Kopfpilz (Tinea capitis)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Der Kopfpilz (Tinea capitis) ist eine Infektion der Haut mit sog. Dermatophyten (Hautpilzen). Der Kopfpilz tritt hauptsächlich bei Kindern auf. Es wird hier vermutet, dass deren Immunsystem noch nicht voll entwickelt und deshalb anfällig für die Erreger ist. Der Kopfpilz (Tinea capitis) ist eine ansteckende Hautkrankheit, die i. d. R. den behaarten Kopf betrifft.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kopfpilz?

Der Kopfpilz (Tinea capitis) ist eine Infektion mit Hautpilzen. Diese tritt meist bei Kindern auf, kann jedoch auch Erwachsene betreffen, da der Kopfpilz sehr ansteckend ist. Der Kopfpilz wird von folgenden Erregern übertragen: Microsporum canis und verschiedene Formen des Trichophyton. Oftmals sind freilaufende Tiere wie Hunde und Katzen mit den Erregern infiziert, von wo sie aus auf den Menschen übertragen werden.

Eine Infektion mit dem Erreger Microsporum canis erkennt man an den kreisrunden, haarlosen und scharf begrenzten Stellen. Neben abgebrochenen Haaren kann die Kopfhaut mit gräulichen Schuppen bedeckt sein. Die Infektion mit dem Erreger Trichophyton geht häufig mit Entzündungsreaktionen einher.

Des Weiteren brechen hier ebenfalls die Haare ab, allerdings sind die kahlen Stellen in der Kopfhaut eher unregelmäßig geformt und stark gerötet. Der Kopfpilz (Tinea capitis) heilt in der Regel folgenlos aus.

Ursachen

Der Kopfpilz wird i. d. R. durch sog. Kopfpilzerreger übertragen. Dies sind in Mitteleuropa hauptsächlich Microsporum canis und mehrere Formen des Trichophyton. Die Erreger werden vor allem durch Haustiere wie Katzen, Hunde und Meerschweinchen übertragen.

Da sich hinter den Symptomen Hautausschlag, kahle, runde Stellen, Schuppen, Juckreiz, Entzündungsreaktionen, usw. auch andere Krankheiten verbergen können, muss zudem abgeklärt werden, ob nicht eine andere Ursache vorliegt. Abgeklärt werden müssen folgende Erkrankungen: Psorisis, atopisches Ekezem, Seborrhöe, Kontaktekzem, Pityriasis, Karbunkel, usw.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnostik beim Kopfpilz kann sich mitunter schwierig gestalten. Um eine geeignete Therapie beginnen zu können, muss zuerst der Erreger bestimmt werden. Hierbei wird eine Pilzkultur angelegt. Für diese werden Haare bzw. Haarstümpfe aus dem befallenen Bereich entnommen. Der Nachteil der Pilzkultur ist, dass das Anzüchten eines Erregers zwischen drei und sechs Wochen dauern kann.

Eine Infektion mit Microsporum canis kann ggf. mit einer UV-Lampe - dem sog. Wood-Licht - nachgewiesen werden. Liegt eine Infektion vor, erkennt man dies an der gelblich-grünen Fluoreszenz. Da die Empfindlichkeit des Tests allerdings nicht sehr hoch ist, reicht dieser für die Diagnostik alleine nicht aus.

Der Verlauf ist in der Regel unkompliziert. Tinea capitis heilt meist komplikationslos ab. Bei einer tiefreichenden Infektion können jedoch Narben verbleiben. In diesem Bereich wachsen meist danach keine Haare mehr. Die Heilung verläuft bei Erwachsenen i. d. R. schneller, als bei Kindern. Die Heilungsphase ist auch von der Haarlänge abhängig. Beim Kopfpilz wird daher empfohlen, die Haare kurz zu schneiden, da dies die Behandlungsdauer erheblich verkürzen kann.

Komplikationen

Durch den Kopfpilz kommt es zu sehr unangenehmen Beschwerden am Kopf des Patienten. In den meisten Fällen brechen die Haare des Betroffenen ab und es treten starke Schuppen auf. Ebenso kann die Kopfhaut gerötet sein, jucken und schmerzen. Auch die Haare selbst werden dadurch nicht selten fettig und es kommt zu einer verringerten Ästhetik des Betroffenen.

Die Lebensqualität wird durch den Kopfpilz in den meisten Fällen stark verringert. Die Betroffenen leiden dabei nicht selten auch an psychischen Erkrankungen oder an Depressionen, die durch Minderwertigkeitskomplexe oder durch ein verringertes Selbstwertgefühl ausgelöst werden können. Weiterhin kann es zu Infektionen kommen, die auch Narben auf der Kopfhaut hinterlassen können.

Die Behandlung selbst führt nicht zu weiteren Komplikationen oder Beschwerden. Mit Hilfe von Medikamenten oder Cremes können die Beschwerden eingeschränkt und behandelt werden. Die Behandlungsdauer selbst kann allerdings mehrere Wochen betragen. In der Regel muss der Betroffene seine Haare auch kurz schneiden, was ebenso zu psychischen Beschwerden führen kann. Die Lebenserwartung bleibt von dem Kopfpilz unberührt. Weiterhin kann der Patient auch nochmals an dieser Krankheit erkranken.

