Hakenwurmkrankheit und Hautmaulwurf

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. November 2017
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Die typischen gewundenen Hautveränderungen der Hakenwurmkrankheit werden passenderweise als Hautmaulwurf bezeichnet. Die überaus unangenehme Erkrankung hat zum Glück gute Heilungschancen und kann mit ein wenig Vorsicht gut vermieden werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Hakenwurmkrankheit?

Die Hakenwurmkrankheit wird durch verschiedene Gattungen von Hakenwürmerlarven ausgelöst. Als häufigste Erreger gelten die Arten Necator americanus, Ancylostoma duodenale, beide nur beim Menschen vorkommenend, und Ancylostoma brasiliense, der Hundehakenwurm.

Weitere Namen für die Erkrankung sind Hautmaulwurf, Creeping Eruption, Grubenkrankheit, Ankylostomiasis und Larva Migrans. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Haut in tropischen und warmen Gebieten. Hakenwürmer leben in Asien, Afrika, der Karibik sowie Mittel- und Südamerika. Auch im Mittelmeerraum können die Würmer vorkommen, wenn es sehr heiß ist.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Krankheit 1874, 1928 wurde sie speziellen Erregern zugeordnet. Bei Gruben- und Tunnelarbeitern ist der Hautmaulwurf besonders verbreitet, weshalb er bei ihnen als Berufskrankheit gilt.

Ursachen

Wenn sich Larven der Hakenwürmer in die Haut einer Person bohren, entsteht die Hakenwurmkrankheit. Die Infektion erfolgt zumeist, wenn ein Mensch barfuß über einen Boden geht, der mit von Hakenwürmern befallenem Tier- und Menschenkot verunreinigt ist, zum Beispiel an einem Badestrand.

Erkrankte Tiere und Menschen scheiden mit dem Kot Hakenwurmeier aus, die sich innerhalb weniger Tage zu Larven entwickeln. Diese können zwei bis drei Wochen ohne Wirt überleben. Auch über Lebensmittel, die mit Hakenwürmern verseucht sind, kann die Erkrankung ausgelöst werden. Dieser Fall ist aber eher selten.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch kann ausgeschlossen werden. Als Hautmaulwurf werden Veränderungen der Haut bezeichnet, die sich bilden, wenn die Larven unter die Haut kriechen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose ist aufgrund der typischen Hautveränderungen meist schnell gestellt. Es handelt sich um gewundene, rötliche, dünne Gänge, die sich unter der Haut bilden. Bei einer Untersuchung des Stuhls können außerdem die Eier des Hakenwurms unter dem Mikroskop nachgewiesen werden.

Zunächst entsteht ein starker Juckreiz an den Stellen der Hautveränderungen, vor allem an der Eintrittpforte der Larve. Nachdem sich die Larven unter die Haut gebohrt haben, gelangen sie über die Blutbahnen in die Lunge und in den Darm. Erreger in der Lunge lösen starke Hustenreize aus. Im Darm beginnen die Larven, sich zu ausgewachsenen Würmern zu entwickeln. Das dauert etwa einen Monat.

Die Larven saugen sich an der Schleimhaut des Dünndarms fest und saugen Blut, was einen starken Blutverlust und eventuell sogar eine Blutarmut zur Folge hat. Ein bis vier Wochen nach der Infektion treten weitere Symptome wie Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Blähungen, schleimig-blutiger Durchfall, Appetitlosigkeit und, in besonders schweren Fällen, Anzeichen einer Bronchitis auf.

Die Larven des Hundehakenwurms lösen zwar stark juckende Hautirritationen aus, sie verschwinden aber nach einigen Wochen wieder, da sie in der Haut des Menschen nicht überleben können.

Komplikationen

Bei diesen Krankheiten kommt es in den meisten Fällen zu sehr unangenehmen Beschwerden auf der Haut, die das Leben des Patienten stark einschränken und die Lebensqualität verringern können. In den meisten Fällen bilden sich auf der Haut Juckreize und Rötungen aus. Diese können die Ästhetik des Patienten negativ beeinflussen und dabei zu einem verringerten Selbstwertgefühl oder zu Minderwertigkeitskomplexen führen.

