Hahnenfuß

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Der knollige Hahnenfuß ist eine hauptsächlich in Mitteleuropa vorkommende giftige Pflanze. Früher war er als Heilpflanze anerkannt. Heute wird der knollige Hahnenfuß jedoch wegen seiner Giftigkeit nur stark verdünnt als Heilmittel in erster Linie in der Homöopathie verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des knolligen Hahnenfußes

Der knollige Hahnenfuß, der auch als Ranunculus bulbosus bezeichnet wird, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und zur Gattung Hahnenfuß (Ranunculus). Besser bekannt ist der Hahnenfuß als Butterblume, wobei es sich hierbei um unterschiedliche Arten des Hahnenfußes handeln kann.

Der knollige Hahnenfuß ist eine mehrjährige Pflanze, die ausdauernd und krautig wächst und zwischen 15 und 50 Zentimeter hoch wird. Der behaarte Stängel ist im unteren Teil, unmittelbar unter der Erdoberfläche, knollig verdickt, wovon sich der erste Teil des Namens der Pflanze ableitet. Diese Knolle dient dem Hahnenfuß zum Speichern von Nährstoffen und als Überdauerungsorgan. Hierdurch kann der Hahnenfuß Trocken- und Hitzeperioden und nährstoffarme Zeiten überdauern.

Bereits im Altertum fand die Pflanze Verwendung als Abführmittel und auch Hippokrates nutzte sie als Abortivum.

Der knollige Hahnenfuß trägt gelbe Blüten, die aus fünf Blütenblättern bestehen und einen Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern besitzen. Er blüht in der Zeit zwischen Mai und Juli. Nach dem Reifen der Samen verdorren Stängel und Blätter des knolligen Hahnenfußes schnell, wodurch die Pflanze trockene Sommer- und Herbstmonate vermeiden kann. Die deutsche Bezeichnung Hahnenfuß bezieht sich auf die dreizähligen, vogelfußartig geteilten Laubblätter.

Der knollige Hahnenfuß kommt in großen Teilen Europas vor. Er ist besonders in Mitteleuropa beheimatet, findet sich jedoch auch bis in den südlichen Teil von Skandinavien, bis in die Ukraine und nach Vorderasien sowie im nordafrikanischen Mittelmeerraum. Die Pflanze bevorzugt kalkhaltige, eher nährstoffarme Böden und wächst auf Wiesen, Brachland, Felsen und Halden. Die Bestäubung der Pflanze erfolgt über Insekten.

Wirkung & Anwendung

Alle Pflanzenteile des knolligen Hahnenfußes sind giftig. Bei Verletzungen der frischen Pflanze bildet diese einen Saft mit dem ungiftigen Stoff Ranunculin. Ranunculin ist ein Glucosid, das wiederum in das giftige Alkaloid Protoanemonin umgewandelt wird. Protoanemonin ist ein Toxin, das in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt. Es wirkt stark haut- und schleimhautreizend, so dass es bei äußerlichem Kontakt zu Rötungen der Haut, Juckreiz und der Bildung von Bläschen kommt. Dies wird als Hahnenfußdermatitis bezeichnet.

Zu diesen Reizungen kann es beispielsweise beim Barfußlaufen über frischgemähte Wiesen kommen, auf denen die Pflanze vorkommt. Bei innerer Anwendung wirkt Protoanemonin auf das Nervensystem und verursacht ein Brennen im Mund bis hin zu Erbrechen und kolikartigen Magenschmerzen. Es kann zu teils starken Reizungen von Magen, Darm und Niere kommen. Außerdem können Schwindelanfälle und in schweren Fällen Krämpfe bis hin zu Lähmungserscheinungen auftreten.

In getrockneten Pflanzenteilen gehen die Giftstoffe hingegen verloren. Das giftige, aber instabile Protoanemonin wird beim Trocknen der Pflanze in das ungiftige Anemonin umgewandelt. Anemonin wirkt krampflösend und schmerzlindernd und kann Bakterien abtöten. Aufgrund der toxischen Wirkungen von hohen Konzentrationen des Wirkstoffs Protoanemonin wird die Pflanze heutzutage hauptsächlich in der Homöopathie verwendet. Alle Pflanzenteile des frischen, blühenden Hahnenfußes kommen hierbei bei der Arzneiherstellung zum Einsatz.

In niedrigen Dosierungen kann der knollige Hahnenfuß auch Teemischungen beigemengt werden und neben der inneren homöopathischen Anwendung als Globuli, Tropfen oder Injektionen auch äußerlich, als Auflage oder Umschlag, aufgebracht werden. Globuli, Tropfen und Injektionslösungen sind in unterschiedlichen Potenzen, das heißt in unterschiedlichen Verdünnungsstufen, erhältlich. Die Globuli werden je nach Potenz ein- bis dreimal täglich eingenommen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Der knollige Hahnenfuß war lange eine anerkannte Heilpflanze. Bereits im Altertum fand die Pflanze Verwendung als Abführmittel und auch Hippokrates nutzte sie als Abortivum. Im 16. Jahrhundert fand der knollige Hahnenfuß Verwendung gegen Warzen, Frostbeulen sowie als Haarwuchsmittel und auch in späteren Jahrhunderten finden sich verschiedene Behandlungsformen in der Volksmedizin.

Heutzutage wird der knollige Hahnenfuß in der Homöopathie als Komplexmittel, das heißt gemeinsam mit weiteren aufeinander abgestimmten homöopathischen Arzneistoffen und als Leitmittel, dessen Wirkung von weiteren homöopathischen Arzneistoffen unterstützt wird, eingesetzt. Basierend auf dem Hahnemannschen Prinzip der Homöopathie, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen, wird der Hahnenfuß bei verschiedenen Hauterkrankungen aber auch bei Schmerzzuständen angewendet.

Schmerzen unterschiedlichen Ursprungs und Juckreiz werden gelindert und Entzündungen heilen ab. Besonders Hauterkrankungen, die durch ein Virus ausgelöst werden, wie Herpes Zoster, Windpocken oder Herpes Simplex, können homöopathisch mit dem knolligen Hahnenfuß behandelt werden. Eine homöopathische Behandlung bei Rheuma, Gicht, Burstschmerzen durch Erkältung und Husten oder Kopfschmerzen aufgrund von Temperaturschwankungen ist durch die Schmerzlinderung ebenfalls möglich.

Außerdem kann eine homöopathische Behandlung mit dieser Pflanze bei diversen weiteren Krankheiten helfen und kommt beispielsweise bei Heuschnupfen, Meningitis (Hirnhautentzündung), Pleuritis (Brustfellentzündung) und Neuralgien (Nervenschmerzen) zum Einsatz. Bei Neuralgien ist besonders die Anwendung bei einer Interkostalneuralgie (Nervenschmerzen im Zwischenrippenbereich der Brustwand) zu nennen.

Als weitere Einsatzmöglichkeit sind allgemeine Mattigkeit und Zerschlagenheit sowie Fieberanfälle zu nennen. Neben seiner Verwendung als Arzneistoff wird der knollige Hahnenfuß seltener für Beete und Rasenflächen als Zierpflanze genutzt.

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