Behandlung & Therapie

Der Kopfpilz wird sowohl systemisch als auch lokal behandelt. Des Weiteren muss bei der Behandlung berücksichtigt werden, ob Erwachsene oder Kinder davon betroffen sind.

Die systemische Behandlung beinhaltet bei Erwachsenen den Einsatz von Antimykotika, das sind pilztötende Medikamente. Folgende Wirkstoffe sind zur Behandlung des Kopfpilzes zugelassen: Griseofulvin, Terbinafin, Itraconazol und Fluconazol. Bei der Behandlung von Kindern ist jedoch nur der Wirkstoff Griseofulvin zugelassen.

Bei der medikamentösen Behandlung ist wichtig, dass die Medikamente über einen ausreichend langen Zeitraum eingenommen werden. Die Therapie umfasst einen Mindestzeitraum von vier bis acht Wochen. Auch wenn keine Symptome mehr vorhanden sind, so muss das Medikament weiter eingenommen werden. Erst wenn der Arzt mitteilt, dass das Arzneimittel abgesetzt werden kann, ist die Behandlung ausreichend.

Neben der systemischen Behandlung erfolgt zeitgleich eine lokale Behandlung mit speziellen Antipilz-Cremes, die auf die Haut aufgetragen werden. Des Weiteren muss neben der Kopfhaut auch das Haar behandelt werden, da sich der Kopfpilz auch auf den Haaren verbreitet. Hierfür gibt es spezielle Antipilz-Shampoos. Um die Behandlungszeit zu verkürzen, ist es sinnvoll, wenn man lange Haare abschneidet, da es u. U. sonst mehrere Monate Zeit in Anspruch nehmen kann, um den Kopfpilz erfolgreich zu behandeln.

Die Behandlung von Tinea capitis sollte erst dann beendet werden, wenn durch eine weitere Pilzkultur keine Erreger mehr nachgewiesen werden können.

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Vorbeugung

Einer Infektion mit dem Kopfpilz kann man bedingt vorbeugen. Verdächtige Tiere sollten auf keinen Fall angefasst werden. Häufigste Infektionsquellen sind Katzen und Meerschweinchen. Aufgrund dessen sollten diese regelmäßig durch einen Tierarzt untersucht werden. Zeigen sich bei den Haustieren Anzeichen einer Infektion mit dem Kopfpilz, so sollten die Haustiere zum Tierarzt in Quarantäne gegeben werden.

Um den Erreger nicht weiter zu verbreiten, sollten folgende Regeln befolgt werden:

Haarbürsten, Kämme, Handtücher, Waschlappen, Bettwäsche, Kleidung, Plüschtiere und andere Spielsachen müssen gründlich desinfiziert werden. Dies gilt auch für die Ablageflächen, auf denen die Gegenstände liegen. Das gleiche gilt für das Spielzeug und die Liegestätten der Haustiere.

Kinder müssen von Kindergarten und Schule befreit werden. Wann diese wieder besucht werden können, muss von Fall zu Fall der Arzt entscheiden. Die Einrichtungen sind über den Befall zu informieren, so dass diese Vorsichtsmaßnahmen ergreifen können, um eine Ausbreitung unter den Schülern zu verhindern.

So lange der Kopfpilz vorliegt, ist unter allen Umständen ein Besuch beim Friseur zu vermeiden.

Wurde die Diagnose Tinea capitis gestellt, so ist auch nach der Infektionsquelle zu suchen. Hilfreich ist es, wenn von allen Familienmitgliedern eine Pilzkultur angelegt wird. Des Weiteren ist eine gründliche Desinfektion des Hauses vorzunehmen. Nur wenn der Infektionsherd gefunden und beseitigt wurde, lässt sich einer erneuten Infektion mit dem Kopfpilz vorbeugen.

Das können Sie selbst tun

Kopfpilz lässt sich wie andere Hautpilze auch mit unterschiedlichen Hausmitteln behandeln. Ein bewährtes Mittel ist der Apfelessig, welcher mit einem Stück Watte regelmäßig auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden sollte. Der Apfelessig wird für diesen Zweck am besten nicht verdünnt.

Des Weiteren kann Kopfpilz mittels Teebaumöl behandelt werden. Das Teebaumöl beinhaltet ein natürlich vorkommendes Antibiotikum, welches gegen Pilze und auch andere Keime eingesetzt werden kann. Auch dieses wird von dem Betroffenen mit einem Stück Watte auf die betroffenen Stellen der Haut aufgetragen. Diese Behandlung wird dann regelmäßig wiederholt bis es zu einer Besserung kommt.

Ein weiteres Hausmittel gegen Pilze ist der Naturjoghurt. Dieser kann auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden und sollte etwa 15 Minuten einwirken können. Anschließend wird der Joghurt mit warmem Wasser abgewaschen.

Zusätzlich lässt sich Kopfpilz auch mit Lavendelöl behandeln. Die ätherischen Öle des Lavendelöls helfen nachweislich die Haut von Pilzen zu befreien. Das Lavendelöl sollte auch hierbei mit einem Wattestück auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Wenn der Betroffene zu Hautirritationen neigt, dann ist es ratsam das Lavendelöl vor der Behandlung zu verdünnen. Diese Behandlung sollte auch regelmäßig wiederholt werden bis es zu einer Verbesserung kommt.

Bücher über Schuppen & Kopfpilz

Quellen

  • Cohen, B.A.: Pädiatrische Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2007
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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