Hormonsubstitution

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Dezember 2017
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Bei einer Hormonsubstitution wird ein Hormonmangel durch die Gabe von synthetischen oder natürlichen Hormonen ausgeglichen. Dabei ist es unerheblich, ob der Mangel absolut oder relativ ist. Als Synonym für die Hormonsubstitution gilt die Hormonersatztherapie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Hormonsubstitution?

Die Hormonsubstitution bezeichnet den Ersatz von fehlenden oder zu gering konzentrierten Hormonen durch die Gabe von synthetischen oder natürlichen hormonellen Wirkstoffen. Die Hormonsubstitution wird oft auch als Hormonersatztherapie bezeichnet. Dabei wird der Begriff Hormonersatztherapie im engeren Sinne häufig im Zusammenhang mit der Gabe von Medikamenten in den Wechseljahren oder bei Geschlechts angleichenden Maßnahmen verwendet.

Allerdings betrifft die Hormonsubstitution jegliche Hormone. So wird Insulin bei zu hohem Blutzucker appliziert. Schilddrüsenhormone werden bei Unterfunktion der Schilddrüse verabreicht. Die Gabe des Wachstumshormons Somatotropin erfolgt bei Kleinwuchs. Schließlich werden postmenopausale Beschwerden oft mit Östrogenen behandelt. Es gibt Hormonsubstitutionen, die zum Überleben absolut notwendig sind.

Andere Hormontherapien dienen zur Linderung von Symptomen. Dabei können jedoch manchmal auch schwerwiegende Nebenwirkungen entstehen. Ein Beispiel dafür ist die Hormonbehandlung während des Klimakteriums bei Frauen und des Klimakteriums virile bei Männern.

Funktion, Wirkung & Ziele

Hormonsubstitutionen entfalten oft lebensrettende Wirkungen bei Menschen. Ein Hormon muss immer ersetzt werden, wenn es fehlt oder wenn seine Konzentration im Körper viel zu gering ist. Hormone sind für das Funktionieren der körperlichen Vorgänge unerlässlich, weil jegliche Körperfunktionen durch Hormone gesteuert werden. Fallen beispielsweise die Langerhansschen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse aus, wird das Hormon Insulin nicht mehr produziert. Da Insulin veranlasst, dass der Blutzucker in die Zellen gelangt, ist es für den Körper unerlässlich.

Daher muss es bei seinem Ausfall zum Lebenserhalt täglich gespritzt werden. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden wiederum zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet. Da die Schilddrüsenhormone den Energiestoffwechsel ankurbeln, kommen bei ihrem Fehlen alle körperlichen Vorgänge zum Stillstand. Daher ist eine Hormonsubstitution der Schilddrüsenhormone in diesem Fall lebensnotwendig. Andere Hormone steuern das Wachstum, die sexuelle Erregbarkeit, den Ablauf der Schwangerschaft, den Menstruationszyklus und vieles mehr. Des Weiteren gibt es Hormone, die andere Hormondrüsen zur Hormonbildung anregen.

Dazu zählen unter anderem einige Hormone der Hypophyse wie das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH), welche die Gonaden zur Hormonbildung anregen. Des Weiteren gehört dazu auch das adrenocorticotrope Hormon (ACTH), welches die Nebennierenrinde zur Bildung von Glukokortikoiden anregt und das thyreoideastimulierende Hormon (TSH) zur Stimulierung der Schilddrüse. Neben diesen Hormonen bildet die Hypophyse noch eine Reihe von Hormonen, die direkt auf die Organe einwirken.

Bei Ausfall der Hypophyse kommt es daher zum Zusammenbruch des hormonellen Regulationssystems. Daher wird eine Substitution der entsprechend fehlenden Hormone notwendig. Bei einem Mangel des männlichen Sexualhormons Testosteron wird dieses oft im Rahmen einer Substitutionstherapie ersetzt. Dabei kann der Testosteronmangel primäre oder sekundäre Ursachen haben. Bei seiner Substitution im Alter kommt es zur allgemeinen Leistungssteigerung. Vor der Pubertät kann eine Testosteronsubstitution notwendig sein, damit die sekundären männlichen Sexualmerkmale überhaupt ausgebildet werden. Im Zusammenhang mit einer Hormonsubstitution wird am häufigsten über die Gabe von Östrogenen während des Klimakteriums gesprochen.

