Toxoplasmose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2017
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Die Toxoplasmose ist eine Erkrankung, welche vom Tier auf den Menschen übertragen wird. Diese sogenannte Zoonose, ist dabei relativ ungefährlich für den Wirt (Mensch), solange dieser nicht entweder an HIV erkrankt, oder schwanger ist.

Inhaltsverzeichnis

Definition Toxoplasmose

Menschen mit einem schlecht funktionierenden Immunsystem (z.B. durch HIV) erkranken schwer an dieser, durch kleine Parasiten ausgelösten Krankheit und Babys im Mutterleib können schwere Schäden durch die Toxoplasmose erleiden.

Der Erreger der Infektionskrankheit Toxoplasmose ist der Parasit Toxoplasma gondii. Diese kleinen, im Fachjargon betitelten "Protozoen", befallen vorzugsweise Katzen, wobei die Tiere selten ernsthaften Schaden nehmen. Einziger Effekt für die Katzen ist bei ihrer Erstinfektion ein Durchfall, an den die massenhafte Ausscheidung von Eiern (Oozysten) gekoppelt ist. Auf diese Art verbreitet sich der Parasit und findet einen neuen Wirt — der Zyklus einer Toxoplasmose beginnt von Neuem.

Ursachen

Die Ursachen für Infektionen mit Toxoplasma gondii, also die Entstehung einer Toxoplasmose liegt in verschiedenen Infektionszyklen begründet. Insgesamt gibt es drei Ursachen: Einmal die Infektion von Endwirt zu Endwirt. Dies bedeutet, eine Katze steckt eine weitere Katze durch ausgeschiedene Eier über den Kot an. Die Protozoen werden durch die Verdauung im Darm frei, durchwandern die Darmwand, gehen ins Blut über und wandern in Organe, sowie in das Gewebe.

Als Nächstes vermehren sich die Parasiten in den Körperzellen und werden erneut über den Stuhl der Katze ausgeschieden — das können bis zu einer Million Zysten pro Gramm Stuhl sein, was ein wichtiger Ansteckungsweg für den Menschen darstellt.

Beim sogenannten "Endwirt-Zwischenwirt-Zyklus", stecken sich Katzen durch kontaminiertes Nagerfleisch (z.B. durch Mäuse oder Ratten) an. Infektionen durch das Essen von kontaminiertem Fleisch oder eine Übertragung durch die Plazenta der Mutter an das Ungeborene betreffen die "Zwischenwirt-Zwischenwirt-Zyklen" bei der Toxoplasmose.

Typische Symptome & Anzeichen

In der Regel gibt es keine typischen Symptome. Das heisst die Krankheiten verläuft meist ohne auffällige Beschwerden. Bei Babys, die sich nach der Geburt mit Toxoplasmose anstecken, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

Bei Menschem mit dauerhaft egschwächtem Immunsystem treten oft diese komplexeren Beschwerdebilder auf:

Diagnose & Verlauf

Für den indirekten Nachweis einer bereits durchgemachten Toxoplasmose entnimmt die Arzthelferin dem Patienten Blut, welches im Labor auf Antikörper gegen den Erreger untersucht wird. Eine Toxoplasmose bei Schwangeren ist problematisch, da die Erstinfektion der Mutter mit den Parasiten ernsthafte Schäden beim Ungeborenen anrichten kann.

Je später das Schwangerschaftsstadium, umso gefährlicher wird die Toxoplasmose der Mutter für den Fötus. Infizierte Kinder können schwere kognitive Einschränkungen und Schäden an Augen und Organen wie Leber oder Lunge aufweisen. Ein Viertel, der im Mutterleib mit Toxoplasmose infizierten Babys, kommen geistig behindert zur Welt und haben Schwierigkeiten mit Epilepsie und Spastiken.

Umso problematischer ist es, dass die Kosten für die Untersuchung bei Schwangeren von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Bei sogenannten "immun supprimierten" Patienten (HIV-Betroffene oder Patienten nach einer Stammzelltransplantation) zeigt sich ein besonders schwerwiegendes Krankheitsbild, die sogenannte "zerebrale Toxoplasmose", welche von neurologischen Ausfällen geprägt ist.

