Stinkender Urin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Die natürlichen Ausscheidungen des Organismus können aufgrund von deren Beschaffenheit Auskünfte über unterschiedliche Störungen und Erkrankungen geben. Ein wichtiges Kriterium stellt in diesem Bezug übelriechender beziehungsweise stinkenden Urin oder Harn dar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist stinkender Urin?

Übelriechender Urin ist ein deutliches Hinweiszeichen auf unterschiedliche gesundheitliche Beeinträchtigungen. Übelriechender Urin wird in den meisten Fällen von den Betroffenen selbst wahrgenommen und löst oftmals den Gang zum Arzt aus.

Stinkender Urin nimmt darüber hinaus in der Diagnostik von Erkrankungen ohne auftretende schmerzhafte Symptome eine zentrale Position ein. Dadurch kann übelriechender Urin auch bislang versteckte Krankheiten aufdecken.

Unangenehm riechender Urin entsteht in Folge einer bakteriellen Zersetzung von ausgeschiedenen Substanzen. Normalerweise ist frischer Urin geruchlos. Erst durch das Auftreten einer bakteriellen Infektion oder anderen Ursachen kann es zur Entstehung von übelriechendem Harn kommen.

Ursachen

Die Ursachen, die zu einem Auftreten von übelriechendem Urin führen, können auf dem Wege der modernen diagnostischen Möglichkeiten meist schnell abgeklärt werden.

Stinkender Urin ist ein deutliches natürliches Hinweiszeichen des Körpers, dass es sich entweder um eine Störung des Stoffwechsels oder um eine infektiöse Erkrankung der ableitenden Harnwege handelt. Darüber hinaus sind einzelne Tumore der Blase verantwortlich dafür, dass übelriechender Harn entstehen kann.

Durch die Aufnahme einiger Nahrungsmittel, zu denen beispielsweise Spargel gehört, kann schlecht riechenden Urin ebenfalls auftreten. Typisch ist übelriechender Harn bei einer Entgleisung des Stoffwechsels in Bezug auf eine vorliegende Zuckerkrankheit. Der Urin kann dann stark fruchtig riechen. Die Fachärzte stellen in dieser Situation eine Diabetische Stoffwechselentgleisung fest.

Typische & häufige Krankheiten

Komplikationen

Ein stinkender Urin kann aufgrund einer Stoffwechselentgleisung oder Infektion der Harnwege entstehen, diese können verschiedene Komplikationen haben. Fruchtig süß riechender Urin ist Hinweis auf einen Diabetes. Der Diabetes führt unbehandelt im Verlauf zu einer Verstopfung von kleinen Gefäßen vor allem im Bereich des Auges, der Nerven und der Niere.

Der Betroffene kann dabei erblinden (Diabetische Retinopathie), wodurch die Lebensqualität stark beeinträchtigt wird. Eine weitere Folge könnte ein Nierenversagen sein (Diabetische Nephropathie). Eine Schädigung der Nerven führt zu einer Sensibilitätsstörung, die sich insbesondere im Bereich des Fußes manifestiert. Kleinere Wunden werden nicht mehr vom Betroffenen wahrgenommen. Diese können sich vergrößern und schließlich infizieren.

Der Fuß stirbt im Verlaufe ab und muss im schlimmsten Falle amputiert werden (Diabetischer Fuß). Ein Harnwegsinfekt verursacht einen nach Ammoniak riechenden Urin. Unbehandelt kann sich der Harnwegsinfekt über den gesamten Organismus ausbreiten und so zu einer Urosepsis führen. Dieser Zustand muss sofort medikamentös behandelt und überwacht werden, da er sonst ziemlich schnell in den Tod führt.