Bei einer Hormonsubstitution wird ein Hormonmangel durch die Gabe von synthetischen oder natürlichen Hormonen ausgeglichen.

Hier wird eine Hormonsubstitution durchgeführt, um schwere klimakterische Beschwerden zu lindern. Allerdings birgt diese Hormontherapie auch Risiken. Deshalb sollten hier Nutzen und Risiko miteinander abgewogen werden. Das Klimakterium ist durch die Phase von der Geschlechtsreife bis zum Erlöschen der ovariellen Hormonproduktion gekennzeichnet. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Vorgang, der jedoch mit teilweise heftigen Symptomen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Nervosität, Muskelschmerzen und vielem mehr verbunden ist.

Wenn die Beschwerden sehr stark werden, können durch eine Hormonsubstitution mit Östrogenen und Gestagenen die Vorgänge der Menstruation noch ein wenig verlängert werden. Dabei kommt es zur Abschwächung der Symptome. Eigentlich handelt es sich in diesem Fall nicht um eine Hormonsubstitution, weil die Östrogenproduktion natürlicherweise vom Körper eingestellt wird. Hier werden zusätzlich Hormone zur Linderung von damit verbundenen Beschwerden verabreicht.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine Hormonsubstitution ist oft lebensnotwendig, kann aber auch mit Risiken verbunden sein. Wenn der Körper die Produktion von existenziellen Hormonen einstellt, müssen diese von außen ersetzt werden. Das betrifft beispielsweise die Schilddrüsenhormone oder Insulin. So sorgen die Schilddrüsenhormone für die Aufrechterhaltung des Energiestoffwechsels und Insulin für die Bereitstellung von Blutzucker in den Zellen. Hier besteht nur ein gesundheitliches Risiko bei einer Überdosierung.

Mit der Hormonsubstitution der Frau während des Klimakteriums sind die meisten Nebenwirkungen und Risiken verbunden. Eigentlich handelt es sich hier statt einer Hormonsubstitution um eine Hormontherapie. Da die Östrogenproduktion während des Klimakteriums auf natürlichem Weg eingestellt wird, muss hier kein Hormon substituiert werden. Bei dieser Therapie sollen die zusätzlichen Östrogene den Vorgang der Menstruation noch ein wenig aufrechterhalten, um die während des Klimakteriums auftretenden Beschwerden abzumildern. Zusätzlich zur Östrogenapplikation müssen jedoch noch Gestagene als Gegenspieler der Östrogene verabreicht werden.

Ansonsten besteht das Risiko, an Gebärmutterhöhlenkrebs zu erkranken. Wenn die Gebärmutter bereits entfernt ist, müssen Gestagene nicht zusätzlich appliziert werden. Insgesamt besteht jedoch bei einer dauerhaften Hormontherapie die Gefahr von gesundheitlichen Beeinträchtigungen. So gehört zu den Risiken das Auftreten von Brustkrebs, Eierstockkrebs, Schlaganfällen, Thrombosen oder Herzinfarkten. So sollten bei einer Hormontherapie bei postmenopausalen Beschwerden nur durchgeführt werden, wenn die Lebensqualität stark beeinträchtigt ist und wenn der Nutzen eindeutig gegenüber dem Risiko überwiegt.

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Quellen

  • Classen, M., Diehl, V., Kochsiek, K. (Hrsg.): Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2009
  • Kleine, B., Rossmanith, W.: Hormone und Hormonsystem. Lehrbuch der Endokrinologie. Springer Verlag, Berlin 2013.
  • Marischler, C.: BASICS BASICS Endokrinologie. Urban & Fischer, München 2013

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