Feigenblatt-Kürbis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2016
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Der Feigenblatt-Kürbis aus der Familie der Kürbisgewächse ist eine der fünf Kürbisarten, auf die fast alle weltweit gezüchteten Kürbissorten zurück gehen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Kürbissorten, die warmes, eher trockenes Tieflandklima lieben, gedeiht der Feigenblatt-Kürbis in feuchten Hochlagen bis etwa 3.000 m NN und verträgt auch kühle Temperaturen, allerdings keinen Frost. Der Feigenblatt-Kürbis ist zwar für den menschlichen Verzehr geeignet, nimmt aber innerhalb der Kürbisse keine kulinarische Spitzenposition ein.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über den Feigenblatt-Kürbis wissen

Der Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia) aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) ist eine der fünf Kürbisarten, auf die fast alle der weltweit kommerzielle angebauten Kürbissorten zurückgeführt werden können. Seinen Namen verdankt er seinen Blättern, die dem Feigenblatt sehr ähnlich sehen.

Die Früchte erinnern im Aussehen und in der Farbe ihrer Schale an Wassermelonen. Bei einigen Sorten sind die grünen Schalen mit weißen Sprenkeln übersät oder die Schalen haben eine gänzlich weiße Farbe. Der Feigenblatt-Kürbis ist zwar für den menschlichen Verzehr in einer großen Vielfalt möglicher Zubereitungsformen gut geeignet, zählt aber nicht zu den kulinarischen Highlights unter den Kürbissen. Die einjährige Pflanze ist einhäusig (monözisch) wie die meisten anderen Kürbissorten auch und liebt, im Gegensatz zur ihren Tieflandkollegen, feuchte Höhenluft bis zu 3.000 Meter Seehöhe. Für optimales Wachstum benötigt der Kürbis häufige Niederschläge oder eine entsprechende Bewässerung.

Der Feigenblatt-Kürbis aus der Familie der Kürbisgewächse ist eine der fünf Kürbisarten, auf die fast alle weltweit gezüchteten Kürbissorten zurück gehen.

Oft wird der Feigenblatt-Kürbis als Begleitpflanze für anderes Gemüse angepflanzt, weil er Ungeziefer von Gemüse wie Gurken und Möhren abhalten kann. Die Haupterntesaison erstreckt sich von Anfang September bis Januar. Für den menschlichen Verzehr sind die noch unreif im August oder Anfang September geernteten Feigenblatt-Kürbisse am besten geeignet. Vollreif geerntete Kürbisse werden häufig auch als Viehfutter verwendet. Wie vermutlich alle Kürbisarten, stammt der Feigenblatt-Kürbis ursprünglich aus Ländern des mittleren Amerikas. Da keine Wildformen dieser Sorte mehr gefunden wurden, ist eine genaue Rekonstruktion des Ursprungs nicht möglich.

Letzte archäologische Funde aus Mittelamerika lassen den Schluss zu, dass es sich bei kultivierten Kürbissorten höchstwahrscheinlich um die erste Pflanzenzüchtung des Menschen handelt, die sich bis mindestens 8.000 Jahre v. Chr. zurückverfolgen lässt. Bei den Züchtungen mussten vor allem die bei den Wildformen des Kürbisses vorhandenen Bitterstoffe herausgezüchtet werden, weil sie für den Menschen toxisch wirken und zu schwerwiegenden Verdauungsproblemen führen.

Die Verbreitung nach Europa, Indien und Asien erfolgte durch die Seefahrer im 16. Und 17. Jahrhundert. Das Fruchtfleisch des Feigenblatt-Kürbisses hat einen typisch süßlichen Geschmack und eignet es sich gut zur Herstellung einer speziellen Marmelade, Engelshaar genannt. Die zahlreichen schwarzen Kerne werden häufig zur Herstellung gesunder Knabbereien verwendet.

Bedeutung für die Gesundheit

Die gesundheitliche Bedeutung des Feigenblatt-Kürbisses liegt nicht in seinen primären Inhaltsstoffen, denn Kohlenhydrate, Proteine und Fette sind – außer in den Kernen – nur wenig vorhanden. Kalorienbewusste Menschen können Kürbis in jeglicher Zubereitungsform aufgrund seines geringen Nährwerts bedenkenlos bis zur Sättigung verzehren.

Der Feigenblatt-Kürbis wartet allerdings mit gesundheitsrelevanten, sogenannten sekundären Inhaltsstoffen auf. An erster Stelle ist der hohe Mineralstoff- und Vitamingehalt zu nennen. Besonders reichlich ist der Kaliumgehalt des Fruchtfleisches. Kalium wirkt diuretisch und sorgt daher für eine milde Entwässerung. Gleichzeitig fördert eine ausreichende Kaliumzufuhr einen stabilen Herzrhythmus (Sinusrhythmus), was für Personen, die zu Vorhofflimmern neigen, besonders relevant sein kann. Auch als Lieferant von Magnesium, Eisen, Kupfer und Natrium sowie von verschiedenen B-Vitaminen hat der Kürbis eine Bedeutung.