Weiterhin tritt eine Blutarmut auf, die sich sehr negativ auf die Gesundheit des Patienten auswirkt. Die Betroffenen leiden an starken Bauchschmerzen und an Erbrechen und Übelkeit. Nicht selten kommt es auch zu Durchfall und zu Blähungen, wobei ein blutiger Stuhlgang nicht selten Panikattacken auslöst. Die Patienten leiden ebenso an einer Appetitlosigkeit und können dadurch Mangelerscheinungen aufzeigen.

Sollten sich die Erreger auch in die Lunge ausbreiten, so kann es zu einem starken Husten und zu Entzündungen der Atemwege kommen. In der Regel können diese Krankheiten relativ einfach behandelt werden, sodass es zu keinen weiteren Komplikationen und Beschwerden kommt. Dabei werden vor allem Medikamente eingesetzt. Die Lebenserwartung wird bei einer erfolgreichen Behandlung nicht verringert.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Schwellungen, Geschwüre oder Erhebungen der Haut bemerkt werden, liegt womöglich ein Hautmaulwurf vor. Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn die Beschwerden länger als üblich bestehen bleiben oder weitere Symptome auftreten. Sollten sich Beschwerden wie Juckreiz, Verfärbungen der Haut oder offene Wunden einstellen, ist medizinischer Rat gefragt. Spätestens, wenn Entzündungen auftreten, sollte der Betroffene zum Hausarzt gehen. Dieser kann die Hakenwurmkrankheit diagnostizieren und weitere Maßnahmen einleiten.

Begleiterscheinungen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen bedürfen einer medizinischen Versorgung, wenn sie über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen bestehen bleiben. Ernste Komplikationen wie zum Beispiel anhaltende Bauchkrämpfe, starke Blähungen oder hohes Fieber sind umgehend abzuklären. Selbiges gilt für Läsionen unter den Füßen, Blutansammlungen im Stuhl oder Funktionsstörungen der Glieder. Wenn die genannten Beschwerden nach dem Kontakt mit einem möglicherweise infizierten Tier oder nach dem Besuch eines Badestrandes auftreten, liegt der Verdacht eines Hautmaulwurfs nahe. In diesem Fall wird am besten mit dem Hausarzt gesprochen.

Behandlung & Therapie

Die Hakenwurmkrankheit kann gut mit Antiwurmmitteln behandelt werden. Als effektive Wirkstoffe haben sich Ivermectin, Albendazol und Thiabendazol erwiesen. Sie werden äußerlich aufgetragen oder oral eingenommen, je nachdem, wo sich die Larven befinden.

Die orale Einnahme wird erst durchgeführt, wenn nach einer Woche äußerlicher Behandlung keine Besserung eingetreten ist, da sie mit vielen Nebenwirkungen verbunden ist. Die Antiwurmmittel lähmen die Muskulatur der Larven, sodass das körpereigene Immunsystem sie leichter bekämpfen und beseitigen kann.

Starke Begleitbeschwerden wie Durchfall und Erbrechen können ebenfalls mit entsprechenden Medikamenten gelindert werden. Kühlende und beruhigende Cremes und Salben schwächen den Juckreiz. Chirurgische Maßnahmen oder Vereisungen haben sich als wenig wirksam erwiesen.

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Vorbeugung

Momentan gibt es noch keine Impfung gegen die Hakenwürmer, sie befindet sich aber in der Entwicklungsphase. Es gibt aber einige Maßnahmen zur Vorbeugung der Hakenwurmkrankheit: Wer sich in einer tropischen oder heißen Region befindet, sollte nicht barfuß laufen sondern festes Schuhwerk tragen. Unterlagen und Liegen an Badestränden könnten durch Tier- oder Menschenkot verunreinigt sein und sollten gemieden werden.

Weitere gefährliche Stellen sind Spielplätze und Sandkästen, da sie mit Tierkot verunreinigt sein könnten. Sie sollten daher regelmäßig gesäubert werden. Auch eine regelmäßige und sorgfältige Entwurmung und Entlausung von Haustieren gehört zu den vorbeugenden Maßnahmen. Wer bereits infiziert ist, sollte nur Toilettenanlagen benutzen und nicht im Freiem defäkieren.

Bücher über Reisekrankheiten in den Tropen

Quellen

  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Orfanos, C. E. et al.: Therapie der Hautkrankheiten. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2001
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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