Schweinegrippe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. September 2017
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Die Schweinegrippe zählt zu den Influenza (Grippe)- Erkrankungen. Obgleich die Schweinegrippe als hoch ansteckend gilt, zeigt sie meist einen milden Verlauf.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schweinegrippe

Die Schweinegrippe ist eine Form der Influenza (Grippeerkrankung), an der Menschen, aber auch verschiedene Säugetiere erkranken können. In der Medizin wird der Grippe-Erreger, der zur Schweinegrippe führen kann, auch als Influenza-A-Virus H1N1 bezeichnet.

In den Jahren 2009 und 2010 breitete sich die Schweinegrippe als sogenannte Pandemie (eine Infektionskrankheit, die sowohl Landesgrenzen als auch Kontinente überschreitet) aus. Die Schweinegrippe geht in der Regel einher mit Symptomen wie Fieber, Husten, Appetitlosigkeit sowie Erbrechen und Durchfall.

Die Erkrankung gilt als hoch ansteckend. Die Forschung geht davon aus, dass das für die Schweinegrippe verantwortliche Virus sich erstmals im Jahr 1918 in Form der sogenannten Spanischen Grippe zeigte.

Ursachen

Hervorgerufen wird die Schweinegrippe durch eine Infektion mit dem auslösenden Virus. Eine solche Infizierung kann unter anderem durch eine Tröpfchen- oder durch eine Schmierinfektion erfolgen. Im Rahmen sogenannter Tröpfchen-Infektionen wird das für die Schweinegrippe verantwortliche Virus durch Tröpfchen, die aus dem Nasen-Rachen-Raum infizierter Menschen stammen, auf andere Menschen übertragen.

Möglich ist dies beispielsweise während des Redens oder bei einem Husten oder Niesen des Betroffenen. Da das Schweinegrippe-Virus auch für einige Zeit außerhalb des menschlichen Körpers überleben kann, ist auch eine sogenannte Schmierinfektion möglich. Diese findet statt, wenn beispielsweise beim Händeschütteln das Virus vom Betroffenen auf einen anderen Menschen weitergegeben wird.

Von hier kann das Schweinegrippe-Virus nun an die Schleimhäute von Mund oder Nase gelangen. Nach einer ausgeheilten Infektion mit der Schweinegrippe besteht nur ein eingeschränkter Schutz vor einer Neuinfektion, denn der Erreger kann mutieren und wird vom Immunsystem dann nicht mehr als gleicher Virus erkannt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Grippe

Eine Verdachtsdiagnose der Schweinegrippe kann zunächst aufgrund vorliegender, typischer Symptome erfolgen.

Charakteristisch sind hier neben den typischen Symptomen einer Grippeerkrankung (Influenza), wie plötzlich einsetzendes Fieber und Husten bzw. Schnupfen, zusätzliche Anzeichen wie etwa Erbrechen und/oder Durchfall.

In wenigen Fällen kann eine Schweinegrippe aber auch ohne für den Betroffenen spürbare Symptome verlaufen. Abgesichert werden kann eine Verdachtsdiagnose auf Schweinegrippe jedoch erst nach einem medizinischen Abstrich, der von den Schleimhäuten von Mund oder Nase genommen wird.

Obwohl sich der Verlauf der Schweinegrippe bisher als überwiegend mild erwies, kam es im Zusammenhang mit der Erkrankung weltweit zu Todesfällen. Ein höheres Risiko für schwerere Verläufe der Schweinegrippe tragen unter anderem Kinder, die jünger sind als vier Jahre, Frauen während der Schwangerschaft oder Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.

Komplikationen

In den meisten Fällen nimmt die Schweinegrippe einen leichten bis mittelschweren Verlauf, sodass Komplikationen nur selten zu befürchten sind. Treten sie jedoch auf, verlängert dies die Dauer der Erkrankung. In manchen Fällen ist sogar Lebensgefahr möglich.

Zu den häufigsten Folgeerscheinungen der Schweinegrippe gehören Sekundärinfektionen. So kann die Atemwegsschleimhaut zeitweilig derart von den auslösenden Viren geschädigt werden, dass andere Krankheitserreger wie Bakterien leicht in den angeschlagenen Organismus vordringen. Dadurch besteht wiederum das Risiko von zusätzlichen Infektionen wie eine Lungenentzündung (Pneumonie), eine Mittelohrentzündung (Otitis media) oder eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis).

Wie groß das schädigende Ausmaß der Sekundärinfektion, die auch Superinfektion genannt wird, ausfällt, richtet sich nach dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Als besonders gefährdet für Zweitinfektionen gelten Senioren, schwangere Frauen, Kleinkinder oder Menschen, die bereits unter chronischen Vorerkrankungen wie Asthma bronchiale, Diabetes mellitus oder AIDS (HIV) leiden. Eine Lungenentzündung zeigt sich in erster Linie bei Kindern sowie jungen Erwachsenen.

Eine weitere Komplikation der Schweinegrippe stellt die Myositis (Muskelentzündung) dar. Vor allem bei Kindern kommt es mitunter auch zu einer Enzephalitis (Entzündung des Gehirns). Eine seltene, aber sehr gefährliche Folgeerscheinung der Schweinegrippe ist das Lungenversagen. Dabei gehen die Krankheitskeime gegen die Lunge vor und führen zur Entzündung ihres Gewebes. Weil deswegen kaum noch ein Gasaustausch innerhalb der Lungenbläschen erfolgt, droht im Extremfall der Tod des Patienten durch Ersticken.

Behandlung & Therapie

Eine angemessene therapeutische Behandlung der Schweinegrippe hängt zunächst ab vom Verlauf der Erkrankung; verläuft die Schweinegrippe mild, so ist in der Regel eine Behandlung der auftretenden Symptome ausreichend. Dies ist nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt beispielsweise möglich mithilfe von Medikamenten mit fiebersenkender Wirkung oder auch mit Arzneien, die Erkältungssymptome bekämpfen.

Gelegentlich zieht die Schweinegrippe verschiedene bakterielle Infektionen, wie beispielsweise eine akute Bronchitis (eine entzündliche Erkrankung der Atemwege), nach sich. Ist dies der Fall, kann einer entsprechende Erkrankung, sofern notwendig, beispielsweise mit Antibiotika begegnet werden. Je nach Einzelfall kann die Schweinegrippe auch mit gezielten Grippemitteln behandelt werden; dies kann beispielsweise notwendig werden bei Betroffenen, die chronische Grunderkrankungen aufweisen.

Werden entsprechende Grippemedikamente rasch nach den ersten Symptomen einer Schweinegrippe verabreicht, kann ein Vermehrung der Viren im Körper verhindert werden. Im Vorfeld einer solchen Medikamentengabe erfolgt in der Regel eine Risikoabschätzung durch den behandelnden Arzt.

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Vorbeugung

Vorzubeugen ist der Schweinegrippe vor allem durch das Meiden von Kontakt mit dem auslösenden Virus. Hierzu beitragen können unter anderem ein regelmäßiges Reinigen der Hände und kein zu naher Körperkontakt mit Betroffenen. Wichtig ist vor allem, mit ungereinigten Händen nicht das eigene Gesicht zu berühren. Und auch das Meiden von Großveranstaltungen oder das Tragen eines Atemschutzes kann schließlich dazu beitragen, der Schweinegrippe vorzubeugen.

Bücher über Schweinegrippe

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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