Des Weiteren lässt bereits die orange Farbe des Fruchtfleisches auf einen hohen Gehalt an Beta-Carotin schließen. Ergänzt wird das Beta-Carotin durch die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, die für die Netzhaut eine wichtige Rolle spielen, so dass sogar ein vorbeugender Effekt gegen das Auftreten der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) festgestellt wurde. Neuerdings wird dem Verzehr des Kürbisfleisches eine günstige Beeinflussung von Diabetes eingeräumt. Von besonderer gesundheitlicher Relevanz sind auch die Kürbiskerne. Sie enthalten unter anderem mehrfach ungesättigte Fettsäuren und gelten in der Naturheilkunde als Mittel zur Stärkung der Blasenmuskulatur und gegen Prostatavergrößerung.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Der geringe Gehalt des Fruchtfleisches an Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten führt zu dem sehr niedrigen Brennwert von weniger als 25 kcal je 100 g, so dass der Feigenblatt-Kürbis zu den ausgesprochen kalorienarmen Gemüsesorten gezählt wird. Der besondere und gesundheitlich relevante Wert des Kürbisses lässt sich auf seine sekundäre Inhaltsstoffe oder Mikronährstoffe zurückführen.

Allem voran ist der Kaliumgehalt mit über 300 mg je 100 g Fruchtfleisch zu nennen. Aber auch Kalzium, Magnesium und Eisen ist in einer gesundheitsrelevanten Konzentration vorhanden. Bei den Vitaminen sind es vor allem Beta-Carotine, Vitamin A (128 µg) und B-Vitamine (B1, B2, B6) sowie Niacin, mit denen der Feigenblatt-Kürbis punkten kann. Der Gehalt an Vitamin C liegt nur im Bereich 12 mg. Die Kürbiskerne enthalten wichtige Fettsäuren wie Palmitinsäure, Stearinsäure und Linolsäure sowie Vitamin E und Phytosterole und Phytoöstrogene.

Unverträglichkeiten & Allergien

Über Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien im Zusammenhang mit dem Verzehr von Feigenblatt-Kürbissen ist nur wenig bekannt. Das Kürbisgemüse ist gut und leicht verdaulich und beinhaltet nur wenige Allergene.

Falls allerdings Unverträglichkeiten oder Allergien beim Verzehr eines anderen Gemüses von Pflanzen aus der Familie der Kürbisgewächse bekannt sind, ist Vorsicht geboten, weil die Symptome dann auch beim Verzehr des Feigenblatt-Kürbisses auftreten können. Mögliche Symptome, die meist einen milden Verlauf haben, sind Gesichtsrötungen und Gesichtsschwellungen. In extrem seltenen Fällen kann es auch zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen.

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Einkaufs- & Küchentipps

Die Haupterntezeit für nördlich des Äquators angebaute Feigenblatt-Kürbisse liegt in den Monaten September bis Januar. Wegen der weniger großen kulinarischen Bedeutung des Kürbisses für die Küche, wird er nicht immer und überall angeboten.

Für den direkten Verzehr sind die noch nicht vollständig gereiften Kürbisse bestens geeignet, die ab Ende August oder Anfang September auf den Wochenmärkten zu finden sind. Das Fruchtfleisch hat dann noch einen besseren Eigengeschmack mit einer leicht nussigen Note. Beim Kauf sollte auf Unversehrtheit der Schale geachtet werden und darauf, dass noch ein kleines Stück des Stieles vorhanden ist, weil ein ausgebrochener Stiel als Einfallstor für mögliche Krankheiterreger fungieren kann.

Unreife Kürbisse sind nur wenige Tage lagerfähig, während ausgereifte Exemplare bei Temperaturen zwischen etwa 10 Grad und 14 Grad monatelang haltbar und frisch bleiben. Die Vorbereitung des Fruchtfleisches ist denkbar einfach, der Kürbis wird zerteilt und geschält und das innere faserige Fleisch, in dem sich die Kerne befinden, kann mit einem Löffel ausgeschabt werden. Furchtfleisch und Kerne können dann separat weiter verarbeitet werden.

Zubereitungstipps

Das Fruchtfleisch kann gekocht oder gedünstet als Gemüsebeilage oder in püriertem Zustand für die Zubereitung einer Suppe verwendet werden. Das süße Fruchtfleisch des Feigenblatt-Kürbisses eignet sich auch hervorragend für die Herstellung von Marmelade. Als besondere Delikatesse gilt die als Engelshaar bezeichnete Marmelade, die in einem relativ aufwendigen Verfahren selbst hergestellt werden kann unter Verwendung von Limonen- und Orangensaft, Ingwer und Gelierzucker.

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