Komplikationen

Eine Toxoplasmose kann nur bei schwangeren Frauen und im Falle eines geschwächten Immunsystems zu Komplikationen führen. Die meist symptomlose Erkrankung führt bei den Betroffenen bisweilen zu behandlungsbedürftigen Symptomen wie etwa zu einer Herzmuskel-, Lungen-, oder Gehirnentzündung.

Die schwerwiegendste Komplikation im Zusammenhang mit Toxoplasmose ist allerdings ein Befallen des ungeborenen Kindes durch den Erreger. Dies geschieht in etwa der Hälfte aller Fälle, insofern die Mutter mit dem Erreger infiziert ist. Relevant ist dann, wie früh oder spät das ungeborene Kind infiziert wurde. So sind früh infizierte Kinder stets gesundheitlich geschädigt, wenn sie zur Welt kommen. Es gibt eine Vielzahl von Symptomen.

Untergewicht und Schädigungen des Augengewebes sind besonders häufig. Circa ein Viertel der infizierten Frühchen und ein Achtel der im Mutterleib gereiften Kinder sterben an den Folgen der Infektion. Circa die Hälfte der betroffenen Kinder weist motorische und seelische Entwicklungsstörungen auf.

In Fällen, in denen der Fetus später infiziert wurde, stellen sich Spätschäden auch meist erst im Laufe der Entwicklung ein. Häufig kommt eine Erblindung infolge von Augenschädigungen vor. Aber auch geistige Behinderungen sind infolge eines geschädigten Gehirns möglich. Für gesunde, nicht schwangere Personen hat die Toxoplasmose praktisch kein Komplikationsrisiko.

Behandlung & Therapie

Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten wie Röteln oder Cytomegalie kann eine Toxoplasmose während der Schwangerschaft durchaus behandelt werden. Je früher damit begonnen wird, umso besser ist die Prognose für den Säugling.

Die Behandlung unterscheidet sich je nach Schwangerschaftswoche. Bis zur 16. Schwangerschaftswoche ist Spiramycin das Mittel der Wahl, nach diesem Zeitpunkt ist die Gabe einer Kombination aus mehreren Mitteln (Sulfadiazin, Folinsäure und Pyrimethamin) über einen längeren Zeitraum angezeigt (4 Wochen). Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem behandelt der Mediziner ebenfalls mit einer Kombination aus den Medikamenten Sulfadiazin, Folinsäure und Pyrimethamin über den gleichen Zeitraum.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Toxoplasmose bei diesen Patienten und der T-Helferzellzahl im Blut. Sinkt die Menge der Helferzellzahl auf unter 200/µl ab, reicht eine Prophylaxe mit Cotrimoxazol drei mal in der Woche, um die Erkrankung durch eine Toxoplasmose zu vermeiden.

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Vorbeugung

Die Toxoplasmose ist vor allem für Schwangere und deren Babys eine ernst zu nehmende Gefahr. Um eine Ansteckung mit dem Erreger zu vermeiden, sind Vorsichtsmaßnahmen unentbehrlich. Alle Wurstwaren aus rohem Fleisch wie Rohschinken oder Teewurst können Zysten enthalten, ebenso natürlich rohes Fleisch.

Deshalb sollte auf den Genuss dieser Speisen verzichtet werden. Selbstverständlich sollte keine Schwangere die Katzentoilette säubern. Vorsicht mit kleinen Katzen, sie sind häufiger als erwachsene Tiere mit Toxoplasmose primär infiziert. Händewaschen nach dem Schmusen ist hier Pflicht, um einer Ansteckung mit Toxoplasmose vorzubeugen. Günstigerweise verzichtet die Frau mit Beginn der Schwangerschaft gänzlich auf den Kontakt und den Umgang mit Katzen.

Bücher über Toxoplasmose

Quellen

  • Groß, U.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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