Viruserkrankungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. Juli 2017
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Bei einer Viruserkrankung gelangen Viren in den menschlichen Körper und vermehren sich dort. Die Folge sind Erkrankungssymptome, die je nach Virus unterschiedlich ausfallen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Viruserkrankung?

Eine Viruserkrankung ist die Folge einer Virusinfektion. Viren können in die Zellen des Körpers eindringen. Wenn sie sich dort vermehrt haben, reagiert der Körper mit Erkrankungssymptomen.

Viren benötigen andere Organismen, um sich zu vermehren. Sie benutzen die Zellen des jeweiligen Organismus als Wirtszellen. Außerhalb der vom jeweiligen Virus bevorzugten Wirtszelle gelingt eine Vermehrung nicht. Viren übernehmen nach erfolgreichem Eindringen die Kontrolle der Wirtszelle.

Erkennt das körpereigene Immunsystem die umprogrammierten Zellen, veranlasst es ein Absterben der betroffenen Zellen. Die Folge ist eine Entzündung, die meist Teil der Viruserkrankung ist.

Viruserkrankungen können zum Tod des betroffenen Organismus führen. Viren profitieren jedoch davon, ihren Wirt am Leben zu halten – andernfalls können sie sich nicht mehr vermehren. Von Viren, die noch nicht auf den menschlichen Organismus als Wirt abgestimmt sind, geht eine große Gefahr aus. Dies gilt auch für Viren, die ihren Wirt nicht beeinträchtigen, jedoch bereits übertragbar sind.

Ursachen

Die Ursache einer Viruserkrankung ist das erfolgreiche Eindringen von Viren in einen Organismus. Die Infizierung kann auf unterschiedlichen Wegen stattfinden:

Tröpfcheninfektion: Die Viren gelangen von bereits infizierten Menschen beim Sprechen, Husten oder Niesen in die Luft. Gelangen die Viren von dort auf die Schleimhäute der oberen Atemwege anderer Menschen, werden diese ebenfalls infiziert. Beispiele sind Schnupfen, Masern und Windpocken.

Kontakt-/Schmierinfektion: Im Gegensatz zur Tröpfcheninfektion werden die Viren nicht über die Luft übertragen, sondern durch Körperausscheidungen infizierter Menschen oder Tiere. Bei einer direkten Kontaktinfektion kommt der Betroffene mit der infizierten Person in Berührung.

Indirekt können Viren durch kontaminierte Gegenstände oder Lebensmittel übertragen werden. Beispiele sind Polio (Kinderlähmung) und Ebola.

Körperflüssigkeiten: In diesem Fall übertragen die Viren sich bei direktem Schleimhaut- oder Blutkontakt. Beispiele sind HIV und Hepatitis B und C. Eine Unterkategorie stellt die Übertragung durch Insektenbisse dar: Einige Viren werden von blutsaugenden Insekten weitergegeben, wie die FSME-Viren durch Zeckenbisse.

Typische Symptome & Anzeichen

Die Anzahl der Viren ist groß. Dementsprechend variieren Diagnose und Krankheitsverlauf je nach Virus. Ein Arzt führt zur sicheren Diagnosestellung einen Bluttest durch. Er kann so feststellen, um welches Virus es sich handelt. Bei typischen Symptomen kann auf den Bluttest verzichtet werden. Dazu zählt der für Windpocken typische Hautausschlag.

Diagnose & Verlauf

Viren, die Erkältung und Grippe auslösen, führen meist zu einer harmlosen Viruserkrankung. Der Krankheitsverlauf beginnt mit Schnupfen, Husten und Abgeschlagenheit. Der Betroffene hat mitunter Fieber.

Bei grippalen Infekten ist der Verlauf meist langwieriger und die Symptome ausgeprägter. Beansprucht der Erkrankte sich zu stark, kann es zu Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung, Herzschäden oder Infektionen im Ohr sowie den Nebenhöhlen kommen.

Typische Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken zeigen meist einen harmlosen Krankheitsverlauf. Typisch für diese Viruserkrankungen sind Hautausschläge, die je nach Virus unterschiedlich aussehen und mitunter jucken. Allgemeines Unwohlsein sowie Fieber treten begleitend auf. Kinder werden vorsorglich gegen einige dieser Viren geimpft, darunter Polio. In manchen Fällen kommt es zu Komplikationen, die zu dauerhaften Organschäden führen können.

Der Krankheitsverlauf bei Menschen, die mit dem HIV-Virus infiziert werden, ist sehr unterschiedlich. Häufig leben Menschen damit über Jahre nahezu unbeeinträchtigt. HIV-Viren greifen das Immunsystem an. Die Viruserkrankung führt in den meisten Fällen zum Tod.

Viren, die nicht an den Menschen als Wirt angepasst sind, führen zu einem besonders schwerwiegenden Krankheitsverlauf. Die Sterberate bei solchen Viruserkrankungen ist hoch. Es kann zu weitreichenden Epidemien sowie Pandemien kommen. Bekannte Beispiele sind die Schweinegrippe und das Ebolafieber.

Behandlung & Therapie

Ärzte behandeln Viruserkrankungen im Gegensatz zu bakteriellen Infektionen nicht mit Antibiotika. Sie verschreiben eventuell Medikamente zur Linderung der Symptome.

Bei grippalen Infekten und Erkältungen helfen Bettruhe sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Salzwasser hilft bei geschwollenen Schleimhäuten. Es kann in Form von Nasensprays oder Nasenspülungen zugeführt werden. Kopfschmerztabletten können zum Einsatz kommen, außerdem lindernde Halstabletten. Die Zufuhr von Vitamin C stärkt die allgemeine Abwehr.

Bei Kinderkrankheiten steht das Lindern des Juckreizes im Vordergrund. Arzt und Eltern überprüfen den Allgemeinzustand kontinuierlich, um Komplikationen sowie Folgeerkrankungen so gut wie möglich auszuschließen.

HIV-Patienten stehen heutzutage eine Reihe verschiedener Medikamente zur Verfügung, die die Virenlast im Körper reduzieren können. Die Medikamente sprechen auf jeden Betroffenen unterschiedlich an. Eine kontinuierliche ärztliche Betreuung ist daher unabdingbar.

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Vorbeugung

Einigen Viruserkrankungen kann besonders durch gute Hygiene vorgebeugt werden. Regelmäßige Bewegung sowie eine gesunde, vitaminreiche Ernährung stärken das Immunsystem. So können manche Viren abgeblockt werden.

Impfungen sind bisher nur gegen einen geringen Teil der Viren möglich. Dazu zählen die Kinderkrankheiten Polio, Masern, Mumps, Windpocken und Röteln. Andere Beispiele sind FSME sowie Hepatitis A und B. HIV-infizierte Menschen können die Weitergabe des Virus verhindern, indem sie ausschließlich geschützten Geschlechtsverkehr durchführen.

Bücher über Viren & Viruserkrankungen

Quellen

  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Modrow, S., Falke, D.: Molekulare Virologie. Springer Spektrum, Berlin 2010
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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