Frostbeulen
Der Name Frostbeulen oder Perniones ist irreführend, denn mit einer echten Erfierung haben sie nichts zu tun, und eine richtige Beule bildet sich auch nicht. Sie treten vielmehr eher bei feuchtkalter Witterung auf, wie z.B. im Frühjahr und im Herbst. Sie verursachen dunkelrote Flecken und teigig weiche Gewebsverdichtungen, die vor allem an den vorspringenden Körperteilen sitzen. Nase, Ohren, Finger, Zehen und die Außenränder der Hände und Fußsohlen werden bevorzugt befallen.
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Definition Frostbeulen
Im Grunde genommen fallen Frostbeulen unter das Krankheitsbild der Durchblutungsstörungen. Schließlich sind – wie auch bei Erfrierungen – von Frostbeulen zumeist die am wenigsten durchbluteten Körperpartien wie etwa Zehen, Finger, Ohren und Nase betroffen. Auch die Vorder- und Außenseiten der Unterschenkel können von Frostbeulen betroffen sein, ebenso die Dorsalseiten der Hände und Füße, also der Hand- und Fußrücken.
Ursache von Frostbeulen sind extreme Engstellungen bzw. Verschlüsse peripherer Arterien und Arteriolen unter starker Kälteeinwirkung mit konsekutiver Schädigung des Gewebes.
Ursachen für Frostbeulen
Um Frostbeulen vorzubeugen, muss in erster Linie der Kreislauf angekurbelt werden. Wer beispielsweise weiß, dass er sich während einer winterlichen Wanderung viele Stunden im Freien aufhalten wird, sollte dafür sorgen, dass die Blutzirkulation nicht behindert wird. Einengende Strümpfe, Schuhe, Gürtel, ein zu enger Hosenbund, eine einschneidende Uhr oder ein festsitzender Ring, ja selbst einschnürende Handschuhe – all dies behindert die Blutzufuhr in die ohnehin schon schlechter durchbluteten Körperteile, die am entferntesten vom Herzen gelegen sind. Auch ein ausreichender Kälte- und Nässeschutz ist zur Prävention von Frostbeulen angeraten. Zudem kann man sein Gefäßsystem trainieren, beispielsweise mit klassischen Wechselduschen.
Kneift man sich in die mit einer Frostbeule verzierte Nase, dann spürt man nur einen dumpfen, unbestimmten Druck, das Gefühl ist also in einem solchen Bezirk herabgesetzt. Bekannt ist das heftige Jucken und Brennen, wenn man mit einer Frostbeule plötzlich einen gut geheizten Raum betritt.
Frostbeulen entstehen, wie bereits angemerkt, infolge ungenügender Funktion des Blutkreislaufs. Bei der Vorbeugung muss man also darauf bedacht sein, die Funktion des Kreislaufs zu heben. Auf keinen Fall darf die Blutzirkulation von außen behindert werden. Was geschieht nämlich, wenn die gefährdeten Körperabschnitte durch ein von außen wirkendes Hindernis nicht in genügender Menge vom Blut durchströmt werden können? Durch zu enge Strümpfe oder Schuhe z.B. wird die Blutzufuhr zu den Zehen gedrosselt, weil der Blutstrom das beengende Hindernis nicht vollends überwinden kann.
In die kleinen Gefäße des Fußendes und der Zehen kann also nicht mehr genügend frisches Blut einfließen, so dass infolge der mangelhaften Ernährung die Widerstandskraft des Gewebes herabgesetzt wird. Wenn jetzt in diesem schlecht ernährten Gewebe äußere Schädlichkeiten hinzutreten, wie z.B. nasskaltes Wetter, dann kann man fast regelmäßig mit dem Auftreten von Frostbeulen rechnen. Es kommt also weniger darauf an, möglichst viel anzuziehen, als vielmehr darauf, dass die Kleidungsstücke genügend weit sind.
Symptome und Krankheitsverlauf von Frostbeulen
Haben sich dennoch Frostbeulen gebildet, kann es neben den genannten Missempfindungen und einem allgemeinen Kältegefühl zu einer Blaufärbung der Körperanhänge wie Zehen, Finger, Ohren und Nase, einer sogenannten Akrozyanose, kommen. Die Haut fühlt sich kalt und feucht an, ihre Berührungs- und Drucksensibilität ist entweder vermindert (Hypästhesie) oder erhöht, sie kribbelt, prickelt, fühlt sich pelzig oder geschwollen an (Parästhesie). Auch neigt die Haut, nachdem Frostbeulen entstanden sind, zum Schwitzen.
Die Frostbeulen selbst sind zumeist klar begrenzte Hautveränderungen von rundlicher Gestalt. Sie ist teigig und bläulich-fahl, Mediziner bezeichnen dies als livide. In manchen Fällen kommt es zur Blasenbildung oder zu einem Hautdefekt, der von Laien als Geschwür, von Ärzten als Ulzeration bezeichnet wird. Erwärmt man die von Frostbeulen befallenen Körperstellen, treten juckende, brennende Schwellungen auf. Neben der Bläulichfärbung ist dies das klarste Symptom der Frostbeulen.
Behandlung von Frostbeulen
Treten Frostbeulen wiederholt auf, kann es zu Gewebsschwund (Atrophie) und einer Vernarbung der betroffenen Gebiete kommen. Dies bedeutet, dass - auch wenn Frostbeulen eigentlich harmlos sind und von selbst verschwinden – es in schweren Fällen zu Gewebeschäden kommen kann. Vor allem für junge Frauen, die die Hauptrisikogruppe von Frostbeulen bilden, ist dies vor allem ein kosmetisch-ästhetisches Problem.