Auch ein Aufsteigen des Infekts bis hin zur Niere ist denkbar, was in ein akutes Nierenversagen führen kann. Die Ahornsirupkrankheit muss mit einer strengen Diät einhergehen, da es sonst beim Neugeborenen zu schweren neurologischen Schäden kommen kann, die bis hin zum Tode führen können.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Stinkender Urin kann eine Reihe von Ursachen haben und tritt meist nur kurzfristig auf. Bleibt der üble Geruch allerdings über mehrere Tage bestehen, liegt womöglich eine ernste Ursache zugrunde, die unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden sollte. Bei Verdacht auf eine Blasenentzündung oder eine Allergie sollten die Beschwerden zeitnah mit dem Hausarzt besprochen werden. Besonders dringlich ist der Arztbesuch, wenn begleitend zu der Geruchsentwicklung Blut oder braune Ablagerungen im Urin zu sehen sind oder Schmerzen beim Wasserlassen auftreten. Dann liegt womöglich ein Harnwegsinfekt oder eine Nierenentzündung zugrunde, die unbehandelt zu weiteren Problemen führen kann.

Diabetes-Patienten und schwangere Frauen sollte Veränderungen im Uringeruch mit dem behandelnden Arzt besprechen. Eine unbehandelte Blasenentzündung während der Schwangerschaft kann ernsthafte Komplikationen nach sich ziehen und etwa zu vorzeitigen Wehen führen. Stinkender Urin während einer Diät oder nach dem Genuss von Spargel, Kaffee oder Knoblauch ist in der Regel harmlos und bedarf keiner weiteren ärztlichen Abklärung.

Behandlung & Therapie

Übelriechender Urin ist ein deutliches Hinweiszeichen auf unterschiedliche gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Nach der Erkennung der jeweiligen Erkrankungsursache, bei der übelriechender Urin auftritt, kann eine entsprechende Therapie erfolgen. Weist unangenehm riechender Urin einen eher fauligen, verwesungsartigen Geruch auf, kann eine bakterielle Infektion der Harnwege oder der Niere nicht ausgeschlossen sein.

Eine weitere Ursache, die zu einem übelriechenden Harn führt, kann die sogenannte Ahornsirupkrankheit sein. Bei dieser Erkrankung entsteht übelriechender Urin durch eine Störung des Proteinstoffwechsels. Der stinkende Harn zeichnet sich durch einen Geruch nach Ahornsirup aus. Es erfolgt eine Überwachung der Proteinaufnahme und verschiedener anderer behandlungsrelevanter Maßnahmen.

Um einen schlecht riechenden Harn durch eine Übersäuerung oder Azidose bei zu hohen Zuckerwerten im Zusammenhang mit Diabetes mellitus zu vermeiden, muss der Patient oder die Patientin richtig eingestellt werden oder sich diätetisch ernähren. Das heißt, dass zur Vermeidung von übelriechendem Urin in diesen Fällen eine genaue und zeitnahe Überwachung der Konzentration des Blutzuckerwertes erfolgt. Dieser kann durch die Einnahme von Medikamenten oder eine gezielte Injektion mit Insulin eingestellt werden.

Tritt ein übelriechender Harn auf der Grundlage eines chronischen Funktionsverlustes der Nieren auf, ist ebenfalls eine angemessene Therapie durchzuführen. Wurde eine infektiöse Erkrankung der Nieren, der Harnleiter und/oder der Blase festgestellt, kann eine medikamentöse Behandlung mit Antibiotika eingeleitet werden. Schlagen die antibiotisch wirkenden Arzneimittel an, wird der übelriechende Urin bald vergehen.

Unterstützend werden meist krampflösende und schmerzstillende Arzneistoffe verabreicht. Unkomplizierte Infektionen sprechen meist schnell auf diese Behandlungsform an. Handelt es sich im Zusammenhang mit übelriechendem Harn um eine Blasenentzündung, die ständig wiederkehrt, kann der Harn mit speziellen Wirkstoffen in einen sauren pH-Wert überführt werden.

