Knacken der Gelenke

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Oktober 2017
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Ein Knacken der Gelenke kennen viele Menschen. Es kann bei der Bewegung von allen Gelenken auftreten und ist kein Zeichen von Alter oder Defekten an den Gelenken. Meistens ist dieses Knacken auch völlig schmerzfrei.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Knacken der Gelenke?

Viele Menschen kennen das Knacken der Gelenke bei verschiedenen Bewegungen. Man geht in die Hocke und dabei knacken die Knie oder es kommt zum Knacken in den Fingergelenken. Dies sind die Gelenke, die am häufigsten von solch einem Knacken betroffen sind. Der Grund ist sicherlich, dass diese Gelenke sehr viel bewegt werden. Aber auch im Ellenbogen, den Schultern, am Knöchel oder im Nacken kommt es oft zu diesem Gelenkknacken.

Ein Knacken der Gelenke kann einfach so vorkommen oder auch bewusst herbeigeführt werden. Manche Menschen können durch starkes Dehnen eines Gelenks ein Knacken hervorrufen.

Eine weit verbreitete Meinung ist, dass dieses Knacken – ob nun provoziert oder willkürlich auftretend – nicht gut oder sogar schädlich für die Gelenke sei, weil dadurch eine erhöhte Abnutzung stattfindet. Das ist allerdings in den meisten Fälle nicht zu befürchten.

Ursachen

Ein Knacken der Gelenke kann von vielen Ursachen ausgelöst werden. Es existieren jedoch keine wissenschaftlichen Belege für diese Theorien. Wenn dieses Knacken keine Schmerzen verursacht, kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass keine ernsthaftere Erkrankung oder Schädigung im betroffenen Gelenk vorliegt.

Als eine mögliche Ursache werden Gasbläschen aus Kohlendioxid gesehen, die sich aus der Gelenkschmiere gebildet haben. Durch das Platzen dieser Bläschen entsteht dann das hörbare Knacken. Eine andere Ursache kann ein Unterdruck im Gelenk sein, der entsteht, wenn die Gelenkflächen auseinandergezogen und bewegt werden. Dabei kommt es häufig zu einem „ploppenden“ Geräusch. Eine weitere mögliche Ursache wird nicht direkt am Gelenk vermutet, sondern hängt mit denen Sehnen zusammen. Dabei wird davon ausgegangen, dass eine Störung an den Sehnen vorliegt, die sich dann bei Bewegungen überspringen und das knackende Geräusch erzeugen.

Daneben kann ein Knacken der Gelenke aber auch durch Abnutzung oder kleinere defekte an den Knorpeln entstehen. Aber auch dahinter muss sich keine schwerwiegende Erkrankung, wie z.B. Arthrose, verbergen.

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Diagnose & Verlauf

Viele Menschen kennen das Knacken der Gelenke bei verschiedenen Bewegungen. Man geht in die Hocke und dabei knacken die Knie oder es kommt zum Knacken in den Fingergelenken.

Kommt es zum Knacken der Gelenke und der Betroffene hat keine Begleiterscheinungen wie Gelenkschmerzen, ist es in der Regel keine Behandlung vorzunehmen.

Sind die Geräusche aber eher knirschend, hat der Patient dabei Schmerzen oder wenn das Knacken erst seit einer Gelenkverletzung oder –operation auftritt, ist es sinnvolle einen Fachmann zu konsultieren.

Durch verschiedene diagnostische Verfahren kann der Zustand des Gelenks beurteilt werden und je nach der Ursache eine Behandlung erfolgen. Sowohl durch Abtasten, als auch dem manuellen Bewegen des betroffenen Gelenks, kann der Arzt erste Vermutungen anstellen.

Durch eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie werden Schädigungen oder Erkrankungen der Gelenke erkannt. In der Regel ist ein Knacken der Gelenke sehr gut behandelbar. Ist die Ursache bekannt und wird therapiert, verschwinden die Symptome auch wieder.

Komplikationen

Wenn die Gelenke knacken, ist dies gesundheitlich meist vollkommen unbedenklich. Bleiben die Geräusche allerdings über einen längeren Zeitraum bestehen, besteht das Risiko, dass sich die Gelenke und die Bänder überdehnen und auf lange Sicht sogar geschädigt werden. Durch ständiges Knacken mit den Gelenken, können die Bänder und Muskeln ausleiern und schmerzen.

