Chronischer Schnupfen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. Dezember 2017
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Etwa 15 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet in ihrem Leben unter chronischem Schnupfen. Eine Schwellung der Nasenschleimhaut, das ständige Gefühl, sich zu räuspern: Patienten leiden unter chronischem Schnupfen, der – wenn die Nasennebenhöhlen auch betroffen sind – sogar zu Kopfschmerzen führen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist chronischer Schnupfen?

Bei einem chronischen Schnupfen (auch chronische Rhinitis genannt) handelt es sich um einen andauernden Entzündungs- oder auch Irritationszustand der Nasenschleimhäute.

Auf Entzündungen und Irritationen reagiert die Nasenschleimhaut mit einer Verdickung (Zunahme des Volumens) im Nasenmuschelbereich.

Ursachen

Ein chronischer Schnupfen (chronische Rhinitis) kann die vielfältigsten Ursachen haben. Vor allem sind regelmäßige Entzündungen durch Viren oder Bakterien ursächlich.

Jedoch können auch Allergien gegen die verschiedensten Blütenpollen, Tierhaare und andere Allergene als Ursache in Betracht gezogen werden. Selbst Reizstoffe wie Staub oder chemische Dämpfe, sehr hohe oder auch sehr niedrige Temperaturen, Rauch von Zigaretten oder gar Gewürze (z. B. Pfeffer) können zu einer chronischen Rhinitis führen.

Selten kommen für die „verstopfte Nase“ auch gutartige Geschwülste der Nasenschleimhaut – die so genannten Nasenpolypen – als Ursache in Frage. Auch Tumore oder eine schiefe Nasenscheidewand können einen chronischen Schnupfen begünstigen. Zudem sorgen bestimmte Medikamente (z. B. bluthochdrucksenkende Mittel) zu einer Anschwellung der Nasenschleimhäute.

Das wohl typischste Symptom eines chronischen Schnupfens ist die behinderte Atmung durch die Nase aufgrund der Schwellung der Nasenschleimhäute. Oft geht eine chronische Rhinitis mit einem schleimigen Sekret, dass aus der Nase fliesst, einher. Betroffene verspüren das Gefühl, sich ständig räuspern zu müssen, denn das Nasensekret läuft bei einem chronischen Schnupfen oft auch in den Rachen. Sind zusätzlich die Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen betroffen, kann es zusätzlich zu den Beschwerden auch zu Kopfschmerzen kommen.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Um die Diagnose „chronischer Schnupfen“ stellen zu können, wird der Arzt seinen Patienten zunächst gezielt nach seinen Beschwerden befragen, um auch die Ursachen herauszufinden. Weiterhin wird der Nasenrachenraum untersucht sowie die Lunge abgehört, wodurch andere Krankheiten wie Entzündungen der Bronchien oder auch der Rachenmandeln ausgeschlossen werden können.

Zusätzlich zu diesen Untersuchungen wird oft auch eine Nasenspiegelung (Rhinoskopie) durchgeführt, mit der ein genauer Blick in den Nasenrachenraum möglich wird. So kann das gesamte Naseninnere sowie die Beschaffenheit der Nasenschleimhaut gut beurteilt werden. Dadurch kann der Arzt bestimmte Ursache wie Polypen, Tumore oder auch eine schiefe Nasenscheidewand gut erkennen.

Bei einem chronischen Schnupfen (auch chronische Rhinitis genannt) handelt es sich um einen andauernden Entzündungs- oder auch Irritationszustand der Nasenschleimhäute.

Wichtig ist bei der Diagnosestellung auch ein Abstrich, mit dem festgestellt werden kann, ob Bakterien für den chronischen Schnupfen verantwortlich sind. Liegt ein Verdacht auf Allergie vor, ist ein Allergietest, der nach dem Abklingen der akuten Symptome durchgeführt wird, sinnvoll.

