock bestimmt wurde, wird eine medikamentöse Therapie mit Antibiotika, Antiviralia, Antimykotika oder Antiparasitika eingeleitet.

Des Weiteren erfolgt eine Volumensubstitution. Die Infusionsflüssigkeit dient, neben der Vermeidung einer Exsikkose (Austrocknung), dem Ausgleich des Wasser- und Elektrolythaushaltes. Da ein septischer Schock einhergeht mit Multiorganversagen, werden des Weiteren medikamentöse Maßnahmen getroffen, um die betroffenen Organe zu stabilisieren.

Bei einem septischen Schock kann auch die Blutgerinnung in Mitleidenschaft gezogen werden, so dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine Thrombose oder eine Embolie zu vermeiden.

Durch den Blutdruckabfall kommt es im weiteren Verlauf zu einer Durchblutungsstörung der Extremitäten und der Organe. Durch die verminderte Zirkulation des Blutes, tritt infolge dessen ein Sauerstoffmangel auf, der zu Bewusstseinsstörungen und Koma führen kann. Die Durchblutungsstörung kann, zusammen mit der Blutgerinnungsstörung, Thrombosen als Folge haben, so dass hier neben der Gabe von Sauerstoff und blutverdünnenden Mitteln vermehrt Flüssigkeit verabreicht werden muss.

Eine Sepsis bzw. ein septischer Schock werden oftmals durch eine infizierte Wunde ausgelöst. Aufgrund dessen ist es notwendig, dass der Infektionsherd chirurgisch beseitigt wird.

Da die Atmung häufig eingeschränkt ist, wird i. d. R. eine Intubation durchgeführt. Neben diesen Maßnahmen, erfolgen bei einem septischen Schock zudem allgemeine, kreislauferhaltende Maßnahmen.

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Vorbeugung

Einem septischen Schock kann man vorbeugen, in dem in Krankenhäusern und Arztpraxen auf eine sterile Umgebung bei Operationen geachtet wird. Nach der Operation muss eine gründliche Wunddesinfektion erfolgen. Die täglichen Verbandwechsel müssen ebenfalls unter sterilen Bedingungen durchgeführt werden.

Aber nicht nur Operationen im Krankenhaus können der Auslöser eines septischen Schocks sein. Jede noch so kleine, unbedeutend erscheinende Wunde, sollte umgehend ausreichend desinfiziert werden. Hierfür gibt es Desinfektionsmittel für Haut und Wunden, die in jeden Arzneimittelschrank im Haushalt und in der Arbeit gehören.

Manche Menschen leiden unter einer schlechten Wundheilung. Diese Gruppe sollte stets - auch bei kleinen Wunden - einen Arzt aufsuchen, um die Wunde professionell versorgen zu lassen, so dass eine Sepsis und ein septischer Schock vermieden werden können.

Bücher über Blutvergiftung & Sepsis

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013
  • Renz-Polster, H., Krautzig, S. (Hrsg.): Basislehrbuch Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2012

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