Bleibt das Knacken weiterhin bestehen, werden nach und nach die Knorpel geschädigt. Es kommt zu Bewegungsschmerzen und in schweren Fällen zu Lähmungserscheinungen in den betroffenen Gelenken. Bei der Behandlung führen Hausmittel und ungeeignete Therapiemaßnahmen oft zu einer Verstärkung der Gelenk-Geräusche. So verschafft regelmäßiges Knacken zwar zunächst Linderung, auf Dauer werden die Gelenke jedoch erheblich belastet.

Selbiges gilt für Wickel und heiße Verbände, die statt der gewünschten Reduzierung des Knackens zu einer Schwächung der Gelenke und Muskeln führen können. Generell sind knackende Gelenke allerdings unbedenklich, insofern kein behandlungsbedürftiges Grundleiden vorliegt. Bei der Behandlung knackender oder versteifter Halswirbel besteht das Risiko, dass die umliegenden Schlagadern verletzt oder eingeengt werden. Übermäßiges Knacken mit den Gelenken kann außerdem zu Krämpfen und in seltenen Fällen zu Entzündungen und anderweitigen Beschwerden führen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Sofern das Knacken der Gelenke keinerlei Schmerzen bereitet, besteht kaum ein Risiko und die Beratung durch einen Facharzt ist nicht notwendig. Aufgrund des stressabbauenden Effekts beim Knacken wird die auslösende Bewegung allerdings schnell zur Sucht. Entwickelt sich das Knacken von Knochen und Gelenken zu einem zwanghaften Symptom, hilft ein Psychiater oder Psychotherapeut weiter. Die fachärztliche Beratung durch einen Orthopäden wird erst nötig, wenn der Druck beim Knacken sich mit der Zeit verstärkt oder auffällig viele Gelenke betroffen sind. Da das Knacken in den Gelenken für gewöhnlich kein akutes Risiko darstellt und somit kein Notfall vorliegt, können lange Wartezeiten für einen Termin beim Facharzt vorkommen.

In der Regel kann jeder Allgemeinmediziner schnell feststellen, ob eine orthopädische Behandlung sinnvoll ist. Die psychiatrische Behandlung von zwanghaftem Knacken mit den Gelenken fällt überaus selten an. Um auszuschließen, dass das Knacken Teil eines psychisch oder körperlich bedingten Syndroms ist, sollte der Hausarzt über alle Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Knochen und Gelenken informiert werden.

Behandlung & Therapie

So lange das Knacken der Gelenke dem Betroffenen keine Schmerzen verursacht und das Knacken nicht mit knirschenden Geräuschen verbunden ist, muss nicht unbedingt eine Behandlung nötig sein.

Oft genügt es in solchen Fällen schon, etwas mehr Bewegung in den Alltag einzuplanen, damit die Gelenke nicht „einrosten“. Das stärkt zudem die Muskulatur, worauf bei sämtlichen orthopädischen Beschwerden immer geachtet werden sollte. Bewegung heißt in diesem Fall nicht sportliche Aktivitäten oder Krafttraining zur Stärkung der Muskulatur. Jede Art von körperlicher Aktivität ist hier gut, es genügt als auch ein regelmäßiger Spaziergang um Muskeln und Gelenke fit zu halten.

Steckt eine krankhafte Ursache oder eine Schädigung hinter dem Knacken der Gelenke, so ist die Behandlung von der genauen Diagnose abhängig. Bei Schmerzen können immer Schmerzmittel eingesetzt werden, sollte eine Entzündung im Gelenk vorliegen, wirken diese Medikamente auch entzündungshemmend. Auch Physiotherapie kann in vielen Fällen hilfreich sein, die Beschwerden zu lindern.

Eine Arthrosebehandlung wird immer auf den Patienten individuelle abgestimmt. Die Therapie kann neben den o.g. Möglichkeiten auch aus Massagen oder Wärme- bzw. Kältebehandlungen bestehen, sowie gezielter Einsatz von Medikamenten. Bei allen Ursachen ist zudem eine gesunde Ernährung mit genügend Bewegung angezeigt. Durch Bewegung werden die Gelenke geschmiert, eine gesunde Ernährung versorgt Gelenke, Muskeln und Sehnen mit ausreichend Nährstoffen um sie gesund zu erhalten und ein Knacken der Gelenke zu verhindern.