In Abhängigkeit der Behandlung des chronischen Schnupfens verläuft die Erkrankung auch. Unbehandelt verschwindet der Schnupfen in der Regel nicht so einfach, wie es ein akuter Schnupfen tun würde. Eine entsprechende Therapie ist also unerlässlich.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Generell gilt, dass chronische Beschwerden einer Abklärung durch den Arzt bedürfen. Bei chronischem Schnupfen sollte nach etwa einer Woche ein Facharzt aufgesucht werden.

Aber auch regelmäßig wiederkehrender Schnupfen, der zwischenzeitlich aussetzt und nach einiger Zeit wieder auftritt, sollte vom Arzt abgeklärt werden. Eine weitere Indikation, den Facharzt aufzusuchen, sind diverse Begleitsymptome. Wenn der Schnupfen sich durch ein gelbliches oder gar eitriges Sekret auszeichnet, steht dies für eine Beteiligung von Bakterien. Hier kann die Einnahme eines Antibiotikums nötig sein, um die Bakterien zu eliminieren.

Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Fieber, Mandelschmerzen und ein Druckgefühl im Kopf beim Bücken müssen ebenfalls ärztlich abgeklärt werden. Hier kann eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen oder des gesamten Atmungsapparates vorliegen. Wird diese nicht rechtzeitig therapiert, können umgreifende Entzündungen die Folge sein. Bakterien der Nasennebenhöhlen können unter Umständen auch die Blut-Hirn-Schranke passieren und so zu einer Hirnhautentzündung führen.

Bei Kindern sollte der Kinderarzt bei chronischem Schnupfen bereits nach fünf Tagen aufgesucht werden.

Zunächst kann der Hausarzt um Rat gebeten werden. Häufig kann dieser Bereits eine Diagnose stellen. Der passende Ansprechpartner für einen andauernden Schnupfen ist jedoch der Hals-Nasen-Ohrenarzt. Dieser kann die genauen Ursachen abklären und gegebenenfalls eine geeignete Therapie einleiten.

Behandlung & Therapie

Bei der Therapie eines chronischen Schnupfens geht es vorrangig um die Beseitigung der Ursache, die zur Erkrankung beiträgt. Liegen Allergien vor, so sollte der auslösende Stoff gemieden und die Allergie mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden. Ist die chronische Rhinitis Folge einer schiefen Nasenscheidewand oder von Polypen, so wird oft auch eine Nasenoperation durchgeführt.

Um die Beschwerden zu lindern und die angeschlagenen Nasenschleimhäute zu unterstützen, sind Salzwasserspülungen das einfachste und auch billigste Mittel der Wahl. Das schleimige Sekret wird dadurch dünnflüssiger und kann über die Flimmerhärchen in der Nase besser abtransportiert werden. Auch Schadstoffe werden so weggewaschen. Auch schleimlösende und entzündungshemmende, möglichst nicht zu heiße Dampfbäder mit Kamillenblüten tragen zur Linderung bei. Ist die Nasenatmung nur noch sehr erschwert möglich, dann kann ein abschwellendes Nasenspray vor dem Dampfband ergänzend helfen.

Vor allem in der akuten Phase des chronischen Schnupfens sind abschwellende Medikamente in Form von Sprays, Tropen oder auch Gels zu empfehlen. Sie helfen dabei, die Nasenschleimhäute abschwellen und den Schleim abfließen zu lassen, wodurch die Nasennebenhöhlen gut belüftet werden. Wichtig ist, dass abschwellende Medikamente nur über einen kurzen Zeitraum angewandt werden, denn die Wirkstoffe trocknen die Nasenschleimhaut aus, was dazu führt, dass die Betroffenen die Sprays immer weiter und öfter anwenden. Es kommt zu einer trockenen Nase sowie zu einer bleibenden Schädigung der Nasenschleimhaut.

