Nasenscheidewandverkrümmung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Bei einer Nasenscheidewandverkrümmung (Septumdeviation) weicht die Nasenscheidewand (Septum) von der normalen geraden und mittigen Stellung ab und verläuft schief oder ist gebogen. Die Septumdeviation ist sehr häufig angeboren, aber sie kann auch durch eine Verletzung, wie durch einen Schlag auf die Nase, erworben werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nasenscheidewandverkrümmung?

Die Nasenscheidewandverkrümmung ist eine Abweichung (Deviation) der Nasenscheidewand (Septum) und wird mit medizinischem Fachbegriff als Septumdeviation bezeichnet.

Die Nasenscheidewand besteht sowohl aus Knorpel als auch aus Knochenanteilen. Sie verläuft normalerweise in der Mitte der Nase und trennt diese in zwei Nasenhöhlen. Da der menschliche Körper jedoch nie ganz symmetrisch und wie im Lehrbuch ausgebildet ist, ist es völlig natürlich und kommt sehr häufig vor, dass die Nasenscheidewand leicht gekrümmt verläuft. Bei ungefähr 80% der Menschen ist das der Fall.

Solange man in seiner Atmung nicht eingeschränkt ist, kann diese kleine Abweichung als normal betrachtet werden. Von einer krankhaften (pathologischen) Nasenscheidewandverkrümmung spricht man, wenn sie Atembeschwerden oder häufige Entzündungen verursacht, die möglicherweise nicht nur die Nase, sondern zusätzlich noch die Nebenhöhlen und den Rachen infizieren und zu chronischen Beschwerden führen.

Ursachen

Die Nasenscheidewandverkrümmung ist entweder angeboren oder erworben. Die angeborene Form ist erblich bedingt. Die erworbene Nasenscheidewandverkrümmung kann durch Gewalteinwirkung auf die Nase entstehen. So kann es passieren, dass nach einem Schlag auf die Nase, beispielsweise durch einen Sturz oder beim Sport, der Knochen bricht und danach nicht gleichmäßig wieder zusammenwächst.

Bei Kindern, die sich noch im Wachstum befinden, kann es vorkommen, dass die knöchernen und knorpeligen Anteile der Nasenscheidewand unterschiedlich schnell wachsen und sich dadurch eine Verkrümmung der Nasenscheidewand bildet. Auch wenn das Wachstum des Mittelgesichtsknochens nicht gleichmäßig verläuft, kann eine Verkrümmung entstehen.

Typische Symptome

  • Verkrümmung der Nasenscheidewand
  • vergrößerte Nasenmuschel auf der einen Seite und eine verkleinerte Nasenmuschel auf der anderen Seite
  • Verstopfte Nase
  • behinderte Nasenatmung

Diagnose & Verlauf

Eine leichtere Nasenscheidewandverkrümmung verursacht in der Regel keine Beschwerden. Bei der schwereren Form ist oft das Atmen durch die Nase erschwert, da der Luftstrom durch den schiefen Verlauf des Septums behindert wird. Betroffene atmen daher vermehrt durch den Mund, was zu häufigeren Entzündungen im Rachenraum (Pharyngitis) und zu Schnarchen führen kann.

Die Nase wird nicht mehr ausreichend belüftet und dadurch siedeln sich Keime in den Nasenhöhlen an. Dies führt zu Schnupfen und einem Anschwellen der Nasenschleimhäute. Im weiteren Verlauf entstehen Entzündungen, die sich bis in die Nebenhöhlen ausbreiten (Sinusitis). Da normalerweise die Nase die Atemluft filtert und von Keimen befreit, können bei der reinen Mundatmung die Keime über die Luftröhre bis in die Lunge wandern und dort eine akute Bronchitis auslösen.

Der Arzt kann mit einer Rhinoskopie das Innere der Nasenhöhle untersuchen und dabei feststellen ob eine Nasenscheidewandverkrümmung besteht. Dazu wird nach einer Oberflächenanästhesie (Betäubung) der Nasenschleimhaut ein Nasenendoskop (winzige Kamera) eingeführt. Dies ermöglicht dem Arzt die genaue Lage, die Beschaffenheit und den Verlauf des Nasenseptums zu sehen und eine sichere Diagnose zu stellen.

