Allgemeinmedizin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Allgemeinmediziner sind in der Regel die Ärzte, die bei körperlichen Beschwerden am häufigsten aufgesucht werden. Wenn sie diese nicht selbst behandeln können, koordinieren sie die weitere Behandlung zu Fachärzten und stimmen die Behandlung der eigenen Diagnostik mit den Befunden der Fachärzte ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Allgemeinmedizin?

Die Humanmedizin setzt sich aus 32 unterschiedlichen Fachgebieten zusammen. Eines dieser Teilgebiete ist die Allgemeinmedizin. Ein Allgemeinmediziner, auch Hausarzt oder praktischer Arzt genannt, ist für Patienten die erste Anlaufstelle, wenn sie krank sind oder Beschwerden haben, die ärztlich behandelt werden müssen.

Allgemeinmediziner sind somit, wie es die Bezeichnung ausdrückt, zuständig für den allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten. In den meisten Fällen sind sie in eigener Praxis als Hausärzte niedergelassen. Allgemeinmediziner haben einen festen Patientenstamm meistens über Jahre hinweg und kennen die Krankengeschichte ihrer Patienten und deren Familien im Detail.

Durch diesen persönlichen Bezug sind sie für Patienten eine wichtige Vertrauensperson. Anhand der oft sehr subjektiven Schilderung von Beschwerden muss ein Allgemeinmediziner die richtige Diagnose stellen und eine Behandlung einleiten oder den Patienten ggf. an einen Facharzt zur weiteren Untersuchung oder Behandlung überweisen.


Behandlungen & Therapien

Das Fachgebiet der Allgemeinmedizin beinhaltet die Basisversorgung aller ihrer Patienten, sei es mit akuten Beschwerden, als Notfall oder zur Vor- und Nachsorge. Sie sind dafür ausgebildet, Erkrankungen, die keine über die Basisversorgung hinausgehenden Fachkenntnisse erfordern, zu behandeln. Können sie diese im Rahmen der Grundversorgung nicht leisten, überweisen sie ihre Patienten an Fachärzte, die in dem jeweiligen Fachgebiet über spezielle Kenntnisse und Erfahrungen verfügen.

Die Grenzen der Arbeitsbereiche zwischen Allgemeinmedizin und Fachmedizin sind dabei oft fließend und nicht eindeutig definiert. Zwar legen die Krankenkassen und kassenärztlichen Vereinigungen in ihren Leistungskatalogen fest, welche Arztgruppe welche Leistungen abrechnen kann, aber viele Fachbereiche sind von der Überweisung durch einen Allgemeinmediziner abhängig. Die Allgemeinmediziner übernehmen auf diese Weise eine Steuerungsfunktion in der ärztlichen Versorgung und stellt eine stufenweise Diagnostik sicher, arbeiten bei Bedarf mit Fachspezialisten zusammen, um ihren Arbeitsauftrag im Sinne der Patienten und der gesellschaftlich an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden.

Allgemeinmediziner sind in der Regel die Ärzte, die bei körperlichen Beschwerden am häufigsten aufgesucht werden. Wenn sie diese nicht selbst behandeln können, koordinieren sie die weitere Behandlung zu Fachärzten.

Als Hausärzte betreuen sie Patienten und ihre Familien und führen bei Bedarf auch Hausbesuche durch, wenn Patienten so krank sind, dass sie nicht die Praxis aufsuchen können. Sie stellen Rezepte für Medikamente und sonstige Behandlungen wie Massagen etc. aus und übernehmen nach einer Überweisung an den Facharzt und erfolgter Diagnostik wieder die Behandlung des Patienten. Sie verabreichen Spritzen, z. B. im Rahmen des Impfschutzes.

Die Allgemeinmedizin sorgt für eine qualitativ möglichst hochwertige medizinische Versorgung und hat dabei das Wohl der Patienten im Auge, achtet aber gleichzeitig auch darauf, dass diese angemessen ist, auch im Hinblick auf den Kostenfaktor. Kostendruck und dadurch bedingt weniger Zeit für den Einzelfall sorgt aber häufig dafür, dass für eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten wenig Zeit bleibt.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

Eine sorgfältige und umfassende Diagnose ist die wichtigste Voraussetzung für eine adäquate Behandlung. Eine Reihe von Untersuchungen kann in einer allgemeinärztlichen Praxis bei entsprechender technischer Ausstattung stattfinden. Zu den häufigsten Untersuchungsverfahren in allgemeinmedizinischen Praxen gehören Vorsorgeuntersuchungen. Viele Erkrankungen können durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden.

Daher nimmt die Gesundheitsvorsorge einen wichtigen Stellenwert in der Allgemeinmedizin ein. Hausärzte beraten ihre Patienten, welche Vorsorgeuntersuchungen für sie sinnvoll sind, und führen diese teilweise auch selbst durch, z. B. Check-ups, Begutachtung von Muttermalen zur Einschätzung eines Hautkrebsrisikos, etc. Wenn Patienten unter Herzbeschwerden oder Herzrhythmusstörungen leiden, kann ein EKG Aufschluss über eine mögliche Koronare Herzkrankheit (KHK) ergeben. Da manchmal nicht genau eingeschätzt werden kann, in welchen Situationen die Beschwerden auftreten, wird bei Bedarf ein Langzeit-EKG angeordnet, das die Herztätigkeit über einen Zeitraum von 24 Stunden aufzeichnet und Aufschluss über mögliche Ursachen geben kann.

Zu den Standarduntersuchungen gehört eine Blutdruck- und Pulsmessung. Auf diese Weise kann ein Bluthochdruck (Hypertonie) oder ein zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) festgestellt werden. Genauere Hinweise kann eine Langzeitblutdruckmessung über 24 Stunden ergeben. Bei Atemproblemen werden Herz und Lunge mit einem Stethoskop abgehört. Durch das Abhören werden unregelmäßige Herztöne oder krankhafte Atemgeräusche festgestellt. Viele Erkrankungen, z. B. Entzündungen, lassen sich aufgrund von Blut-, Urin- oder Stuhluntersuchungen feststellen. Dazu wird den Patienten Blut abgenommen und entweder im hauseigenen Labor untersucht oder an ein Fremdlabor weitergeleitet.

Bei Atemwegserkrankungen erfolgt außerdem ein Rachenabstrich, um eine ggf. eine Streptokokkeninfektion auszuschließen. Viele Allgemeinpraxen verfügen über eine gehobene technische Ausstattung und können auch Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen selbst durchführen. Manche sind auch in der Lage, Lungenfunktionsprüfungen durchzuführen, die für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma wichtig sind. Diese Funktionsprüfung gibt Aufschluss über den Verlauf von Bronchial- und Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD und zeigt die Reaktion auf die Verordnung von Medikamenten.

Nicht selten haben Allgemeinmediziner auch Zusatzausbildungen in verschiedenen Bereichen, z. B. Akupunktur oder Homöopathie, und dürfen dann auch in diesen Fachbereichen Diagnosen stellen und Beschwerden behandeln.

Bücher über Homöopathie

Quellen

  • Gesenhues, S., Zisché, R.H., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012

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