Aussicht & Prognose

Solange die Gelenke beim Knacken nicht schmerzen, gibt es keinen Anlass zur Sorge. Der Volksmund spricht vom „Einrosten“ der Gelenke, was den Zustand gut beschreibt. Zwar ist es nicht unüblich, dass Gelenke Geräusche erzeugen, doch der Betroffene ist davon nicht beeinträchtigt.

Die Ursache für das Knacken ist bis heute nicht genau erforscht. Man nimmt an, dass die Gelenkflüssigkeit kurzzeitig Blasen entwickelt, die Geräusche erzeugen. Grundsätzlich ist Bewegung ein gutes Mittel zur Abhilfe.

Anders verhält es sich, wenn Schmerzen auftreten. Oft liegt dies an einer mangelhaft ausgebildeten oder verkürzten Muskulatur, die das Gelenk schwächt. Sport und Bewegung sind eine ausgezeichnete Therapie. Genau wie ein Kugellager in der Maschine brauchen auch menschliche Gelenke Spielraum, die Kugel muss locker in der Gelenkschale sitzen. Durch Fehlbelastungen ist das harmonische Spiel beeinträchtigt, wird durch harte Muskeln sogar blockiert. Dies erzeugt vielfach den Schmerz.

Durch Lockerung der Muskulatur und Ausgleichsport kann das Gelenk wieder in „Fluss“ kommen. Auch warme Bäder, Saunabesuche, Massagen und Wärmetherapie helfen. Dank besserer Durchblutung löst sich die Muskelverhärtung wieder.

Glucosamine dienen der Bildung von Gelenkschmiere und halten die Gelenke fit. Sie sind mit zunehmendem Alter wichtig, weil der Körper die Fähigkeit verliert, sie aus Lebensmitteln aufzunehmen. Gute Glucosaminquellen sind Krabben, Schrimps und Hummer.

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Vorbeugung

Dem Knacken der Gelenke kann nur bedingt vorgebeugt werden, das Risiko schwerwiegender Erkrankungen kann aber durch einige Maßnahmen minimiert werden. Gelenkschonende Bewegung, eine gesunde und ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Übergewicht kommen unseren Gelenken zu gute.

Das können Sie selbst tun

In den meisten Fällen ist bei einem Knacken der Gelenke keine Behandlung durch den Arzt und auch keine Selbsthilfe möglich oder nötig. Das Knacken der Gelenke stellt ein gewöhnliches Symptom dar, das nicht gesundheitsschädigend ist und daher auch nicht behandelt werden muss. Anders sieht es allerdings aus, wenn das Knacken der Gelenke mit Schmerzen verbunden ist.

Hier kann sich ein allgemein gesunder Lebensstil positiv auf das Symptom auswirken. Der Patient sollte fettiges und ungesundes Essen vermeiden und damit Übergewicht abbauen. Ebenso wirken sich sportliche Betätigungen positiv auf das Knacken der Gelenke aus und können das Symptom an sich vorbeugen. Auch therapeutische Maßnahmen wie Physiotherapie können sich fördernd auswirken. Eine Kräftigung der Muskulatur hilft falsche oder einseitige Belastungen der Gelenke zu vermeiden. Falls mit dem Knacken der Gelenke auch Verspannungen zu spüren sind, sollte der Patient eine andere Sitzhaltung einnehmen und damit die betroffenen Stellen entlasten. Häufig hilft es auch, die betroffenen Stellen zu massieren oder mit bestimmten schmerzlindernden und kühlenden Salben einzucremen.

Falls das Knacken der Gelenke sehr häufig auftritt und mit starken Schmerzen verbunden ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden. In diesem Fall kann es sich um eine Entzündung handeln, die von einem Arzt untersucht werden muss. Ein gelegentliches Knacken der Gelenke ist allerdings harmlos und führt nicht zu weiteren Beschwerden.

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Quellen

  • Aumüller, G., Engele, J., Kirsch, J., Mense, S.: Duale Reihe Anatomie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Imhoff, A., Linke, R., Baumgartner, R.: Checkliste Orthopädie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Niethard, F., Pfeil, J.: Orthopädie. Thieme, Stuttgart 2014

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