Komplikationen

Eine verkrümmte Nasenscheidewand kann unbehandelt Komplikationen mit sich bringen, die die Lebensqualität der Betroffenen einschränkt. Auch im Zuge einer Behandlung, etwa in Form einer Nasenscheidewandoperation (Septumplastik), können Komplikationen auftreten. Da eine verkrümmte Nasenscheidewand die Nasenatmung erschwert, atmen Betroffene unbewusst durch den Mund.

Aus derartigen Atemproblemen resultieren häufig Halsinfekte und ein unruhiger Schlaf. Zudem steigt das Risiko für virale Infekte, die langwierige Nasennebenhöhlenentzündungen ( Sinusitis ) auslösen können. Leiden Betroffene langfristig an diesen Beschwerden, sollte eine Operation der verkrümmten Nasenscheidewand durchgeführt werden.

Da während dieser Operation überflüssige Knorpel – und Knochenstücke beseitigt werden, müssen zuerst die darüber liegenden empfindlichen Schleimhäute abgetragen werden. Verletzt der Chirurg währenddessen unbeabsichtigt die Schleimhaut, kann dies zur Ausbildung eines Lochs in der Nasenscheidewand führen. Dieses müsste mit Hilfe eines erneuten chirurgischen Eingriffs entfernt werden. Im Anschluss an die Operation kann es zu Einblutungen unter der Schleimhaut kommen.

Diese können zur Ausbildung eines Blutergusses führen (Septumhämatom). Ein Septumhämatom muss im Zuge einer Operation abgelassen werden. Eine Operation der Nasenscheidewand kann den Geruchssinn beinträchtigen sowie zu einer veränderten Nasenform führen. Des Weiteren können dauerhafte Taubheitsgefühle an der Nase entstehen. Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Entsprechend können die typischen Nebenwirkungen einer Narkose auftreten. Daher kann es beispielsweise zu Übelkeit, Schluckbeschwerden oder Heiserkeit kommen.

Behandlung & Therapie

Ist die Nasenscheidewandverkrümmung so stark, dass sie Beschwerden verursacht, muss sie operativ behandelt werden. Es wird eine Septumplastik durchgeführt; eine Wiederherstellung der geraden Nasenscheidewand und/oder eine Septumresektion, eine Entfernung von Teilen der Nasenscheidewand, um sie wieder in gerade Position zu bringen.

Kinder sollten möglichst erst nach Abschluss der Wachstumsphase operiert werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich die Scheidewand wieder verschiebt. Die Operation findet in der Regel in Vollnarkose statt und wird durch die Nasenlöcher durchgeführt. Der Arzt trennt den Nasenknorpel vom Knochen ab, entfernt oder begradigt die verkrümmten Teile der Scheidewand und setzt das Septum gerade wieder zusammen.

Der Eingriff dauert je nach Schwere zwischen 30 und 60 Minuten. Am Ende werden für 1-2 Tage spezielle Tamponaden mit Luftröhrchen in ihrem Inneren in die Nase eingesetzt. Sie ermöglichen bereits sofort nach der Operation das Atmen durch die Nase.

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Vorbeugung

Einer Nasenscheidewandverkrümmung kann man nicht vorbeugen, da sie entweder angeboren oder durch Verletzung verursacht wird. Es wird allerdings empfohlen, die Fehlstellung schnellstmöglich ärztlich behandeln zu lassen, damit nicht in Folge der Nasenscheidewandverkrümmung weitere Beschwerden und Schäden an den Atemwegen entstehen. Man sollte jedoch auf Kampfsportarten, wie Boxen, verzichten, da hierbei das Risiko, durch einen Schlag auf die Nase eine Scheidewandverkrümmung zu bekommen, signifikant hoch sein kann.

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Quellen

  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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