Aussicht & Prognosen

Ein chronischer Schnupfen deutet in der Regel auf eine Allergie hin, sodass ohne jegliche Behandlung bzw. mit entsprechenden Medikamenten keine deutliche Besserung in Sicht ist. Nur mit entsprechenden Medikamenten kann eine Allergie soweit gelindert werden, dass die betroffene Person keinerlei Einschränkungen in ihrem Alltag in Kauf nehmen muss.

Ein chronischer Schnupfen muss allerdings nicht immer durch eine Allergie ausgelöst werden, sondern es kann auch ein ganz normaler Infekt vorliegen. In so einem Fall ist jedoch eine ärztliche Behandlung erforderlich. Besteht ein solcher Schnupfen bereits über mehrere Wochen, so ist keine Besserung in Sicht. Die Nasenschleimhäute sind in so einem Fall dauerhaft geschädigt, sodass eine vollständige Genesung nur mit den richtigen Medikamenten gewährleistet werden kann.

Zudem kann es bei einem chronischen Schnupfen auch zu unterschiedlichen Begleiterscheinungen kommen. Dazu zählen Kopfschmerzen, eine erhöhte Temperatur oder auch Schüttelfrost. Unter Umständen kann sich ohne jegliche Behandlung ein schwerer grippaler Infekt entwickeln, der besonders bei Kindern ärztlich versorgt werden sollte. Ansonsten drohen sogar permanente Folgeschäden.

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Vorbeugung

Einem chronischen Schnupfen kann man kaum vorbeugen. Es wird allerdings Patienten mit akutem Schnupfen geraten, abschwellende Medikamente nur über einen kurzen Zeitraum anzuwenden. Deutlich besser eignen sich zur Behandlung immer Dampfbäder oder Nasenspülungen.

Liegt eine Allergie vor, so kann dem chronischen Schnupfen mit entsprechender Behandlung vorgebeugt werden. Es ist wichtig, schon bei den ersten kleinen Anzeichen für eine chronische Rhinitis einen HNO-Arzt aufzusuchen, denn es kann bei fehlender Behandlung unter Umständen auch zu einer Mittelohrentzündung oder einer Entzündung der Nasennebenhöhlen kommen.

Das können Sie selbst tun

Dauerschnupfen ist zwar nicht schmerzhaft, doch er schränkt die Lebensqualität ein. Zahlreiche Hausmittel und gegebenenfalls Veränderungen der Lebensgewohnheiten können gegen chronischen Schnupfen helfen. Eine Allergie ist in jedem zweiten Fall der Grund für Dauerschnupfen. Es ist immer sinnvoll, das Immunsystem zu stärken. Dazu gehört die gesunde Ernährung ebenso wie ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft. Zwar kann die allergische Reaktion mithilfe von Medikamenten unterdrückt werden, doch sinnvoller ist es, den Auslöser zu finden und zu meiden. Eventuell hilft eine Desensibilisierung. Bei Tier- und Hausstauballergie muss die Wohnung gründlich gereinigt werden. Der Kontakt mit Tieren ist auf ein Minimum zu beschränken.

Manche Medikamente haben eine verstopfte Nase als Nebenwirkung, beispielsweise Aspirin. Sehr häufig sind auch abschwellende Nasensprays die Ursache für Dauerschnupfen, denn sie schädigen die Schleimhaut. Durch Absetzen des Sprays tritt schnell Besserung ein. Stress, Angst und Kummer können ebenfalls zu Dauerschnupfen führen. Es lohnt sich, seine Lebenssituation zu überdenken und hier anzusetzen, denn das Beseitigen der Ursachen kann zu einer baldigen Heilung führen.

Die Nasenschleimhäute mit Kochsalzlösung befeuchten ist eines der wirksamsten und natürlichen Mittel gegen Schnupfen. Das kräftigt die Schleimhäute und erleichtert das Abfließen von Sekret. Gerade bei Kindern ist diese nebenwirkungsfreie Methode sinnvoll. Viel Trinken, Dampfbäder, Infrarotbestrahlung und Inhalation helfen ebenfalls.

Bücher über Schnupfen

Quellen

  • Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

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