Albendazol

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Albendazol dient als Anthelminthikum und wird folglich bei Wurminfektionen eingesetzt. Durch die Einnahme werden Würmer im Darm abgetötet und eine Entwurmung erreicht. Bei Schwangerschaft darf Albendazol nicht eingenommen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Albendazol?

Albendazol wird zu den Anthelminthika gezählt. Bei diesen handelt es sich um Medikamente, die zur Behandlung von Wurminfektionen eingesetzt werden.

Zusätzlich kann Albendazol auch bei Protozoen-Befall eingesetzt werden. Reines Albendazol ist ein weißes bis leicht gelbliches, kristallines Pulver. Es ist geruchlos. Da Albendazol lipophil (fettliebend) ist, kann es in Wasser kaum aufgelöst werden.

Auch in organischen Lösungsmittel ist es nur wenig löslich. Stattdessen kann Albendazol in Alkohol gelöst werden. Chemisch wird es zu den Benzimidazolcarbamaten gezählt. Es ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich.

Pharmakologische Wirkung

Albendazol gelangt nur in geringen Mengen in den Blutkreislauf des Menschen. Die sich nach der Einnahme von Albendazol im Blut befindlichen Mengen werden in der Leber rasch abgebaut.

Die Restmenge an Albendazol, die in den Organismus gelangt, ist für die möglichen Nebenwirkungen, die unten aufgeführt werden, verantwortlich. Hauptsächlich wirkt sich Albendazol auf den Stoffwechsel von Würmern und Protozoen aus, die den Körper befallen haben. Albendazol hemmt zum einen den Aufbau von Mikrotubuli in den Zellen der Würmer. Dabei handelt es sich um Proteinkonstruktionen, welche die Zellen stabilisieren. Sie werden aus beta-Tubulin aufgebaut. Auch menschliche Zellen enthalten Mikrotubuli.

Allerdings ist die Bindungsaffinität von Albendazol für das beta-Tubulin der Würmer größer als die Bindungsaffinität zu dem von menschlichen Zellen hergestellten beta-Tubulin. Zum anderen inhibiert, das heißt erschwert, Albendazol die Aufnahme von Zuckern. Der derart geschwächte und in seiner Nahrungsaufnahme behinderte Wurm stirbt ab und wird schließlich beim Stuhlgang ausgeschieden. Albendazol wirkt auch gegen die Larvenstadien und Eier der Würmer. Daher wird bei einer Behandlung mit Albendazol eine vollständige Entwurmung erreicht.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Albendazol wird zu den Anthelminthika gezählt. Bei diesen handelt es sich um Medikamente, die zur Behandlung von Wurminfektionen eingesetzt werden.

Albendazol wird oral in der Form von Tabletten eingenommen. Die Einnahme von Albendazol sollte bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme erfolgen, da die Wirkung von Albendazol durch in der Nahrung enthaltenes Fett erhöht wird.

Die Dosierung erfolgt nach Angabe des behandelnden Arztes. Albendazol wird bei verschiedenen Arten von Würmern im Körper angewandt. Eine Behandlung mit Albendazol ist angesagt, wenn eine Infektion mit einem oder mehreren der folgenden Fadenwürmern vorliegt: bei Hakenwürmern (Ankylostoma duodenale, Necator americanus), Madenwürmern (Enterobius vermicularis), Peitschenwürmern (Trichuris trichjura), Spulwürmern (Ascaris lumbricoides) und/oder Zwergfadenwürmern (Strongyloides stercoralis).

Die Behandlung mit Albendazol ist ebenso angezeigt, wenn ein Befall mit dem chinesischen Leberegel (Clonorchis sinensis), einem Saugwurm, oder dem Saugwurm Opisthorchis viverrini vorliegt. Bei einem Befall mit Bandwürmern wird Albendazol nur eingesetzt, wenn zugleich ein Befall mit Fadenwürmern vorliegt. Albendazol kann so im Rahmen einer Mehrfachparasitose gegen folgende Bandwürmer eingesetzt werden:

Schweinebandwurm (Taenia solium), Rinderbandwurm (Taenia saginata) und Zwergbandwurm (Hymenolepsis nana). Zusätzlich kann Albendazol auch bei einer Infektion mit Giardia lamblia eingesetzt werden. Bei Schwangerschaft oder Stillzeit darf Albendazol jedoch nicht eingenommen werden. Auch bei Kindern die noch jünger als sechs Jahre sind, ist Albendazol nicht geeignet. Albendazol kann zusammen mit dem Wurmmittel Praziquantel verschrieben werden, da sich durch die Wechselwirkungen zwischen den beiden Medikamenten die Wirkung von Albendazol erhöht.

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Risiken & Nebenwirkungen

Bei Anwendung von Albendazol können, wie bei jedem anderen Medikament ebenso, Nebenwirkungen auftreten. Gelegentlich kommt es nach der Einnahme von Albendazol zu Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Kopfschmerzen und Schwindel.

Weiterhin kann es gelegentlich zu Haarausfall, Fieber und Nasenbluten kommen. Eine Verminderung weißer Blutkörperchen und eine Veränderung des Lebergewebes kann zudem gelegentlich beobachtet werden. Seltener kann es zur Blutarmut kommen. Sehr selten wirkt sich Albendazol auf die Haut aus. In solchen Fällen kommt es zu Juckreiz, Quaddelbildung und Hautausschlag.

Aufgrund der möglichen Auswirkung auf die Blutkörperchen und das Lebergewebe müssen Blutbild und Leberwerte bei jeder Behandlung kontrolliert werden. Die Kontrolle sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen. Dies trifft vor allem bei längeren Anwendung von Albendazol zu.

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