Das saure Milieu führt bei stinkendem Harn dazu, dass bakterielle Keime absterben. Diese Medikamente werden als vorbeugende Antibiotika bezeichnet und können bei permanent auftretendem übelriechendem Urin nach eingehender Diagnostik sinnvoll sein.

Um bei einer bakteriellen Erkrankung der ableitenden Harnwege dem übelriechenden Harn beizukommen, sind auch verschiedene natürliche Substanzen wie Gerbstoffe im Preiselbeersaft und Extrakte der Bärentraubenblätter in Tee hilfreich.

Aussicht & Prognose

Eine genaue Prognose bzw. Aussicht bei stinkendem Urin zu geben ist recht schwer, da dieses Symptom auf unterschiedliche Krankheitsbilder hindeuten kann. Wurde Spargel oder Knoblauch verzehrt, so ist stark riechender Urin völlig normal. Auch ohne ärztliche Behandlung wird dieses Symptom innerhalb von 24 Stunden von alleine verschwinden.

Eine andere und auch sehr häufige Ursache für stinkenden Urin ist ein Harnwegsinfekt. Dieser macht sich durch den besagten Geruch bemerkbar, sowie durch stechende Schmerzen beim Urinieren. Bleibt eine solche Infektion ohne ärztliche Behandlung, so kann es zu schweren Folgeerkrankungen kommen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Entzündung und der Bildung von Eiter. Dabei können sich die Bakterien im ganzen Körper ausbreiten, sodass das menschliche Immunsystem gänzlich geschwächt wird. Übelkeit, Fieber oder Schüttelfrost sind die Folge. Mit einer ärztlichen Behandlung ist ein Harnwegsinfekt allerdings sehr schnell und erfolgreich zu behandeln.

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Vorbeugung

Stinkendem Harnstoff kann vorgebeugt werden, indem auf eine gute Gesundheit geachtet wird. Dies betrifft insbesondere die Nieren und die ableitenden Harnwege. Um übelriechenden Urin zu vermeiden, kann auf verschiedene Nahrungsmittel und auf einige Medikamente verzichtet werden, wenn dies möglich ist.

Das können Sie selbst tun

Für die natürliche Behandlung von stinkendem Urin bieten sich verschiedene Hausmittel und Maßnahmen an. Zunächst sollte viel getrunken werden, damit mögliche Krankheitserreger schnell ausgespült werden. Bewährt haben sich vor allem Blasen- und Nierentee sowie Wasser und ungesüßte Säfte.

Außerdem sollte ein Tagebuch erstellt werden, indem Auftreten und mögliche Ursachen des übelriechenden Urins festgehalten werden. Vor dem Arztbesuch kann eine Urinprobe erstellt werden, um die anschließende Diagnose zu erleichtern. Liegt den Beschwerden eine Blasenentzündung zugrunde, tragen Wärme und Bettruhe zu einer schnellen Genesung bei. Ein Umschlag mit Schwedenbitter entspannt die Muskeln der Blase und kann daher die Heilung beschleunigen. Heilpflanzen wie Birkenblätter, Goldrutenkraut und Hauhechelwurzel wirken entkrampfend und helfen bei einem Harnwegsinfekt dabei, die Krankheitserreger auszuspülen. Im Bereich der Hydrotherapie wird bei stinkendem Urin ein ansteigendes Sitzbad empfohlen. Begleitend dazu können die Schüssler-Salze Nr. 3 und Nr. 9 angewendet werden, um einen zugrunde liegenden Infekt zu lindern.

Stinkender Urin nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel oder Getränke kann durch eine Umstellung der Ernährung effektiv behandelt werden. Womöglich liegt auch eine Übersäuerung oder eine Diabetes-Erkrankung zugrunde, die von einem Arzt abgeklärt werden sollte.

Bücher über Zuckerkrankheit

Quellen

  • Gesenhues, S., Zisché, R.H., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010
  • Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Thieme Verlag, Stuttgart 2008

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