Auch aus diesem Grund wird zur Behandlung besonders schwerer Frostbeulen Nifedipin eingesetzt. Dieses Medikament aus der Gruppe der Calciumantagonisten bewirkt eine Erweiterung der glatten Gefäßmuskulatur und senkt somit den Blutdruck stark ab. Glücklicherweise ist dies wirklich nur in den seltensten Fällen notwendig. Im Allgemeinen gilt: Frostbeulen sind lästig, aber nicht gefährlich.
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Vorbeugung von Frostbeulen
Handschuhe, Strümpfe und Schuhe müssen den Gliedern genug Bewegungsfreiheit lassen. Mehr Beachtung als bisher verdienen übrigens die Strümpfe. Seltsamerweise werden noch immer Strümpfe hergestellt, die vorn einen spitzen symmetrischen Abschluss haben, denn durch diese Form werden nicht nur die Zehen zusammengepresst und aus ihrer natürlichen Lage gebracht, sondern auch die Blutzirkulation behindert. Strümpfe und Socken mit einem fußgerechten, breiten Abschluss sollte man daher gerade während der Übergangszeit bevorzugen.
Ganz falsch ist es aber, wenn man mehrere solcher spitz auslaufenden Strümpfe oder Socken übereinander zieht, denn dadurch wird die Bewegungsfreiheit der Zehen noch mehr eingeschränkt. Aber nicht nur an den Körperenden, sondern auch zentral darf der Blutkreislauf nicht durch zu enge Kleidungsstücke behindert werden. Einschürende Strumpfbänder oder zu enge elastische Ärmelverschlüsse können schuld sein, wenn man von einem Ausflug mit einer Frostbeule nach Hause kommt.
Wer ohnehin schon zu Durchblutungsstörungen neigt, hat naturgemäß besonders häufig mit solchen Erscheinungen zu tun. In solchen Fällen empfiehlt es sich daher, die Vorbeugung nicht nur auf eine zweckmäßige Bekleidung zu beschränken, sondern auch die allgemeine Reaktionsfähigkeit der Gefäße zu heben. Wenn es nämlich gelingt, das Gefäßsystem so weit zu trainieren, dass es sich ohne weiteres auf schnell wechselnde Temperaturen einstellen kann (Übergang vom beheiztem Raum ins Freie, Zugluft, usw.), dann bedeutet das nicht nur die beste Prophylaxe gegen Frostbeulen, sondern gegen Durchblutungsstörungen überhaupt.
Wie aber fängt man das an? Die Mittel sind ganz einfach. Man braucht einen Schwamm oder einen Lappen und dazu kühles und heißes Wasser. Dann geht man so vor, dass man zunächst mit heißem, dann mit kaltem Wasser einen Körperteil abwäscht, dann abtrocknet und darauf zum nächsten übergeht. Zum Abschluss dieser wechselwarmen Ganzabwaschung frottiert man den Körper kräftig und erzielt mit dieser Prozedur eine wohltuende Anregung des Blutkreislaufs. Man kann aber auch wechselwarme Teilbäder machen. Dazu benötigt man einen Eimer mit kaltem Wasser (etwa 25 Grad Celsius) und einen zweiten Eimer mit heißem (37-40 Grad) Wasser.
Aber dafür ist die Wirksamkeit solcher Anwendungen weit intensiver, dauerhafter, angenehmer und oft auch schneller. Mit einem gut trainierten Gefäßsystem vermeidet man aber während der nasskalten Übergangszeit nicht nur die unschönen und lästigen Frostbeulen, sondern schützt auch vor den drohenden Erkältungs- und Grippekrankheiten.
Bücher über Frostbeulen und Erfrierung
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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern
Lutz kommentierte am 28.10.2011 um 18:19 Uhr
Ich habe eine Frage und zwar: Wie heißt das Medikament gegen diese Frostbeulen am Fuß? Besonders wenn es brennt und auch sehr schmerzt! Das hat meine Tante. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand sagen könnte, wie das Mittel oder eine Medizin gegen Frostbeulen heißt. Vielen herzlichen Dank.
Fuchs kommentierte am 20.11.2011 um 11:22 Uhr
Über die Ursachen von Frostbeulen kann man endlos Texte lesen, wenn es an die Behandlung geht, fällt keinem mehr was dazu ein. Der Link auf Otriven gegen Schnupfen ist wirklich sehr hilfreich!
Frosti kommentierte am 03.02.2012 um 18:33 Uhr
Ich leide seit ca. 5 Jahren an einer Frostallergie. Sobald das Thermometer minus anzeigt bekomme ich an den Oberschenkeln sowie an den Oberarmen rote grossflächige Flecken mit sehr starkem Juckreiz. Mittig der Flecken wirkt es sogar bläulich. Ich bekomme eine Salbe verschrieben, die nicht wirklich hilft, eher nur gegen den Juckreiz. Kennt jemand ein Medikament oder Salbe, weil diese Flecken schauen schrecklich aus? Danke.
nixe kommentierte am 04.02.2012 um 11:55 Uhr
Können Frostbeulen mit einem Gichtanfall verwechselt werden? Hat man in den Zehenkuppen auch sehr starke Schmerzen?
